Beim Pro7-Wissenspreis durchgefallen. :-)
Autor: PremiumParking 20.10.05 - 04:11
Etwas aehnliches hatte ich zum Pro7-Wissenspreis (Thema: "Stadt der Zukunft") eingereicht. Gegen den Siegerbeitrag, das solarbetriebene Brennstoffzellen-Radio, konnte der zugegebenermassen am letzten Abend vor Einsendeschluss recht hastig zu Papier gebrachte Entwurf zwar nicht bestehen (nein, ich bin deswegen nicht enttaeuscht), aber vielleicht sind ja ein paar Ideen dabei, die die ein oder andere Parkplatzbewirtschaftungs-Firma noch brauchen kann. Viel Spass:
PremiumParking
RFID-basiertes Vermarktungskonzept für Stellflächen in Ballungszentren
Einleitung
Bei wachsendem Verkehrsaufkommen und anhaltend hoher Beliebtheit von Individualverkehr gegenüber öffentlichem Nahverkehr entwickeln sich Fahrzeugstellflächen in modernen Ballungszentren zunehmend zu einer knappen aber begehrten und damit wertvollen Resource. PremiumParking bietet ein Konzept zur modernen Verwaltung von Stellflächen und ermöglicht Stellflächenbesitzern und Kunden eine komfortable und flexible Nutzung von Parkraum. PremiumParking ist im Kern gekennzeichnet durch die Buchung, Abrechnung und Freischaltung von Stellflächen über moderne Kommunikationsmittel wie Mobiltelefon, PDA und heimischen Internetanschluß in Kombination mit RFID-basierter Identifizierung von Fahrzeugen an den Stellflächen.
Technische Voraussetzungen
Technische Vorraussetzungen auf Kundenseite
Auf Kundenseite ist die Anbringung eines RFID-Chips am Fahrzeug erforderlich, welcher die eindeutige Identifizierung des Fahrzeugs anhand einer individuellen Kunden-ID ermöglicht. Der RFID-Chip kann unauffällig am Fahrzeug angebracht werden und enthält keine persoenliche Daten über die individelle Kunden-ID hinaus. Zur Nutzung der PremiumParking-Dienste muss der Kunde ausserdem über eines der unterstützten Kommunikationsmedien verfügen, also Mobiltelefon, PDA und/oder heimischen Internetanschluß.
Technische Vorraussetzungen auf Anbieterseite
Zur Identifizierung der Fahrzeuge sind PremiumParking-Stellflächen mit RFID-Lesern auszustatten, welche über eine verschlüsselte Verbindung per Internet mit einer zentralen Stelle verbunden werden. Die RFID-Leser können beipielsweise in speziellen Bordsteinen untergebracht, durch diese miteinander verbunden und gesammelt an einer Stelle an das Internet angebunden werden.
Die Installation erfolgt durch den PremiumParking-Anbieter, der sich als Dienstleister zwischen Stellflächenbesitzern und Parkkunden positioniert. Buchungs- und Abrechnungssysteme werden zentral vom PremiumParking-Anbieter betrieben und können dadurch kostengünstig entwickelt und gewartet werden.
Der Stellplatzbesitzer kann als Kunde des PremiumParking-Dienstes seine Stellflächen gewinnbringend und auf dem aktuellen Stand der Technik vermarkten, ohne selber die gesamte Infrastruktur stellen zu muessen.
Der Parkvorgang
Vorab-Reservierung über das Internet
Nach Anmeldung über die Anbieterwebseite wählt der Kunde Ort und Zeit für seinen geplanten Parkvorgang aus. Er bezeichnet zum Beispiel einen Stadtteil und/oder eine Straße, Startzeit und beabsichtigte Parkdauer. Die Parkdauern werden in Halbstundentaktung angeboten. Das System schlägt dem Kunden daraufhin freie PremiumParking-Stellflächen im Rahmen seines Parkwunsches vor und zeigt diese grafisch auf einer Straßenkarte an. Der Kunde kann eine ihm angenehme Stellfläche auswählen. Zusätzlich zur grafischen Darstellung sind die Stellflächen jeder Strasse sowohl im Webinterface als auch real mit einer Nummer gekennzeichnet. Der Kunde kann die von ihm gebuchte Stellfläche vor Ort somit leicht identifizieren. Bestätigt der Kunde die Buchung, wird die Parkgebühr vom Konto des Kunden abgebucht und die Stellfläche für den gebuchten Zeitraum für den Kunden reserviert.
Die Reservierung über den heimischen Internetanschluß bietet sich für eine Vorausplanung, beispielsweise die Gestaltung eines Kinobesuchs, an. Der Kunde kann sich einen exklusiven Parkplatz unmittelbar vor dem Kino reservieren und am betreffenden Abend komfortabel und ohne zeitkostende Parkplatzsuche nutzen.
Vor-Ort-Buchung über das Internet
Die Nutzung von PDAs oder Mobiltelefonen mit Internetfunktionalität ermöglicht auch eine spontane Internetbuchung vor Ort nach oben genanntem Muster.
Vor-Ort-Buchung über Mobiltelefon
Ein Kunde, der sich zuvor für den PremiumParking-Dienst angemeldet hat, fährt vor einer freien PremiumParking-Stellfläche vor und äußert nach Anruf einer einheitlichen PremiumParking-Hotline seinen Parkwunsch. Hat der Kunde bei der Anmeldung seine Handydaten zur Verfügung gestellt, so ist er über den Anruf und die Annäherung des RFID-Chips an das Lesegerät der Stellfläche identifiziert und lokalisiert und muss nur noch seine gewünschte Parkdauer nennen. Alternativ (z.B. bei geliehenem Handy) kann sich der Kunde über eine Kundennummer bzw. einen Benutzernamen identifizieren und ist dann über Zuordnung dieser Information zu seinem RFID-Chip ebenfalls lokalisiert. Von seiten der Hotline kann dann unmittelbar die Verfügbarkeit der Stellfläche für die gewünschte Parkdauer bestätigt oder die maximal verfügbare Parkdauer genannt werden. Bucht der Kunde die Stellfläche, kann er diese sofort nutzen und die Parkgebühr wird vom Konto des Kunden abgebucht.
Alternativ zum Angebot einer Hotline kann auch eine weniger personalintenisve Buchung per SMS umgesetzt werden, wobei der Kunde in einem vorgegebenen Format die gewünschte Startzeit und Parkdauer per SMS an eine einheitliche PremiumParking-Rufnummer übermittelt und per automatisierter SMS-Antwort über die Verfügbarkeit informiert wird. Durch eine weitere SMS wird die Buchung durch den Kunden bestätigt, die Stellfläche für den Kunden freigegeben und die Parkgebühr vom Kundenkonto abgebucht.
Vermeidung von Falschparkern
Die unautorisierte Nutzung von PremiumParking-Stellflächen stellt ein Problem in zweierlei Hinsicht dar: Zunächst entgehen dem Anbieter der Stellflächen wie auch bei heutigen Abrechnungssystemen (z.B. Parkschein) durch unautorisierte Nutzung der Stellflächen Einnahmen. Bedeutender ist allerdings, daß PremiumParking-Kunden, die eine Stellfläche im Voraus reserviert haben, ihren gebuchten Stellpatz möglicherweise nicht in Anspruch nehmen können, falls dieser durch ein unautorisiertes Fahrzeug belegt ist. Da die Verlässlichkeit einen wichtigen Faktor bei der Reservierung darstellt, gilt es für die Umsetzung des Reservierungs-Anteils des PremiumParking-Konzeptes, unautorisierte Nutzung der Stellflächen auf jeden Fall zu vermeiden. Hierzu können unterschiedliche Mittel angewandt werden:
Absperrung der Stellflächen
Durch automatisierte Absperrvorrichtungen, wie z.B. elektrisch versenkbare Pfeiler, können die Parpklätze gegen unautorisierte Nutzung abgesichert werden. Bei Annäherung eines Autos, für welches die Stellfläche gebucht wurde (Identifizierung per RFID-Chip), wird diese freigegeben. Auf diese Weise können unautorisierte Fahrzeuge die Stellfläche nicht befahren. Das Überschreiten der Parkzeit (und somit die Blockierung einer Stellfläche) durch ein zuvor autorisiertes Fahrzeuges kann jedoch durch diese Installation nicht verhindert werden.
Abschleppen von Falschparkern
Bei Verzicht auf Absperrung der Stellflächen (aus Kostengründen zu erwägen) können die Stellflächen unautorisiert befahren werden. Durch Sensoren (intelligente Kameraüberwachungssysteme, Lichtschranken), die auch Fahrzeuge von Nicht-Kunden (ohne RFID-Chip) erfassen, kann eine unautorisierte Nutzung der Stellflächen jedoch ohne Verzögerung festgestellt werden und im Falle des Konfliktes mit einer Reservierung vor Eintreffen des reservierenden Kunden eine Abschleppung des unautorisierten Fahrzeugs eingeleitet werden. Problematisch gestaltet sich hier ebenfalls, wie bei der Absperrung der Stellflächen, die Überschreitung von Parkzeiten durch PremiumParking-Kunden, da es mit Rücksicht auf Kundenbindung und Kundenzufriedenheit nur eingeschränkt empfehlenswert erscheint, einen Kunden, der durch Parkzeitüberschreitung in Konflikt mit einer Reservierung eines anderen Kunden gerät, abzuschleppen.
Vermeidung von Konflikten durch Reservezeiten bei Reservierung
Um die Verfügbarkeit reservierter Stellflächen zu sichern, werden Stellflächen-Reservierungen mit einem Leerstand der Stellfläche vor Beginn der eigentlichen Reservierungszeit verbunden (Pufferzeit). Die Wahrscheinlichkeit der Nicht-Verfügbarkeit durch Parkzeitüberschreitung eines vorangehenden Kunden wird dadurch deutlich verringert. Die Pufferzeit ist vom reservierenden Kunden zu bezahlen, wodurch Vorab-Reservierungen geringfügig teurer sind als eine Vor-Ort-Buchung derselben Stellfläche. Die Mehrkosten sind jedoch durch den zusätzlichen Komfort der Reservierung zu rechtfertigen.
Vermeidung von Parkdauerüberschreitung durch SMS-Hinweise
Zehn Minuten vor Ablauf der gebuchten Parkzeit werden Kunden per SMS über den bevorstehenden Ablauf der Parkzeit informiert. Liegt keine Reservierung der Stellfläche durch einen zweiten Kunden für die nachfolgende Zeit vor, wird der SMS-Hinweis mit dem Angebot einer Parkzeitverlängerung verbunden, die der Kunde per SMS oder Anruf bestätigen kann. Bucht der Kunde keine Verlängerung und überschreitet dennoch die Parkzeit, wird eine erhöhte Parkgebühr erhoben. Ist die Stellfläche nach Ablauf der ursprünglich gebuchen Parkzeit nicht verfügbar, wird in der SMS-Mitteilung darauf hingewiesen und es erfolgt statt eines Verlängerungsangebotes die Aufforderung, die Stellfläche freizugeben.
Vermeidung von Konflikten durch Gebühren
Überschreitet ein Kunde die gebuchte Parkdauer und gerät damit in die Pufferzeit der Reservierung eines anderen Kunden, so werden ihm zusätzliche Gebühren in Rechnung gestellt. Bei Ablauf der Pufferzeit muss der Falschparker im Interesse des reservierenden Kunden abgeschleppt werden. Alternativ sind Prämienkonzepte denkbar, die dem reservierenden Kunden bei freiwilligem Verzicht auf seine Reservierung Geldprämien zukommen lassen, die letztlich über Gebühren dem die Parkdauer überschreitenden Kunden in Rechnung gestellt werden.
Erweiterungen des Systems
Mit den bisher beschriebenen Methoden können PremiumParking-Stellflächen flexibel vermarktet und allen Kunden, die über die genannten Kommunikationsmittel verfügen, bereit gestellt werden. Erweiterungen des Systems können darüberhinaus die Nutzergruppe für PremiumParking-Parkplätze erweitern, aber auch zusätzlichen Komfort und neue Vermarktungswege erschliesen.
Offline-Buchung und -Verfügbarkeitsanzeige
Im Rahmen eines Internet-Buchungs-Interfaces stellt es kein Problem dar, die zeitliche Verfügbarkeit von Stellflächen intuitiv und präzise zu kennzeichen. Per Hotline oder SMS kann die Verfügbarkeit auch vor Ort erfragt werden (siehe "Vor-Ort-Buchung über Mobiltelefon"), dieses gestaltet sich aber bereits weniger intuitiv. Um dies zu verbessern und auch Kunden, die vor Ort keinen Zugang zu Internet oder Hotline besitzen, die Möglichkeit zu bieten, die Verfügbarkeit einer Stellfläche zu erkennen und eine Stellfläche z.B. per lokalem Kassenautomat zu buchen, wird eine lokale Darstellung der Verfügbarkeit der Stellfläche benötigt. Zu diesem Zwecke könnten die Bordsteine von PremiumParking-Stellflächen beispielsweise mit Lichtelementen versehen werden. Ein grünes Licht könnte die Verfügbarkeit innerhalb der nächsten halben Stunde anzeigen, rotes Licht eine Reservierung oder Belegung symbolisieren und gelbes Licht die Annäherung eines autorisierten Fahrzeugs an einen gebuchten Stellplatz kennzeichnen. Mit 4 LEDs als Lichtreihe liesse sich einfach und leicht verständlich ein Zeitraum von 2 Stunden darstellen.
Parkraum-Navigationssystem
Mittels zukünftig vermehrt zu erwartender Fähigkeiten von Fahrzeugnavigationssystemen über mobile Kommunikationssysteme (z.B. UMTS, WLAN) online Datenabgleiche mit externen Datenquellen durchführen zu können, können PremiumParking-Stellflächen und ihre Verfügbarkeit unmittelbar in Navigationssystemen eingebunden und angezeigt werden. Der Nutzer kann sich auf diese Weise in Ballungszentren gezielt zu freien Stellflächen leiten lassen.
Ausgefallene individuelle Vermarktungsstrategien
Durch die flexible Verwaltung der Stellflächen sind auch ungewöhnliche Vermarktungsideen denkbar. So können Kinos oder Konzertveranstalter zum Beispiel besonders günstig gelegene Stellflächen zum Wochenende per Auktion versteigern. Auch Pakete mit günstigeren Tarifen oder Sonderleistungen (z.B. Abschleppversicherung) bei Verpflichtung zu monatlicher Mindestabnahme bestimmter Parkzeitkontingente wären denkbar. Eine "Parkplatz-Flatrate" wäre mittels Mischkalkulation zu realisieren.
Fazit
Identifizierende RFID-Chips an Fahrzeugen ermöglichen im Zusammensiel mit PremiumParking-Lesegeräten an KFZ-Stellflächen vielfältige Angebote, die sowohl den Kunden als auch den Anbietern der Stellflächen zu Gute kommen. Während Anbieter Ihre Stellflächen sehr gezielt, kontrolliert und gleichzeitig flexibel vermarkten können, sind Kunden in der Lage, ihren Parkraum deutlich komfortabler zu buchen als heute möglich.
Der Gang zum Parkscheinautomat entfällt ebenso wie die Notwendigkeit, Kleingeld verfügbar zu haben. Versehentlichen Überschreitungen der Parkdauer kann durch Erinnerung per SMS entgangen, Verlängerungen von überall vorgenommen werden. Gleichzeitig werden Überschreitungen besser erfasst, was den Anbietern zu Gute kommt. Maximale Parkdauern können anbieterseits, anders als heute, flexibel am Bedarf ausgerichtet werden: sind genügend Stellflächen in der Umgebung frei, muss ein Fahrzeug nicht nach einer bestimmten Parkdauer entfernt werden; stattdessen kann Parkzeit nachgebucht werden. Auch dürfte die komfortable und bargeldlose Buchungsmöglichkeit von Parkraum die Bereitschaft erhöhen, bezahlte Stellflächen zu nutzen.
Diese Vorteile erschliessen sich bereits, wenn nur der Vor-Ort-Buchungs-Anteil des PremiumParking-Konzeptes realisiert wird. Durch Ergänzung um die Möglichkeit von Vorab-Reservierungen erweitern sich Kundenkomfort und Vermarktungsspektrum zusätzlich. Gleichzeitig bedingen jedoch die Erfordernis der Freihaltung der Stellflächen für Reservierungs-Kunden, ebenso wie die durch Reservierungen entstehende Notwendigkeit, die zukünftige Verfügbarkeit der Stellflächen lokal ersichtlich zum machen, erheblichen zusätzlichen Aufwand, der möglicherweise nicht rentabel ist.
Eine stufenweise Einführung von PremiumParking scheint somit ratsam, wobei in einer ersten Stufe zunächst das Vor-Ort-Buchungs-Konzept etabliert und die Akzeptanz des Systems getestet und gefördert wird.
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Beim Pro7-Wissenspreis durchgefallen. :-) |
PremiumParking | 20.10.05 - 04:11 |
Re: Beim Pro7-Wissenspreis... |
Markus Olschewski | 21.10.05 - 07:39 |
Re: Beim Pro7-Wissenspreis... |
PremiumParking | 21.10.05 - 15:02 |



