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Bildungspolitik ist für'n A...

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  1. Bildungspolitik ist für'n A...

    Autor: /mecki78 05.12.11 - 13:14

    Zu meiner Zeit hieß es noch: OMG, wir haben viel zu viele Informatik-Studenten. Kurz nach mir wurde ein Eignungstest eingeführt und nur wer den Bestand durfte ein Informatikstudium beginnen. Auch über einen Numerus Clausus wurde nachgedacht. Nur wenige Jahre später weinte die Wirtschaft dann aber wieder, dass wir zu wenig Fachkräfte haben und dann kam die Sache mit den "Computer Indern". Nichts gegen Inder oder Indien, aber ich habe ein paar indische Informatikvorlesungen im Internet gesehen (diese werden anscheinend in englisch abgehalten, kann sich also jeder anschauen) und ganz ehrlich: Das ist nicht mal in der Nähe vom Leistungsniveau auf deutschen Unis. Ich wette es gibt in dtl. zig unstudierte Hobbyenthusiasten in Dtl., die würden jeden Inder mit Informatik Uniabschluss wirklich alt aussehen lassen. Nachdem dann die Wirtschaft endlich durch das "Tal der Tränen" gelaufen ist zieht jetzt das Fach Informatik wieder an und in 2-3 Jahren weinen wieder die Unis, dass sie viel zu viele Informatikstudenten haben und das ganze Spiel fängt wieder von vorne an. Was soll dieser Unsinn? Hätte man damals nicht den Zugang mit allen Mitteln eingeschränkt, dann hätte es nie einen Fachkräfte Mangel gegeben (wobei ich persönlich ja bezweifele, dass es den überhaupt jemals gegeben hat).

    Das gleiche Spiel treiben wir in Dtl. schon seit Jahrzehnten mit den Lehrern: Erst heißt es wir haben zu wenig davon, dann fördern wir den Beruf bis zum geht nicht mehr, dann heißt es wieder wir haben zu viele davon und wissen nicht wohin damit. Das ganze Spiel wiederholt sich dann alle 10 Jahre.

    Diese sog. Bildungspolitik macht mehr kaputt als dass sie einen echten Nutzen bringt. Wann immer ein Studienfach gefördert wird, haben wir kurz darauf eine Überkapazität und wann immer ein Studienfach gebremst wird, heißt es kurz darauf, wir haben eine Fachkräftemangel. Manchmal muss man proaktiv in funktionierende Systeme eingreifen, um zu verhindern, dass diese aus dem Ruder laufen. Denn wenn die Systeme erst einmal aus dem Ruder gelaufen sind und vielleicht sogar komplett zusammenbrechen, dann ist es deutlich schwerer hier noch irgend etwas zu retten. Aber es gibt nicht umsonst den Begriff des "Verschlimmbesserns" und ich finde gerade im Bereich Bildung wird extrem oft verschlimmbessert. Der Arbeitsmarkt ist, zumindest in gewissen Teilen, ein sich selbst regulierendes System. Jobs, die gerade sehr gefragt sind, sind automatisch bei Neueinsteigern sehr beliebt, entsprechend stehen für Jobs, die kaum gebraucht werden, sowieso weniger Leute zu Verfügung. Das Gleichgewicht stellt sich hier ganz von alleine ein, es dauert nur immer ein paar Jahre.

    Wenn z.B. heute viele Informatiker gesucht werden und viele Schulabgänger dieses Jahre ein Informatikstudium angefangen haben, dann sind die halt erst in einigen Jahren fertig. Wer hier glaubt immer anhand der aktuellen Wirtschaftslage massiv eingreifen zu müssen, der fördert nur einen späteren Überschuss oder Mangel, weil sich dann das System "überproportional" in die eine oder andere Richtung bewegt (mehr als es sich natürlich dorthin bewegt hätte). Weniger ist eben manchmal mehr und gerade im Falle Bildungspolitik wäre mal von Seiten der Wirtschaft und von Seiten der Unis deutlich mehr Zurückhaltung gefordert, denn alles was sie in den letzten 30 Jahren geschafft haben war sich immer selber in den Fuß zu schießen, da jeder Eingriff eine deutliche Verschlimmbesserung des vorherigen Zustands gewesen ist.

    /Mecki

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