Abo
  1. Foren
  2. Kommentare
  3. Wirtschaft
  4. Alle Kommentare zum Artikel
  5. › Drohung: Springer-Konzern will 50…

Re: Normal mag es sein - hinnehmen sollte man es nicht

  1. Beitrag
  1. Thema

Re: Normal mag es sein - hinnehmen sollte man es nicht

Autor: Wander 17.06.12 - 21:48

Mingfu schrieb:
--------------------------------------------------------------------------------
> Wobei man berücksichtigen muss, dass die oberen 10 % der Einkommensbezieher
> auch über 35 % der Einkommen auf sich vereinen.

Ich halte die Verteilung auch nicht für gerecht. Man muss auch bedenken, dass selbst in den 10% die Einkommen sich massiv unterscheiden, beginnend bei ich glaube ca. 70,000¤ Jahresgehalt bis... auf jeden Fall viel zu viel. Ich denke dem liegt ein generelles Problem zugrunde; unser Gesellschaftssystem, also der Kapitalismus. Die Politik versucht sozusagen ein Riesen zu bändigen, der im Grunde nicht gebändigt werden kann. Und ja sie versucht es, nur hat jede Änderung auch Konsequenzen die bedacht werden müssen.
Die Bild-Zeitung oder jedes andere Blatt kann zwar eine schöne Tabelle vorlegen, wie viel Geld durch eine nicht-vorhandene, zusätzliche Steuerbelastung der "Reichen" dem Staat theoretisch entgeht, aber viel wichtiger ist zuerst einmal, dass die Steuern überhaupt in Deutschland gezahlt werden und nicht im Ausland. Höhere Abgaben können also darin resultieren, dass der Standort Deutschland unattraktiv wird. Ich kenne mich in diesem Bereich auch viel zu wenig aus, um auch nur Ansatzweise die Zusammenhänge vollständig zu verstehen, nur weiß ich, dass ein ziemlich komplexes System mit zahlreichen Faktoren oft keine einfachen/optimalen Lösungen bietet. Ich bin also recht vorsichtig bei der Bildung meiner Meinung und beim Ziehen voreiliger Schlüsse.

> Nein. Momentan ist es so, dass diese Leute sich überproportional an den
> Deutschland erarbeiteten Werten bedienen und damit sogar andere um den
> ihnen zustehenden Wohlstand bringen. Denn wie ich im letzten Beitrag schon
> festgestellt habe: Mehr als arbeiten kann niemand. Wenn also einige
> deutlich überproportionale Einkommen haben, bedeutet das automatisch, dass
> andere für ihre Arbeit weniger bekommen als das, was sie eigentlich an
> Werten erschaffen. Der progressive Steuersatz der Einkommenssteuer kann
> davon nur einen geringen Teil wieder ausgleichen.

Ja, das stimmt. Aber wie oben schon gesagt, sehe ich hier nicht viel Spielraum für unsere Politik, jedenfalls nicht ohne das Zutun anderer Staaten.

> Vielleicht reicht aber auch schon ein Wechsel der Glaskugel. Ich hätte eine
> mit Marx-Hologramm anzubieten... ;-)

Der Kapitalismus ist vom Konzept her ja schon zum Scheitern verurteilt, von daher magst du recht haben. Ganz ohne Chaos geht aber auch so ein Wechsel nicht vonstatten. Ich denke ein entscheidender Vorteil (und Gleichzeitig wohl der schlimmste Nachteil) des Kapitalismus ist, dass der Mensch nicht so sehr von Bedeutung ist. Wachstum ist das A und O. Der Marxismus, oder vergleichbare Gesellschaftssysteme würden perfekt funktionieren, aber da der Mensch und die Gemeinschaft das zentrale Element dieser Ideen ist, und der Mensch die blöde Angewohnheit hat, Dinge zu vergeigen, sehe ich auch dort keine Zukunft.

> Können wir auch. Ich habe da auch nicht wirklich was dagegen. Aber ich habe
> etwas dagegen, wenn angefangen wird zu argumentieren, dass Politiker
> eigentlich viel zu wenig verdienen, weil in der Wirtschaft ganz andere
> Größenordnungen gezahlt werden. Ich halte das, was die Bundeskanzlerin
> bekommt für eine angemessene Obergrenze von dem, was die Arbeit eines
> Menschen in Deutschland wert sein kann.

Ich denke sie verdienen in dem Sinne zu wenig, als dass kluge Köpfe nicht stark genug geködert werden. Die Wirtschaft setzt eine Messlatte und als Politiker hat man keine Chance auch nur in die Nähe davon zu kommen. Ich hätte kein Bedürfnis danach, so viel Geld zu verdienen, aber andere haben es und vielleicht sollte man dem entgegen kommen.

> Ja, ich möchte auch, dass jeder Platz mit den dafür besten Leuten besetzt
> wird. Und ich stimme vollkommen überein, dass niemand Angst vor dem
> Strafrecht oder unbegrenzter persönlicher Haftung haben sollte (es ist
> sowieso utopisch, dass jemand im Zweifelsfall entsprechende Schäden
> bezahlen könnte). Aber das bedeutet im gleichen Atemzug auch, dass damit
> die Ausrede der "persönlichen Verantwortung" für völlig überdimensionierte
> Gehälter in der Wirtschaft nicht mehr zieht.
>
> Und auch die besten Leute beherrschen stets nur ihr spezielles Fachgebiet.
> Deshalb sehe ich nicht ein, dass nur weil die eigene Persönlichkeit
> Führungsqualitäten in Wirtschaftsfragen hat, dies der Freibrief für einen
> tiefen Griff in die Schatulle sein soll. Derjenige gehört natürlich auf
> eine entsprechende Position - weil er das am besten kann und es ihm
> vermutlich auch am meisten Spaß macht - aber er gehört dort bezahlt wie
> jeder Andere auch (falls die Arbeitsbelastung überdurchschnittlich sein
> sollte, wie z. B. auch bei der Bundeskanzlerin, kann die Bezahlung gern
> auch über dem Durchschnitt liegen - aber sie muss sich im Rahmen halten).
>
> Denn letztlich kommt es in jedem Beruf darauf an, dass ihn die für diese
> Stelle am besten geeignete Person ausübt. Das gilt für Krankenpfleger,
> Kindergärtnerinnen, Elektriker, Müllfahrer genauso wie für
> Führungspersönlichkeiten in der Wirtschaft.

Was meiner Meinung nach ein klares Defizit unserer Politik ist. Mir missfällt der Gedanke, dass Ministerämter einfach so nach belieben und ohne irgendwelche nötigen Kompetenzen frei belegt und getauscht werden. Ich erwarte keine Experten, dafür haben sie ihre Mitarbeiter, aber man sollte sich doch schon wenigstens auf einem gebildeten Niveau bewegen, schon allein wegen der Kommunikation.
Hier tragen wir als Gesellschaft denke ich aber eine große Mitschuld. Wir lassen uns nicht nur von Wahlversprechen täuschen, wir legen es auch noch darauf an, und uns sind irgendwelche Politiker-Floskeln lieber als ein klares "Nein, dazu kann ich nichts sagen. Das ist nicht mein Gebiet.".



1 mal bearbeitet, zuletzt am 17.06.12 21:51 durch Wander.


Neues Thema Ansicht wechseln


Thema
 

Ist in jeder mittelgroßen Firma normal.....

Sonnenregen | 15.06.12 - 19:31
 

Re: Ist in jeder mittelgroßen Firma...

iu3h45iuh456 | 15.06.12 - 21:00
 

Normal mag es sein - hinnehmen sollte...

Mingfu | 15.06.12 - 22:42
 

Re: Normal mag es sein - hinnehmen...

blackbirdone | 16.06.12 - 00:10
 

Re: Normal mag es sein - hinnehmen...

Local_Horst | 16.06.12 - 00:18
 

Re: Normal mag es sein - hinnehmen...

Trockenobst | 16.06.12 - 04:08
 

Re: Normal mag es sein - hinnehmen...

Mingfu | 16.06.12 - 07:42
 

Re: Normal mag es sein - hinnehmen...

Trockenobst | 16.06.12 - 23:30
 

Re: Normal mag es sein - hinnehmen...

pjebsen | 16.06.12 - 23:43
 

wir sind (z.T.) selbst Schuld

spiderbit | 16.06.12 - 14:32
 

Re: wir sind (z.T.) selbst Schuld

Mingfu | 16.06.12 - 15:19
 

Re: wir sind (z.T.) selbst Schuld

__destruct() | 16.06.12 - 15:32
 

Re: wir sind (z.T.) selbst Schuld

spiderbit | 16.06.12 - 20:41
 

Re: Normal mag es sein - hinnehmen...

Dumpfbacke | 16.06.12 - 21:20
 

Re: Normal mag es sein - hinnehmen...

Wander | 17.06.12 - 14:02
 

Re: Normal mag es sein - hinnehmen...

IrgendeinNutzer | 17.06.12 - 14:54
 

Re: Normal mag es sein - hinnehmen...

Mingfu | 17.06.12 - 15:53
 

Re: Normal mag es sein - hinnehmen...

Wander | 17.06.12 - 18:48
 

Re: Normal mag es sein - hinnehmen...

Mingfu | 17.06.12 - 20:10
 

Re: Normal mag es sein - hinnehmen sollte man es nicht

Wander | 17.06.12 - 21:48
 

Re: Normal mag es sein - hinnehmen...

Mingfu | 18.06.12 - 00:02
 

Wir leben im Überfluss nicht im Mangel

spiderbit | 18.06.12 - 00:04
 

Re: Wir leben im Überfluss nicht im Mangel

Wander | 18.06.12 - 08:15
 

Re: Wir leben im Überfluss nicht im Mangel

spiderbit | 18.06.12 - 11:46
 

Re: Normal mag es sein - hinnehmen...

theWhip | 18.06.12 - 09:02
 

Re: Normal mag es sein - hinnehmen...

AssKickA | 18.06.12 - 09:09
 

Re: Normal mag es sein - hinnehmen...

Mingfu | 18.06.12 - 09:52
 

Re: Normal mag es sein - hinnehmen...

pjebsen | 16.06.12 - 23:46

Neues Thema Ansicht wechseln


Um zu kommentieren, loggen Sie sich bitte ein oder registrieren Sie sich. Zum Login

Stellenmarkt
  1. ivv GmbH, Hannover
  2. Fraunhofer-Institut für Optronik, Systemtechnik und Bildauswertung IOSB, Ettlingen
  3. Hochschule Esslingen, Esslingen am Neckar
  4. Dataport, verschiedene Standorte

Golem pur
  • Golem.de ohne Werbung nutzen

Anzeige
Spiele-Angebote
  1. 4,99€
  2. (-55%) 44,99€
  3. (-71%) 19,99€


Haben wir etwas übersehen?

E-Mail an news@golem.de


iPhone 11 im Test: Zwei Kameras beim iPhone reichen
iPhone 11 im Test
Zwei Kameras beim iPhone reichen

Das iPhone Xr war der heimliche Verkaufsschlager der letzten iPhone-Generation, mit dem iPhone 11 bekommt das Gerät nun einen Nachfolger. Im Test zeigt sich, dass Käufer auf die Kamerafunktionen der Pro-Modelle nicht verzichten müssen, uns stört auch das fehlende dritte Objektiv nicht - im Gegensatz zum Display.
Ein Test von Tobias Költzsch

  1. Tim Cook Apple-CEO verteidigt die Sperrung der Hongkong-Protestapp
  2. China Apple entfernt Hongkonger Protest-App aus App Store
  3. Smartphone Apple bietet kostenlose Reparatur für iPhone 6S an

Gemini Man: Überflüssiges Klonexperiment
Gemini Man
Überflüssiges Klonexperiment

Am 3. Oktober kommt mit Gemini Man ein ambitioniertes Projekt in die deutschen Kinos: Mit HFR-Projektion in 60 Bildern pro Sekunde und Will Smith, der gegen sein digital verjüngtes Ebenbild kämpft, betreibt der Actionfilm technisch viel Aufwand. Das Seherlebnis ist jedoch bestenfalls komisch.
Von Daniel Pook

  1. Filmkritik Apollo 11 Echte Mondlandung als packende Kinozeitreise

Medienkompetenz: Was, Ihr Kind kann nicht programmieren?
Medienkompetenz
Was, Ihr Kind kann nicht programmieren?

Lesen, schreiben, rechnen und coden: Müssen Kinder programmieren lernen? Vielleicht nicht. Aber sie sollen verstehen, wie Computer funktionieren. Wie das am besten geht.
Von Jakob von Lindern

  1. 5G Milliardenlücke beim Digitalpakt Schule droht
  2. Digitalpakt Schuldigitalisierung kann starten
  3. Whatsapp bei Lehrern Kultusministerkonferenz pocht auf Datenschutz

  1. Nach Attentat: Datenschutzbeauftragter kritisiert Hintertüren in Messengern
    Nach Attentat
    Datenschutzbeauftragter kritisiert Hintertüren in Messengern

    Es habe nicht am Datenschutz gelegen, dass Terroristen in den vergangenen Jahren nicht aufgehalten wurden, erklärt der Datenschutzbeauftragte Kelber. Derweil streitet die Regierung um Datenschutzabbau und Hintertüren in Messengern. Diese könnten aber auch von Kriminellen genutzt werden, warnt Kelber.

  2. Samsung CRG9 im Test: Das Raumschiffcockpit für den Schreibtisch
    Samsung CRG9 im Test
    Das Raumschiffcockpit für den Schreibtisch

    Keine Frage: An das Curved Panel und das 32:9-Format des Samsung CRG9 müssen wir uns erst gewöhnen. Dann aber wollen wir es fast nicht mehr hergeben. Dank der hohen Bildfrequenz und guten Auflösung vermittelt der Monitor ein immersives Gaming-Erlebnis - als wären wir mittendrin.

  3. Brennstoffzellenauto: Toyota stellt neuen Mirai vor
    Brennstoffzellenauto
    Toyota stellt neuen Mirai vor

    Der Toyota Mirai, das erste Serien-Brennstoffzellenauto, ist vom Design her nicht jedermanns Sache. Für das kommende Jahr hat der japanische Automobilkonzern einen Nachfolger angekündigt, dessen Formen eher dem europäischen Geschmack entsprechen werden.


  1. 12:27

  2. 12:00

  3. 11:57

  4. 11:51

  5. 11:40

  6. 10:49

  7. 10:14

  8. 10:00