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Geschäfte in der Geschwindigkeit der Dummheit

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  1. Geschäfte in der Geschwindigkeit der Dummheit

    Autor: Golem.de 01.02.02 - 10:46

    Über den Niedergang der "New Economy" wird derzeit viel geschrieben. Dutzende, wenn nicht Hunderte von Büchern beleuchten jede erdenkliche Seite der großen Krise, die über die einst so vielversprechende und erfolgsverwöhnte "neue Wirtschaft" hereingebrochen ist - offenbar über Nacht, wie einige der Autoren meinen. "Das so zu sehen, ist aber völliger Quatsch", sagt Alan Morrison, ehemaliger Pilot der amerikanischen Air National Guard und Jahrzehnte lang Berater für große und kleine US-Firmen aus dem Technologie- und Finanzbereich, "wenn da nur irgend jemand wirklich nachgedacht hätte, wäre das alles ganz anders gekommen".

    https://www.golem.de/0202/18076.html

  2. Re: Geschäfte in der Geschwindigkeit der Dummheit

    Autor: aniki-san 01.02.02 - 11:26

    diese Buch zu lesen wird sicher spassig :D

  3. Re: Geschäfte in der Geschwindigkeit der Dummheit

    Autor: Alfredo 01.02.02 - 11:39

    stimmt, aber ist doch mal interessant, wie einfach so ein Massen-Hype entstehen kann - und hinterher ist dann -natürlich- jeder schlauer, besonders Analysten....

    Alfredo

  4. Re: Geschäfte in der Geschwindigkeit der Dummheit

    Autor: Willi 01.02.02 - 12:48

    Naja, wenn man damals gesagt hat, dass das gigageniale Geschäftsmodell des Startups XY, ein großer Haufen Mist ist, wurde man noch ausgelacht - man hätte selbst keine Ideen - und warum XY dann so einen Haufen Kohle bekommen hat, wenns so schlecht wäre ...

    Ich sag nur "Startup-Show" auf n-tv - Hauptsache ne Menge Buzzwords. Dass von den Startup-Siegern keiner mehr existiert, sagt ja wohl über die Fach- und Sachkenntnis der damaligen "Experten" und VC-Geber, die das Geschäftsmodell bewerten mussten.

    Willi

  5. Re: Geschäfte in der Geschwindigkeit der Dummheit

    Autor: eve 01.02.02 - 13:56

    Das Problem ist ja leider auch noch nicht behoben. Es ist ja nicht so, dass die Krise überwunden sei. Die noch existenten, überlebenden Firmen arbeiten jahäufig noch mit der selben Führungsetage und da lässt sich kein Stilwechsel in der Führung festmachen. Immer noch werden in ungeprüfte Ideen einen Haufen Geld gesteckt, um dann kurz vor Launch des Produktes festzustellen, dass alles reichlich undurchdacht war.

    Und immer noch wird an der Ressource Mitarbeiter ein großer Raubbau getrieben. Überstunden in extremer Anzahl sind gang und gäbe. Weiterbildung oder Personalweiterentwicklung sind nicht existent. Mitareiter werden nicht unbedingt nach ihren Fähigkeiten und Ausbildung eingesetzt sondern unvorbereitet auf irgendein Projekt.
    Und die Bezahlung bekanntlich nicht besonders.
    Das alles hat den Effekt, dass im letzten Jahr und das dauert noch an, viele gute, kompetente, engagierte Leute in die sogenannte Old Economy gewechselt sind.

    Ein Ende oder ein wirkliches Umdenken ist nicht in Sicht.

  6. Re: Geschäfte in der Geschwindigkeit der Dummheit

    Autor: Alfredo 01.02.02 - 14:25

    @Willi:

    Naja, also so ganz einfach ist das nicht...: genauso wie es damals einen Massen-Hype gab, gibt es jetzt einen "Gegen-Hype", also "Die Old-Economy ist doch stabiler und die alten Konzepte sind richtig". Richtig ist aber nur das, was Gewinn verspricht, egal wie es als Konzept ausschaut. Wer meiner persönlichen Ansicht nach jetzt klug ist, sollte darauf achten, wann wir auf diesem Zenith des Gegen-Hypes angekommen sind (ist schwer zu sagen, aber ich glaube, wir sind nahe dran, sofern nicht noch weitere Anschläge kommen...) Das beste Beispiel ist das UMTS Geschäft. Hier gibt es jetzt so etwas wie einen Hype ins Negative - Zeit also, die Chance für sich zu nutzen...

    @Eve:

    Ich glaube nicht, daß das ein "Problem" ist oder "Umdenken" erforderlich ist, es ist einfach nur das Ende des DotCom Hypes. Wie Du bestimmt weisst, ist es eigentlich schon seit Erfindung der Marktwirtschaft eine ganz klassische Challenge -aller- StartUps gewesen, daß sie anfangs natürlich nicht die gleichen Leistungen wie ein großer Arbeitgeber bieten können. Als Kompensation bieten StartUps meistens Optionen o.ä., was natürlich im Moment nicht viel bringt. Was ich sagen will, ist: die Entwicklung in dieser Hinsicht ist eigentlich wieder eine ganz natürliche und damit langfristig durchaus gut für unsere Weltwirtschaft.
    Sorry, ich weiss, daß das jetzt ein bißchen wie Ironie für Dich klingen muß, falls Du davon betroffen bist, es ist aber nicht so gemeint...

    Alfredo

  7. Re: Geschäfte in der Geschwindigkeit der Dummheit

    Autor: Karl-Erich Weber 01.02.02 - 14:50

    Wahr gesprochen, doch welches Kind hört auf die Warnung vor dem Feuer?
    Den Luxus des Denkens leisten sich in dem angebrochenen Desinformationszeitalter nur wenige und wenn es tatsächlich passiert, werden die Mahner weder gehört, noch will oder kann man sie verstehen. Leider sind davon auch große Teile der Medien nicht ausgenommen. Hier bestimmen bezahlte Meinungsforscher und profitorientierte Blattmacher die Schlagzeilen.
    Branchenkenntnis vorhanden? Ja, theoretisch! Doch Geldgier und Vernunft lässt sich nicht vereinbaren. Nicht in der Branche, nicht in der Presse und schon gar nicht in Politik und dem Rest der Wirtschaft. Wir zerstören unsere Infrastruktur und die Binnenkaufkraft, damit unsere wirtschaftliche Grundlage und überlassen es einer Handvoll Konzerne, die Gesellschaft nach ihrem Willen zu formen. George Orwell hat sich nur um zwanzig Jahre vertan.

  8. Re: Geschäfte in der Geschwindigkeit der Dummheit

    Autor: Heinz 01.02.02 - 15:26

    Interessant ist ja schon, dass angeblich hochkarätige Leute (waren ja alles zumindest Akademiker) einer richtigen Massenpsychose verfallen sind - des Kaisers neue Kleider.

    Kristallisationskerne hierfür waren die Analysten und es ist wirklich ironisch, dass entgegen der DotComs die IDCs und Gartners weiterhin florieren.

    Der Fehler bei den Analysten ist schon ihr Name: Die analysieren nicht, sondern spekulieren: Sie haben -woher auch immer- einen Gewicht in Markt und Medien und stellen Behauptungen auf. Die nennen sie dann Prognosen. Und wenn genug Leute dran glauben, dann bewahrheitet sich das.

    Wenn man alose liest "Das Martforschungsunternehmen X sieht für das Jahr 2005 voraus, dass 30% aller Haushalte Technologie Y nutzen", dann muss man das so lesen:
    "Das Spekulationsunternehmen X hat bunte und teure Unterlagen erstellt, mit denen sie uns dazu bringen möchten, dass im Jahr 2005 30% aller Haushalte Technologie Y nutzen. Sie wollen dies, damit ihre Spekulationen sich im Nachhinein als richtig erweisen und sie sich 'Analysten' nennen können.

  9. Re: Geschäfte in der Geschwindigkeit der Dummheit

    Autor: Andi 01.02.02 - 15:30

    Alfredo schrieb:
    >
    > [...]
    > Richtig ist aber nur
    > das, was Gewinn verspricht, [...]

    Auuuuaaahh... das meinst Du jetzt nicht ernst, oder? Hilfehilfehilfe, wo sind wir in unserer Gesellschaft gelandet....

    Wenn Du wenigstens mit "ökonomisch ist...", "wirtschaftlich sinnvoll ist..." oder (mal ganz pervers) offen und ehrlich "sinnvoll für mein vollkommen egozentrisches und asoziales Gewinnstreben ist..." angefangen hättest.

    *kopfschüttelnd*

    Andi

  10. Re: Geschäfte in der Geschwindigkeit der Dummheit

    Autor: felix 01.02.02 - 15:34

    Wenn das so einfach ist, dann mach ich morgen ein solches Unternehmen auf :)
    Aber mal im Ernst - findest Du nicht, dass Du das ein bisschen zu vereinfacht siest? Immerhin wird der Durchschnittsverbraucher wohl kaum so sehr in der Materie sein, dass er sich mit jedem Ergebnis das bspw. Gartner veröffentlicht so sehr auseinandersetzt, dass er sich unwillkürlich danach richtet ?!?


    felix

  11. Re: Geschäfte in der Geschwindigkeit der Dummheit

    Autor: Karl-Erich Weber 01.02.02 - 15:52

    Felix es ist noch einfacher, da diese Meldungen wie ein Schneeballsystem von Agenturen in Unternehmen und Öffentlichkeit verbreitet werden. Der Durchschnittsverbraucher, eine Erfindung der Wirtschaftswunderjahre, interessiert das nicht und soll es auch nicht interessieren. Er spürt nur die Auswirkungen der gewinnmaximierenden Produktion, Organisation und Entsozialisierung.
    Die Hartnäckigen hoffen bis zum Schluss, dass sie nicht betroffen sind. Diese Krise hat erst begonnen.

  12. Re: Geschäfte in der Geschwindigkeit der Dummheit

    Autor: henrietta bluma 01.02.02 - 18:33

    Schneeballsystem ist gut!
    Aber genauso funktioniert das. Erstmal muss man die Entscheider (Geldgeber) bequatschen. Sind die erstmal überzeugt, ist der Rest schon fast ein Kinderspiel. Die gleiche Sülze läuft dann in die Werbe- und PR-Agenturen, um von der freien Presse anschliessend durchgequirlt als Beweis in grossen Lettern über grossen Bildern gefeiert zu werden.
    Jeder ist sich dabei selbst der Nächste.
    Wichtig ist nur, einer muss die Leute überzeugen, die richtigen Argumente bringen und die richtige Miene aufsetzen. Der Rest läuft wie gehabt.

    Greets.
    Henrietta

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