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Fairphone ist mehr Marketing als Fair

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  1. Fairphone ist mehr Marketing als Fair

    Autor: vanstrand 09.01.14 - 10:27

    Meiner Ansicht nach ist das Fairphone nicht wirklich fair. Hier wird ein Standart-Phone (Ek wahrscheinlich unter 100¤) ein recycelte Plastikrückseite verpasst und zu 90% Komponenten verwendet die dem Standard der Branche entsprechen.

    Wenn es um die Bezahlung der Arbeiter geht, dann hätten Sie sich besser einen Hersteller aus Shenzhen genommen, dort wurde gerade der Mindestlohn wieder um 13% erhöht (der höchste in ganz China). Ich kann aus eigener Erfahrung sagen, dass dort ein guter Arbeiter in solch einer Fabrik nach der Probezeit einen höheren Lohn bekommt, als der Mindestlohn. Wobei man mit dem Mindestlohn in Shenzhen schon recht guten Lebensstandart hat. Ich kann jetzt nur für Shenzhen sprechen, hier ist die Situation eher umgekehrt als sie dargestellt wird. Hier sitzen die Arbeiter definitiv an dem längeren Hebel als die Arbeitgeber. Gute Mitarbeiter zu finden trotz sehr gutem Lohn ist mehr als schwierig.

    Foxconn hatte hier auch sein größtes Werk, hier wurde bekanntermaßen immer wieder von Selbstmorden berichtet. Was aber wohl selten was mit den Arbeitsbedingungen zu tun hatte, sondern schlicht und ergreifend mit der Anzahl der Mitarbeiter. Es waren 500.000 Mitarbeiter am Standort Shenzhen, wenn man die Selbstmordrate damit ins Verhältnis setzt, dann sieht das auf einmal ganz anders aus.

    Wir sollten vielleicht mal die Augen mehr auf unseren eigenen prekären Arbeitsplätze richten und zusehen, dass unsere Nachbarn eine gutes auskommen haben. (zB Mindestlohn)

  2. Re: Fairphone ist mehr Marketing als Fair

    Autor: wmayer 09.01.14 - 10:36

    Dann hören wir ja sicher bald, dass Fairphone Milliardengewinne macht.
    Schließlich ist die Produktion ja so billig und das Phone so teuer.

  3. Re: Fairphone ist mehr Marketing als Fair

    Autor: vanstrand 09.01.14 - 10:49

    Eine Frage der Stückzahl, die Marge ist auf jeden Fall mehr als ordentlich.

    Man sollte sich halt mal fragen was die Firma, denn so leistet? Keine eigene Hardware keine eigene Software, keine eigene Produktion.

    Als Vergleich ein LG 4G LTE (E975) kostet in China zur Zeit ca. 150¤ (Einzelhandelspreis).

  4. Re: Fairphone ist mehr Marketing als Fair

    Autor: wmayer 09.01.14 - 11:16

    Dort gibt es die Aufschlüsselung des Preises:

    http://www.fairphone.com/wp-content/uploads/2013/09/Fairphone_Cost_Breakdown_and_Key_Sept2013.pdf

  5. Re: Fairphone ist mehr Marketing als Fair

    Autor: vanstrand 09.01.14 - 12:45

    Ich habe mir soeben mal die Preiskalkulation angeschaut. Da kann ich nur sagen, wow multipliziert mal bitte die einzelnen Posten mit 25000. Wenn die Kalkulation stimmt , was ich bezweifele, dann kann ich nur sagen: Wahnsinn was manche Firmen Geld aus dem Fenster werfen können.

    Zertifizierungskosten in Höhe von 225.000¤ (für ein bereits in Serie gefertigtes Produkt /wir reden hier nicht von Neuentwicklung) Hut ab!

    Operations: 45¤ x 25000 = 1 125 000¤ !!! ohne Worte



    1 mal bearbeitet, zuletzt am 09.01.14 12:57 durch vanstrand.

  6. Re: Fairphone ist mehr Marketing als Fair

    Autor: bernd71 09.01.14 - 14:24

    Wo ist dein Problem. Es ist doch noch detailierter Aufgeführt welche Zertifizierungen erforderlich waren und iwe sich die Operationskosten aufteilen. Welcher Anteil ist dir zu hoch? Ich bezweifle das du eine Ahnung hast was man alles machen muss um ein Mobiltelefon zu verkaufen, zumal man ja in diesen Fall nicht einfach ins Regal greifen und einen beliebigen Hersteller beauftragen kann.

  7. Re: Fairphone ist mehr Marketing als Fair

    Autor: wmayer 09.01.14 - 14:28

    Fairphone hat einfach alles (neu) zertifiziert ohne das machen zu müssen um Geld zu verbrennen, weil das so viel Spaß macht.

  8. Re: Fairphone ist mehr Marketing als Fair

    Autor: vanstrand 09.01.14 - 18:16

    wmayer schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Fairphone hat einfach alles (neu) zertifiziert ohne das machen zu müssen um
    > Geld zu verbrennen, weil das so viel Spaß macht.

    Natürlich müssen die das Telefon zertifizieren, die Frage ist nur müssen es 225.000¤ sein? Die Kosten in der Kalkulation sind durch die Bank mehr als hoch.

  9. Re: Fairphone ist mehr Marketing als Fair

    Autor: Balion 09.01.14 - 18:48

    vanstrand schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Natürlich müssen die das Telefon zertifizieren, die Frage ist nur müssen es
    > 225.000¤ sein? Die Kosten in der Kalkulation sind durch die Bank mehr als
    > hoch.

    Es sind Zertifikate und Tests, dass sollte man dabei mal nicht übersehen. Dazu schreiben sie auch extra auf der HP, dass dies eine Annahme ist.

  10. Re: Fairphone ist mehr Marketing als Fair

    Autor: vanstrand 09.01.14 - 18:08

    bernd71 schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Wo ist dein Problem. Es ist doch noch detailierter Aufgeführt welche
    > Zertifizierungen erforderlich waren und iwe sich die Operationskosten
    > aufteilen. Welcher Anteil ist dir zu hoch? Ich bezweifle das du eine Ahnung
    > hast was man alles machen muss um ein Mobiltelefon zu verkaufen, zumal man
    > ja in diesen Fall nicht einfach ins Regal greifen und einen beliebigen
    > Hersteller beauftragen kann.

    Wie ich oben bereits erwähnt habe, so habe ich eine eigene Produktion in Shenzhen für LEDleuchten. Bin eventuell etwas näher dran als der ein oder andere hier im Forum. Wieviele CE Zertifizierungen hast du letztes Jahr in China durchführen lassen?
    Ich kann jetzt nur von Konstanstromquellen und Zigbee Controllern und Schaltnetzteilen sprechen. Davon habe ich letztes Jahr ca. 100 EMC Test machen lassen und 28 CE Zertifizierungen. Als Beispiel CE Zertifizierung für ein Schaltnetzteil liegt bei rund 600¤. Mobiltelefon ist was Funk betrifft etwas aufwendiger aber ich denke, da ist mal richtig Luft drin. ;)

  11. Re: Fairphone ist mehr Marketing als Fair

    Autor: bernd71 09.01.14 - 19:06

    Für ein Smartphone ist aber etwas mehr als CE notwendig (haben sie sogar aufgelistet), sicherlich mehr als für LED-Leuchten.

  12. Re: Fairphone ist mehr Marketing als Fair

    Autor: kmork 11.01.14 - 12:33

    vanstrand schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Eine Frage der Stückzahl, die Marge ist auf jeden Fall mehr als ordentlich.

    Die Organisation hinter Faiphone ist gemeinnützig, nicht gewinnorientiert... soviel zum Thema "Marge"

    Wenn man keine Ahnung hat, einfach mal die Fresse halten

  13. Re: Fairphone ist mehr Marketing als Fair

    Autor: DrWatson 11.01.14 - 19:04

    kmork schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Die Organisation hinter Faiphone ist gemeinnützig, nicht
    > gewinnorientiert... soviel zum Thema "Marge"


    Die Firma Fairphone ist, laut eigener Webseite weder Gemeinnützig, noch "Non-Profit", da sie die Bedingungen hierfür nicht erfüllt: http://buy-a-phone-start-a-movement.fairphone.com/de/service/general-terms-conditions/

    Es gibt weder genauere Informationen zu Finanzierung des Unternehmens noch darüber wie viel sich die Geschäftsleitung selbst auszahlt.

    Those who cannot remember the past are condemned to repeat it.
    –George Santayana

  14. Re: Fairphone ist mehr Marketing als Fair

    Autor: djslimer 12.01.14 - 00:12

    Ich hab ein Fairphone.

    Ich hab auch erst den Marketing Sprüchen vertraut und hab mir ohne groß zu überprüfen, wie seriös das ist, eines vorbestellt.
    Dann hab ich Kritik wahrgenommen, dass ein Samsung Galaxy S4 nicht wirklich weniger fair hergestellt wird. Dass Fairphone mehr oder weniger auf bereits existierende Strukturen zurückgegriffen hat, was die Rohstoffversorgung betrifft.
    Dazu kamen ein paar Änderungen am Phone, was mir vorher nicht so wirklich klar war.

    Ich habe aber mit mir meinen Frieden gefunden. Was heißt das...
    Ich bin schon froh/stolz das Phone zu haben, ich geb auch gern mit an. Denn, egal ob Fairphone mich damit jetzt beschissen hat oder nicht, Fairphone hat gezeigt, dass die Menschen bereit sind, mehr zu zahlen, wenn andere Ziele im Fordergrund stehen. Wenn Nachhaltig gedacht wird (siehe BIO) sind die Leute bereit, mehr zu zahlen. Diese Botschaft geht durch die Medien. Und das ist das, woraus der Wandel entstehen kann. Es wurde, aus welchen Gründen auch immer, der richtige Schritt gemacht. Und es motiviert zum Nachahmen.

    Selbst wenn ich auf eine Masche reingefallen bin, dann war es eine Lehre, die mir zeigt, dass ich ohne Verzicht, ein besseres Gewissen haben und anderen Menschen helfen kann.

    Also vanstrand, vllt. ist es ärgerlich, aber es ist eine Lehre. Und besser gehandelt als ein Standard-Smartphone-Käufer habe ich, allein durch das Marketing, auf jeden Fall.

    Und an all die, die sagen, "Ein LG XY" kostet 250¤... Bisher habt ihr eher das Geiz Ist Geil Image befeuert. Fairphone versucht da was anderes.

    Ein erster Schritt ist getan, dass es da verbesserungspotential gibt, ist auch klar. Aber der Anfang ist getan.

  15. Re: Fairphone ist mehr Marketing als Fair

    Autor: vanstrand 12.01.14 - 11:01

    djslimer schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Ich hab ein Fairphone.
    >
    > Ich hab auch erst den Marketing Sprüchen vertraut und hab mir ohne groß zu
    > überprüfen, wie seriös das ist, eines vorbestellt.
    > Dann hab ich Kritik wahrgenommen, dass ein Samsung Galaxy S4 nicht wirklich
    > weniger fair hergestellt wird. Dass Fairphone mehr oder weniger auf bereits
    > existierende Strukturen zurückgegriffen hat, was die Rohstoffversorgung
    > betrifft.
    > Dazu kamen ein paar Änderungen am Phone, was mir vorher nicht so wirklich
    > klar war.
    >
    > Ich habe aber mit mir meinen Frieden gefunden. Was heißt das...
    > Ich bin schon froh/stolz das Phone zu haben, ich geb auch gern mit an.
    > Denn, egal ob Fairphone mich damit jetzt beschissen hat oder nicht,
    > Fairphone hat gezeigt, dass die Menschen bereit sind, mehr zu zahlen, wenn
    > andere Ziele im Fordergrund stehen. Wenn Nachhaltig gedacht wird (siehe
    > BIO) sind die Leute bereit, mehr zu zahlen. Diese Botschaft geht durch die
    > Medien. Und das ist das, woraus der Wandel entstehen kann. Es wurde, aus
    > welchen Gründen auch immer, der richtige Schritt gemacht. Und es motiviert
    > zum Nachahmen.
    >
    > Selbst wenn ich auf eine Masche reingefallen bin, dann war es eine Lehre,
    > die mir zeigt, dass ich ohne Verzicht, ein besseres Gewissen haben und
    > anderen Menschen helfen kann.
    >
    > Also vanstrand, vllt. ist es ärgerlich, aber es ist eine Lehre. Und besser
    > gehandelt als ein Standard-Smartphone-Käufer habe ich, allein durch das
    > Marketing, auf jeden Fall.
    >
    > Und an all die, die sagen, "Ein LG XY" kostet 250¤... Bisher habt ihr eher
    > das Geiz Ist Geil Image befeuert. Fairphone versucht da was anderes.
    >
    > Ein erster Schritt ist getan, dass es da verbesserungspotential gibt, ist
    > auch klar. Aber der Anfang ist getan.

    Ich finde es auch gut, dass es genügend Menschen gibt, die Interesse daran haben, das Güter fair hergestellt werden. Ob das Fairphone am Ende hier positiv oder am Ende sogar negativ wirkt, das wird denke ich die Zukunft zeigen. Denn wenn ausser Marketing nicht viel übrig bleibt, dann kann es auch wieder soweit kommen, dass viele sagen. Bringt nix siehe Fairphone alles Etikettenschwindel, was ich persönlich nicht hoffe.
    Ich würde mich freuen, wenn wir in einfach auch mal in Deutschland anfangen würden uns wieder mehr um faire Arbeitsbedingungen zu kümmern. Wenn man in China seinen Mitarbeiter erzählt, dass es in Deutschland Millionen Menschen gibt die von Ihrer Arbeit nicht leben können und Aufstocken müssen, dann glaubt das einem niemand. Genauso wenig wie die meisten Leute mir glauben, dass die Arbeiter in Shenzhen alle gut von ihrem Einkommen leben können und die Bedingungen gut sind.
    Wir sind selbst ein kleines Unternehmen, beschäftigen in D noch CN keine Praktikanten zahlen in CN weit über Mindestlohn und in D auch min. 10¤ die Stunde.

    Grüße

  16. Re: Fairphone ist mehr Marketing als Fair

    Autor: a user 09.01.14 - 11:53

    vanstrand schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Wenn es um die Bezahlung der Arbeiter geht, dann hätten Sie sich besser
    > einen Hersteller aus Shenzhen genommen, dort wurde gerade der Mindestlohn
    > wieder um 13% erhöht (der höchste in ganz China).
    Sie haben ja sogar verscuht herstelelr aus ganz anderen ländern zu gewinnen, aber das war der einzige, der sich unter bestimmten vorraussetzung dazu bereiterklärte hatte (unter anderem wegen der geringen stückzahl).
    darüberhinaus gibt es einen fond für alle arbeiter.

    > Wir sollten vielleicht mal die Augen mehr auf unseren eigenen prekären
    > Arbeitsplätze richten und zusehen, dass unsere Nachbarn eine gutes
    > auskommen haben. (zB Mindestlohn)

    du solltest vielleicht mal die augen aufmachen und dich erst mal informieren, wie die umstände des fairphone tatsächlich sind.

  17. Re: Fairphone ist mehr Marketing als Fair

    Autor: vanstrand 09.01.14 - 12:36

    Das habe ich bereits getan, die Stückzahl spielt doch überhaupt keine Rolle. Fairphone ist ein bereits existierendes Phone, jetzt eine handvoll Bauteile von einem anderen Hersteller zu nehmen ist kein Problem genauso für die Rückseite des Telefons ein anderes Kunststoffmaterial zu nehmen.

    Ich spreche hier aus Erfahrung, ich habe eine eigene Produktion in Shenzhen für LED Leuchten. Daher beziehe ich mich in meinen Aussagen auf Shenzhen, hier kenne ich die Lebenshaltungskosten, den Arbeitsmarkt und die Zulieferersituation in der Elektronik sehr gut.

    Als ich zum ersten mal vor 3 Jahren nach Shenzhen kam, dachte ich auch alle Mitarbeiter in der Produktion würden ausgebeutet und befragte ein paar Monate später eine neue Mitarbeiterin, welche vorher bei Foxconn gearbeitet hat wie schlimm dort die Situation sei. Sie fragte mehrmals nach, weil sie die Fragen nicht verstand. Sie meinte, wenn es einem dort nicht gefallen würde, dann würde man dort nicht arbeiten. Heute weiss ich was sie meinte, wenn Arbeiter einen neuen Job suchen, dann gehen Sie einfach eine Fabrik weiter und arbeiten dort.

    Jeder sollte sich bezüglich Fairphone mal Fragen warum die Firma nicht vor Ort ist und die Dinge in Eigenregie betreibt. Ich meine nicht die Bestückung der PCBs ich meine die Endmontagen und Verpackung etc.. Dazu brauch man kein Millionenbudget.

  18. Re: Fairphone ist mehr Marketing als Fair

    Autor: bernd71 09.01.14 - 14:13

    vanstrand schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Jeder sollte sich bezüglich Fairphone mal Fragen warum die Firma nicht vor
    > Ort ist und die Dinge in Eigenregie betreibt. Ich meine nicht die
    > Bestückung der PCBs ich meine die Endmontagen und Verpackung etc.. Dazu
    > brauch man kein Millionenbudget.

    Warum sollte das wichtig sein? Nach der Endmontage muss ja auch noch der Test durchgeführt werden. Das ist schon etwas Aufwand. Die haben gerade mal die ersten Geräte produziert bleibt doch mal realistisch.
    Außerdem ist ihr Ziel vermutlich nicht möglichst viel selbst zu machen sondern die Bedingungen zu verbessern wo es gemacht wird.

  19. Re: Fairphone ist mehr Marketing als Fair

    Autor: vanstrand 09.01.14 - 18:13

    bernd71 schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > vanstrand schrieb:
    > ---------------------------------------------------------------------------
    > -----
    > > Jeder sollte sich bezüglich Fairphone mal Fragen warum die Firma nicht
    > vor
    > > Ort ist und die Dinge in Eigenregie betreibt. Ich meine nicht die
    > > Bestückung der PCBs ich meine die Endmontagen und Verpackung etc.. Dazu
    > > brauch man kein Millionenbudget.
    >
    > Warum sollte das wichtig sein? Nach der Endmontage muss ja auch noch der
    > Test durchgeführt werden. Das ist schon etwas Aufwand. Die haben gerade mal
    > die ersten Geräte produziert bleibt doch mal realistisch.
    > Außerdem ist ihr Ziel vermutlich nicht möglichst viel selbst zu machen
    > sondern die Bedingungen zu verbessern wo es gemacht wird.
    Warum das wichtig sein? Die Gegenfrage soll wohl ein Scherz sein oder?

    Ich kann ganz einfach in meiner Fabrik die Arbeitsbedingungen die Löhne und die Zulieferer selbst bestimmen. Wenn man mal so liest haben die fast gar nix in der Hand und ich kann allen mal sagen, die wissen am Ende weder was da 100% verbaut wird noch wie es verbaut wurde. Wir hatten am Anfang auch über OEM produzieren lassen und daraus gelernt.

    Ich brauche in meiner Fabrik keinen Fond für Mitarbeiter.



    1 mal bearbeitet, zuletzt am 09.01.14 18:17 durch vanstrand.

  20. Re: Fairphone ist mehr Marketing als Fair

    Autor: bernd71 09.01.14 - 19:15

    Und sie sollen wirklich alles aus dem Stand für ein Smartphone machen, was selbst Du für LED Leuchten nicht sofort gemacht hast? Warum reicht es nicht wenn man den Auftragnehmer entsprechend überwacht?
    Warum muss es denn die eigene Fertigung sein, vor allem wenn ma die Bedingungen allgemein ändern möchte? Warum sich auf seine eigene Insel zurückziehen.

  21. Re: Fairphone ist mehr Marketing als Fair

    Autor: a user 09.01.14 - 15:29

    vanstrand schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Das habe ich bereits getan, die Stückzahl spielt doch überhaupt keine
    > Rolle.
    und ob die eine rolle spielt. das ist sogar entscheidend bei der suche nach einem fertiger. nur weil andere fertiger fast das gleiche phone bereits fertigen heißt das noch lange nicht, dass du einen ANDEREN findest, der dieses ebenfalls bauen will und das mit einer auflage von NUR 25000.

    es ist ja nicht so, dass sie einfach den fertiger des pendants fragen können: "hey, bau einfach mal 25000 mehr von den dingern als du sowieso schon baust".
    > Fairphone ist ein bereits existierendes Phone, jetzt eine handvoll
    > Bauteile von einem anderen Hersteller zu nehmen ist kein Problem genauso
    > für die Rückseite des Telefons ein anderes Kunststoffmaterial zu nehmen.
    was redest du hier? das war der einzige fertiger, der sich dafür bereiterklärt hat zu akzeptablen konditionen. wen interessiert das, dass du glaubst, das kein problem wäre.

    >
    > Ich spreche hier aus Erfahrung, ich habe eine eigene Produktion in Shenzhen
    > für LED Leuchten. Daher beziehe ich mich in meinen Aussagen auf Shenzhen,
    > hier kenne ich die Lebenshaltungskosten, den Arbeitsmarkt und die
    > Zulieferersituation in der Elektronik sehr gut.
    das bestriete ich nicht. der punkt ist: das fairphone hatte keine große wahl. weißt du überhaupt, ob der fertiger des pendants in Shenzen ist? wenn nein, dann ist es irrelvant, dass es eine fast kopie eines existierenden gerätes ist, da AUSSHLISCHLICH für diesen fertiger der mehraufwand gering wäre.

    > Jeder sollte sich bezüglich Fairphone mal Fragen warum die Firma nicht vor
    > Ort ist und die Dinge in Eigenregie betreibt. Ich meine nicht die
    > Bestückung der PCBs ich meine die Endmontagen und Verpackung etc.. Dazu
    > brauch man kein Millionenbudget.
    wovon redest du da?

    entschuldige, aber du redest völlig wirres zeug, dass wenig bis gar ncihts mti dem fairphone zu tun hat.

  22. Re: Fairphone ist mehr Marketing als Fair

    Autor: vanstrand 09.01.14 - 17:58

    a user schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > vanstrand schrieb:
    > ---------------------------------------------------------------------------
    > -----
    > > Das habe ich bereits getan, die Stückzahl spielt doch überhaupt keine
    > > Rolle.
    > und ob die eine rolle spielt. das ist sogar entscheidend bei der suche nach
    > einem fertiger. nur weil andere fertiger fast das gleiche phone bereits
    > fertigen heißt das noch lange nicht, dass du einen ANDEREN findest, der
    > dieses ebenfalls bauen will und das mit einer auflage von NUR 25000.
    Siehe meinen Kommentar weiter unten, nur weil Foxconn Millionen produziert heisst das noch lange nicht, dass jeder Handy Produzent in China in dieser Größenordnung agiert. Nochmal die Änderungen sind eher marginal.

    > es ist ja nicht so, dass sie einfach den fertiger des pendants fragen
    > können: "hey, bau einfach mal 25000 mehr von den dingern als du sowieso
    > schon baust".
    > > Fairphone ist ein bereits existierendes Phone, jetzt eine handvoll
    > > Bauteile von einem anderen Hersteller zu nehmen ist kein Problem genauso
    > > für die Rückseite des Telefons ein anderes Kunststoffmaterial zu nehmen.
    > was redest du hier? das war der einzige fertiger, der sich dafür
    > bereiterklärt hat zu akzeptablen konditionen. wen interessiert das, dass du
    > glaubst, das kein problem wäre.
    >
    > >
    > > Ich spreche hier aus Erfahrung, ich habe eine eigene Produktion in
    > Shenzhen
    > > für LED Leuchten. Daher beziehe ich mich in meinen Aussagen auf
    > Shenzhen,
    > > hier kenne ich die Lebenshaltungskosten, den Arbeitsmarkt und die
    > > Zulieferersituation in der Elektronik sehr gut.
    > das bestriete ich nicht. der punkt ist: das fairphone hatte keine große
    > wahl. weißt du überhaupt, ob der fertiger des pendants in Shenzen ist? wenn
    > nein, dann ist es irrelvant, dass es eine fast kopie eines existierenden
    > gerätes ist, da AUSSHLISCHLICH für diesen fertiger der mehraufwand gering
    > wäre.
    >
    Du verstehst mich hier falsch, ich wollte hier nur klar stellen, dass zum einen die Arbeitsbedingungen in China bedeutend besser sind als Sie weitestgehend in der Presse kommuniziert werden. Ich jedoch hier nur für Shenzhen reden kann, da ich hier selber produziere und somit die Gegenheiten sehr gut kenne. In Shenzhen werden 70% der weltweiten Computer Peripherie hergestellt und ebenfalls sind hier jede Menge Handy Produzenten vor Ort. Die Wahrscheinlichkeit hier jemanden zu finden der ein vergleichbares Handy bereits produziert ist gleich 100% und ich kann aus Erfahrung sagen, dass bei dem Volumen von 25000 es sich auf jeden Fall jemanden finden lässt, der diese kleinen Änderungen macht. Die kritische Größe ist hier eher 5000 Stück.
    > > Jeder sollte sich bezüglich Fairphone mal Fragen warum die Firma nicht
    > vor
    > > Ort ist und die Dinge in Eigenregie betreibt. Ich meine nicht die
    > > Bestückung der PCBs ich meine die Endmontagen und Verpackung etc.. Dazu
    > > brauch man kein Millionenbudget.
    > wovon redest du da?
    >
    > entschuldige, aber du redest völlig wirres zeug, dass wenig bis gar ncihts
    > mti dem fairphone zu tun hat.

    Wieso ist dass wirres Zeug? Wenn du dir mal das Budget dieses Projektes anschaust, dann darf man doch mal fragen warum, wenn so viel wert auf angebliche Fairness gelegt wird, sie dies in Eigenregie durchführen? Dann haben Sie wenigstens ein Teil in eigenen Händen und könne Löhne und Arbeitsbedingungen selbst bestimmen.

    Was ist daran wirr? Genauso habe ich es doch auch getan, mit einem weitaus geringeren Budget.

    Ich hätte mir vor 3 Jahren wahrscheinlich auch noch ein Fairphone gekauft, weil ich diese angeblichen Fakten geglaubt hätte. Die Realität sieht allerdings oft anders aus, wenn man vor Ort ist und es dazu auch selbst durchführt. Man kennt die Arbeitsbedingungen und Leistungen, die Preise der Lieferanten vor Ort, die Stückzahlen usw....

    Mich ärgert es einfach nur, wenn den Kunden die sich für eine gute Sache einsetzen, so vom Marketing über den Tisch gezogen werden.

  23. Re: Fairphone ist mehr Marketing als Fair

    Autor: bernd71 09.01.14 - 19:28

    Ich verstehe zwar nicht warum man über den Tisch gezogen wird, aber wenn in Shenzhen die Arbeitsbedingungen bereicht gut sind ist es doch löblich das sie diese dann woanders verbessern. Ist ähnlich wie mit dem Metallen, man hätte sie auch woanders beziehen können, hilft den Leuten im Kongo aber nicht.
    Diese 100% Erwartung ist eher ein Problem. Sie machen das zu ersten mal, da gestehe ich und vermutlich viele andere Fehler zu (falls die Auswahl eines Fertigers denn überhaupt einer ist). Warum immer so dramatisch, "über den Tisch gezogen"?

  24. Re: Fairphone ist mehr Marketing als Fair

    Autor: vanstrand 10.01.14 - 09:09

    bernd71 schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Ich verstehe zwar nicht warum man über den Tisch gezogen wird, aber wenn in
    > Shenzhen die Arbeitsbedingungen bereicht gut sind ist es doch löblich das
    > sie diese dann woanders verbessern. Ist ähnlich wie mit dem Metallen, man
    > hätte sie auch woanders beziehen können, hilft den Leuten im Kongo aber
    > nicht.
    > Diese 100% Erwartung ist eher ein Problem. Sie machen das zu ersten mal, da
    > gestehe ich und vermutlich viele andere Fehler zu (falls die Auswahl eines
    > Fertigers denn überhaupt einer ist). Warum immer so dramatisch, "über den
    > Tisch gezogen"?

    Das hat nichts mit Dramatik zu tun. Ich habe auch keine 100% Erwartung.

    Die Logik einen fremde Firma in China überwachen zu wollen oder gar in deren Geschfätsprozesse eingreifen zu wollen ist schlicht und ergreifend unmöglich.
    Somit zahlen die Käufer die eine gute Absicht verfolgen und dafür eine höheren Preis für ein Produkt, dass die ausgeschriebenen Eigenschaften nicht erfüllen kann.

    Ich gestehe jedem Fehler ein gerade, wenn man anfängt. Ich habe mit 0 in China angefangen.

    Die Frage ist doch viel mehr warum schreibe ich denn groß Fairphone darauf, wenn ich dies nicht garantieren kann bzw. der Anteil am Gesamtprodukt doch eher gering ist. Warum sage ich nicht wir versuchen mal ein "normales" Telefon produzieren zu lassen, mit dem Endziel es später weitestgehend selbst fair herzustellen?
    Ich sage mal die Wahrscheinlichkeit, dass die von uns produzierten LEDleuchten fair sind, ist größer als die des Fairphones.
    Aber ich käme nie auf die Idee damit hausieren zu gehen und meine Leuchten als Fairlight zu vermarkten :) Hilfe!

    Zum Abschluss kann ich nur nochmal betonen, dass die Arbeits und Lebensbedingungen im Schnitt in China viel besser sind, als es hier in den Medien dargestellt werden. Man sollte immer bedenken in China herrscht mehr oder weniger Vollbeschäftigung, d.h. wenn es einem bei A nicht passt geht man zu B.

  25. Re: Fairphone ist mehr Marketing als Fair

    Autor: wmayer 10.01.14 - 09:41

    Wir können auch zwischen SPD und CDU wählen - das macht es nicht unbedingt besser. ;) Dies soll aber nur ein humoristischer Ansatz sein, nicht deine Aussage disqualifizieren, da wir - wie du richtig sagst - bei weitem nicht so den Einblick haben.

  26. Re: Fairphone ist mehr Marketing als Fair

    Autor: vanstrand 10.01.14 - 09:49

    wmayer schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Wir können auch zwischen SPD und CDU wählen - das macht es nicht unbedingt
    > besser. ;) Dies soll aber nur ein humoristischer Ansatz sein, nicht deine
    > Aussage disqualifizieren, da wir - wie du richtig sagst - bei weitem nicht
    > so den Einblick haben.

    ;) Pest gegen Cholera

    Genau das wollte ich auch sagen, dass der Fakt das der Kunde nicht den Einblick hat hier ausgenutzt wird.

  27. Re: Fairphone ist mehr Marketing als Fair

    Autor: bernd71 10.01.14 - 14:35

    Ich habe immer noch nicht verstanden was jetzt wirklich dein Problem ("über den Tisch gezogen") ist wie die Fairphones produziert werden. Wenn die Arbeitsbedingungen in China Ok sind, dann ist doch alles in Butter. Das Konzept von Fairphone bezieht sich ja nicht nur auf die Fertigung, das ist schon umfangreicher. Sie haben, oder sie haben zumindest versucht, das die Arbeiter die das Telefon gebaut haben dafür "vernünftig" bezahlt werden. Ist ja nicht unfair.

  28. Re: Fairphone ist mehr Marketing als Fair

    Autor: vanstrand 10.01.14 - 15:22

    bernd71 schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Ich habe immer noch nicht verstanden was jetzt wirklich dein Problem ("über
    > den Tisch gezogen") ist wie die Fairphones produziert werden. Wenn die
    > Arbeitsbedingungen in China Ok sind, dann ist doch alles in Butter. Das
    > Konzept von Fairphone bezieht sich ja nicht nur auf die Fertigung, das ist
    > schon umfangreicher. Sie haben, oder sie haben zumindest versucht, das die
    > Arbeiter die das Telefon gebaut haben dafür "vernünftig" bezahlt werden.
    > Ist ja nicht unfair.

    Ganz kurze Antwort, die Arbeiter wie ich bereits mehrfach betont habe werden in China durchweg ordentlich bezahlt. (siehe vorherige Posts)

    Über den Tisch gezogen, weil wie bereits mehrfach ausgeführt habe, nach meinem dafürhalten Fair hier aus Marketinggründen genutzt wurde. Alle Versprechungen was Fair betrifft sind mehr als wage auf der Website nachzulesen. Das was dann noch übrigbleibt ist mehr oder minder Standard der Branche (siehe Rohstoffe diese Initiative wurde mitunter vor Jahren von Nokia ins Leben gerufen) oder sind mehr als schwierig nachzuprüfen (da Sie kaum Einfluss und transparenz beim Fertiger in China haben).

    D.h. die Käufer zahlen für ein wackliges Fair versprechen eine sehr hohen Preis. In der Kalkulation wird von 129¤ Fertigungskosten (Engineering und andere Kosten bereits enthalten gesprochen) Somit zahlen die Kunden einen eklatanten Aufpreis für das Versprechen. Ich hoffe das ist für Sie nachvollziehbar.

    Grüße

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