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Symantec erhält Patent für Heuristik zur Virenerkennung

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  1. Symantec erhält Patent für Heuristik zur Virenerkennung

    Autor: Golem.de 12.04.02 - 09:07

    Symantec hat Ende März 2002 vom amerikanischen Patentamt (U.S. Patent and Trademark Office) ein Patent für seine heuristische Technologie zur Virenerkennung erhalten. Mit dieser Methode sollen sich neue und bisher unbekannte Computerviren aufspüren lassen, weil das Erkennungsverfahren ohne die traditionellen Virensignaturen arbeitet.

    https://www.golem.de/0204/19276.html

  2. Re: Symantec erhält Patent für Heuristik zur Virenerkennung

    Autor: nuff 12.04.02 - 11:24

    na is ja was ganz neues.

    software patente sucken!

  3. Re: Symantec erhält Patent für Heuristik zur Virenerkennung

    Autor: Treiber 12.04.02 - 13:03

    nuff schrieb:
    >
    > na is ja was ganz neues.
    >
    > software patente sucken!

    Dann entwickel auch mal was, damit du siehst, wieviel Arbeit da drin steckt... und wie nervig das ist, wenn's dir dann irgendein Student nachbaut und für'n Nuller unter die Leute schmeißt. Dann kannste's nämlich gleich bleiben lassen.

    Fortschritt kommt nie aus dem OpenSource Sektor. OpenSource liefert immer nur Alternativen, Erweiterungen oder Nachbauten. Für Neuentwicklungen brauchts einen Konzern dahinter, der dann auch nicht zum Spaß investiert.

    Außerdem ist nie die Lösung sondern nur der Lösungsweg patentiert. Lass dir einen anderen Weg einfallen oder lizensier die fremde Arbeit, aber klau nicht anderer Leute Investitionen.

    Was wäre denn da ohne kommerzielle, geschützte Entwicklungen? Relationale oder objekt-orientierte Datenbanken? Der MP3-Codec? Der DivX-Codec (von MS geklaut)? Linux (von Unix)?
    Sag mir irgendeine WICHTIGE Entwicklung, die von Anfang an frei war!

  4. Re: Symantec erhält Patent für Heuristik zur Virenerkennung

    Autor: Betrogener Entwickler 12.04.02 - 13:52

    Treiber schrieb:

    > Sag mir irgendeine WICHTIGE Entwicklung, die von
    > Anfang an frei war!

    Als alter Mann, der seit über 40 Jahren programmiert, muss ich dir leider sagen, das in der Software jede grundlegende Entwicklung frei war.

    Programmieren bedeute früher immer auch Lösungen finden und nicht nur codieren. Es gab einfach keine Patente (auch nicht USA). Hat ja auch niemand bedauert, als Wissenschaftler war es selbstverständlich, das man nur mit dem "Ruhm" lebte.

    Jetzt könne ich teilweise noch nicht mal meine eigenen alten Programme "finanziell" weiter verwenden, weil mittlerweile Firmen sich altbekannte Verfahren haben schützen lassen können.

  5. Re: Symantec erhält Patent für Heuristik zur Virenerkennung

    Autor: Magoo 12.04.02 - 20:00


    Treiber schrieb:
    >
    > nuff schrieb:
    > >
    > > na is ja was ganz neues.
    > >
    > > software patente sucken!
    >
    > Dann entwickel auch mal was, damit du siehst,
    > wieviel Arbeit da drin steckt... und wie nervig
    > das ist, wenn's dir dann irgendein Student
    > nachbaut und für'n Nuller unter die Leute
    > schmeißt. Dann kannste's nämlich gleich bleiben
    > lassen.

    Als kommerzieller Entwickler hab ich schon mehrere Sachen entwickelt und verkauft. Ich habe noch nie in irgendwelche Patentschriften geschaut um mir Ideen zu holen oder Produkte andrer Leute auseinandergenommen um deren Verfahren zu nutzen. Inzwischen werden aber von amerikanischen Firmen etliche Patente auf Dinge angemeldet die wir teilweise schon auf dem Markt hatten bevor die Firma überhaupt existierte.

    Um ein komplettes ordentliches verkaufsfähiges Produkt mit aktuellem Standard auf den Markt zu bringen, muss man schon einige Zeit heute investieren. Ideen (grad die heute massenweise patentierten trivialen Dinge) tauchen aber nicht nur an einer Stelle auf. Bei den Millionen Entwicklern heute die weltweit kommerziell arbeiten, wäre ich nicht so vermessen zu glauben, dass ich als einziger auf die Lösung eines Problemes gekommen bin. Genau das aber wird von Patenten impliziert.

    Es wird immer von Befürwortern das Bild eines Abzockers und Nachmachers versucht heraufzubeschwören die gierig die tollen Patententwicklungen clonen ;)

    Bei der Laufzeit von Patentanmeldungen bevor Sie auch nur jemals einsehbar sind, plus der Entwicklungszeit und dem Aufwand eines Produktes heutzutage, sollte eine ordentliche Firma heute in der Lage sein den Vorsprung (durchaus 2-3 Jahre) zu nutzen um sich den Markt zu sichern.

    Bei Patenten wird gerne verdrängt, dass eine Firma es patentiert und N-andre die es unabhängig davon entwickelt haben aber entweder nicht patentiert oder später entwickelt haben, ihre gesamten Entwicklungskosten und mit guter Wahrscheinlichkeit noch ihr Produkt in die Tonne treten können (es gibt keine vorschrift zur zwangslizensierung oder gar lizensierung zu "fairen" Preisen).

    Befürworter des Patentsystemes beschwören die Notwendigkeit von Schutz gerne anhand der immensen Kosten der Entwicklung von Medikamenten an. Jedes Trivialpatent was heute zur Marktabsicherung genutzt wird, wird auf das Niveau eines Krebsheilmittels gepusht auch wenn es in Universitäten als Laboraufgabe gelöst wird.

    > Fortschritt kommt nie aus dem OpenSource Sektor.
    > OpenSource liefert immer nur Alternativen,
    > Erweiterungen oder Nachbauten. Für
    > Neuentwicklungen brauchts einen Konzern
    > dahinter, der dann auch nicht zum Spaß investiert.
    >
    > Außerdem ist nie die Lösung sondern nur der
    > Lösungsweg patentiert. Lass dir einen anderen
    > Weg einfallen oder lizensier die fremde Arbeit,
    > aber klau nicht anderer Leute Investitionen.

    Deshalb machen Firmen ja auch so gerne Folgepatente und weiten die Claims aus bzw. machen Claims so allgemein wie möglich. Weil es in den seltensten Fällen IMHO um den Schutz einer "Entwicklung" sondern vielmehr um das abstecken eines Marktes geht.

    > Was wäre denn da ohne kommerzielle, geschützte
    > Entwicklungen? Relationale oder
    > objekt-orientierte Datenbanken? Der MP3-Codec?
    > Der DivX-Codec (von MS geklaut)? Linux (von Unix)?
    > Sag mir irgendeine WICHTIGE Entwicklung, die von
    > Anfang an frei war!

    Also entschuldigung - aber diese Aussage ist angesichts der Entwicklung in der Softwareindustrie ziemlich blödsinnig. Das klingt als ob Sie noch nie jenseits der letzten 5 Jahre sich mit Software beschäftigt haben und die Beschwörungen der etablierten Industrie (die sich nie etabliert hätte wenn sie zu den Bedingungen mit Softwarepatenten hätte starten müssen) unbesehen Glauben schenken.

    Schauen Sie mal genau wer die Einrichtung von Softwarepatenten pusht und welche Aussagen die gleichen Firmen in früheren Jahren teilweise gemacht haben (IBM ist hier ein nettes Beispiel).

    Gruß,
    Magoo.
    ps: nach aktuellem Stand wird ohnehin voll nach dem Willen der Befürworter von Softwarepatenten gehandelt. Immerhin ist dies ja auch die (nach einer von Befürwortern in Auftrag gegebenen) "finanzielle Mehrheit" ;)

  6. Re: Symantec erhält Patent für Heuristik zur Virenerkennung

    Autor: nuff 14.04.02 - 17:23

    Okay, mein Statement war etwas, sagen wir, kurz. Deswegen hier noch ein Nachtrag:

    Vorweg: ich BIN Entwickler und beschäftige mich sowohl mit der Entwicklung von Open Source als auch mit kommerzieller Software. So. Aber wovon sprechen wir hier? Ich meine, welche Art von Software überhaupt? Glaubst du wirklich, daß ein Student einen Markt zerstören kann, indem er etwas nachbaut? Was denn zum Beispiel? Mir fallen da nur sehr wenige Dinge ein, die ohne das Backend einer funktionierenden Firma überhaupt eine Chance auf dem Markt hätten. Eine Firma, mit Patent oder ohne, hat immer die Möglichkeit, mit einer ANZAHL (nicht nur einem) motivierter Entwickler und ner vernünftigen Projektplanung ein erfolgreiches Produkt zu erstellen, was alles, was ein Student so bei Pizza und Joghurt zusammenbauen kann. Es wird den Tag nicht geben, an dem es ein OpenOracle gibt, weil das einfach verdammt nochmal viel zu viel Arbeit ist, die sich kein Mensch der Welt einfach so mal leisten kann.
    Allerdings wäre es eine hervorragende Basis, um Patente anzuwenden. Und darum geht's ja auch. Also, nehmen wir mal an Oracle patentiert XML-Datenbanken, DB-Filesystems und noch irgend nen Hashingalgorithmus, weil sie das gerade cool finden und nicht möchten dass IBM das in die ihre Datenbank aufnimmt, ohne kräftig dafür zu löhnen - falls Oracle das nicht alles schon getan hat. So ein Szenario ist doch der wahre Boden für Software-Patente, oder etwa nicht?
    Und was hat das jetzt mit den Studenten zu tun, die das "nachmachen"? Warum sollten sie es nicht dürfen? Menschen, die sich "aus Spaß" (will sagen: nicht aus kommerziellen Hintergrund) hinsetzen und programmieren tun das doch meistens aus Gründen der Verwirklichung von eigenen, neuen Ideen, Kombination mit anderen Methoden, zusammenfassend gesagt: Forschung. Was dabei rauskommt und veröffentlicht wird hat sicher einen praktischen Nutzen für alle, die sich mit der Materie auskennen, die ähnliche Software entwickeln, aber doch nicht für die Anwender! Und die sind es ja schliesslich, die bedient werden müssen, um einen Markt zu beeinflussen.

    Und Fortschritt kommt nie aus Open Source? Die Aussage halte ich mal pauschal für falsch. Ich hab nicht -sooo- den Überblick was die Geschichte der Softwarenetwicklung angeht, aber sie ist mindestens schon mal deswegen falsch, weil man auch mit der Entwicklung und Verbreitung bislang kommerzieller Software einen Fortschritt bewirken kann. Und genau so kann man Fortschritt blockieren, indem man Patente in der Schublage läßt, um den Markt erst mal mit dem zu sättigen, was man letztes Jahr produzierte. Diese Technik ist doch aus anderen, klassischen Industriebranchen altbekannt.

    So, das sollte reichen, um mein "software patente sucken"-Statement etwas zu untermauern.

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