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Bevor sich hier wieder alle künstlich aufregen...

Neue Foren im Freiraum! Raumfahrt und freie Software haben jetzt einen Platz, die Games tummeln sich jetzt alle in einem Forum.
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  1. Bevor sich hier wieder alle künstlich aufregen...

    Autor: Oldschooler 17.02.12 - 11:46

    ... soll der neue Betriebsrat erst mal die IST-Werte auf den Tisch legen, denn die Deutschen heulen immer auf einem sehr hohen Niveau. Ein Unternehmen, egal wie viel Gewinn es macht, muss seine Arbeiter nicht unbedingt überdurchschnittlich bezahlen. Insbesondere die Arbeit in einem Apple-Store ist bei weitem nicht so stressig wie bei Aldi an der Kasse!

    Viele haben wohl die Ironie im Zitat von Horst Schlämmer nicht erkannt: "Es muss Schluss sein mit dem weniger, es muss alles mehr werden!"

  2. Re: Bevor sich hier wieder alle künstlich aufregen...

    Autor: iu3h45iuh456 17.02.12 - 12:12

    Oldschooler schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > ... soll der neue Betriebsrat erst mal die IST-Werte auf den Tisch legen,
    > denn die Deutschen heulen immer auf einem sehr hohen Niveau.

    Manche ja, manche nein. Es gibt einen immer größer werdenen Niedriglohnsektor in Deutschland. Die Leute können sich zu Recht beklagen.

    Wenn der Fall Apple Store in die Öffentlichkeit getragen wird, wäre es in der Tat sinnvoll, ein paar Zahlen zu kennen. Sonst bringt das nichts.

  3. Re: Bevor sich hier wieder alle künstlich aufregen...

    Autor: Charles Marlow 17.02.12 - 12:18

    Also offensichtlich kein Unterstützer eines Betriebsrates und besserer Arbeitsbedingungen. Student oder Selbständiger?

  4. Re: Bevor sich hier wieder alle künstlich aufregen...

    Autor: ayngush 17.02.12 - 12:46

    iu3h45iuh456 schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Oldschooler schrieb:
    > ---------------------------------------------------------------------------
    > -----
    > > ... soll der neue Betriebsrat erst mal die IST-Werte auf den Tisch
    > legen,
    > > denn die Deutschen heulen immer auf einem sehr hohen Niveau.
    >
    > Manche ja, manche nein. Es gibt einen immer größer werdenen
    > Niedriglohnsektor in Deutschland. Die Leute können sich zu Recht beklagen.

    Wie Volker Pispers mal sinngemäß anmerkte: Jeder kann in Deutschland reich werden... aber nicht alle.

    Der angeblich immer größer werdende Niedriglohnsektor war schon immer da. Damals nannte man das Hausfrau und der passte auf die Kinder auf. In unserer sog. modernen Gesellschaft, in der sich keine Paare mehr finden und immer mehr alleinerziehend sind geht das aber nicht mehr und deswegen muss man von dem Niedroglohn auch noch leben können und darüber regen sich viele auf. Aber zu unrecht, denn ob ich schwanger werde ohne verheiratet zu sein und den Partner gerade mal ein knappes Jahr kenne oder gar nicht kenne und was ich mal studiert habe oder welchen Schulabschluss ich abgebrochen habe hat jeder in seiner eigenen Hand. Was richtig ist, ist, dass diese Menschen, weil es ihnen tendenziell auch immer besser geht und die sich auch Internetzugänge leisten können, ein immer größeres Forum finden und immer lauter werden können. Früher(tm) hat die einfach nur niemand wahrgenommen. Es gibt in Deutschland 40% Wohneigentümer, das geht nicht mit Niedriglohn. Von den verbleibenden 60% gibt es garantiert auch einige gut und sehr gut verdienende, sodass ein relativ geringer teil übrig bleibt, der wirklich von Minimalleistungen leben muss und den es wirklich schlecht geht. Diesen Menschen gönne ich zwar einen wirtschaftlichen Aufschwung jedoch bezweifel ich, dass das funktioniert, denn irgendwer muss nun mal iPads an die Leute verkaufen, die sich iPads leisten können. Mag hart klingen, ist es auch. Und fair ist es auch nicht. Aber wenn die ebenfalls Informatiker wären, würden die das ähnlich sehen. Und denen, die für angeblich so wenig Geld im Apple Laden stehen räumt auch irgendwer den Müll aus der Tonne, fegt die Straße vor der Haustür und verkauft ihnen ihre Brötchen im Supermarkt. Scheiße, ich wette selbst die Toiletten im Apple Store werden regelmäßig gereinigt und das werden nicht die Verkäufer machen.

    "...und auf welchem Niveau jammerst du schon?"

  5. Re: Bevor sich hier wieder alle künstlich aufregen...

    Autor: ScepticalHippo 17.02.12 - 12:46

    Also ich war 6 Jahre im Einzelhandel tätig und ich hab jede Minute die ich an der Kasse sitzen durfte genossen. Das Beratungsgeschäft ist im Vergleich zum stupiden Abkassieren mit wesentlich weniger Stress verbunden. Allein schon durch den Fakt, dass an der Kasse ein Kunde nach dem anderen bedient wird und nicht wie bei der Beratung ständig Anfragen von allen Seiten kommen (dazu nicht selten noch Telefonanfragen, Rückfragen der Kasse, etc.).

    Und zum heulen auf hohem Niveau kann ich nur sagen: Ich habe im Durchschnitt 200h im Monat gearbeitet und dafür (stolze) 1000¤ erhalten und das als gelernter Kaufmann im Einzelhandel.

  6. Re: Bevor sich hier wieder alle künstlich aufregen...

    Autor: iu3h45iuh456 17.02.12 - 13:01

    ayngush schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Der angeblich immer größer werdende Niedriglohnsektor war schon immer da.

    Dann wäre das ja auch geklärt. Die Leute sind selber Schuld, okay.

  7. Re: Bevor sich hier wieder alle künstlich aufregen...

    Autor: SoniX 17.02.12 - 13:09

    Ich kenne die genauen Zahlen auch nicht aber "Kein Urlaubs und Weihnachtsgeld" und "Kein Einzelhandelstarif" reicht mir vollkommen. Ich würde umgehend kündigen wenn ich dort angestellt wäre.

  8. Re: Bevor sich hier wieder alle künstlich aufregen...

    Autor: Trockenobst 17.02.12 - 13:17

    iu3h45iuh456 schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > > Der angeblich immer größer werdende Niedriglohnsektor war schon immer da.
    > Dann wäre das ja auch geklärt. Die Leute sind selber Schuld, okay.

    Selbstverständlich sind sie in 99% der Fälle das. Gerade in Deutschland gibt H4.
    Du musst nicht jeden Job annehmen, Du kannst dich fortbilden. München ist
    gerade ein sehr teures Pflaster (in den Top 10 der teuersten Städte Europas).
    Da kann man mit einem Umzug sehr viel neue Lebensqualität erreichen.
    In 100+ anderen Ländern lacht man über diese Luxusdiskussion.

    Wenn Du mit deiner Lebenssituation nicht zufrieden bist ist dass ein Signal
    was dagegen zu tun. Ich kenne Leute die haben mit 33 noch ihre mittlere
    Reife nachgeholt und sind jetzt in der Kaufmann-Umschulung. Traumjob?

    Mitnichten. Aber das "abhängen" als Zeitarbeiter in toten Jobs fanden sie noch madiger und vor allem *sinnlos*.

    Die ständige Argumentation dass irgendwer *anders* dir ein besseres Leben auf den
    Tisch legen muss ist so 1930 Kohlearbeiter-Denke. Wir haben das Jahr 2012. Autos fahren jetzt schon von alleine und werden 2030 rum alle Taxifahrer und Busfahrer ersetzen. Das ist der Weg der Welt.

    Wir werden uns eher daran gewöhnen, dass einen sehr großen Plebs geben wird,
    der nie viel haben wird. Das Ziel muss mit BGE oder anderen Mechanismen sein, dass die Sicherheit vergrößert, der Druck verkleinert wird. Die werden sich dann zwar nie einen iPad wirklich leisten können - aber das ist nicht das Ziel noch mehr Konsumtrottel zu produzieren.

  9. Re: Bevor sich hier wieder alle künstlich aufregen...

    Autor: Moriati 17.02.12 - 13:22

    ayngush schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Der angeblich immer größer werdende Niedriglohnsektor war schon immer da....

    Das als einleitender Satz zeigt direkt am Anfang wie fundiert du hier argumentierst. Dein "angeblich" ist alles... nur ganz sicher kein angeblich, sondern in Zahlen belegbar. Ums mal abzukürzen:
    http://de.wikipedia.org/wiki/Niedriglohn

    Weiterhin muss man sich beim Rest deines Postings fragen, ob du eigentlich jemals mal gesehen hast was es bedeutet von einem Vollzeitjob teilweise nicht und oft nur sehr knapp über die Runden zu kommen. Aber klar, die sind nur alle zu blöd zu erkennen in welch unglaublicher römischen Dekadenz sie leben.

  10. Re: Bevor sich hier wieder alle künstlich aufregen...

    Autor: Cohaagen 17.02.12 - 13:43

    SoniX schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Ich kenne die genauen Zahlen auch nicht aber "Kein Urlaubs und
    > Weihnachtsgeld" und "Kein Einzelhandelstarif" reicht mir vollkommen. Ich
    > würde umgehend kündigen wenn ich dort angestellt wäre.

    So lange das Jahresbrutto und besonders das Jahresnetto stimmen, ist mir die Aufteilung der monatlichen Teilzahlungen relativ schnuppe. Ob die Jahressumme jetzt auf 12, 13 oder 14 gleichmäßige "Monatsgehälter" aufgeteilt wird oder ob es in bestimmten Monaten deutlich höhere Anteile (und die restlichen Monate dann niedrigere Anteile) gibt, wäre für mich nicht einmal ein sekundärer Aspekt den Arbeitgeber zu wechseln.

  11. Re: Bevor sich hier wieder alle künstlich aufregen...

    Autor: SoniX 17.02.12 - 13:48

    Ja, 13. und 14. Monatsgehalt sind keine Pflicht und solange, wie du sagst, die Summe passt ists ja in Ordnung.
    Aber wenn gleichzeitig noch erwähnt wird, dass man unterdurchschnittlich bezahlt wird und der Tariflohn nicht eingehalten wird?

  12. Re: Bevor sich hier wieder alle künstlich aufregen...

    Autor: iu3h45iuh456 17.02.12 - 14:16

    Trockenobst schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Selbstverständlich sind sie in 99% der Fälle das. Gerade in Deutschland
    > gibt H4.
    > Du musst nicht jeden Job annehmen, Du kannst dich fortbilden.

    Natürlich kann der einzelne mehr erreichen, wenn er sich reinhängt und etwas Glück hat, keine Frage. Daraus kann man aber nicht schließen, dass arbeitsmarktmäßig alles bestens ist.
    Es gibt einfach insgesamt nicht genügend Jobs. Darüber hinaus einen schleichenden Reallohnverlust breiter Schichten und immer mehr Niedriglohnjobs - allerdings nicht nur zusätzlich sondern normale Jobs werden davon verdrängt.

    Jetzt kann man sagen "jedes Beschäftigungsverhältnis ist besser als keins zu haben". Tatsächlich schafft die sich nach unten drehende Lohnspirale aber auch langfristige Probleme. Die Niedriglöhner müssen unter Umständen nebenher mit ALG2 aufstocken und können nichts oder nur wenig in die Sozialkassen einzahlen. Geschweige denn privat für die Altersvorsorge sparen.

  13. Re: Bevor sich hier wieder alle künstlich aufregen...

    Autor: iu3h45iuh456 17.02.12 - 14:19

    Moriati schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Weiterhin muss man sich beim Rest deines Postings fragen, ob du eigentlich
    > jemals mal gesehen hast was es bedeutet von einem Vollzeitjob teilweise
    > nicht und oft nur sehr knapp über die Runden zu kommen. Aber klar, die sind
    > nur alle zu blöd zu erkennen in welch unglaublicher römischen Dekadenz sie
    > leben.

    Ich halte den Beitrag auch für sehr ignorant. So reden nur Leute, die die Probleme nicht sehen wollen oder in ihrem Umfeld keinerlei Berührungspunkte damit haben.

  14. Re: Bevor sich hier wieder alle künstlich aufregen...

    Autor: ayngush 17.02.12 - 15:00

    iu3h45iuh456 schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Moriati schrieb:
    > ---------------------------------------------------------------------------
    > -----
    > > Weiterhin muss man sich beim Rest deines Postings fragen, ob du
    > eigentlich
    > > jemals mal gesehen hast was es bedeutet von einem Vollzeitjob teilweise
    > > nicht und oft nur sehr knapp über die Runden zu kommen. Aber klar, die
    > sind
    > > nur alle zu blöd zu erkennen in welch unglaublicher römischen Dekadenz
    > sie
    > > leben.
    >
    > Ich halte den Beitrag auch für sehr ignorant. So reden nur Leute, die die
    > Probleme nicht sehen wollen oder in ihrem Umfeld keinerlei Berührungspunkte
    > damit haben.

    Das ist Falsch. Meine Mutter muss mit Monatlich 800 Euro auskommen, da sie 40% anerkannten Behinderungsgrad (Wirbelsäulenschaden, Rheuma) hat und deshalb nur Teilzeit (4 Stunden am Tag) arbeiten "kann" - im Prinzip will sie nicht mehr. Sagt es zwar immer aber in Wirklichkeit würde das eh nicht klappen und tatsächlich ist sie kurz vor der Rente...

    Ignorant ist es dennoch nicht, sondern die ungeschönte Realität. Es soll sich etwas ändern? OK, was kann ich für dich tun? soll ich dir das Programmieren beibringen? Oder Prozessorarchitektur? Oder Algebra? Oder theoretische Informatik? Turing Test und so? Wie, kann ich nicht? Soll ich nicht? Jeder ist verdammt nochmal für seinen beruflichen Werdegang selbst verantwortlich und der Rest wird vom System locker aufgefangen und versorgt. Leute, die am unteren Lohnniveau herumkrebsen, tun das entweder, weil sie kein Bock auf "Mehr" haben, zu blöd für "Mehr" sind oder einfach ständig die falschen Entscheidungen treffen, also "Trottel" sind (falsche Berufswahl, falsche Partnerwahl, falsche Entscheidung bei weiß der Geier was). Aber weißt du was? ICH bin dafür nicht verantwortlich, DU bist dafür nicht verantwortlich, so what?
    Der Einzelhandel wird scheiße bezahlt? Das weiß man? Traumjob? Anyone? Warum werden Leute dann bitte Verkäufer im Einzelhandel? Weil sie als Chemiker nichts taugen und sonst keine Qualifikation haben? Meine Schuld? Deine? Die von "Deutschland"? Das ich nicht lache...

    Wie ich oben schon sagte: Jeder ist seines Glückes Schmied und jeder hat es in der Hand. Die, bei denen es fremdkontrolliert nicht so war, wie bei meiner Mutter, werden vom System ganz locker aufgefangen, ich unterstütze sie, weil ich es mir locker leisten kann, außerdem gehört sich das auch so.

    Zu der weiter oben aufgeführten Statistik bei Wikipedia möchte ich nur noch hinzufügen, dass diese nicht im Kontext mit meiner Aussage steht, denn ich bezog meine Aussage darauf, dass es früher weniger Niedriglohnarbeitnehmer gab, da diese gar nicht arbeiten gegangen sind (Hausfrau/Hausmann). Das erwähnte ich aber auch im Text. Wenn jemand als nicht arbeiten ging, dann wurde er auch nicht von einer Niedriglohnstatistik erfasst, da einfach gar kein Lohn floss. Als ich geboren wurde (1980) Hat meiner Mutter 10 Jahre Auszeit genommen und einen sehr gut bezahlten Job bei der Allianz Versicherung geschmissen. Wer macht das heutzutage noch? Heutzutage ist sie mit in der Niedriglohnstatistik, damals aber nicht. Insofern vorsichtig mit falsch interpretierten Statistiken. Setze beide lieber in den Kontext. Die der Niedriglöhner zu der Statistik der nicht erwerbstätigen (damit meine ich nicht Arbeitslos gemeldete, sondern Hausfrauen und Hausmänner) und Voila, du wirst sehen, es hat sich nichts geändert...

    Aber was soll es. Sorry an alle für die diese Dusche Realität am Freitag ein wenig viel ist, ich meine es nicht böse... aber "warum" jammern immer alle und machen immer andere für "ihr Elend" verantwortlich anstatt sich einfach mal aufzuraffen oder sich einfach damit abzufinden. Ich habe mich auch damit abgefunden, dass ich "nur" im mittleren Einkommensniveau leben werde (~ 40.000 Euro im Jahr) während andere bereits 100.000+ im Studium machen und später als Manager XYZ oder "sonstwas" mit wie wenig Arbeit wie viel Geld verdienen werden. Aber in der IT und an meinen Standort ist halt nur bedingt mehr oder weniger drinnen außerdem stimmt der ganze Rest, es geht nämlich nicht ums scheiß Geld, wenn man glücklich sein will, sondern darum sich sein Leben nach seinen Vorstellungen angenehm zu gestalten und das kann ich auch mit wenig oder ohne Geld!

  15. Re: Bevor sich hier wieder alle künstlich aufregen...

    Autor: ichbinsmalwieder 17.02.12 - 15:02

    Oldschooler schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > ... soll der neue Betriebsrat erst mal die IST-Werte auf den Tisch legen,
    > denn die Deutschen heulen immer auf einem sehr hohen Niveau. Ein
    > Unternehmen, egal wie viel Gewinn es macht, muss seine Arbeiter nicht
    > unbedingt überdurchschnittlich bezahlen. Insbesondere die Arbeit in einem
    > Apple-Store ist bei weitem nicht so stressig wie bei Aldi an der Kasse!

    Was ist am Chipstüten-über-den-Scanner-ziehen stressig?
    Viele wissen gar nicht, was wirklicher Stress ist.

  16. Re: Bevor sich hier wieder alle künstlich aufregen...

    Autor: Moriati 17.02.12 - 15:03

    iu3h45iuh456 schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Ich halte den Beitrag auch für sehr ignorant. So reden nur Leute, die die
    > Probleme nicht sehen wollen oder in ihrem Umfeld keinerlei Berührungspunkte
    > damit haben.

    Anders kann ich es mir jedenfalls nicht erklären. Wer so daher redet, der kann eigentlich praktisch keine Berührungspunkte zu solchen Menschen haben. Allein der Ansatz man solle sich fortbilden... 1. können nicht alle Menschen Ingenieure und Professoren werden. Wer soll denn dann bitte sehr die Jobs machen, die eine solche Qualifikation nicht benötigen? Erledigen sich die dann von selbst?
    2. kostet Fortbildung Zeit und nicht selten auch Geld. Wenn man jedoch bereits tagein tagaus darum kämpft sein Einkommen zu bestreiten, dann sind das ggf. zwei ernste Probleme.

    Zuletzt bleibt eine Vielzahl von Branchen übrig, die schlecht bezahlt werden und auf die sicherlich auch unser Herr Überflieger nicht verzichten möchte wie z.B. das Gesundheitswesen. Sollen die sich auch alle fortbilden und den Arsch deiner Mutter im Altenheim putzt dann ein Roboter ab?

  17. Re: Bevor sich hier wieder alle künstlich aufregen...

    Autor: Moriati 17.02.12 - 15:12

    @iu3h45iuh456:

    OMG... wo hast du nur dieses Menschenbild aufgeschnappt? Alles Drückerberger, Verlierer und Nichtskönner und du willst uns was von Realität erzählen?

    Danke übrigens, dass du damit mal direkt ein paar Leute aus meinem Freundeskreis beleidigt hast. Einer dieser bösen Drückeberger ist leider -so doof war er halt- psychisch so stark erkrankt, dass er fast 10 Jahre gebraucht hat überhaupt wieder normal leben zu können. Der ist nun Ende 30. Meinst ich soll dem mal vorschlagen er solle sich doch bitte nur mal ordentlich fortbilden, dann wird das schon wieder was mit dem Einkommen? Ich glaube die Lachanfälle der Personalabteilungen, wenn er mit Anfang 40 sich bei Firmen bewirbt, muss der sich nicht unbedingt antun...
    Von solchen Beispielen kann ich dir übrigens noch einen Haufen weiterer nennen, aber ich bin mir ziemlich sicher, dass man an deinem verkommenen Menschenbild damit eh nix mehr retten kann.



    1 mal bearbeitet, zuletzt am 17.02.12 15:13 durch Moriati.

  18. Re: Bevor sich hier wieder alle künstlich aufregen...

    Autor: ayngush 17.02.12 - 15:21

    Moriati schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > @iu3h45iuh456:
    >
    > OMG... wo hast du nur dieses Menschenbild aufgeschnappt? Alles
    > Drückerberger, Verlierer und Nichtskönner und du willst uns was von
    > Realität erzählen?

    Ich glaube du meinst mich, nicht iu3h45iuh456.
    Ja, Nichtskönner. Idioten Quasi. Oder warum sitzt man freiwillig bei Apple herum und verklappt Technik und jammer herum, dass man scheiße bezahlt wird dafür?
    Hat denen irgendwer heimlich gesteckt, dass man da das dicke Geld macht und voll zufrieden ist mit seinen Job?

    > Danke übrigens, dass du damit mal direkt ein paar Leute aus meinem
    > Freundeskreis beleidigt hast. Einer dieser bösen Drückeberger ist leider
    > -so doof war er halt- psychisch so stark erkrankt, dass er fast 10 Jahre
    > gebraucht hat überhaupt wieder normal leben zu können. Der ist nun Ende 30.

    Und da kann ich oder der Rest der Gesellschaft jetzt genau was für? Soll er deswegen jetzt das Einkommen eines Ingeneurs beziehen? In anderen Ländern wäre er einfach gestorben, da dort eine Rehabilitation nicht möglich wäre und er alleine nicht lebensfähig wäre.

    > Meinst ich soll dem mal vorschlagen er solle sich doch bitte nur mal
    > ordentlich fortbilden, dann wird das schon wieder was mit dem Einkommen?
    Nein, schlag ihn einfach vor Spaß am Leben zu haben und sich mit seiner Situation abzufinden, das hilft glaube ich mehr als mit ihm über Geld zu diskutieren.

    > Ich glaube die Lachanfälle der Personalabteilungen, wenn er mit Anfang 40
    > sich bei Firmen bewirbt, muss der sich nicht unbedingt antun...

    Muss er auch nicht. Wir als Gesellschaft sind durchaus in der Lage Leute aufzufangen, die nicht von alleine können. Wir können auch die Griechen retten ohne, dass uns das tangieren wird.

    > Von solchen Beispielen kann ich dir übrigens noch einen Haufen weiterer
    > nennen, aber ich bin mir ziemlich sicher, dass man an deinem verkommenen
    > Menschenbild damit eh nix mehr retten kann.

    Ich auch aber mein Menschenbild ist nicht verkommen, dein Menschenbild ist nur eine Rosa Erdbeerwelt. Nur damit kommt man nicht weiter.

    Schönen Freitag noch...

  19. Re: Bevor sich hier wieder alle künstlich aufregen...

    Autor: Moriati 17.02.12 - 15:49

    ayngush schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Ich glaube du meinst mich, nicht iu3h45iuh456.

    Stimmt, mein Fehler.

    > Ja, Nichtskönner. Idioten Quasi. Oder warum sitzt man freiwillig bei Apple
    > herum und verklappt Technik und jammer herum, dass man scheiße bezahlt wird
    > dafür?
    > Hat denen irgendwer heimlich gesteckt, dass man da das dicke Geld macht und
    > voll zufrieden ist mit seinen Job?

    Ich glaube nicht, dass die dort vom "dicken" Geld träumen. Steht das so im Artikel? Habe ich das überlesen? Man soll also gefälligst die Fresse halten (= keinen Betriebsrat gründen), weil man sich ja für den Job entschieden hat? Da stelle ich mir ja gerade unser Land vor, wenn die Gründer der ersten Gewerkschaften genauso gedacht hätten.

    > Und da kann ich oder der Rest der Gesellschaft jetzt genau was für? Soll er
    > deswegen jetzt das Einkommen eines Ingeneurs beziehen? In anderen Ländern
    > wäre er einfach gestorben, da dort eine Rehabilitation nicht möglich wäre
    > und er alleine nicht lebensfähig wäre.

    Ach ja, immer die gleiche Laier. Wir leben hier nicht in "andere Länder" sondern in einer der stärksten Volkswirtschaften der Welt. Weiterhin redet hier keiner von Höchsteinkommen, sondern von Einkommen, die zum Leben + ein wenig Extra reichen. Wenn wir uns das nicht leisten können wer dann? Ist das dein Gesellschaftsmodell, die Abgehängten in ihrem Elend verrecken zu lassen?

    > > Meinst ich soll dem mal vorschlagen er solle sich doch bitte nur mal
    > > ordentlich fortbilden, dann wird das schon wieder was mit dem Einkommen?
    > Nein, schlag ihn einfach vor Spaß am Leben zu haben und sich mit seiner
    > Situation abzufinden, das hilft glaube ich mehr als mit ihm über Geld zu
    > diskutieren.

    Ich habe nichts darüber gesagt, ob er sich beklagt oder nicht glücklich ist. Das war hier aber auch nicht das Thema.

    > > Von solchen Beispielen kann ich dir übrigens noch einen Haufen weiterer
    > > nennen, aber ich bin mir ziemlich sicher, dass man an deinem verkommenen
    > > Menschenbild damit eh nix mehr retten kann.
    >
    > Ich auch aber mein Menschenbild ist nicht verkommen, dein Menschenbild ist
    > nur eine Rosa Erdbeerwelt. Nur damit kommt man nicht weiter.

    Klar, jetzt fehlt eigentlich nur noch das obligatorisch "Gutmensch". Na wie wärs? Das was du rosa nennst nennen andere ein humanistisches Weltbild. Das Ding hat übrigens sogar ökonomisch einen Wert, denn sozialer Friede ist ein Standortfaktor. Davon ab habe ich übrigens auch ein ganz persönliches Interesse daran, denn da ich zu den durchaus gut verdienenden Selbsständigen gehöre ist es mir durchaus ganz recht, wenn mir keiner aus der Nachbarschaft meinen Mercedes zerlegt, um sich damit sein nicht vorhandenes oder beschissenes Einkommen aufzuwerten... wobei das allerdings schon vorgekommen ist. Für 50 EUR Tankfüllung hat es mich mal meine Nummernschilder gekostet... ne danke, eine solche Gesellschaft brauch ich nicht, zumal wir uns das dicke leisten können.

  20. Re: Bevor sich hier wieder alle künstlich aufregen...

    Autor: ayngush 17.02.12 - 16:17

    Du missverstehst mich ein wenig. Ich meine nicht, dass mir das Scheiß egal ist oder das die keine Rechte haben sollten, im Gegenteil. Ich setze mich sogar aktiv dafür ein, die Rechte von Leuten zu stärken, denen es monetär von sich aus nicht so trivial einfach erscheint sich durchzusetzen. Defakto musst du aber auch zugeben, dass selbst den Menschen am unteren Rand der Einkommensspirale in Deutschland maßgeblich geholfen wird. Wir haben ein Gesundheitssystem, was nicht das beste ist und wo es auch noch viel Potential gibt aber was zumindest von der Notwendigen Grundversorgung her nicht zwischen Arm dran und Arm ab unterscheidet, wenn du verstehst, was ich meine. Warst du mal in den USA? Dort ist das so, dass die Leute, wenn sie schwer erkranken tatsächlich eine langfristiges Darlehen aufnehmen um sich behandeln zu lassen und die, denen nicht einmal das noch möglich ist, müssen als Bittsteller bei gemeinnützigen Organisationen werden. Das ist das, wo ich nicht hin möchte. Das geht aber auch nur, wenn man die Staatliche Grundversorgung in maßvollen Bahnen bewegt und nicht die etablierten Systeme zugunsten kurzfristigen Erfolgs opfert. Klar könnten wir das Gesundheitssystem nachhaltig verheizen, dann ginge es uns "n Jahre" gut, bis alles über einen hereinbricht. Nachhaltigkeit ist da das Schlüsselwort. Und von Hartz 4 kann man überleben. Nicht gut aber ausreichend genug um keinen Hunger zu haben und nicht grundsätzlich zu erkranken. Ich möchte auch in einer sozial gefestigten Gesellschaft leben aber das eine schließt das andere nicht aus und mir geht es mit meiner Ur-Aussage, über die hier diskutiert wird, nicht um Sozialen Abbau oder Missstände sondern über die Aussage:

    > > ... soll der neue Betriebsrat erst mal die IST-Werte auf den Tisch legen,
    > > denn die Deutschen heulen immer auf einem sehr hohen Niveau.
    >
    > Manche ja, manche nein. Es gibt einen immer größer werdenen
    > Niedriglohnsektor in Deutschland. Die Leute können sich zu Recht beklagen.

    "Die Leute können sich zu Recht beklagen."
    Und ich sage: Nein, können sie nicht, sie tun es einfach und ich zeige dafür kein Verständnis. Ich zeige dafür Verständnis, dass sie mehr wollen und ich zeige Verständnis dafür, dass sie für ehrliche Arbeit ehrlich bezahlt werden wollen aber generell hält sich meine Verständnis stark in Grenzen, wenn es darum geht einfach nur herumzujammern, dass man nicht über 1500 Euro Netto pro Nase nach Hause bringt, während man in einen schlecht bezahlten und wenig qualifizierten Job sitzt. Ja, ich weiß auch, dass immer mehr Jobs davon betroffen sind aber das geht auch nur, weil die Leute die da drinnen stecken das mit sich machen lassen und sich nicht erheben, deswegen finde ich die BR-Gründung bei Apple in München auch sehr gut aber das Problem wird sein, dass auf jeden Job dort schon genug Bewerber warten, die bereit wären zu den aktuellen Konditionen dort zu arbeiten und das ist ein Gesellschaftliches Problem.
    Zum Ausnutzen gehören auch immer zwei, so unschön das nun einmal ist.

    Aber was soll es, ich will das auch nicht noch mehr überstrapazieren, was ich ohnehin schon getan habe. Und dennoch, der Kern stimmt: Jeder, wirklich jeder (bis auf Ausnahmen durch Krankheit) kann sein Leben selber gestalten. Dazu gehört auch, was man ist und was man wird. Stell dir vor, die Freundin eines guten Kumpels von mir arbeitet gerne im Pflegeheim. Nicht, weil 2000 Euro Brutto und 14 Stunden Schichten geil sind, sondern weil sie in diesen Job aufgeht, das ist ihr Traumjob und sie macht ihn sehr gerne auch wenn sie dabei körperlich auch der Strecke bleibt. Sie jammert auch nicht über zu wenig oder zu viel Geld herum sondern darüber, dass alle der Meinung sind sie immer bemitleiden zu müssen, weil sie ja so einen scheiß Job machen muss, der ja so schwer sein muss. Ja ist er auch, trotzdem kann man glücklich sein auch wenn andere das nicht glauben.

    Grüße

    PS: Für dein Problem mit dein Mercedes empfehle ich eine Garage, ist auch stressfreier im Winter...



    1 mal bearbeitet, zuletzt am 17.02.12 16:22 durch ayngush.

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Soldaten müssen bald nicht mehr um ihr Leben fürchten. Wozu auch, wenn sie aus sicherer Entfernung Roboter in den Krieg schicken können.
Ein IMHO von Oliver Nickel

  1. Wissenschaft Zweibeiniger Straußenroboter joggt 5 Kilometer weit
  2. Automatisierung Brand in Lagerhaus nach Roboterkollision
  3. Pneumatik Weiche Roboterhand spielt ganzen Level von Super Mario Bros.

Vision 6 im Hands On: Gelungene neue E-Book-Oberklasse von Tolino
Vision 6 im Hands On
Gelungene neue E-Book-Oberklasse von Tolino

Die Tolino-Allianz hat dem neuen E-Book-Reader Vision 6 mehr Speicher und Geschwindigkeit spendiert. Das ergibt einen gelungenen E-Book-Reader.
Ein Hands-on von Ingo Pakalski

  1. Family Sharing Tolino erlaubt das Teilen digitaler Hörbücher

Neue Editionen von Koch Films: David Lynchs Dune jetzt auch in 4K
Neue Editionen von Koch Films
David Lynchs Dune jetzt auch in 4K

Vier Wochen nach dem Kinostart von Denis Villeneuves Dune, präsentiert Koch Films David Lynchs Version aus dem Jahr 1984 in einer 4K-Edition.
Von Peter Osteried

  1. Science-Fiction der Neunziger Babylon 5 wird neu aufgelegt
  2. 25 Jahre Independence Day Ein riesiges Raumschiff und ein riesiger Erfolg
  3. Dune Der Wüstenplanet so schön wie nie zuvor