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Land der Fortschrittsfeinde

Neue Foren im Freiraum! Raumfahrt und freie Software haben jetzt einen Platz, die Games tummeln sich jetzt alle in einem Forum.
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  1. Re: Jawohl!

    Autor: TimBln 23.05.12 - 09:38

    endmaster schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Folgendes Szenario:
    > Aufgrund des extrem kalten Winters ist die halbe Fassade eines Hauses
    > abgeplatzt. Das Haus sieht total verwahrlost aus.
    > Der Vermieter nimmt extra einen Kredit auf, um das Problem zu beheben.
    > Nun hat Google leider Gottes Bilder von dem Ramschhaus gemacht. Wie lange
    > dauert es wohl, bis die in "Hinterpupsingen" nochmal vorbeifahren und ein
    > aktuelles Foto machen? 5 Jahre? 10 Jahre?
    > Wenn die Zielgruppe jüngere Leute sind, die natürlich bei streetview
    > gucken, was meint ihr, wird Er das wunderschön sanierte Haus nochmal los,
    > wenn Er es nicht verpixeln könnte?
    >
    > Das Problem ist doch u.a., dass eine Momentaufnahme dauerhaft im Internet
    > besteht. Es gibt u.U. keine Aktualisierung. Der Bewohner, das Haus oder das
    > Viertel wird auf einen kurzzeitigen Zustand festgenagelt. Es kann sich
    > nicht "verbessern".

    Und was ist mit dem maroden Dach und den Satellitenaufnahmen? Das ist doch alles nur vorgeschoben. Mich stört es grundsätzlich mehr, dass jemand auf dem Satellitenbild sehen kann, dass ich einen protzigen Pool hinter meinem Haus habe, dessen Fassade recht unscheinbar ist. Aber mich stört beides nicht, weil es einfach lächerlich ist. In der Gegend wo ich wohne, wird aufgrund der hohen Villendichte relativ oft eingebrochen (bzw. versucht einzubrechen). Ich behaupte: keiner der Einbrecher bezieht seine Informationen aus Streetview und Konsorten. Denn wie du ja schon richtig feststellst: die Bilder können Jahre alt sein und nicht der Gegenwart entsprechen. Ergo: totaler Blödsinn. Man möchte dagegen sein, weil man dagegen sein möchte.

  2. Re: Land der Fortschrittsfeinde

    Autor: TimBln 23.05.12 - 09:43

    zuzutu schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Und ganz nebenbei: NIEMAND muss begründen wenn er seine Privatsphäre wahren
    > will. Jeder hat von vornhinein Anspruch darauf. Jeder hat das Recht zu
    > sagen: "Das geht dich nichts an!". Wenn jemand nicht will, dass sein Haus
    > von jedem Menschen auf der Welt inspiziert werden kann, dann ist das seine
    > Sache.

    Genau, niemand muss begründen, warum er seine Privatsphäre wahren will, aber warum wahrt er sie dann nicht? Man muss doch nur einen ausreichend großen Wall vor dem Haus platzieren und schon ist das verpixeln unnötig. Und die Privatsphäre ist auch wirklich gewahrt und nicht nur als Pseudoargument gegen ein Foto das im Internet veröffentlicht wurde.

  3. Re: Jawohl!

    Autor: el3ktro 23.05.12 - 09:51

    > Und die Aussage, dass die Fassade eines Hauses sowieso öffentlich ist, ist
    > in diesem Fall auch ungültig weil es um das Internet geht. Es ist ein
    > großer Unterschied ob man ein paar Kilometer fahren muss um ein Haus zu
    > sehen oder ob alle Menschen ein Haus mit ein paar Klicks anschauen können.

    Was genau ist da nun der Unterschied? Eine Hausfassade ist öffentlich. Jeder, der die Straße entlang geht in der ich wohne, kann die Fassade meines Wohnhauses sehen. Warum ist das nun plötzlich nicht mehr in Ordnung, wenn auch jemand aus den USA diese Hausfassade angucken kann. Wo genau ist da der "Schaden" oder die Problematik, die abgewehrt werden müsste? Haben etwa nur die Leute aus meinem Ort das Recht, meine Hausfassade anzugucken? Oder nur die Leute die sich die Mühe machen, tatsächlich physisch vor Ort zu sein?

    Es kommt mir so vor als ob hier nur irgend eine diffuse, unerklärbare "Gefahr" heraufbeschworen wird die angeblich entsteht, wenn fremde Menschen anonym aus dem Internet von weit weg sich im Internet meine Hausfassade angucken können.

    Vor was genau hat man da Angst?

  4. Re: Wo ist denn DEIN Klarname hier, du mutiger Fassadenkletterer?

    Autor: !amused 23.05.12 - 10:34

    Du bist zwar (vermutlich) nicht der Poster, auf den sich meine Provokation bezog, aber ich antworte dir gerne trotzdem:

    Wenn du der Poster wärst und seine Einstellung hättest, dann hättest du wenigstens die Cojones unterm Röckchen, diese Forderung konsequent bei dir selbst durchzuziehen.

    Das schließt einen Klarnamen mit ein.

    Man kann ja so schön "fremd-spannen" und sich dabei selber hinter seinem nick verstecken.

    Wenn schon Daten-Striptease, dann aber bitte richtig.

    Und ja, es gibt durchaus Menschen, für die solche Aufnahmen lebensgefährlich werden können und die auf absolute Anonymität angewiesen sind (Ich arbeite in dem Bereich).

    On the 7th day, when God saw what She had done the bad hair day before, She shot Herself in a *politically correct* way, called 'The Big Bang'.

  5. Re: Jawohl!

    Autor: !amused 23.05.12 - 10:41

    Danke für deine Aufmerksamkeit!

    Ja, ich mag beides.

    Äpfel, die gerne ihre Hausfassade in Streetside/Streetview sehen und
    Birnen, die gerne Ihre Privatsphäre haben und dies vermeiden möchten.

    So, wie es die ach so geforderte Freiheit des Internets es sich wünscht.

    So what?

    On the 7th day, when God saw what She had done the bad hair day before, She shot Herself in a *politically correct* way, called 'The Big Bang'.

  6. Re: Wo ist denn DEIN Klarname hier, du mutiger Fassadenkletterer?

    Autor: el3ktro 23.05.12 - 10:47

    Was hat das eigentlich nun mit Streetview/Streetside zu tun?

  7. Re: Jawohl!

    Autor: el3ktro 23.05.12 - 10:48

    Nochmal, was hat "seine Hausfassade nicht zeigen wollen" mit Privatsphäre zu tun? WAS genau an einer Hausfassade ist denn "Privatsphäre"?

  8. Mal ein Beispiel aus einer deutschen "Stadt"

    Autor: nivanaod 23.05.12 - 10:54

    Verwandte aus den USA (mit dunklen Haaren - wird noch wichtig!) laufen bei uns im Örtchen durch die Straße und haben (natürlich) ihre Spiegelreflex um den Hals und fotografieren sich - ist ja auch wirklcih nichts schlimmes dran ... sofern man NICHT in Deutschland ist...

    Aber hier ruft ein besorgter Nachbar die Polizei, weil "irgendwelche Leute sein Haus fotografieren"

    Erstens ist das völlig legal !
    ... und wie doof muss man sein, selbst wenn ich sein Haus fotografiere, die Polizei zu rufen ?

    Das krasseste kommt noch..
    Bei der Kontrolle durch die Polizei wurde dann noch vom Polizisten der Spruch gebracht: "wenn Sie schwedisch ausgesehen hätten, hätten wir sie nicht kontrolliert !"

    Armes Deutschland !!!

  9. Re: Jawohl!

    Autor: Anonymer Nutzer 23.05.12 - 10:55

    Die Kameras bei streetview sind in knapp 3m Höhe montiert. So lässt Auschwitz auch in Bereiche sehen, die ansonsten nicht einsehbar sind.

    Desweiteren beschwere ich mich nicht darüber, dass Fotos gemacht werden. Ich wollte mit dem "vermieter-beispiel" nur zeigen, dass die Möglichkeit des verpixelns gerechtfertigt ist.

  10. Re: Jawohl!

    Autor: FaLLoC 23.05.12 - 10:58

    el3ktro schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------

    > Eine Hausfassade ist öffentlich. Jeder,

    Nein, nicht jeder.

    > der die Straße entlang geht

    Richtig. Nur die. Und das ist ein riesen Unterschied. Geschätzt so um eine sechsstellige Größenordnung.

    > in der ich wohne, kann die Fassade
    > meines Wohnhauses sehen. Warum ist das nun plötzlich nicht mehr in Ordnung,
    > wenn auch jemand aus den USA diese Hausfassade angucken kann.

    Also ich kenne jetzt beispielsweise keinen Kollegen, der sich mal Sonntag Nachmittag Zeit genommen hat, durch meine Straße zu fahren, nur um zu sehen wie der Herr Kollege denn so wohnt (es sei denn er war zum Grillen eingeladen).

    Ich kenne ne Menge kollegen, die das mit Streetview oder Streedside eben schon gemacht haben. Und das ist der Unterschied.

    > Wo genau ist
    > da der "Schaden" oder die Problematik, die abgewehrt werden müsste?

    Wenn man es einfach nicht mag?

    Wo ist der Schaden, seine Einkommensteuererklärung offen zu legen? Der Finanzbeamte und der Steuerberater kenn sie ja auch schon. Warum ist es jetzt plötzlich nicht mehr in Ordnung, wenn irgendjemand aus den USA (oder auch Dein Nachbar) die nicht auch kennt.

    > Haben etwa nur die Leute aus meinem Ort das Recht, meine
    > Hausfassade anzugucken? Oder nur die Leute die sich die Mühe
    > machen, tatsächlich physisch vor Ort zu sein?

    Was spricht dagegen?
    Wenn es dich nicht stört, bitte, Deine Sache.
    Wenn es jemanden stört und er die Möglichkeit nutzt, seine Wohnung verpixeln zu lassen, dann ist es geradezu eine arrogante Anmaßung, sich darüber aufzuregen. Diese Entscheidung ist dann nämlich seine Sache.

    Ach ja, meine Wohnung ist übrigens nicht verpixelt, weil es mich nicht stört.
    Was nichts daran ändert, dass es Leute gibt, die es stört und ich mir nicht anmaße, die über meinen Kamm zu scheren.

    --
    FaLLoC

  11. Re: Jawohl!

    Autor: el3ktro 23.05.12 - 11:00

    endmaster schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Die Kameras bei streetview sind in knapp 3m Höhe montiert. So lässt
    > Auschwitz auch in Bereiche sehen, die ansonsten nicht einsehbar sind.

    DAS ist auch der einzige Kritikpunkt an Streetview, den ich wirklich nachvollziehen kann.

    > Desweiteren beschwere ich mich nicht darüber, dass Fotos gemacht werden.
    > Ich wollte mit dem "vermieter-beispiel" nur zeigen, dass die Möglichkeit
    > des verpixelns gerechtfertigt ist.

    Sollte derjenige dann aber nicht auch sein Haus im realen Leben "verpixeln"? Am besten eine undurchsichtige Bauplane vor's Haus hängen?

  12. Re: Jawohl!

    Autor: el3ktro 23.05.12 - 11:19

    > > Eine Hausfassade ist öffentlich. Jeder,
    >
    > Nein, nicht jeder.
    >
    > > der die Straße entlang geht
    >
    > Richtig. Nur die. Und das ist ein riesen Unterschied. Geschätzt so um eine
    > sechsstellige Größenordnung.

    Ich hätte präziser sein sollen: Jeder DARF deine Hausfassade sehen. Bisher konnte das nur (praktikabel) nicht jeder.

    Mir ist aber immer noch nicht klar, wo da nun genau der Unterschied oder die konkrete Gefahr liegt, oder warum es irgendwelche Rechte von mir angeblich verletzt, wenn jemand aus Asien meine Hausfassade sehen kann.

    > Also ich kenne jetzt beispielsweise keinen Kollegen, der sich mal Sonntag
    > Nachmittag Zeit genommen hat, durch meine Straße zu fahren, nur um zu sehen
    > wie der Herr Kollege denn so wohnt (es sei denn er war zum Grillen
    > eingeladen).
    >
    > Ich kenne ne Menge kollegen, die das mit Streetview oder Streedside eben
    > schon gemacht haben. Und das ist der Unterschied.

    Das ist ja wieder das gleiche. Streetview macht sowas natürlich einfacher. Aber ich kann doch nicht etwas verbieten, nur weil ich etwas, was nun mal öffentlich einsehbar ist, vor anderen verstecken will. Ein Haus und dessen Zustand ist nun mal öffentlich einsehbar. Wenn ich nicht will das andere sehen wie oder wo ich wohne kann ich doch nicht einfach verbieten mein Haus zu fotografieren oder überhaupt anzugucken (das würden manche wohl am liebsten). Dann darf ich eben meine Adresse nicht herausgeben. Häuser und Wohnungen sind - von außen betrachtet - öffentlicher Raum. JEDER darf sich im öffentlichen Raum frei bewegen und alles sehen und ggfs. auch fotografieren, was sich in diesem öffentlichen Raum befindet.

    > Wenn man es einfach nicht mag?

    Das man etwas "nicht mag" ist die so ziemlich dämlichste, praxisfernste und gefährlichste Begründung, um etwas verbieten zu wollen, weil jeder allen möglichen Quatsch nicht mag. Ich mag keine roten Klamotten und es gibt sicherlich viele andere Leute, die kein rot mögen. Soll deswegen nun rot aus dem öffentlichen Raum verbannt werden? Sorry, aber das ist Quatsch. Die Fassade eines Hauses ist nun mal öffentlich einsehbar, was ist daran so schwer zu verstehen? Und mir erschließt sich einfach nicht wo nun der konkrete Schaden oder die konkrete Gefahr liegt, wenn jemand aus Japan oder den USA im Internet sehen kann, wie es hier im Ort aussieht.

    > Wo ist der Schaden, seine Einkommensteuererklärung offen zu legen? Der
    > Finanzbeamte und der Steuerberater kenn sie ja auch schon. Warum ist es
    > jetzt plötzlich nicht mehr in Ordnung, wenn irgendjemand aus den USA (oder
    > auch Dein Nachbar) die nicht auch kennt.

    In den skandinavischen Ländern ist das Gang und Gäbe:
    http://www.zeit.de/2008/09/Kasten-Schweden

    Ich hätte kein Problem damit.

    >
    > > Haben etwa nur die Leute aus meinem Ort das Recht, meine
    > > Hausfassade anzugucken? Oder nur die Leute die sich die Mühe
    > > machen, tatsächlich physisch vor Ort zu sein?

    > Was spricht dagegen?
    > Wenn es dich nicht stört, bitte, Deine Sache.
    > Wenn es jemanden stört und er die Möglichkeit nutzt, seine Wohnung
    > verpixeln zu lassen, dann ist es geradezu eine arrogante Anmaßung, sich
    > darüber aufzuregen. Diese Entscheidung ist dann nämlich seine Sache.

    Ich finde es eher arrogant sich anzumaßen einen Teil des ÖFFENTLICHEN RAUMS vor der Öffentlichkeit verstecken zu wollen, nur weil man sich dadurch "gestört" fühlt.

    Ich würde deiner Argumentation zustimmen, wenn es sich um die Privatsphäre handeln würde. Aber eine Hausfassade IST KEINE PRIVATSPHÄRE, sondern ÖFFENTLICHER RAUM und JEDER hat das Recht sich im öffentlichen Raum frei zu bewegen, ihn anzugucken und auch zu fotografieren und diese Fotos zu veröffentlichen.

  13. Selber machen!

    Autor: Sukram71 23.05.12 - 11:25

    Du hast völlig Recht. Es ist wirklich zu traurig.

    Aber wir sollten das selber in die Hand nehmen und einfach die verpixelten Häuser in der Nachbarschaft mit dem Handy aufnehmen und bei http://www.panoramio.com hochladen. Das ist ja kein großer Akt und recht schnell gemacht.
    Einfach nur aus Prinzip um aktiv ein Zeichen zu setzen.

    http://www.panoramio.com/user/1235410

    Ein paar Wochen bzw. Monate später erscheinen die dann bei Google Maps, Streetview und sogar in Google Earth. Wenn das jeder macht, dann sind bald alle Häuser in Deutschland online. ;-)

    Also gebt euch nen Ruck und macht bei dem kleinen Spaß mit. :)



    2 mal bearbeitet, zuletzt am 23.05.12 11:41 durch Sukram71.

  14. Re: Jawohl!

    Autor: FaLLoC 23.05.12 - 11:44

    tingelchen schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Deine Argumentation kann man auch umdrehen. Was ist denn mit den Rechten
    > des Eigentümers, der jetzt sein Haus in so einem Dienst sehen will?
    > Immerhin ist es die Fasade des Eigentürmers und nicht die des Mieters.

    Auch das lässt sich umkehren. Was ist wenn der Mieter seine Wohnung zeigen will, aber der Eigentümer nicht? Pech für den Mieter.

    > Dem Mieter gehört nämlich rein gar nichts vom Haus. Außer
    > den Möbeln die er selbst mitgebracht hat.

    Dem Mieter "gehört" die Information wie und dass er dort wohnt, was bereits einen ziemlich persönlichen Informationsgehalt hat. Und dass ein Interesse an solchen Informationen schützenswert ist, dafür gibt es genügend grundgesetzliche und einfachgesetzliche Beispiele.

    > ...Hier geht es um etwas, was sowieso in der
    > Öffentlichkeit steht und von jedem Menschen betrachtet und abgelichtet
    > werden kann, der grad daran vorbei läuft.

    Richtig, nur von denen.
    Bereits das rechtliche Interesse zur Unfallvermeidung mit offenen Augen durch eine Straße zu fahren dürfte kaum vergleichbar mit dem rechtlichen Interesse eines Streetview-Nutzers sein. Den letzteren mit dem ersteren zu vergleichen ist genaugenommen auch Äpfel und Birnen.

    > Der Witz dabei ist, das man die Fasaden ja extra schöner gestalltet damit
    > das Haus gut ausschaut wenn fremde Personen daran vorbei fahren/gehen und
    > das Kriterium für Kauf/Miete unter anderem auch die Fasade des Hauses ist.
    > Aber im Internet (auch ein öffentlicher Raum) darf man das dann nicht
    > sehen?

    Was ist mit denen, die einfach keinen Bock darauf haben, ihre Fassaden für die zwei vorbeifahrenden Autos am Tag schöner zu gestalten?

    Jetzt sehen halt nicht zwei Autofahrer am Tag, dass sie Gratler sind, sondern die Information steht einem Milliardenpublikum zur Verfügung.

    > Ist es jetzt peinlich weil es dann auch ein Japaner sehen kann, der nicht
    > gerade auf Urlaubsreise ist?

    Ich habe japanische Kunden. Natürlich wäre das oberpeinlich, wenn die sehen könnten, dass mein Garten eine Müllhalde wäre. Oder wenn die sehen könnten, dass ich mir mit dem Geld, das ich mit ihnen verdiene, eine Villa leisten kann.

    > Ach so... weil ja immer alle auf die bösen Firmen schimpfen. Hier noch ein
    > paar Denkansätze:
    ...
    > Da schimpft dann keiner oder wie?

    Doch.

    > Die ganze Disskusion ist daher absolut lächerlich.

    Aber das ist dann auf einmal lächerlich?

    Umgekehrt wird ein Schuh draus.
    Deine Aufzählung beinhaltet wichtige, ärgerliche und anzugreifende Punkte, und die Diskussion über Streetview und Streedside ist genau in diesem Zusammenhang gerade nicht lächerlich.

    Vorratsdatenspeicherung (die imho aufs schärfste zu verhindern ist, aber für die wenigsten in der Praxis spürbare Auswirkungen haben wird) ist bäh, aber dass sich die Kollegen über mein Messiehaus das Maul zerreißen ist schon ok?

    --
    FaLLoC

  15. Re: Jawohl!

    Autor: FaLLoC 23.05.12 - 12:18

    el3ktro schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------

    > Ich hätte präziser sein sollen: Jeder DARF deine Hausfassade sehen. Bisher
    > konnte das nur (praktikabel) nicht jeder.

    Und das ist eine nicht zu vernachlässigende Differenzierung. Wenn etwas (praktikabel) nicht möglich ist, ist die Tastache, dass es erlaubt ist, keine Beeinträchtigung. Es wird erst dann zur beeinträchtigung, wenn es (praktikabel) möglich wird.

    > ...
    > Das ist ja wieder das gleiche. Streetview macht sowas natürlich einfacher.

    Nicht nur das. Wie von Dir bereits festgestellt, macht Streetview es in den meisten Fällen erst praktabel möglich.

    > Aber ich kann doch nicht etwas verbieten, nur weil ich etwas, was nun mal
    > öffentlich einsehbar ist, vor anderen verstecken will. Ein Haus und dessen
    > Zustand ist nun mal öffentlich einsehbar.

    Das ist es ja nach wie vor. Jeder kann hinfahren und es einsehen. Aber hinfahren muss er halt, und das ist als Regulativ halt schon recht wirksam.

    ...
    > Das man etwas "nicht mag" ist die so ziemlich dämlichste, praxisfernste und
    > gefährlichste Begründung,

    Äh, nein. Dass man grundsätzlich nur das tun muss, was man will, ist sogar in Art. 2 Abs. 1 recht prominent grundgesetzlich geschützt.

    > um etwas verbieten zu wollen, weil jeder allen
    > möglichen Quatsch nicht mag. Ich mag keine roten Klamotten und es gibt
    > sicherlich viele andere Leute, die kein rot mögen. Soll deswegen nun rot
    > aus dem öffentlichen Raum verbannt werden? Sorry, aber das ist Quatsch.

    Richtig, das ist Quatsch, denn es passt hier nicht.

    Wir reden nämlich gerade von dem Fall, dass Du rote Klamotten tragen sollst, weil sie jemandem anderen gefallen (oder das jemand anderes sein Haus nicht verpixeln soll, weil Du es gerne sehen würdest).

    > Die Fassade eines Hauses ist nun mal öffentlich einsehbar, was
    > ist daran so schwer zu verstehen?

    Garnichts. Sie wäre ja nach wie vor öffentlich einsehbar.

    > Und mir erschließt sich einfach nicht wo nun der
    > konkrete Schaden oder die konkrete Gefahr liegt, wenn jemand aus Japan oder
    > den USA im Internet sehen kann, wie es hier im Ort aussieht.

    Das musst Du auch nicht. Es reicht, wenn sich das jemandem anderes erschließt und er daher sein Haus verpixelt.

    > In den skandinavischen Ländern ist das Gang und Gäbe:
    > www.zeit.de
    >
    > Ich hätte kein Problem damit.

    Im Gegensatz zu meiner unverpixelten Wohnung hätte ich damit schon Probleme.

    > Ich finde es eher arrogant sich anzumaßen einen Teil des ÖFFENTLICHEN RAUMS
    > vor der Öffentlichkeit verstecken zu wollen, nur weil man sich dadurch
    > "gestört" fühlt.

    Tut ja keiner. Es bleibt ja öffenlicher Raum den jeder vorort betrachten kann.

    Er ist dann lediglich nicht mehr Teil einer systematischen Datensammlung von personenbezogenen Daten, deren Auswertung jedermann zur Verfügung steht.

    > Ich würde deiner Argumentation zustimmen, wenn es sich um die Privatsphäre
    > handeln würde. Aber eine Hausfassade IST KEINE PRIVATSPHÄRE, sondern
    > ÖFFENTLICHER RAUM und JEDER hat das Recht sich im öffentlichen Raum frei zu
    > bewegen, ihn anzugucken

    Zwar nicht in dieser Allgemeinheit, aber so ungefähr.

    > und auch zu fotografieren und diese Fotos zu veröffentlichen.

    Nein, das hat er nicht. Nicht in dieser Allgemeinheit. Im Schnittbereich öffentlicher Raum/personenbezogene Information darf man gerade nicht alles veröffenlichen, was im öffentlichen Raum liegt.

    Und im konkreten Fall: Google mit seinen Kameras auf 3 m höhe hat Einblick in vieles, was gerade kein öffenlicher Raum mehr ist, und Goolge hätte die Möglichkeit zur Verpixelung sowieso einräumen müssen.

    --
    FaLLoC



    1 mal bearbeitet, zuletzt am 23.05.12 12:27 durch FaLLoC.

  16. Re: Jawohl!

    Autor: el3ktro 23.05.12 - 12:33

    > Nicht nur das. Wie von Dir bereits festgestellt, macht Streetview es in den
    > meisten Fällen erst praktabel möglich.

    > Das ist es ja nach wie vor. Jeder kann hinfahren und es einsehen. Aber
    > hinfahren muss er halt, und das ist als regulativ halt schon recht
    > wirksam.

    Das stimmt schon. Bleibt aber die Frage: Warum muss es "reguliert" werden, wer irgendwelche Hausfassaden sehen darf? WAS GENAU ist denn an einer öffentlich einsehbaren Hausfassade im öffentlichen Raum schützenswert, so dass der Personenkreis der diese Hausfassade ansehen darf eingeschränkt werden müsste?

    > Äh, nein. Dass man grundsätzlich nur das tun muss, was man will, ist sogar
    > in Art. 2 Abs. 1 grundgesetzlich geschützt.



    Natürlich, niemand darf mich dazu zwingen etwas zu tun, was ich nicht will. Aber was hat das mit Streetview zu tun? Es geht doch darum, was andere im öffentlichen Raum tun dürfen. Das Recht anderer, Hausfassaden zu fotografieren führt doch nicht dazu dass ich gezwungen werde, irgendwas zu tun. Art. 2 Abs. 1 hat hiermit also gar nichts zu tun.

    > Richtig, das ist Quatsch, denn es passt hier nicht.
    > Wir reden nämlich gerade von dem Fall, dass Du rote Klamotten tragen
    > sollst, weil sie jemandem anderen gefallen (oder das jemand anderes sein
    > Haus nicht verpixeln soll, weil Du es gerne sehen würdest).

    Nein, darum geht es NICHT. Dein Beispiel übertragen auf das hier würde bedeuten dass Hausbesitzer gezwungen wären, selbst Fotos von ihren Häusern zu machen und diese online zu stellen. Aber das fordert ja niemand. Es geht lediglich um das Recht anderer, Fotos vom öffentlichen Raum zu machen.

    > Garnichts. Sie wäre ja nach wie vor öffentlich einsehbar.

    Das Internet ist Teil der Öffentlichkeit ...

    > Das musst Du auch nicht. Es reicht, wenn sich das jemandem anderes
    > erschließt und er daher sein Haus verpixelt.

    Wieso sollte jemand das Recht haben, Teil des ÖFFENTLICHEN RAUMS zu verpixeln nur weil er sich gestört fühlt, wenn jemand aus Japan das angucken kann? Bei PRIVATSACHEN wäre ich ja völlig bei dir, aber es geht hier um den ÖFFENTLICHEN RAUM verdammt nochmal!!

    > Tut ja keiner. Es bleibt ja öffenlicher Raum den jeder vorort betrachten
    > kann.
    > Er ist dann lediglich nicht mehr Teil einer systematischen Datensammlung
    > von personenbezogenen Daten, deren Auswertung jedermann zur Verfügung
    > steht.

    Personenbezogen? Also bitte, jetzt geht's ja los. Wo ist denn Streetview bitte "personenbezogen"? Stehen da etwa an den Häusern dann die Namen der Bewohner dran oder wie?

    > Nein, das hat er nicht. Nicht in dieser Allgemeinheit. Im Schnittbereich
    > öffentlicher Raum/personenbezogene Information darf man gerade nicht alles
    > veröffenlichen, was im öffentlichen Raum liegt.

    Richtig, ich darf z.B. nicht in die Wohnungen hinein fotografieren (macht Google aber nicht). Einziger Kritikpunkt wäre hier die Höhe der Kamera, so dass sie manchmal in eigentlich verdeckte Gärten gucken kann. DAS kann ich verstehen.

  17. Re: Jawohl!

    Autor: FaLLoC 23.05.12 - 14:33

    el3ktro schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > > Tut ja keiner. Es bleibt ja öffenlicher Raum den jeder vorort betrachten
    > > kann.
    > > Er ist dann lediglich nicht mehr Teil einer systematischen Datensammlung
    > > von personenbezogenen Daten, deren Auswertung jedermann zur Verfügung
    > > steht.
    >
    > Personenbezogen? Also bitte, jetzt geht's ja los. Wo ist denn Streetview
    > bitte "personenbezogen"? Stehen da etwa an den Häusern dann die Namen der
    > Bewohner dran oder wie?

    § 3 Abs. 1 Bundesdatenschutzgesetz:

    "Personenbezogene Daten sind Einzelangaben über persönliche oder sachliche Verhältnisse einer bestimmten oder bestimmbaren natürlichen Person (Betroffener)."

    Wohnverhältnisse sind Einzelangaben über persönliche oder sachliche Verhältnisse einer Person.

    Über die Adresse ist die Person bestimmbar. Das reicht.

    > Richtig, ich darf z.B. nicht in die Wohnungen hinein fotografieren (macht
    > Google aber nicht).

    ...und noch eine ganze Menge mehr (identifizierbare Personen, auf Personen rückbeziehbare Sachverhalte, sog. "jugendgefährdende" Sachverhalte, etc)

    Wieso darf man eigentlich nicht in die Wohnung hinein fotografieren?
    Jeder, der die Straße entlang läuft, kann ja auch durch die Fenster in die Wohnung hineinschauen.

    Wieso eigentlich öffentlicher Raum? Der endet eigentlich an der Grunstücksgrenze. Das Haus im Garten steht eigentlich gerade nicht mehr im öffentlichen Raum sondern im Privatgrund.

    > Einziger Kritikpunkt wäre hier die Höhe der Kamera, so
    > dass sie manchmal in eigentlich verdeckte Gärten gucken kann. DAS kann ich
    > verstehen.

    Ich kann auch verstehen, dass jemandem nicht passt, dass sich das Ausspähen von Wohnungseinbruchsmöglichkeiten drastisch vereinfacht und anonymisiert hat. Oder sollen wir das über Vorratsdatenspeicherung abfangen ;-)

    --
    FaLLoC

  18. Re: Jawohl!

    Autor: el3ktro 23.05.12 - 18:30

    > "Personenbezogene Daten sind Einzelangaben über persönliche oder sachliche
    > Verhältnisse einer bestimmten oder bestimmbaren natürlichen Person
    > (Betroffener)."
    >
    > Wohnverhältnisse sind Einzelangaben über persönliche oder sachliche
    > Verhältnisse einer Person.
    >
    > Über die Adresse ist die Person bestimmbar. Das reicht.

    Google führt diese Daten aber nirgendwo zusammen. Das ist der Punkt. Es gibt von Google keine Datenbank in der ich eine Adresse eingebe und dann sehe wo derjenige wohnt oder umgekehrt. Wenn ich die Adresse von jemandem kenne, dann kann ich natürlich herausfinden, wo und wie derjenige wohnt. Daran ist aber nicht Google Schuld sondern das liegt in der Natur der Sache. Deiner Logik nach wären ja dann auch Stadtpläne oder Telefonbücher rechtlich ziemlich problematisch.

    Google zeigt dir nur, wie es in den Städten aussieht. Sie zeigen dir aber NICHT, wer wo wohnt. Nur wenn du die Adresse von jemandem aus anderer Quelle hast, kannst du nachsehen wo und wie derjenige wohnt. Ist aber wie gesagt mit jedem Stadtplan so.

    > > Richtig, ich darf z.B. nicht in die Wohnungen hinein fotografieren
    > (macht
    > > Google aber nicht).
    >
    > ...und noch eine ganze Menge mehr (identifizierbare Personen, auf Personen
    > rückbeziehbare Sachverhalte, sog. "jugendgefährdende" Sachverhalte, etc)

    Das stimmt nicht so ganz. Personen, die auf einem Bild "einfach mit drauf sind" ohne den eigentlichen Bildinhalt darzustellen muss ich weder um Erlaubnis fragen noch muss ich sie verpixeln. Sonst müsste ich ja für jedes Urlaubsfoto erstmal dutzende Leute um Erlaubnis fragen oder dieser verpixeln.

    > Wieso darf man eigentlich nicht in die Wohnung hinein fotografieren?
    > Jeder, der die Straße entlang läuft, kann ja auch durch die Fenster in die
    > Wohnung hineinschauen.

    Weil dies eine Verletzung der Privatsphäre wäre und man das Hineinschauen beim Vorbeigehen faktisch nicht verbieten kann, da man dann ja mit verschlossenen Augen durch die Städte laufen müsste.

    > Wieso eigentlich öffentlicher Raum? Der endet eigentlich an der
    > Grunstücksgrenze. Das Haus im Garten steht eigentlich gerade nicht mehr im
    > öffentlichen Raum sondern im Privatgrund.

    Das Haus ist vom öffentlichen Raum aus sichtbar, darum geht es. Hätte ich präzisieren sollen. Alles was vom öffentlichen Raum aus sichtbar ist, darf auch fotografiert werden. Wenn ich nicht will das mein Haus angeguckt oder fotografiert wird, dann muss ich eine entsprechend hohe Mauer drum herum bauen. Am besten gleich komplett nen Betonkubus drum herum damit auch Satellitenbilder unmöglich werden.

    > Ich kann auch verstehen, dass jemandem nicht passt, dass sich das Ausspähen
    > von Wohnungseinbruchsmöglichkeiten drastisch vereinfacht und anonymisiert
    > hat. Oder sollen wir das über Vorratsdatenspeicherung abfangen ;-)

    Oh nein, bitte nicht schon wieder DIESES Argument. Das ist sowas von ausgelutscht. Weder gibt es einen bekannten Fall in dem jemand ein (übrigens häufig mehrere Jahre altes) Streetview-Foto benutzt hat, um Einbruchsmöglichkeiten auszuspionieren, noch sind in den Ländern in denen es Streetview etc. gibt die Einbruchsraten gestiegen.

  19. Re: Wo ist denn DEIN Klarname hier, du mutiger Fassadenkletterer?

    Autor: iu3h45iuh456 23.05.12 - 19:27

    !amused schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > @zuzutu +1

    Mein Klarname? Den nenne ich hier nicht.
    Meine Hausfront? Da hätte ich nichts dagegen, wenn sie bei Google Streetview oder Bing Maps zu sehen wäre. Denn wer meine Adresse nicht kennt, kann auch das Haus keiner Person zuordnen.

  20. Re: Wo ist denn DEIN Klarname hier, du mutiger Fassadenkletterer?

    Autor: !amused 23.05.12 - 19:31

    Sorry, du warst hier nicht gemeint. Es bezog sich auf "Dadie", okay?

    cheers

    On the 7th day, when God saw what She had done the bad hair day before, She shot Herself in a *politically correct* way, called 'The Big Bang'.

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