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Angst vor schlechtem Image?

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  1. Angst vor schlechtem Image?

    Autor: Charles Marlow 13.01.12 - 10:47

    Oder Angst davor, vielleicht doch mal vor Gericht einen Prozess zuviel zu verlieren?

  2. Re: Angst vor schlechtem Image?

    Autor: Puppenspieler 13.01.12 - 10:50

    Da CD-Project/GOG ein relativ gutes Image hat, geht es vielleicht tatsächlich in erster Linie darum. Anders als bei z.B. EA, wo es sich sicherlich mittlerweile eh recht ungeniert lebt.

  3. Re: Angst vor schlechtem Image?

    Autor: feierabend 13.01.12 - 11:14

    Charles Marlow schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Oder Angst davor, vielleicht doch mal vor Gericht einen Prozess zuviel zu
    > verlieren?

    Zudem ist es garnicht so einfach, gegen eine solche Abmahnung vor zu gehen.
    Sobald erwiesen ist, dass mit deiner IP die Software per Torrent bereitgestellt wurde (und das ist es, sonst gäbe es keine Abmahnung), bist Du in der Beweispflicht, dass nicht Du persönlich die Daten bereitgestellt hast.
    Und das ist so gut wie unmöglich.

    Und ich bin davon überzeugt, dass diese Abmahnungen genau die Richtigen treffen.
    Nämlich die Jugendlichen, welche meinen ein Recht darauf zu haben jedes belibige Spiel einfach errunterladen zu können, weil es eben verfügbar ist.

  4. Re: Angst vor schlechtem Image?

    Autor: Muhaha 13.01.12 - 11:27

    feierabend schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------

    > Zudem ist es garnicht so einfach, gegen eine solche Abmahnung vor zu
    > gehen.

    Ganz im Gegenteil.

    Da es diesen Kanzleien nur darauf ankommt schnell und einfach Geld zu machen, haben sich mittlerweile zwei Methoden als höchst erfolgreich herausgestellt:

    1. Nicht reagieren. Die Kanzlei hat kein Interesse daran nachzufassen, weil sie die Beweislage dürftig ist (nein, eine IP-Adresse alleine ist kein aussagekräftiger und ausreichender Beweis) und Prozesse deswegen mit einer hohen Wahrscheinlichkeit verloren werden. Man will nur den Anschlussinhaber einschüchtern, auf Zahlungen warten und Urlaub auf den Malediven buchen.

    2. Eine modifizierte Unterlassungserklärung ohne Zahlungsverpflichtung abgeben. Die Kanzleien reagieren hier auch nicht aus den gleichen Gründen wie oben.

    > Sobald erwiesen ist, dass mit deiner IP die Software per Torrent
    > bereitgestellt wurde (und das ist es, sonst gäbe es keine Abmahnung), bist
    > Du in der Beweispflicht, dass nicht Du persönlich die Daten bereitgestellt
    > hast.

    Das hätte die Industrie zwar gerne, aber noch ist es nicht soweit :)

    > Und ich bin davon überzeugt, dass diese Abmahnungen genau die Richtigen
    > treffen. Nämlich die Jugendlichen, welche meinen ein Recht darauf zu haben jedes
    > belibige Spiel einfach errunterladen zu können, weil es eben verfügbar ist.

    Informiere Dich.

    Es werden einfach nur IP-Adressen gesammelt. Ob dahinter ein offenes WLAN oder eine nichtsahnende Seniorin oder ein Drucker oder jemand steckt, der nach dem Anspielen gleich in den Laden rennt, weil ihm das Spiel so gut gefallen hat oder doch nur ein phöser Software-Pirat ... das stellt niemand fest, das interessiert weder die Recherche-Firma, noch die Kanzlei, noch den Mandanten. Die wollen nur den Anschlußinhaber mit Drohbriefen zur sofortigen Zahlung erpressen. Um Schuld oder Unschuld geht es hier nicht. Nur um Raubritterei, um legale Erpressung unter Ausnutzung einiger juristischer Schlupflöcher.

  5. Re: Angst vor schlechtem Image?

    Autor: feierabend 13.01.12 - 11:53

    Muhaha schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > feierabend schrieb:
    > ---------------------------------------------------------------------------
    > -----
    >
    > > Zudem ist es garnicht so einfach, gegen eine solche Abmahnung vor zu
    > > gehen.
    >
    > Ganz im Gegenteil.
    >
    > Da es diesen Kanzleien nur darauf ankommt schnell und einfach Geld zu
    > machen, haben sich mittlerweile zwei Methoden als höchst erfolgreich
    > herausgestellt:
    >
    > 1. Nicht reagieren. Die Kanzlei hat kein Interesse daran nachzufassen, weil
    > sie die Beweislage dürftig ist (nein, eine IP-Adresse alleine ist kein
    > aussagekräftiger und ausreichender Beweis) und Prozesse deswegen mit einer
    > hohen Wahrscheinlichkeit verloren werden. Man will nur den Anschlussinhaber
    > einschüchtern, auf Zahlungen warten und Urlaub auf den Malediven buchen.
    >
    > 2. Eine modifizierte Unterlassungserklärung ohne Zahlungsverpflichtung
    > abgeben. Die Kanzleien reagieren hier auch nicht aus den gleichen Gründen
    > wie oben.
    >
    > > Sobald erwiesen ist, dass mit deiner IP die Software per Torrent
    > > bereitgestellt wurde (und das ist es, sonst gäbe es keine Abmahnung),
    > bist
    > > Du in der Beweispflicht, dass nicht Du persönlich die Daten
    > bereitgestellt
    > > hast.
    >
    > Das hätte die Industrie zwar gerne, aber noch ist es nicht soweit :)
    >
    > > Und ich bin davon überzeugt, dass diese Abmahnungen genau die Richtigen
    > > treffen. Nämlich die Jugendlichen, welche meinen ein Recht darauf zu
    > haben jedes
    > > belibige Spiel einfach errunterladen zu können, weil es eben verfügbar
    > ist.
    >
    > Informiere Dich.
    >
    > Es werden einfach nur IP-Adressen gesammelt. Ob dahinter ein offenes WLAN
    > oder eine nichtsahnende Seniorin oder ein Drucker oder jemand steckt, der
    > nach dem Anspielen gleich in den Laden rennt, weil ihm das Spiel so gut
    > gefallen hat oder doch nur ein phöser Software-Pirat ... das stellt niemand
    > fest, das interessiert weder die Recherche-Firma, noch die Kanzlei, noch
    > den Mandanten. Die wollen nur den Anschlußinhaber mit Drohbriefen zur
    > sofortigen Zahlung erpressen. Um Schuld oder Unschuld geht es hier nicht.
    > Nur um Raubritterei, um legale Erpressung unter Ausnutzung einiger
    > juristischer Schlupflöcher.

    Da bist du leider auf dem Holzweg.

    Es kommt zwar vor, das sich die Anwälte in Einzelfällen nicht mehr melden oder auf eine modifizierte Unterlassungserklärung einlassen. In den meisten Fällen wird aber so lange nachgebohrt und mit einem Verfahrwen gedroht, bis der Abgemahte zahlt.

    Diese Vorgehensweise finde ich persönlich auch nicht OK, da auch gerne mit unsinnigen Fristen und im agressiven Ton gedroht wird.
    Die Abmahnungen passieren aber auf Rechtlicher Grundlage und wenn es hart auf hart kommt (und darauf bezog sich ja dein ersten Kommentar) hat der Abgemahte vor Gericht eine sehr geringe Chanche.

    Das weiß ich so genau, weil Bekannte bereits solche Abmahnungen erhalten haben und u.A. ich mich da mit Zeziallisierten Anwelten auseinander gesetzt habe.

  6. Re: Angst vor schlechtem Image?

    Autor: Muhaha 13.01.12 - 12:07

    feierabend schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------

    > Da bist du leider auf dem Holzweg.

    Du erzählst Unsinn.

    > Es kommt zwar vor, das sich die Anwälte in Einzelfällen nicht mehr melden
    > oder auf eine modifizierte Unterlassungserklärung einlassen. In den meisten
    > Fällen wird aber so lange nachgebohrt und mit einem Verfahrwen gedroht, bis
    > der Abgemahte zahlt.

    Da wird allenfalls ein zweites Schreiben nachgeschickt. Wenn der Angeschriebene zahlt, ist er selber Schuld, da es bei anhaltender Nichtreaktion oder Angabe einer korrekt modifizierten Unterlassungserkärung zu keinem Prozess, zu keiner Anklage kommt.

    > Das weiß ich so genau, weil Bekannte bereits solche Abmahnungen erhalten
    > haben und u.A. ich mich da mit Zeziallisierten Anwelten auseinander gesetzt
    > habe.

    Dann haben Dir diese Anwelte Unsinn erzählt.

    Ich persönlich bin vor jetzt knapp fünf Jahren damit angeschrieben worden. Ich habe mich informiert, ich habe recherchiert. Es wurden diese zwei Methoden empfohlen: Nicht reagieren oder modifizierte Unterlassungserklärung. Ich habe mich für das erstere entschieden und nie mehr etwas gehört. Verfolgt man diverse Diskussionen in Abmahn-Foren, scheinen diese beiden Methoden immer noch von Erfolg gekrönt zu sein.

  7. Re: Angst vor schlechtem Image?

    Autor: feierabend 13.01.12 - 13:01

    Muhaha schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    >
    > Ich persönlich bin vor jetzt knapp fünf Jahren damit angeschrieben worden.
    > Ich habe mich informiert, ich habe recherchiert. Es wurden diese zwei
    > Methoden empfohlen: Nicht reagieren oder modifizierte
    > Unterlassungserklärung. Ich habe mich für das erstere entschieden und nie
    > mehr etwas gehört. Verfolgt man diverse Diskussionen in Abmahn-Foren,
    > scheinen diese beiden Methoden immer noch von Erfolg gekrönt zu sein.

    Dann hast du eben Glück gehabt.
    Ich habe ja bereits geschrieben, dass es duch aus solche Fälle gibt.
    Es ist aber nicht selten der Fall, dass die Kanleien eben doch nach bohren und dann auch auf einen Prozess ankommen lassen.
    Und in diesem Fall (und nur darauf bezog sich dein erster Post und meine Antwort) hat man als Abgemahnter schlechte Karten!

  8. Re: Angst vor schlechtem Image?

    Autor: Dorsai! 13.01.12 - 13:05

    Muhaha schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Da wird allenfalls ein zweites Schreiben nachgeschickt. Wenn der
    > Angeschriebene zahlt, ist er selber Schuld, da es bei anhaltender
    > Nichtreaktion oder Angabe einer korrekt modifizierten Unterlassungserkärung
    > zu keinem Prozess, zu keiner Anklage kommt.

    Das mag zwar stimmen, aber häufig wird der Fall dann an eine andere Kanzlei weiter verkauft, die sich mit ihren eigenen lyrischen Drohgebärden mehr Glück erhofft. Nach ein paar Monaten hin und her ist dann meistens Ruhe und nach drei Jahren ist es dann verjährt.

    Vor Gericht geht es nur in wenigen Einzelfällen wo keine Modifizierte Unterlassungserklärung abgegeben wurde (oder die Orginal aber kein Geld) um ein Exempel zu statuieren, dass dann vielleicht in die Medien geht und die Angst in der Bevölkerung wieder in die Höhe treibt.

    > Dann haben Dir diese Anwelte Unsinn erzählt.

    Jap, da gibt es nämlich auch noch eine zweite Seite. Das sind die Fachanwälte die mit dem Verteidigen und dem Einigen auf geringfügig kleinere Summen ihr Geld verdienen. Machen einen auf Retter in der Not, sind aber meines Erachtens nach die selben Gangster.

  9. Re: Angst vor schlechtem Image?

    Autor: feierabend 13.01.12 - 13:28

    Dorsai! schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Muhaha schrieb:
    > ---------------------------------------------------------------------------
    > -----
    > > Da wird allenfalls ein zweites Schreiben nachgeschickt. Wenn der
    > > Angeschriebene zahlt, ist er selber Schuld, da es bei anhaltender
    > > Nichtreaktion oder Angabe einer korrekt modifizierten
    > Unterlassungserkärung
    > > zu keinem Prozess, zu keiner Anklage kommt.
    >
    > Das mag zwar stimmen, aber häufig wird der Fall dann an eine andere Kanzlei
    > weiter verkauft, die sich mit ihren eigenen lyrischen Drohgebärden mehr
    > Glück erhofft. Nach ein paar Monaten hin und her ist dann meistens Ruhe und
    > nach drei Jahren ist es dann verjährt.
    >
    > Vor Gericht geht es nur in wenigen Einzelfällen wo keine Modifizierte
    > Unterlassungserklärung abgegeben wurde (oder die Orginal aber kein Geld) um
    > ein Exempel zu statuieren, dass dann vielleicht in die Medien geht und die
    > Angst in der Bevölkerung wieder in die Höhe treibt.
    >
    > > Dann haben Dir diese Anwelte Unsinn erzählt.
    >
    > Jap, da gibt es nämlich auch noch eine zweite Seite. Das sind die
    > Fachanwälte die mit dem Verteidigen und dem Einigen auf geringfügig
    > kleinere Summen ihr Geld verdienen. Machen einen auf Retter in der Not,
    > sind aber meines Erachtens nach die selben Gangster.

    In dem mir bekannten Fall ist es so gewesen, dass nach dem zweiten Schreiben der gegnerischen Kanzlei eine modifizierte Unterlassungserklärung abgegeben wurde.
    Nach etwa einem Jahr(!) kam dann erneut ein schreiben der Abmahnenden Kanzlei mit erneuten forderungen (diesmal noch überzogener).
    Nun hatte der Abgemahnte die Wahl, es auf eine Anklage ankommen zu lassen oder einen möglichst geringeren Betrag auszuhandeln und diesen dann zu zahlen.

    Da es nach Aussage des eingeschalteten Anwalts (und auf diese muss man sich nun einmal verlassen) eine nicht eindeutige Gesetzeslage gibt und der Ausgang der Verhandlung mit nicht geringer Wahrscheinlichkeit negativ ausfallen kann und die zu erwartenden Gerichtskosten und Entschädigungen im dreistelligen Bereich lagen.
    Wäre es ein großes Risiko für den Abgemahnten es darauf ankommen zu lassen.
    Zudem ging bisher die Masse solcher Verhandlungen zu gunsten der Kläger und nicht umgekehrt aus.
    Und es ist Fakt, dass der Angeklagte wiederlegen muss, sobald die Ihm eindeutig zugewiesene IP-Adresse mit der übertragung des entsprechenden Torrents in verbindung gebracht werden kann.
    Und das ist (wie bereits gesagt) in allen Abmahnungen der Fall, da die Internetanbieter die Adresse zur IP herraus geben müssen. Und die Übertragung wurde von der Kanzlei geloggt.
    Und da möchte ich denjenigen sehen, der einwandfrei vor Gericht belegen kann, das zum angegebenen Zeitpunkt über seine IP-Adresse nicht die entsprechenden Daten übermittelt wurden.
    Und als besitzer eines WLAN Router muss ebenfalls bewiesen werden, dass dieses zu dem Zeitpunkt ausreichend gesichert wurde.
    Denn auch, wenn jemand anders über deinen Anschluss illegale Dinge tut, bist Du als Besitzer der gelackmaierte!

    Und von diesem ganzen Schmarn abgesehen, bin ich davon überzeugt, das mindestens 90% aller Abgemahnten auch wirklich die geschützten Programme/Filme herruntergeladen haben.

    Ich bin trotzdem der Meinung, dass es eine miese Abzocke ist, was diese Abmahn-Vereine betreiben.
    Aber sie tuen es eben auf Grundlage von Gesetzen, die diese im Notfall auch durchdrücken können.
    Es ist nicht ok, aber es ist ein Irrglaube, wenn man davon ausgeht, diese Abzocker könnten einen nichts anhaben. Das ist schlicht und ergreifend Falsch!!!

    Und was auch nicht OK ist, wenn Menschen sich Gigabyte weise Filme und Spiele herrunterladen und der Meinung sind das sei alles normal und ihr gutes Recht!

  10. Re: Angst vor schlechtem Image?

    Autor: Dorsai! 13.01.12 - 14:18

    Ich glaube nicht, dass es Leute gibt die meinen es sei ihr gutes Recht Filme und Spiele herunterzuladen, aber ich glaube sehr wohl, dass es Situationen gibt in denen dies moralisch vertretbar ist.

    Zum Beispiel wenn man Anime Fan ist. Oft kommen die Serien erst nach Jahren nach Deutschland, schlecht übersetzt und synchronisiert oder garnicht. Da gibt es eben dann die Fansubber die sich diese Serien aus Japan holen und selbst (oft besser) übersetzen. Ich sehe nichts verwerfliches daran.

    Oder bei Spielen wie schon angesprochen wenn es nur schlechte oder keine Demos gibt, oder die Demo erst Monate nach dem Release. Nach einigen Fehlschlägen kauf ich mir Spiele nicht mehr zum Vollpreis ohne sie vorher gespielt zu haben. Besonders wenn sich Entwicklerstudios wie Bethesda bei einigen Spielen vorher (TES4; Fallout 3) ziemliche Schnitzer erlauben.

    Bei Musik kaufe ich fast alles, aber selten ohne die Alben vorher einmal durchzuhören. Gottseidank ist das dank Youtube und Co. in eingeschränkter Qualität möglich. Soundtracks zu Anime werde ich aber einen Teufel tun und diese für Mondpreise aus Japan importieren, das habe ich ein, zwei mal gemacht bei Alben die mir wirklich am Herzen liegen, aber so bekommt das Label halt kein Geld wenn sie nicht meinen es hier Releasen zu müssen.

    Alte Fernsehserien werden zum Teil gar nicht auf DVD herausgebracht, einziger Ausweg, gigabyteweise DVB Aufnahmen saugen.

    Das spielt aber alles keine Rolle, denn die Abmahnungen zielen nur auf die verbreitetsten Objekte ab. Chart Alben, AAA Spiele, Popkornkino Blockbuster, etc. Was wiederum zeigt, dass es hier nicht um Recht oder gar Gerechtigkeit (denn die Künstler sehen davon eh nichts) sondern nur um schnelle Kohle für den Anwalt geht.

    Das ist wie das Freibeutertum in der Kolonialzeit. Von der Krone (Mandant) bekommt ein übler Räuber (ich verwende jetzt in diesem Kontext bewusst nicht Pirat) die Lizenz auf Raubzug zu gehen. Er darf behalten was er einsammelt, verbreitet aber dafür für den Mandanten Angst und Schrecken.

  11. Re: Angst vor schlechtem Image?

    Autor: GodsBoss 13.01.12 - 14:22

    > Ich persönlich bin vor jetzt knapp fünf Jahren damit angeschrieben worden.
    > Ich habe mich informiert, ich habe recherchiert. Es wurden diese zwei
    > Methoden empfohlen: Nicht reagieren oder modifizierte
    > Unterlassungserklärung. Ich habe mich für das erstere entschieden und nie
    > mehr etwas gehört. Verfolgt man diverse Diskussionen in Abmahn-Foren,
    > scheinen diese beiden Methoden immer noch von Erfolg gekrönt zu sein.

    Was hat dann die wegen Filesharing verurteilte Oma, die keinen PC hatte falsch gemacht? Da blieb die beklagte Seite hart und wurde letztlich zur Zahlung der Abmahnkosten verdonnert.

    Diese Methode kann von Erfolg gekrönt sein, muss aber nicht. Mein Eindruck aus der Bericht-Erstattung ist eher, dass die Beklagten beweisen müssen, dass es nicht ihre IP-Adresse war, was natürlich nicht funktioniert.

    Reden ist Silber, Schweigen ist Gold, meine Ausführungen sind Platin.

  12. Re: Angst vor schlechtem Image?

    Autor: Muhaha 13.01.12 - 14:27

    Dorsai! schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Ich glaube nicht, dass es Leute gibt die meinen es sei ihr gutes Recht
    > Filme und Spiele herunterzuladen ...

    Doch, die gibt es.

    Aber ansonsten stimme ich Dir zu. Den Kanzleien geht es nicht um Schuld oder Unschuld oder gar darum, dem "Recht" zu verhelfen, sondern nur um das Abzocken von hilflosen und unwissenden Bürgern mit unzulässigen, überhöhten Gebühren.

  13. Re: Angst vor schlechtem Image?

    Autor: Muhaha 13.01.12 - 14:34

    GodsBoss schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Mein Eindruck
    > aus der Bericht-Erstattung ist eher, dass die Beklagten beweisen müssen,
    > dass es nicht ihre IP-Adresse war, was natürlich nicht funktioniert.

    Dann täuscht Dich der Eindruck. Die Content-Industrie und ihre Anwälte wollen hier natürlich eine Umkehr der Beweislast anstreben, doch noch ist es nicht soweit. Die Beweiskraft einer IP ist dünn, um es mal vorsichtig zu sagen. Es genügt oft genug schon, dass sich Familienmitglieder gegenseitig mit eidestattlichen Erklärungen versichern, dass niemand in der Familie diesen Anschluss zum Begehen einer urheberrechtlichen Ordnungswidrigkeit genutzt hat.

    Wenn es zu einem Prozess kommt, verlieren die Kanzleien mehrheitlich den Prozess und gewinnen nur dann, wenn die Gegenseite darauf verzichtet den Termin überhaupt wahrzunehmen oder grobe juristische Fehler gemacht wurden, weil der Angeklagte meinte sich entweder selber zu verteidigen oder sein Anwalt nichts taugte.

    Dieses Geschäftsmodell basiert darauf, dass es eben NICHT zu einem Prozess kommt, die Leute vorher freiwillig zahlen.

  14. Re: Angst vor schlechtem Image?

    Autor: GodsBoss 13.01.12 - 14:37

    Was hast du zu meinem Link mit der Oma zu sagen? Der zeigt die Realität, die deine Behauptungen schlicht widerlegt. Und was machen Singles?

    Der Prozess sieht ganz einfach aus: Die Kläger haben die IP-Adresse und eine eidesstattliche Versicherung, dass diese IP-Adresse ein oder mehrere Werke angeboten hat. Das muss der Beklagte widerlegen. Es handelt sich nicht um Beweislastumkehr, das wäre es, wenn die Kläger nichts in der Hand hätten.

    Reden ist Silber, Schweigen ist Gold, meine Ausführungen sind Platin.

  15. Re: Angst vor schlechtem Image?

    Autor: Anonymer Nutzer 13.01.12 - 14:45

    GodsBoss schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Was hat dann die wegen Filesharing verurteilte Oma, die keinen PC hatte
    > falsch gemacht? Da blieb die beklagte Seite hart und wurde letztlich zur
    > Zahlung der Abmahnkosten verdonnert.

    Die falschen Anwälte beauftragt? Diese haben Beweismittel zu spät vorgebracht, so dass sie vom Gericht nicht berücksichtigt wurden.

    Da hat das Amtsgericht München bei der Urteilsverkündung auch explizit drauf hingewiesen: "In einem Verfahren vor einem Amtsgericht ist das so, dass Dinge, die nicht rechtzeitig vorgebracht werden, nicht mehr berücksichtigt werden."

    /edit: Siehe Kommentar http://www.zdnet.de/news/41558897/amtsgericht-muenchen-geht-in-filesharing-verfahren-von-beweislastumkehr-aus.htm zum Urteil.



    1 mal bearbeitet, zuletzt am 13.01.12 14:51 durch Andreas_B.

  16. Re: Angst vor schlechtem Image?

    Autor: Muhaha 13.01.12 - 14:48

    GodsBoss schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Was hast du zu meinem Link mit der Oma zu sagen? Der zeigt die Realität,
    > die deine Behauptungen schlicht widerlegt.

    Ich sehe hier EINEN EINZIGEN Fall, der zudem vor einem Amtsgericht stattfand und entsprechend widerspruchsreif ist, weil die Anwälte einen formalen Fehler begangen haben.

    > Der Prozess sieht ganz einfach aus: Die Kläger haben die IP-Adresse und
    > eine eidesstattliche Versicherung, dass diese IP-Adresse ein oder mehrere
    > Werke angeboten hat. Das muss der Beklagte widerlegen.

    Ich lese in dem von Dir verlinkten Artikel von einem zweiten Fall, in dem das Gericht den Angeklagten Recht gab, weil die Kläger nicht nachweisen konnten, dass diese Familie die ihnen zur Last gelegten Taten auch begangen haben. Das Fehlen entsprechender Programme und Daten auf den Rechnern der Familie war hier nur Indiz, aber keine Umkehr der Beweislast.

    Zudem fehlt mir bei diesem Artikel die Information, warum es überhaupt zu einem Prozess gekommen ist.



    1 mal bearbeitet, zuletzt am 13.01.12 14:48 durch Muhaha.

  17. Re: Angst vor schlechtem Image?

    Autor: GodsBoss 13.01.12 - 14:58

    > > Was hat dann die wegen Filesharing verurteilte Oma, die keinen PC hatte
    > > falsch gemacht? Da blieb die beklagte Seite hart und wurde letztlich zur
    > > Zahlung der Abmahnkosten verdonnert.
    >
    > Die falschen Anwälte beauftragt? Diese haben Beweismittel zu spät
    > vorgebracht, so dass sie vom Gericht nicht berücksichtigt wurden.
    >
    > Da hat das Amtsgericht München bei der Urteilsverkündung auch explizit
    > drauf hingewiesen: "In einem Verfahren vor einem Amtsgericht ist das so,
    > dass Dinge, die nicht rechtzeitig vorgebracht werden, nicht mehr
    > berücksichtigt werden."

    Nun, im Urteil konnte ich nachlesen, was vorgebracht wurde, das hätte mehr als reichen müssen. Warum ausgerechnet die Zeugen, die ein finanzielles Interesse haben (mehr erfolgreiche Abmahnungen heißt mehr Kunden), als unparteilich gelten, bleibt wohl das Geheimnis des Richters.

    Reden ist Silber, Schweigen ist Gold, meine Ausführungen sind Platin.

  18. Re: Angst vor schlechtem Image?

    Autor: GodsBoss 13.01.12 - 15:00

    > > Was hast du zu meinem Link mit der Oma zu sagen? Der zeigt die Realität,
    > > die deine Behauptungen schlicht widerlegt.
    >
    > Ich sehe hier EINEN EINZIGEN Fall, der zudem vor einem Amtsgericht
    > stattfand und entsprechend widerspruchsreif ist, weil die Anwälte einen
    > formalen Fehler begangen haben.

    Ja, und? Dennoch hat hier ein Richter, ob Amtsrichter oder nicht, anders entschieden. So eindeutig, wie du behauptest, kann es also nicht sein.

    > > Der Prozess sieht ganz einfach aus: Die Kläger haben die IP-Adresse und
    > > eine eidesstattliche Versicherung, dass diese IP-Adresse ein oder
    > mehrere
    > > Werke angeboten hat. Das muss der Beklagte widerlegen.
    >
    > Ich lese in dem von Dir verlinkten Artikel von einem zweiten Fall, in dem
    > das Gericht den Angeklagten Recht gab, weil die Kläger nicht nachweisen
    > konnten, dass diese Familie die ihnen zur Last gelegten Taten auch begangen
    > haben. Das Fehlen entsprechender Programme und Daten auf den Rechnern der
    > Familie war hier nur Indiz, aber keine Umkehr der Beweislast.

    Hängt eben vom Gericht ab. Die sind ja in einem gewissen Rahmen frei in ihren Entscheidungen. Böse Zungen (wie ich) nennen sowas „Willkür“, aber das ist nunmal die Realität in diesem Staat.

    > Zudem fehlt mir bei diesem Artikel die Information, warum es überhaupt zu
    > einem Prozess gekommen ist.

    Wofür wäre das wichtig? Zum Prozess kommt es, wenn man sich außergerichtlich nicht einig wird.

    Reden ist Silber, Schweigen ist Gold, meine Ausführungen sind Platin.

  19. Re: Angst vor schlechtem Image?

    Autor: dopemanone 13.01.12 - 15:31

    noch mal lesen!?

    der erste _sachverständige_ zeuge, konnte durch eigene tests feststellen, dass die software korrekt arbeitet -> ip, hash, timestamp korrekt

    der nächsten zeugen konnte dem gericht glaubhaft machen, dass der film komplett vorlag (hash passte)

    also es war DER film und er wurde über DEN anschluss verteilt.

    dann kommt die zeugin der beklagten und sagt "sie habe eine 'Box' bei der Beklagten gesehen"

    dann kommt die schwester und sagt, dass die beklagte ja garkeinen rechner mehr hat. hä, gut, aber ob da nochein wlan offen steht oder nicht ist imemr noch nicht klar...

    sie sei auch "technisch nicht in der Lage einen Computer zu bedienen und das Internet aufzurufen". hatte aber 2009 noch nen rechner? und kann sicher sagen, dass die "Box" kein wlan-router ist? okee

    des weiteren beruft sich das gericht auf ein urteil des BGH und spricht sie "schuldig" (den internetanschluss nicht abgesichert zu haben bzw. das von jemandem tun zu lassen).

    aufwendungsersatz muss sie somit zahlen (oder widerspruch einlegen)...

    ps: lustig ist, dass der name der SW nicht immer geschwärzt ist (file-watch) :D

  20. Re: Angst vor schlechtem Image?

    Autor: Flying Circus 16.01.12 - 17:16

    Du solltest die Artikel, die Du zitierst, auch vollumfänglich lesen.

    Zitat:

    "Letztendlich wurde laut Bahr im Verfahren eben nicht endgültig geklärt, ob die Rentnerin keinen Computer und keinen Internetanschluss hatte."

    Das ganze wurde bei Heise auch schon mal breitgetreten. Und obiges war einer der Knackpunkte des Prozesses.

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