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Und täglich grüßt das Murmeltier ...

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  1. Re: Und täglich grüßt das Murmeltier ...

    Autor: Rabenkind 26.01.12 - 16:49

    AndyGER schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Ich denke, es macht sich noch immer niemand so recht eine Vorstellung
    > davon, wie immens riesig Foxconn wirklich ist. Auch versteht man im Westen
    > nicht das Zusammenspiel zwischen der Firma und der chinesischen Regierung.
    > Man misst nach wie vor nach westlichen Maßstäben ...

    Und nach westlichen Maßstäben sollte man hier auch messen. Nebenbei beweißt die chinesische Regierung in Taiwan sehr wohl, dass das Problem keineswegs bei chinesischen Maßstäben oder Werten liegt.

  2. Re: Und täglich grüßt das Murmeltier ...

    Autor: msdong71 26.01.12 - 17:22

    nein, Mercedes läßt zu deutschen löhnen zusammenbauen und einzelteile zu billiglöhnen produzieren :D

  3. Re: Und täglich grüßt das Murmeltier ...

    Autor: AndyGER 26.01.12 - 17:36

    Wie läuft es denn in der Praxis ab? Ein Auftraggeber geht, einer oder mehrere andere kommen. Der Konzern ist gigantisch groß. Da ist Apple nur ein Zahnrad im Getriebe. Das weitaus größere ist im Übrigen der Staat. Foxconn ist, wie viele andere Großkonzerne in Asien, Rüstungslieferant. Bei Foxconn muss ein ganz anderer Maßstab her, als der, den wir von einer großen großen Firma im Kopf haben ... :)

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  4. Re: Und täglich grüßt das Murmeltier ...

    Autor: AndyGER 26.01.12 - 17:39

    Mal ganz davon abgesehen, dass nicht Apple die Löhne zahlt, sondern der Konzern. Apple hatte, wenn ich mich recht erinnere, bereits einmal Lohnsteigerungen für die Arbeiter vereinbart. Wovon diese dann kaum etwas hatten. Ich meine, wenn mir ein Auftraggeber in meinen Kram reinquatschen würde, wäre ich auch nicht gerade erfreut. Darüber muss man sich einfach mal im Klaren sein. Da ist niemand, der die Händchen der Arbeiter hält. Gewerkscahften gibt es nicht. Rechte haben sie nicht in diesem Land. Wenn da einer aus dem Westen denen rein redet, müssen im Zweifelsfall die Arbeiter darunter leiden ...

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  5. Re: Und täglich grüßt das Murmeltier ...

    Autor: AndyGER 26.01.12 - 17:40

    Wo stand, dass Apple der größte Auftraggeber ist? Sorry, aber Foxconn hat die chinesische Regierung als Auftraggeber. Das ist ein Rüstungslieferant. Ich denke, das sind dann doch noch etwas andere Dimensionen.

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  6. Re: Und täglich grüßt das Murmeltier ...

    Autor: lottikarotti 26.01.12 - 17:56

    Korrekt ;-)

    R.I.P. Fisch :-(

  7. Re: Und täglich grüßt das Murmeltier ...

    Autor: ChMu 26.01.12 - 21:33

    AndyGER schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Apple könnte in der Tat in einem anderen Land fertigen und ich hoffe, dass
    > sie irgendwann diese Entscheidung treffen ...

    Haettest Du einen Vorschlag, wo? Welche Firma oder in welchem Land (oder Kombination von Laendern) kannst Du die Mengen in der Qualitaet fertigen? Zu besseren Bedingungen? Meinetwegen 20% teurer.

    Rein zum Vergleich, eine Fertigung in den USA faellt flach, schon alleine aus Mangel an Arbeitskraeften. Aber selbst wenn man jeden Tag zB 100000 Mexikaner verschifft und zum US Mindestlohn entlohnt, die Produktionsstaedten baut, welche ebenfalls von irgendwo herkomen muessen und bei Fertigstellung bereits veraltet waeren, wuerden alleine die Produktionskosten um knapp 700% steigen. In Europa sogar um ueber 1000%. irgendwann wuerde der Verbraucher das nicht mehr mitmachen. Und selbst ein Apple iPhone5 waere zum Preis von 3000 Euro als Massenware nicht mehr zu halten. Zu dem Preis aber wuerde Apple keine Gewinne mehr einfahren, was auf Dauer auch nicht gutgehen kann.

  8. Re: Und täglich grüßt das Murmeltier ...

    Autor: AndyGER 26.01.12 - 21:59

    Das Problem ist tatsächlich der jeweilige lokale Arbeitsmarkt. Der ist in Asien einfach, wenn man den vielen Beschreibungen der großen Firmen weltweit glauben mag, besser strukturiert und man bekommt vor allem viel bessere Arbeitskraft für sein Geld. Ich denke auch, das liegt an der Mentalität der Asiaten selbst.

    Vom Standort her hat es Nokia durchaus vorgemacht. Rumänien liegt infrastrukturell grünstig im Herzen von Europa. Das Land könnte dringend einen Push seitens großer Konzerne gebrauchen. Die Leute dort wollen arbeiten und natürlich auch Geld verdienen. Ich kenne das Land ein wenig. Bulgarien wäre ebenfalls geeignet. Brasilien aber auch. Allerdings müsste Apple hier selbst Fabriken bauen. Was wieder andere Probleme mit sich bringt.

    Welcher andere Großkonzern in der Lage wäre, Geräte für Apple zu bauen, entzieht sich meiner Kenntnis. Ich denke aber, viele kommen da eh nicht in Frage. Die Anforderungen sind für die meisten sicher zu hoch.

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  9. Re: Und täglich grüßt das Murmeltier ...

    Autor: berritorre 26.01.12 - 22:05

    AndyGER schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Wo stand, dass Apple der größte Auftraggeber ist? Sorry, aber Foxconn hat
    > die chinesische Regierung als Auftraggeber. Das ist ein Rüstungslieferant.
    > Ich denke, das sind dann doch noch etwas andere Dimensionen.

    Das mag ja alles sein, aber das ist doch erstmal irrelevant, wenn die Arbeitsbedingungen in der Iphone/Ipad-Produktion unter aller Sau sind, darüber sind wir uns doch einig, oder?

    Alle Hersteller, und allen voran Apple, müssen auf humane Arbeitsbedingungen pochen. Warum Apple allen voran? Das liegt an ihrer Positinierung. Sie stellen immer den User, den Menschen, in den Vordergrund, was ich sehr positiv finde. Nur sehe ich auch in einem chineischen Fliessbandarbeiter noch den Menschen. Und wenn mir ein Unternehmen dann erzählen will, sie machen dieses Produkt mit dem Menschen im Hinterkopf, dann erwarte ich, dass damit nicht nur der Käufer gemeint ist.

    Mal ehrlich, es ist zwar nett, wenn mein Gerät super funktioniert, aber das ganze mit Sweatjobs zusammengebaut wird. Und da müssen wir uns auch an die eigene Nase fassen. Wer hätte denn nicht gerne immer das Neueste zum günstigen Preis? Da nehme ich mich nicht aus, manchmal kribbelt es schon in den Finger, wenn mal wieder was neues rauskommt. Wenn aber Unternehmen Milliardengewinne einfahren, dann sehe ich da durchaus Spielraum für besser Arbeitsbedingungen des kleinen Mannes.

    Klar, das Ziel eines Unternehmens ist immer noch der Gewinn. Allerdings dürfen wir die Gewinnmaximierung auch nicht auf so einen hohen Sockel stellen. Jedes Unternehmen, ja jede Person sollte eine gewisse Ethik besitzen.

    Ich bekam z.B. von einem koreanischen Unternehmen hier mal eine Anfrage in Brasilien. Sie wollten ein Projekt mit uns durchführen, das von meinen Mitarbeitern (sind im Prinzip "nur Freelancer", Arbeitsgesetze könnten mir da reichlich egal sein) verlangt hätte, dass sie 20 Tage am Stück jeweils ca. 10-14 Stunden unterwegs hätten sein müssen. Ich habe Ihnen dann mitgeteilt, dass es unter diesen Bedingungen so nicht durchführbar ist und ihnen einen alternativen Zeitplan geschickt, mit unseren Kosten. Keine Ahnung ob ihnen der Zeitplan nicht gepasst hat oder meine Kosten zu hoch waren, aber ich verheize auch meine Freelancer nicht. Wenn mal an ein paar Tagen länger gearbeitet werden muss, da mault auch keiner von denen. Das sind alles Profis, die auch mal etwas länger arbeiten ohne zu murren. aber 20 Tage am Stück mit einem halben Tag um in eine andere Stadt zu kommen, hallo?

    Wenn es darauf hinausläuft, dass nur noch so Business gemacht werden kann, dann mache ich die Bude zu. Auf sowas hab' ich keinen Bock. Dann werde ich Selbstversorger in irgendeinem kleinen Nest. Ich will meine Leute fairbehandeln. Ich will nicht mit schlechtem Gewissen schlafen gehen, wissend, dass für mich Leute knechten müssen. Gute Arbeit soll fair bezahlt werden und die Arbeitsbedingungen müssen ebenfalls fair sein. Die 30-35 Stundenwoche mit super Löhnen sind natürlich das andere Extrem. Dass das auf Dauer nicht gut gehen kann ist auch klar.

    Hoffen wir, dass die Chinesen bald aufwachen. Hier werden übrigens auch Produkte zusammengebaut, weil die Importsteuer so extrem hoch sind. Dafür zahlt man halt für den gleichen Dell-Computer das doppelte wie in Deutschland, aber auch vorallem wegen den immer noch sehr hohen Steuerbelastungen innerhalb Brasiliens. Wo das ganze Geld hingeht frage ich mich aber schon...

  10. Re: Und täglich grüßt das Murmeltier ...

    Autor: redmord 26.01.12 - 23:02

    AndyGER schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > So langsam wird's doch wirklich unglaubwürdig, wenn immer nur ins selbe
    > Horn geblasen wird und sowohl an der chinesischen Regierung, die sich einen
    > Dreck für die Millionen Wanderarbeiter etwa bzw. den wirklichen Zustand in
    > den staateseigenen Fabriken interessieren als auch die Firma Foxconn damit
    > ganz gezielt aus der Verantwortung genommen wird.

    Penetration ist ein wichtiges Werkzeug zur Thematisierung. Das öffentliche Gedächtnis benötigt dies. Ohne Wiedervorlage erledigt sich für die Öffentlichkeit ein Thema von selbst.
    Deine Behauptung, man würde die Regierung oder Foxconn selbst aus irgendeiner Verantwortung ziehen, stimmt doch überhaupt nicht.

    > Man macht ein einziges
    > westliches Unternehmen für die Missstände verantwortlich,

    Stimmt auch nocht.

    > verschweigt aber
    > weiterhin, wer alles Auftraggeber ist.

    Das ist glatt gelogen. Im Artikel steht eine ganze Liste von Auftraggebern. Darüber hinaus wird immer wieder darauf verwiesen, dass Apple nicht alleiniger Auftraggeber von Foxconn ist.

    > Überlegt man sich dann noch, dass in
    > China Information und Nachrichten extremst vom Staat kontrolliert wird,
    > kann man kaum noch glauben, was so ein Ex(!) Manager da von sich gibt.

    Verschwörungstheorie lässt grüßen. Cui bono?

    > Bitte nicht falsch verstehen. Ich glaube sehr wohl, dass Apple eine
    > Mitverantowrtung trägt. Allerdings gebe ich mich nicht der Illusion hin,
    > dass ganz gleich welcher Konzern dort an die Tür klopft, auch nur irgendwer
    > etwas an der Situation für die Arbeiter ändern könnte, außer Foxconn und
    > die chinesische Regierung selbst ..!

    Das ist glücklicherweise Quatsch. Denn in einer globalisierten Wirtschaft kann sehr wohl Einflussnahme von außerhalb geschehen! Mann muss nur Prinzipien definieren und verfolgen können. Statt dessen verlangt man ein Höchstmaß an Flexibilität und Qualität zum Nulltarif. Dass das nicht mit humanen Mitteln funktioniert weiß man doch seit Anbeginn des Industriezeitalters.

    > Und beide haben das geringste
    > wirtschaftliche Interesse daran, dass sie an der aktuellen Situation etwas
    > ändern wollen. Das zeigt allein schon das forsche Vorgehen von Foxconn in
    > Brasilien, wo man der Regierung vorschreiben wollte, wie man dort eine
    > Firma führt.

    Es steht jedem Auftraggeber frei Humanismus zum Geschäftsgegenstand zu machen. Doch dann muss auch bereit sein zurück stecken zu können.
    Wir leben im Kapitalismis. Wenn sich mit guten Arbeitsbedingungen Geld verdienen ließe, denkst du wirklich, ein Unternehmen wie Foxconn würde dies verneinen!?

    > Es ist überaus bedauerlich, dass solche "News" hierzulande überhaupt noch
    > aufgegriffen und verbreitet werden. Handelt es sich doch vielmehr nur mehr
    > um Propaganda ...

    Im Gegenteil. Es ist überaus wichtig, da auf multilateraler Ebene die Öffentlichkeit die stärkste positive Kraft darstellt.

  11. Re: Und täglich grüßt das Murmeltier ...

    Autor: redmord 26.01.12 - 23:08

    AndyGER schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Ich denke, es macht sich noch immer niemand so recht eine Vorstellung
    > davon, wie immens riesig Foxconn wirklich ist.

    Im Artikel steht doch direkt, dass Foxconn für circa 40 % der weltweiten Elektronikerzeugnisse Verantwortung trägt.

    > Auch versteht man im Westen
    > nicht das Zusammenspiel zwischen der Firma und der chinesischen Regierung.

    Muss man dies, um einen Misstand aufdecken zu dürfen?

    > Man misst nach wie vor nach westlichen Maßstäben ...

    Was absolut richtig ist.

  12. Re: Und täglich grüßt das Murmeltier ...

    Autor: samy 26.01.12 - 23:09

    AndyGER schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Das Problem ist tatsächlich der jeweilige lokale Arbeitsmarkt. Der ist in
    > Asien einfach, wenn man den vielen Beschreibungen der großen Firmen
    > weltweit glauben mag, besser strukturiert und man bekommt vor allem viel
    > bessere Arbeitskraft für sein Geld. Ich denke auch, das liegt an der
    > Mentalität der Asiaten selbst.

    Ist auch nicht schwer. Wenn eine Europäer mindestens 10 die Stunde will und Asiate für 10 Cent die Stunde arbeitet.. Preis/Leistung sehr gut, wie?

    -------------------------------------------------
    Für offene Standards
    -------------------------------------------------



    1 mal bearbeitet, zuletzt am 26.01.12 23:09 durch samy.

  13. Re: Und täglich grüßt das Murmeltier ...

    Autor: redmord 26.01.12 - 23:27

    AndyGER schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Mal ganz davon abgesehen, dass nicht Apple die Löhne zahlt, sondern der
    > Konzern. Apple hatte, wenn ich mich recht erinnere, bereits einmal
    > Lohnsteigerungen für die Arbeiter vereinbart. Wovon diese dann kaum etwas
    > hatten. Ich meine, wenn mir ein Auftraggeber in meinen Kram reinquatschen
    > würde, wäre ich auch nicht gerade erfreut. Darüber muss man sich einfach
    > mal im Klaren sein.

    Was bringen eigentlich ein bißchen bessere Löhne, wenn man als Auftraggeber trotzdem versucht das letzte iPhone aus der Fabrik zu pressen? Und es ist auch immernoch der Auftraggeber, welcher sich für Foxconn entscheidet.

    > Da ist niemand, der die Händchen der Arbeiter hält.
    > Gewerkscahften gibt es nicht. Rechte haben sie nicht in diesem Land.

    Das stimmt so nicht. Arbeiterrechte existieren auch in China. Die Frage ist nur wer bereit ist diese durchzusetzen.

    > Wenn
    > da einer aus dem Westen denen rein redet, müssen im Zweifelsfall die
    > Arbeiter darunter leiden ...

    Was ist das eigentlich für eine schräge Behauptung!?

  14. Re: Und täglich grüßt das Murmeltier ...

    Autor: redmord 26.01.12 - 23:33

    AndyGER schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Welcher andere Großkonzern in der Lage wäre, Geräte für Apple zu bauen,
    > entzieht sich meiner Kenntnis. Ich denke aber, viele kommen da eh nicht in
    > Frage. Die Anforderungen sind für die meisten sicher zu hoch.

    Sicherlich nicht von heute auf morgen. Doch es spricht nichts dagegen Elektronikgüter in Europa oder Amerika zu produzieren. Man müsste nur wollen und auch Investitionsbereitschaft zeigen. Es ist ja nicht so, dass Apple bei Foxconn keine Fabriken bezahlt hat.

  15. Re: Und täglich grüßt das Murmeltier ...

    Autor: ChMu 27.01.12 - 00:14

    redmord schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > AndyGER schrieb:
    > ---------------------------------------------------------------------------
    > -----
    > > Welcher andere Großkonzern in der Lage wäre, Geräte für Apple zu bauen,
    > > entzieht sich meiner Kenntnis. Ich denke aber, viele kommen da eh nicht
    > in
    > > Frage. Die Anforderungen sind für die meisten sicher zu hoch.
    >
    > Sicherlich nicht von heute auf morgen. Doch es spricht nichts dagegen
    > Elektronikgüter in Europa oder Amerika zu produzieren. Man müsste nur
    > wollen und auch Investitionsbereitschaft zeigen. Es ist ja nicht so, dass
    > Apple bei Foxconn keine Fabriken bezahlt hat.

    Ha, ja sicher, null Problemo, kann man ja auch in Europa machen.
    Da gibt es uebrigends konkrete Rechnungen von Firmen, eine Grossproduktion in ein Land wie Deutschland zu holen. Die Produktionsstrassen, wenn sie dann durch die Proteste, Buergerinitiativen, dorf, Stadt, Land und Landkreisfuersten bis zur Entscheidungsebene durchgedrungen sind, liegen dann, inzwischen veraltet, nach etwa 12 Jahren zum 4 fachen Preis vor.
    Dann braeuchte man Arbeiter. Also genau die Recource die es in Deutschland nicht gibt. Die, welche man findet, liegen bei Loehnen von knapp 10 Euro netto inzwischen bei fast 24 Euro/h brutto (einschl. arbeitgeber Anteil) wobei es aber nicht bleiben wird, eine Fabrik ,mit 80000-100000 Beschaeftigten (schon mal dran gedacht wie man das 3 mal taeglich bei Schichtwechsel organisieren will, mit dem zusaetzlichem Autobahnbau, den benoetigten Zugverbindungen ect?) bekommt von Tag 1 eine Gewerkschaft dessen Hauptaufgabe es sein wird, moeglichst viele Rechte einzufordern, bis es praktisch unmoeglich wird, weiter zu arbeiten.
    Aber an den Lohnkosten, die nicht mal 12 fach ueber den Chinesischen liegen, liegt es nur zum Teil. Dazu kommen Energiekosten, welche inzwischen jenseits von gut und boese liegen, Steuerzahlungen, welche mit Asien oder selbst den USA einfach nicht konkurieren koennen und schliesslich dann Endpreisen, die zwar nur etwa beim drei bis vierfachen der China Produktion liegen, aber nicht die Qualitaet erreichen duerften. Was dann irgendwann den Preis nicht mehr rechtfertigt.

    Ausserdem waeren die Skandale ja vorprogrammiert. Zum Beispiel gab es diese beruehmten 14 Selbstmorde bei Foxconn. 14 bei 1,2 Millionen Beschaeftigten. Damit lag die Selbstmordrate 60% unter der von China als ganzes, 90% unter der zum Beispiel von Frankfurt/M
    Es ist die niedrigste Selbstmordrate (dummes Wort, weiss ich) ueberhaupt was grosse Unternehmen oder generell grosse Menschenansammlungen angeht.
    Aber, von Foxconn werden ua auch Apple Produkte hergesellt. nicht in den Fabriken in denen die Selbstmorde stattfanden (bis auf einen, aber der hatte scheinbar private Familiengruende) aber das spielt ja keine Rolle, solange Apple in die Schlagzeilen kommt.
    Jetzt stelle man sich mal eine 100000 Mann Fabrik in Deutschland vor. Statistisch werden sich dort jedes Jahr 2 Mann das Leben nehmen, 12 Mann werden verletzt, alle zwei Jahre kommt jemand bei einem Unfall um. Das ginge ja gar nicht.
    Egal was bei Foxconn passiet, Apple wird mitverantwortlich gemacht. Egal ob Apple Produkte ueberhaupt dort gefertigt werden. spielt keine Rolle. Die Aussagen des Ex Managers sprechen da fuer sich, er hat in keiner Apple Produktionsstrasse gearbeitet und war auch fuer keine verantwortlich. aber egal, Foxconn arbeitet auch fuer Apple.

    Jeder, JEDER der hier postet, tut das ua mit bei Foxconn gefertigten Produkten. Und ich moechte den Konsumenten sehen, der vor dem Kauf die Einzelteile eines Spielzeugs untersucht, wo, wann, womit und unter welchen Bedingungen es hergestellt wurde. NIEMAND macht das oder koennte es machen. Alles Heuchler.

    Wir alle leben durch die Ausbeutung anderer. Vaeter, Muetter, Kinder. Bei allem was wir kaufen. Was wir kaufen muessen, teilweise einfach um zu ueberleben. Wir sind Teil der Top 3% der Bevoelkerung, wir sind die Reichen und Reich ist man nur wenn man allen anderen moeglichst alles weg nimmt. Und Betroffenheit zu heucheln ist einfach nur sick. Entweder man steht dazu oder man haellt den Mund. Wenn ich sehe, das ganze Delegationen nach China oder Bangladesh oder was auch immer in Zukunft fuer Betroffenheit zu sorgen hat, jetten, dabei Recourcen und Gelder verprassen welche fuer hunderte, ja tausende dort lebender Menschen ein Jahreseinkommen bedeutet, kann man doch nur noch den Kopf schuetteln.

    Wir weinen hier auf einem Niveau, welches schon so Stratosphaerisch hoch ist, das es schwierig wird noch Nach Luft zu schnappen.

  16. Re: Und täglich grüßt das Murmeltier ...

    Autor: Maxiklin 27.01.12 - 09:39

    kevla schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > nach oben zu den guten sollt ihr gucken, nicht nach unten zu den bösen..
    >
    > und mal krass gesagt, würde apple bei 13 mrd. quartalsgewinn JEDEM
    > mitarbeiter bei foxconn 1000 dollar, also 333 pro monat mehr geben würde
    > das apple grad mal eine mrd. kosten und es würden noch 12 übrig bleiben.
    > und 333 pro monat dürften dort schon ziemlich viel sein. wenn man das jetzt
    > auf die ganzen großen unternehmen umlegen würde, würde die das garnicht so
    > viel kosten.
    >
    > aber sie müssen eben nicht, warum sollten sie dann? das sind doch keine
    > gutmenschen.

    Wie war das mit Argumente für die Tonne ? Das ist auch ein solches :) Zum einen bezahlt nicht Apple die Arbeiter bei Foxconn, sondern Foxconn, und zum anderen, wo meinste würde diese Milliarde Dollar landen ? Sicher nicht beim Arbeiter, sondern das kassiert die Firmenleitung und nen Teil versickert sicherlich auch in der chinesischen Regierung.
    Mit mehr Geld ist da nix zu wollen, das einzige Mittel wäre, die komplette Produktion zu verlagern, aber wohin ? In welchem asiatischen Land herrschen denn gute Arbeitsbedingungen ? Ich kenne kein einziges.

  17. Re: Und täglich grüßt das Murmeltier ...

    Autor: Maxiklin 27.01.12 - 11:10

    @ChMu
    Bester Beitrag ever, Hut ab

    AndyGER schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Vom Standort her hat es Nokia durchaus vorgemacht. Rumänien liegt
    > infrastrukturell grünstig im Herzen von Europa. Das Land könnte dringend
    > einen Push seitens großer Konzerne gebrauchen. Die Leute dort wollen
    > arbeiten und natürlich auch Geld verdienen. Ich kenne das Land ein wenig.
    > Bulgarien wäre ebenfalls geeignet. Brasilien aber auch. Allerdings müsste
    > Apple hier selbst Fabriken bauen. Was wieder andere Probleme mit sich
    > bringt.

    Ja nee is klar, Nokia und sein Werk in Rumänien... Wie lange haben die da produziert, bis sie es wieder dicht machten ? Gut 1 Jahr glaub ich ;) Nicht umsonst kehren immer mehr Rumänien den Rücken, weil dort schlicht die Qualität nicht stimmt und die Infrastruktur total marode ist, falls überhaupt vorhanden. Und die Arbeitsmoral steht dort ebenfalls nicht zum Besten, beispiele gibts dafür zuhauf hierzulande, die optimalen Arbeiter sind immer noch mit Abstand die Polen, sehr zuverlässig, fleißig ohne Ende, maulen nicht gleich bei Überstunden etc.

    >
    > Welcher andere Großkonzern in der Lage wäre, Geräte für Apple zu bauen,
    > entzieht sich meiner Kenntnis. Ich denke aber, viele kommen da eh nicht in
    > Frage. Die Anforderungen sind für die meisten sicher zu hoch.

  18. Re: Und täglich grüßt das Murmeltier ...

    Autor: redmord 27.01.12 - 18:52

    ChMu schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Ha, ja sicher, null Problemo, kann man ja auch in Europa machen.
    > [...viel Polemik...]

    Niemand behauptet, dass Elektronik ausschließlich in Megafabriken produziert werden kann. Produktion muss keinesfalls zentralisiert vonstatten gehen.

    Bei deinem Beitrag fragt man sich wirklich wie all die ganzen industriellen Unternehmen in Europa überleben können. ;-)

    Sicher, eine Produktion in einem westlich geprägten Land ist nicht so flexibel, da hier Arbeiter zu Recht (!) Forderungen und Rechte gegenüber ihren Arbeitgeber stellen können. Auch ist die Produktion hier etwas teurer, da hier zu Recht (!) Einrichtungen wie die Berufsgenossenschaften existieren und hier ein anderes Lohnniveau vorherrscht. Doch die Position, dies sei unmöglich, befindet sich im Kern fernab jeglichen Humanismus. Noch viel deutlicher wird dies, wenn Unternehmen mit ihren Produktionen in Fernost unter fragwürdigen Umständen 20 %, 30 % oder gar 40 % Reingewinne einfahren.

    Ich möchte es nochmal deutlich sagen, nicht nur bei Apple bewegt man sich ethisch auf einem erbärmlichen Niveau zugunsten des Business-Case.

  19. Re: Und täglich grüßt das Murmeltier ...

    Autor: AndyGER 27.01.12 - 19:03

    Wie viele Rumänen kennst Du persönlich? Deine Vorstellungen kommen mir doch recht BILDhaft vor. Ich bereise Rumänien jährlich mehrmals. Was Du schreibst ist Unsinn. Die Gründe, warum Nokia aus Rumänien flüchtet, liegen einzig bei Nokia.

    ===============================================================
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  20. Re: Und täglich grüßt das Murmeltier ...

    Autor: ChMu 27.01.12 - 19:16

    redmord schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > ChMu schrieb:
    > ---------------------------------------------------------------------------
    > Niemand behauptet, dass Elektronik ausschließlich in Megafabriken
    > produziert werden kann. Produktion muss keinesfalls zentralisiert
    > vonstatten gehen.

    Als Beispiel gibt es da zB?

    > Bei deinem Beitrag fragt man sich wirklich wie all die ganzen industriellen
    > Unternehmen in Europa überleben können. ;-)

    Welchers europaeische Unternehmen fertigt hochkomplexe Electronik in Europa mit Europaeischen Arbeitern zu Europaeischen Bedingungen mit Stueckzahlen im oberen zweistelligen bis unteren dreistelligen Millionen ? Und dann noch mehrere? (die ganzen)

    > viel deutlicher wird dies, wenn Unternehmen mit ihren Produktionen in
    > Fernost unter fragwürdigen Umständen 20 %, 30 % oder gar 40 % Reingewinne
    > einfahren.

    Findest Du das viel? Eher Branchenueblich, vor allem, wenn die Firma, wie Apple, langjaehrigen kostenlosen Support leistet, der natuerlich vom inizialen Gewinn gezahlt werden muss.

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