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Haftungsprivilegien streichen!

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  1. Haftungsprivilegien streichen!

    Autor: smaggma 23.04.13 - 21:29

    So die Telekom will also kein reiner Provider mehr sein, sonder sie möchten gerne Kontrolle auf die Daten ausüben die durch ihre Netze fließen. Sie will also nicht einfach nur Internet zur Verfügung stellen und alle Daten durch leiten woher sie auch kommen und was auch immer sie sein mögen. Sie will kein einfacher Anbieter eines neutralen Dienstes sein.

    Gut, dann wäre es wohl auch Zeit ihr die besonderen Haftungsprivilegien zu streichen die sie als reiner Anbieter von Datentransfer geniest. Mal schauen ob die sich das nicht noch anders überlegen wenn sie für alle Daten die durch ihre Netze strömen auch Haftbar gemacht werden könnten.
    Dann darf vielleicht die Telekom auch bald Urheberrechtsabmahnung bezahlen ... oder Sie müssen sie halt unterbinden. Das dürfte mehr oder weniger unmöglich sein ohne das Internet ab zu klemmen und ein geschlossenes T-Netz zu bauen. Kunden hätte sie dann vermutlich aber nicht mehr so viele...

  2. Re: Haftungsprivilegien streichen!

    Autor: Trockenobst 24.04.13 - 02:26

    smaggma schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > So die Telekom will also kein reiner Provider mehr sein, sonder sie möchten
    > gerne Kontrolle auf die Daten ausüben die durch ihre Netze fließen.

    Bis jetzt will die Telekom nur mehr Geld für mehr Traffik. Wer zu viel Youtube schaut oder zu viel zockt muss halt mehr zahlen, aber die Telekom sperrt nichts oder gibt dir vor was du mit dem mehr Traffik machen darfst/nicht machen darfst.

    Bei "Störung" der Netzneutralität würden sie bestimmte Anbieter durchlassen und andere nicht. Sie entfernen "einfach" nur juristisch das Wort Flatrate oder definieren es um. Die haben auch Anwälte und werden sich nicht mit der EU-Kommission anlegen. Die Hausaufgaben haben sie gemacht.

    Selbstverständlich ist das ggf. Asozial, weil in bestimmten Gegenden kein anderer Anbieter vorhanden ist. Aber für das reine Entfernen des Wortes "Flatrate" ist die Netzneutralität nicht gestorben. Ob man jetzt 10¤ mehr zahlt für Entertain oder 10¤ mehr zahlt um noch mehr HD-Videos von Google zu sehen, am Ende ist man 10¤ ärmer. Der Telebim ist es egal wofür du den Extra-Traffik brauchst.

  3. Re: Haftungsprivilegien streichen!

    Autor: Anonymer Nutzer 24.04.13 - 02:57

    da eigene Dienste davon nicht betroffen sind, ist das juristisch sehr fragwürdig. Wenn es nur um den Traffic gehen würde, dann würde die Telekom auch ihre eigenen Dienste drosseln (müssen) wenn der Kunde zu viel Traffic nutzt. Das ist jedoch nicht der Fall, also findet hier eine indirekte Kontrolle statt.

    Und auf 384 kbit drosseln bedeutet so gut wie abschalten, da die heutigen Angebote dafür einfach nicht mehr konzipiert sind.

  4. Re: Haftungsprivilegien streichen!

    Autor: smaggma 24.04.13 - 11:25

    Trockenobst schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > smaggma schrieb:
    > ---------------------------------------------------------------------------
    > -----
    > > So die Telekom will also kein reiner Provider mehr sein, sonder sie
    > möchten
    > > gerne Kontrolle auf die Daten ausüben die durch ihre Netze fließen.
    >
    > Bis jetzt will die Telekom nur mehr Geld für mehr Traffik. Wer zu viel
    > Youtube schaut oder zu viel zockt muss halt mehr zahlen, aber die Telekom
    > sperrt nichts oder gibt dir vor was du mit dem mehr Traffik machen
    > darfst/nicht machen darfst.

    Faktisch macht sie durch die Bevorzugung ihrer eigenen Dienste aber genau das. Sie üben per Geldbeutel Kontrolle darauf aus welche Dienste Sinnvoll genutzt werden können und welche nicht.

    Natürlich besteht dann ein gewisser Zwang die Telekomdienste zu nutzen ... denn bei allen anderen z.B. iTune, Maxdom etc. muss der Nutzer dann gleich doppelt zahlen. Wir das Abo und nochmal extra für die dafür nötigen Traffic.

    Der Telekom geht es nicht vordergründig darum den Traffic in ihren Netzen zu reduzieren, dass ist ein netter Nebeneffekt, was die viel mehr interessiert ist es ein Druckmittel zu haben Nutzer dazu zu bringen Telekomdienste bevorzugt zu nutzen.

    Das ist für mich ein Eindeutiger Versuch Kontrolle auf die übertragenen Daten und Inhalte auszuüben.

  5. Re: Haftungsprivilegien streichen!

    Autor: Trockenobst 24.04.13 - 15:24

    smaggma schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Das ist für mich ein Eindeutiger Versuch Kontrolle auf die übertragenen
    > Daten und Inhalte auszuüben.

    Dazu müsste die Telekom etwa, rechtlich ganz sauber, alle Videos bei den +100 Videodiensten mirroren oder auch haben. Was absolut illusorisch ist. Es geht also um die 0.00001% die die Telekom selbst anbietet und die stehen in Konkurrenz zu den 99,99999% des restlichen Netzes?

    In den USA zählen bei den "Pay by Use"-Kabelnetzdiensten die lokalen Videochannels, Telefon, Konferenzschaltungen, Backupserver etc. auch alle nichts. Dass ist der Mehrwert den die Firmen ihren Kunden bieten.

    Ich kann eine Verletzung der "Netzneutralität" nur dann sehen, wenn man ggf. keinen anderen Anbieter hat. Aber wenn die Telekom gerade in den Ballungsgebieten auf Konkurrenzanbieter verweisen kann ist dass genau das was man in einem Markt erwartet: dir gefällt das Angebot nicht, gehe doch zur Konkurrenz. Und die sieht sich ggf. bald einen Kundenansturm derer gegenüber, den sie potentiell mit ihren mickrigen Mischkalkulationen nicht gewachsen sein werden (Look: Kabelanbieter mit ihren halbkoscheren Marketingaussagen).

    Ich gehe davon aus, dass kein Gesetz der Welt diese 0.00001% im Kapitalismus auflösen kann, weil interner Traffik auf eigenen Netzen immer weniger kosten wird als Peering-Traffik. Es ist also nur logisch, dass ich etwa eine eigene Dropbox-Lösung oder ein eigenes Videokonferenzangebot aufbauen werde, wenn diese Kosten viel billiger sind. Das ist simple Betriebswirtschaft und als Vorstand einer börsennotierten AG sogar deine Pflicht. Das verhalten kann man auf jedem Flohmarkt sehen.

    Entweder fixt man dies über "Steuern" oder durch Vergesellschaftung der Leitungsbesitzer. Deswegen tun sich die Regierungen so schwer mit einer tatsächlichen Netzregulierung. Die Telekom kann problemlos alle ihre Dienste so teuer machen dass die Netzneutralität gewährleistet ist. Ist dann dass Argument gewonnen und alle Kunden freuen sich auf die 5-10¤ teureren Tarife, festgelegt durch den Gesetzgeber?

    Den scheiß haben wir schon bei der "Deregulierung" des Strompreises gesehen. Es geht immer nur weiter nach oben, nie nach unten. Damit dumme Argumente funktionieren.

  6. Re: Haftungsprivilegien streichen!

    Autor: smaggma 24.04.13 - 16:46

    Trockenobst schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > smaggma schrieb:
    > ---------------------------------------------------------------------------
    > -----
    > > Das ist für mich ein Eindeutiger Versuch Kontrolle auf die übertragenen
    > > Daten und Inhalte auszuüben.
    >
    > Dazu müsste die Telekom etwa, rechtlich ganz sauber, alle Videos bei den
    > +100 Videodiensten mirroren oder auch haben. Was absolut illusorisch ist.
    > Es geht also um die 0.00001% die die Telekom selbst anbietet und die stehen
    > in Konkurrenz zu den 99,99999% des restlichen Netzes?

    Ja, genau darum geht es doch ... das wäre nicht möglich und damit wären die Pläne der Telekom hinfällig, außer sie bietet kein Internet mehr an sondern nur ein geschlossenes und voll überwachtes T-Netz.

    >
    > In den USA zählen bei den "Pay by Use"-Kabelnetzdiensten die lokalen
    > Videochannels, Telefon, Konferenzschaltungen, Backupserver etc. auch alle
    > nichts. Dass ist der Mehrwert den die Firmen ihren Kunden bieten.

    Seit wann ist es eine gute Idee die USA zu kopieren?? Dazu kommt noch, dass "Pay by Use" etwas anderes ist als eine "Flatrate". Auch in den USA bekommt man (zur Zeit) eine echte Flatrate wenn sie als solche verkauft wird.

    >
    > Ich kann eine Verletzung der "Netzneutralität" nur dann sehen, wenn man
    > ggf. keinen anderen Anbieter hat. Aber wenn die Telekom gerade in den
    > Ballungsgebieten auf Konkurrenzanbieter verweisen kann ist dass genau das
    > was man in einem Markt erwartet: dir gefällt das Angebot nicht, gehe doch
    > zur Konkurrenz. Und die sieht sich ggf. bald einen Kundenansturm derer
    > gegenüber, den sie potentiell mit ihren mickrigen Mischkalkulationen nicht
    > gewachsen sein werden (Look: Kabelanbieter mit ihren halbkoscheren
    > Marketingaussagen).

    Ja und wie lange wird es wohl dauern bis die Konkurrenz das genauso macht wenn die Telekom damit durch kommt. Zumal eh alle Anbieter ihre Leitungen von der Telekom mieten.
    Außerdem bedeutet Netzneutralität nicht, dass es irgendwo einen Anbieter gibt der noch Netzneutralität bietet, sondern dass alle sie bieten müssen. Deshalb sollte das auch gesetzlich verankert werden wie es in den Niederlanden bereits der Fall ist. Wie wir jetzt ja sehen kann man da nicht auf den Markt vertrauen.

    >
    > Ich gehe davon aus, dass kein Gesetz der Welt diese 0.00001% im
    > Kapitalismus auflösen kann, weil interner Traffik auf eigenen Netzen immer
    > weniger kosten wird als Peering-Traffik. Es ist also nur logisch, dass ich
    > etwa eine eigene Dropbox-Lösung oder ein eigenes Videokonferenzangebot
    > aufbauen werde, wenn diese Kosten viel billiger sind. Das ist simple
    > Betriebswirtschaft und als Vorstand einer börsennotierten AG sogar deine
    > Pflicht. Das verhalten kann man auf jedem Flohmarkt sehen.

    Sie können ja gerne eigene Lösungen anbieten aber sie sollen mich nicht zwingen doppelt zu zahlen wenn ich lieber iTunes nutzen will. Das Resultat wäre am Ende, dass nur noch Dienste Konkurrenzfähig sind die auch ihre eigne Netzinfrastruktur aufbauen ... das wäre auf jeden Fall ein Innovationskiller.

    Und genau weil die Marktlogik dazu führen würde Netzneutralität abzuschaffen, muss sie gesetzlich verankert werden.

    >
    > Entweder fixt man dies über "Steuern" oder durch Vergesellschaftung der
    > Leitungsbesitzer. Deswegen tun sich die Regierungen so schwer mit einer
    > tatsächlichen Netzregulierung. Die Telekom kann problemlos alle ihre
    > Dienste so teuer machen dass die Netzneutralität gewährleistet ist. Ist
    > dann dass Argument gewonnen und alle Kunden freuen sich auf die 5-10¤
    > teureren Tarife, festgelegt durch den Gesetzgeber?

    Das die dann alle ihre Dienste 5-10 Euro teurer machen müssten ist doch Quatsch. Das erzählen sie gerne, sie erzählen aber auch gerne dass der Netzausbau 80 Milliarden Euro kosten würde ... ja würde er wenn man jedem Haushalt eine Glasfaser bis ins Wohnzimmer legt ... aber davon redet hier niemand. Es geht um den Ausbau von Backbone Kapazitäten.
    Außerdem wenn alle Anbieter zur Netzneutralität verpflichtet wären, würden auch alle nach den selben Regeln spielen müssen.

    Übrigens werden 2016 (dem Jahr in dem das technisch umgesetzt sein soll) sicher auch Durchschittsnutzer nicht mehr mit 75 GB im Monat auskommen.

    > Den scheiß haben wir schon bei der "Deregulierung" des Strompreises
    > gesehen. Es geht immer nur weiter nach oben, nie nach unten. Damit dumme
    > Argumente funktionieren.

    Die Weiterleitung von Daten mit der Bereitstellung von Strom zu vergleichen ist schon von vornherein Quatsch, da beim Strompreis vor allem die Produktionskosten des Stroms eine Rolle spielen.



    2 mal bearbeitet, zuletzt am 24.04.13 16:52 durch smaggma.

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