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Und nun bitte die andere Seite zu Wort kommen lassen

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  1. Und nun bitte die andere Seite zu Wort kommen lassen

    Autor: Mister Tengu 30.06.11 - 08:49

    Denn nur dann kann man sich ein Urteil als Außenstehender erlauben.

    Stimmts, Forum?

  2. Re: Und nun bitte die andere Seite zu Wort kommen lassen

    Autor: fehlermelder 30.06.11 - 10:16

    McNamara?
    Was erwartest du von dem? Dass er es rechtfertigt, wie er seine Untergebenen offen angeschrien und zu mehrarbeit verdonnert hat? Die Argumente würde ich schon gern hören, aber der wird sich brav bedeckt halten.

  3. Re: Und nun bitte die andere Seite zu Wort kommen lassen

    Autor: Codemonkey 30.06.11 - 10:43

    Mh. Schon mal drüber nachgedacht das die Typen Scheisse erzählt haben?
    Die 100h bei miesem Betriebsklima und brüllendem Chef halte ich extrem unwahrscheinlich, es sei denn man ist in China oder Indien.

  4. Re: Und nun bitte die andere Seite zu Wort kommen lassen

    Autor: fehlermelder 30.06.11 - 10:57

    Jetzt hab ich aber auf der einen Seite die Angestellte, die das aber behaupten. Auf der anderen Seite: keine Dementi, keine Gegendarstellung nur deine Vermutung.
    Wie könnte ich da auf die Idee kommen, dass die Angestellten sich das nur ausgedacht haben?
    Dann kannst du ja überhaupt keiner Nachricht mehr Glauben schenken. Alles könnte erlogen oder falsch sein.

  5. Re: Und nun bitte die andere Seite zu Wort kommen lassen

    Autor: Nemo 30.06.11 - 11:19

    Codemonkey schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Die 100h bei miesem Betriebsklima und brüllendem Chef halte ich extrem
    > unwahrscheinlich, es sei denn man ist in China oder Indien.

    Ne. Sowas gibt es auch in der westlichen Welt. Für schlechte Arbeitsbedingungen, unsoziale Chefs und Ausbeutung muss mensch nicht nach China oder andere Diktaturen fahren oder nach Bangladesh. Auch nicht in Schwellenländer wie Indien. Auch in der BRD werden Menschen ausgebeutet. Hier gibt es aber wenigstens Gewerkschaften und eine "soziale" Marktwirtschaft (auch wenn Raubtierkapitalisten wie die INSM und die Westerwave-Partei daran arbeiten, diese abzuschaffen). Und angeschrien werden auch hier Entwickler. Von Chefs welche sich wichtig machen, selber keine Ahnung haben etc (BWLer halt).

    In den USA gibt es ebenfalls so gut wie keine Arbeitnehmerrechte, auch wenn in einigen Bereichen der Industrie durchaus starke Unions (Gewerkschaften) existieren. Nur ist es ja ein Running Gag in der Popkultur der USA große Gewerkschaften mit der Mafia gleichzusetzen ;) Daher will IKEA ja auch mit der Produktion von Polen nach USA teilweise umziehen, denn in Polen (bzw der EU) sind die Arbeitnehmerrechte stärker als in den USA. Billiglohnland mit Unterdrückungsfaktor <> China & Co. Auch wenn Foxconn und co schon ein anderes Kaliber sind.

    ________________________________
    Human... you've changed nothing...Your species has the attention of those infinitly your greater...

  6. Re: Und nun bitte die andere Seite zu Wort kommen lassen

    Autor: ThommyWausE 30.06.11 - 13:15

    willkommen im internet.
    diese denkweise müsste sich nur mal wieder durchsetzen...

  7. Re: Und nun bitte die andere Seite zu Wort kommen lassen

    Autor: .02 Cents 30.06.11 - 13:20

    Alle grossen IT Consulter / Systemintegratoren arbeiten nach dem Prinzip: Leute die einigermassen kompetent sind möglichst frisch von der Uni einstellen, diese dann auf Projekt schicken so das sie idR im Hotel übernachten. Je nach Firma und / oder teilweise auch Auftrag (Kunde zahlt Spesen komplett) gibts dann als Zuckerbrot wenigstens ordentliche Hotels (min 4 Sterne). Da die Leute sowieso nicht in ihrer normalen Umgebung sind, ist es auch nicht so schlimm länger zu arbeiten. Mit ein wenig Druck - knappe Meilensteine (immer so), ein wenig schlechtes Gewissen einreden, Vorträge über den Zusammenhang von Einsatz, Teamspirit, Erfolg und eventuellen zukünftigen Beförderungen etc. So sind 60-80 Stunden Arbeitsleistung bei 40 Stunden Bezahlung (Überstunden mit dem Geahlt abgegolten ...) gut drin. Ob dabei geschrien wird oder nicht hängt in erster Linie von der (mangelnden) Persönlichkeit des jeweiligen Projektleiters / Managers ab. Meiner Erfahrung nach stumpfen Menschen bei reinem rumgeschreie relativ schnell ab.

    Ich selber bin in Projektphasen auch schon auf über 80 Stunden gekommen - 100 Stunden halte ich aber für Schwachsinn. Das ist dann vielleicht Anwesenheitszeit aber sicher nicht Arbeitszeit. Teilt man 100 durch 7, kommt man auf über 14 Stunden für jeden Wochentag. Addiert man da noch Pausen für Essen / Kaffee / Anfahrt dazu, bleiben dann keine 8 Stunden mehr um zu Hause Dingen wie Körperhygiene und Schlaf nachzugehen ... Ein paar Tage geht das, vielleicht auch mal 5-10 Tage, aber damit das Leute länger mitmachen, müsste man aus dem Job schon irgendeinen Kult / Sekte machen ...

  8. Re: Und nun bitte die andere Seite zu Wort kommen lassen

    Autor: .02 Cents 30.06.11 - 13:28

    fehlermelder schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------

    > Dann kannst du ja überhaupt keiner Nachricht mehr Glauben schenken. Alles
    > könnte erlogen oder falsch sein.

    Da es eine absolute Wahrheit nicht gibt, ist das auch so ... aber ich will gar nicht so philosophisch werden ...

    Eine anonyme Behauptung ist die Bits nicht wert, auf denen sie geschrieben ist. Das gilt insbesondere für solche negtiv Stories. Die Neigung sowas zu registrieren ist grösser, als Meldungen darüber, das jemand pünkltich nach Hause gegangen ist. Gleichzeitig ist der Gaffer in uns allen auch nur zu gerne bereit, solche Äusserungen ohne Beweis oder Indiz direkt als Wahrheit zu akzeptieren.

    Das aber gerade bei Leuten, die irgendeine "extreme" - insbesondere eine negative - Erfahrung gemacht haben, die Tendenz viel grösser ist, sich darüber mitzuteilen, als beim Rest. Ausserdem ist dann auch der Anreiz zur Übertreibung viel grösser.

    Und ja: Wer Blogs im Internet als verlässliche Quellen ansieht, und wer glaubt, das Nachrichten ungefärbt die einzig mögliche Wahrheit wiedergeben, der sollte über niemanden lachen, der an Weihnachtsmann und Osterhase glaubt ...

  9. Re: Und nun bitte die andere Seite zu Wort kommen lassen

    Autor: DER GORF 30.06.11 - 13:47

    .02 Cents schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    >
    > Ich selber bin in Projektphasen auch schon auf über 80 Stunden gekommen -
    > 100 Stunden halte ich aber für Schwachsinn. Das ist dann vielleicht
    > Anwesenheitszeit aber sicher nicht Arbeitszeit. Teilt man 100 durch 7,
    > kommt man auf über 14 Stunden für jeden Wochentag. Addiert man da noch
    > Pausen für Essen / Kaffee / Anfahrt dazu, bleiben dann keine 8 Stunden mehr
    > um zu Hause Dingen wie Körperhygiene und Schlaf nachzugehen ... Ein paar
    > Tage geht das, vielleicht auch mal 5-10 Tage, aber damit das Leute länger
    > mitmachen, müsste man aus dem Job schon irgendeinen Kult / Sekte machen ...

    Ich als Che würde da natürlich vorausplanen ^^

    Ein Klappbett für jeden Angestelten, kräftigere Lüftungen und/oder einen Liefervertrag für günstige Deo Sticks und statt Kaffee die Pallette mit den 1,5 Liter Bull-It Flaschen.

    Und schon bekommt jeder 8 Stunden Schlaf und kann so ca. 14-15 Stunden pro Tag arbeiten. ;P

    - Es gibt nichts das eine million Chinesen nicht billiger tun könnten.

    - Alle Verdächtigen sind schuldig, sonst wären sie ja keine Verdächtigen.

  10. Re: Und nun bitte die andere Seite zu Wort kommen lassen

    Autor: DER GORF 30.06.11 - 13:50

    .02 Cents schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Da es eine absolute Wahrheit nicht gibt, ist das auch so ... aber ich will
    > gar nicht so philosophisch werden ...

    Ein Quadrat hat vier Ecken und vier Seiten, was sagst du dazu?

    - Es gibt nichts das eine million Chinesen nicht billiger tun könnten.

    - Alle Verdächtigen sind schuldig, sonst wären sie ja keine Verdächtigen.

  11. Re: Und nun bitte die andere Seite zu Wort kommen lassen

    Autor: Nemo 30.06.11 - 15:11

    DER GORF schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------

    > Ein Klappbett für jeden Angestelten, kräftigere Lüftungen und/oder einen
    > Liefervertrag für günstige Deo Sticks und statt Kaffee die Pallette mit den
    > 1,5 Liter Bull-It Flaschen.

    In Extremsituationen (Deadlines verpennt :D ) kenne ich das sogar, mit Schlafsack auf dem Boden die Woche vor Projektabgabe, nur Red Bull, Kaffee und Pizzadienst und wie blöde das Produkt fertig kriegen. Kann mensch dann auch ein Happening draus machen (wenns selten ist, wir hatten eigentlich Spaß, aber da waren wir noch jung, naiv und brauchten das Geld :D ), aber als "normale" Arbeitssituation unmenschlich.

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  12. Re: Und nun bitte die andere Seite zu Wort kommen lassen

    Autor: Nemo 30.06.11 - 15:11

    DER GORF schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------

    > Ein Klappbett für jeden Angestelten, kräftigere Lüftungen und/oder einen
    > Liefervertrag für günstige Deo Sticks und statt Kaffee die Pallette mit den
    > 1,5 Liter Bull-It Flaschen.

    In Extremsituationen (Deadlines verpennt :D ) kenne ich das sogar, mit Schlafsack auf dem Boden die Woche vor Projektabgabe, nur Red Bull, Kaffee und Pizzadienst und wie blöde das Produkt fertig kriegen. Kann mensch dann auch ein Happening draus machen (wenns selten ist, wir hatten eigentlich Spaß, aber da waren wir noch jung, naiv und brauchten das Geld :D ), aber als "normale" Arbeitssituation unmenschlich.

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