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Warum werden Rottöne geschluckt?

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  1. Re: Warum werden Rottöne geschluckt?

    Autor: lolwut 11.11.11 - 16:35

    audiohobbit schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > viel Text

    Schön, dass Leute vorher noch recherchieren, bevor sie Ihren Senf dazu geben! Fasst es denke ich sehr gut zusammen. Man kommt leider nicht umher, mitzukriegen, dass alle Canon 5d Besitzer auf einmal die ultimativen Kino-Experten sind. In dem Video kriegen wir einen tiefen Einblick hinter die Kulissen. Aber wer sich ein bisschen kundig macht, weiß, dass es im Kinofilm technisch auf einem ganz anderen Niveau hergeht, als beim Dreh von einem lokalen Werbefilmchen. Solche Überlegungen für Maske und Kulissenbau (vgl. den "Wald auf LSD") sind völlig normal und nichts neues.
    Warum der ganze Aufwand, dürfte eigentlich auch niemanden verwundern, schließlich wird stark gegraded und nachbearbeitet in der Post. Wer ein wenig mit den Gradationskurven in Photoshop rumgespielt hat, merkt vielleicht, dass die eine Änderung im einen Farbbereich auch Konsequenzen für einen anderen Farbbereich hat. Da muss man eben auch mal schon in der Maske etwas entgegenwirken - dafür gibts am Ende dann diesen "Kino-Look" - der auch 1000 mal besser aussieht, wie das Bild einer TV Produktion. Und dieser Kino-Look ist eben weitaus mehr als nur Sättigung runter, Kontrast hoch.

    Ich fand es eher faszinierend, auf was alles geachtet wird.

  2. Re: Warum werden Rottöne geschluckt?

    Autor: audiohobbit 12.11.11 - 00:20

    Es ist trotzdem ein wenig komisch und die Aussagen im Video haben die Leute eher verwirrt als aufgeklärt.

    Bezgl. Filmlook: Dieser könnte mit 48 fps durchaus ein wenig verloren gehen...

  3. Re: Warum werden Rottöne geschluckt?

    Autor: Blair 13.11.11 - 14:28

    Das Ausgangsmaterial ist aber eben nicht "korrekt", sondern durch übertriebenes Schminken verfälscht.

  4. Re: Warum werden Rottöne geschluckt?

    Autor: Blair 13.11.11 - 14:41

    > Bezgl. Filmlook: Dieser könnte mit 48 fps durchaus ein wenig verloren
    > gehen...

    Warum? Ungefähr 24 FPS hat man doch auch im Fernsehen, daran ist also nichts Film-spezifisches. Ich fürchte in den meisten Kinos wird man sowieso nur 24 FPS zu sehen bekommen, weil die nicht auf 48 FPS ausgelegt sind. Auf die äußerst hohe Auflösung erst recht nicht.

  5. Re: Warum werden Rottöne geschluckt?

    Autor: Freepascal 14.11.11 - 09:11

    > Bezgl. Filmlook: Dieser könnte mit 48 fps durchaus ein wenig verloren
    > gehen...

    Ich begrüße es, dass man sich auch mal bei einer großen Produktion traut, die zeitliche Auflösung zu erhöhen. Meine Meinung ist, dass das wertigere Aussehen von 24fps (der Filmlook) nur gelernt ist und eine höhere zeitliche Auflösung bei immer größer werdenden örtlichen Auflösungen sehr zur Bildqualität beitragen kann.

  6. Re: Warum werden Rottöne geschluckt?

    Autor: audiohobbit 14.11.11 - 12:13

    mahlzeit,

    im fernsehen hat man entweder 50i also interlaced oder 50p also 50 vollbilder. interlaced sind halbbilder. damit hat man 50 versch. bewegungsphasen pro sekunde. da kein modernes display halbbilder darstellen kann machen die immer durch de-interlacing vollbilder draus.
    reines tv-bild welches in 50i oder 50p aufgenommen wurde, wirkt flüssiger als 24p kinomaterial. die eigentlich zu ruckeligen 24fps sind ein teil des filmlooks an den man sich gewöhnt hat.
    moderne tvs und projektoren verfügen über zwischenbildberechnungen die zwischen die originalbilder noch zusäzliche interpolierte bilder einfügen. dies wirkt, dann wenn man ehrlich ist, realistischer, aber der gewohnte filmlook geht verloren. das ganze wirkt dann wie eine reine tv-produktion, wie z.b. soap operas. hochwertigere serien wurden und werden auf film aufgenommen mit 24 fps daher haben diese nicht den "soap-look".

    allein durch so eine zwischenbildberechnung entsteht so ein "soap-look" der zwar eigentlich realistischer wirkt wenn man ehrlich ist, den wir aber mit billigen tv-serien assoziieren.
    und diese gefahr besteht bei produktion in 48fps ebenso. in 3d sind wir keinen filmlook gewohnt und hier ist meiner meinung nach eine höhere frequenz dem realismus förderlich.
    nur werden wir den film in 3d mit 48fps wahrscheinlich kaum irgendwo sehen können. und in 4K schon gar nicht.
    im moment ist in den kinos folgendes möglich:
    2K 24fps und 48fps (das ist spezifiziert) 2D.
    4K 2D 24fps (alle cinemaxxe mit sony 4K SXRD-projektoren), 48fps evtl.
    3D 2K 24fps.

    also so wie gedacht in 4K 3D und 48fps wird man den bzw. die filme kaum irgendwo sehen wenn überhaupt.

  7. Re: Warum werden Rottöne geschluckt?

    Autor: Blair 14.11.11 - 20:33

    Mit PAL geht 50p? Ich dachte damit geht nur 25p oder 50i.

  8. Re: Warum werden Rottöne geschluckt?

    Autor: audiohobbit 15.11.11 - 10:20

    mpf, PAL, was ist das...?

    HDTV: 1080/50i oder 720/50p derzeit bei uns.

    PAL: 576/50i

    aber d.h. dass auch bei interlaced Videomaterial 50 versch. Bewegungsphasen pro sek. vorhanden sind, nur halt einmal in den geraden zeilen und das nächste bild in den ungeraden. alle modernen displays müssen da aber zwingend vollbilder draus machen.

  9. Re: Warum werden Rottöne geschluckt?

    Autor: Blair 20.11.11 - 22:59

    Natürlich generieren neue Displays 50 Vollbilder aus den 50 Halbbildern. Trotzdem sieht das immer noch so aus wie 50i auf alten Bildschirmen, denn hier wie dort bleiben ungerade und gerade Zeilen jeweils zwei Frames lang (2/50stel einer Sekunde) auf dem Bildschirm stehen. Moderne Bildschirme machen also aus 50i keineswegs 50p, das ausgegebene Bild bleibt gleich, lediglich die technische Umsetzung im Gerät ändert sich. Aber das weißt du vermutlich ohnehin.

  10. Re: Warum werden Rottöne geschluckt?

    Autor: audiohobbit 21.11.11 - 10:41

    Doch, bei Videomaterial, also echtem interlaced Material wo in jedem Halbbild eine andere Bewegungsphase zu sehen ist (im Gegensatz dazu wenn Filmmaterial das Ausgangsmaterial ist) machen die Displays aus jedem Halbbild durch Interpolation ein Vollbild. Es werden tatsächlich 50 Vollbilder errechnet. Entweder durch einfaches Interpolieren der fehlenden Zeilen (Bobbing) und/oder bei Bewegungen durch sog. Motion Adaptive De-Interlacing.
    Lies dir die Seite mal durch: http://www.cine4home.de/knowhow/progressive_scan_heimkino/progressive_scan_heimkino.htm

    Der Bildeindruck bleibt weitgehend erhalten, das ist richtig und da gibt es eben in der Bewegungsdarstellung einen Unterschied ob das Ausgangsmaterial Filmmaterial oder Videomaterial ist.

    Lass dir mal einen Projektor mit einer Frame Interpolation vorführen, bei Filmmaterial, einmal aus und einmal an, d.h. es werden Zwischenbilder berechnet, das sieht dann aus wie eine (billige) Videoproduktion. Sogenannter Soap-Opera-Look. Wenn man ehrlich ist wirkts natürlicher, aber das sind wir nicht gewohnt von großen Kinofilmen wo wir immer noch den 24p-Filmlook mit leichtem Ruckeln gewohnt sind.
    Daher dürften auch Kinofilme die mit 48 oder gar 60 Hz (Avatar2) gedreht und wiedergegeben werden, diesen Filmlook ein wenig verlieren.

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