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Falsche Release-Strategie?

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  1. Falsche Release-Strategie?

    Autor: peterkleibert 14.04.14 - 12:32

    Ich bin mir echt nicht mehr sicher, ob diese tröpfchenweise Veröffentlichungsstrategie richtig war, um Veränderungen herbei zu führen.

    Die Leute sind dem Thema überdrüssig geworden. Man hat die Privatsphäre abgeschrieben. Und die Regierungen haben auch allen Bürgern unmissverständlich gezeigt, wo der Hammer hängt, bzw. dass man sich einen Scheissdreck um die Privatsphäre der Bürger kümmert.

    Es gibt bloss noch zwei kleine Feigenblättchen, womit die Regierungen versuchen, die allerletzen Blösse der Demokratie zu wahren: 1. Der Schutz von Regierungs-Personal von Bündnispartnern und 2. die Privatsphäre der eigenen Bevölkerung (jedenfalls bis zu einem minimen Grad). Alle anderen Aspekte der Privatsphäre sind Vogelfrei für internationale Geheimdienste, ganz egal ob Freund oder Feind und das ist auch politisch so akzeptiert.

    In diesem Umfeld wird niemand mehr den Aufstand wagen, auch wenn jetzt Beweise veröffentlicht würden, welche offensichtlich darlegen, dass die Geheimdienste gegen das eigene Volk gearbeitetet haben. Vielmehr werden viele Medien das Thema kleinreden mittels "das war ja inzwischen absehbar".

    Das Problem ist doch, dass man die Empörung "verteilt" hat. Die IT-ler und Weltoffenen haben sich bereits zu beginn des Snowden-Leaks empört, die grosse Masse an Menschen hat sich dazwischen irgendwann mal echauffier. Aber eine kummulierte Wut, die zu Demonstrationen hätte führen können, wurde so verhindert.

    Ich denke mittlerweile, dass eine BigBang-Veröffentlichung weitreichendere Folgen gehabt hätte. Dann wäre die Wut der Bürger auch noch auf die Erwartungshaltung getroffen, dass die Volksvertreter die Bevölkerung vor solche Informations-Terroristen beschützen müsste. Aber dieser Zug ist abgefahren.

  2. Re: Falsche Release-Strategie?

    Autor: Heinzel 14.04.14 - 12:57

    peterkleibert schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Ich denke mittlerweile, dass eine BigBang-Veröffentlichung weitreichendere
    > Folgen gehabt hätte.

    Bürgerkrieg?

    Aber wahrscheinlich würden wir dann heute schon gar nicht mehr drüber reden weil Schnee von gestern und ganz kalter Kaffee.

    Wenn die Sau nicht jeden Tag neu durch die Medien getrieben wird ist es den Menschen nämlich scheißegal ob sie abgehört werden oder nicht.

  3. Re: Falsche Release-Strategie?

    Autor: Kasabian 14.04.14 - 13:01

    Bürgerkrieg - zwar nicht hier, weil Deutsche selten Rückgrat besitzen - wäre bei einer kompletten Veröffentlichung durchaus möglich gewesen. Genau deshalb haben die Journalisten dies auch nicht getan und auch nicht alles veröffentlich.

    Darüber oder dafür sollten diese Hochverräter aus Politik, Militär und Wirtschaft noch dankbar sein.

  4. Re: Falsche Release-Strategie?

    Autor: peterkleibert 14.04.14 - 13:18

    >Bürgerkrieg?
    Vielleicht ja. Vielleicht auch nicht. Aber dazu muss man sich auch mal bewusst machen, was Bürgerkrieg in einem Land bedeutet, welches von sich behauptet, indirekt vom Volk regiert zu werden! In dieser Situation muss jemand gelogen haben: Entweder hat das Volk bewusst einen Vertreter gewählt, der nicht ihre Meinung vertritt, oder Vertreter haben Ihre Wähler angelogen über deren Intetion. Das führt zur Schlussfolgerung, dass in einer echten Demokratie gar kein Bürgerkrieg ausbrechen kann, denn die Volksvertreter müssten ja, im Interesse der Bevölkerung handeln und ggf. zurücktreten. Beharren die Herrschenden jedoch auf ihren Machtansprüchen und nehmen dafür auch einen Krieg gegen die Bevölkerung in Kauf, so ist das keine Demokratisch Legitimierte Vertreterregierung, sondern eine autokratische Herrschende Regierung. Folgessen bleibt nur eine Schlussfolgerung: Wäre ein Bürgerkrieg ausgebrochen, so wäre dieser Bürgerkrieg Grundvoraussetzung zur Genesung des Systems, bzw. zur Einführung echter Demokratie.

    >Aber wahrscheinlich würden wir dann heute schon gar nicht mehr drüber reden weil
    >Schnee von gestern und ganz kalter Kaffee.
    Reden wir denn heute noch drüber? Sogar in den IT-Foren hat die Beteiligung stark abgenommen. Schnee von Gestern ist es, weil sich beim Peak, der Informationsflut nichts geändert hat und weil die Regierungen/Medien die Bevölkerung in der Zwischenzeit so bearbeiten konnte, dass es mit Sicherheit keinen Aufstand mehr gibt.

    >Wenn die Sau nicht jeden Tag neu durch die Medien getrieben wird ist es den
    >Menschen nämlich scheißegal ob sie abgehört werden oder nicht.
    Das Problem it doch dass die Sau gar nie ernsthaft durchs Dorf getrieben wurde.



    1 mal bearbeitet, zuletzt am 14.04.14 13:24 durch peterkleibert.

  5. Re: Falsche Release-Strategie?

    Autor: Sarkastius 14.04.14 - 13:25

    Bürgerkrieg?!? wtf .. gegen wen den? Sollen wir uns selber umbringen weil uns andere belogen haben?!? Das ist genau das Prinzip in einem Gefängnis. Man unterdrückt die Gefangenen und lässt sie aufeinander losgehen damit sie die Aggression wieder abbauen.

    Also wenn schon Vorschläge dann vielleicht mal ne Sekunde drüber nachdenken.

  6. Re: Falsche Release-Strategie?

    Autor: peterkleibert 14.04.14 - 13:45

    Musterbeispiel für Wortverdrehung. Nochmals überlegen, nochmals anständig Antwort geben und dann bin ich auch willig mit dir zu Argumentieren.

  7. Re: Falsche Release-Strategie?

    Autor: MrAndersenson 14.04.14 - 14:56

    Ein paar Asse im Ärmel sind immer noch besser, als ein paar Leichen im Keller.

    Der Untersuchungsausschuss des Bundestages könnte ja auch mal eine Klassenfahrt nach Russland machen - da gibts bestimmt weniger Herausforderung mit:

    Wie, wir können für Ihre Sicherheit nicht garantieren, Mr. Whistleblower.

  8. Re: Falsche Release-Strategie?

    Autor: PeterK 14.04.14 - 15:12

    Das ist Ansichtssache. Vielleicht hast du recht.

    Ich denke jedoch eher, dass der ganze Snowden-Leak weiter im Sand verlaufen wird.
    In zwei bis drei Jahren, wird man noch sporadisch drüber berichten, danach wird jedoch kein Hahn krähen. So sehe ich jedoch im Grossen und Ganzen keinerlei Positiven Einfluss der ganzen Affäre, vielmehr wurde dadurch die Akzeptanz für Brüche der Privatsphäre geschaffen.

  9. Re: Falsche Release-Strategie?

    Autor: Crapple 14.04.14 - 16:12

    peterkleibert schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Ich bin mir echt nicht mehr sicher, ob diese tröpfchenweise
    > Veröffentlichungsstrategie richtig war, um Veränderungen herbei zu führen.

    Veränderungen gäbe es auch bei einer Veröffentlichung auf einen Schwung nicht all zuviel (vorerst!). Was es aber nach kurzer Zeit auch nicht mehr gäbe, wäre eine Präsenz in den Medien. Bei einer tröpfchenweisen Veröffentlichung ist die NSA-Afäre aber auf lange Sicht immer präsent, und genau das muss es auch sein, ein ständiger Begleiter in den News!

  10. Re: Falsche Release-Strategie?

    Autor: Analysator 14.04.14 - 18:01

    Nö, viele wollen dazu nichts mehr lesen, eher "oh noch ein Tropfen? Weiterscrollen". Sollten die noch irgendeinen "Kracher" haben wäre jetzt ein guter Zeitpunkt den mal rauszuhauen...

  11. Re: Falsche Release-Strategie?

    Autor: Anonymer Nutzer 14.04.14 - 22:00

    Wieso "die leute"? Bitte nur für dich sprechen.

    Es ist so schon schwer genug die ganzen infos im blick zu behalten.
    Würden alle infos auf einmal veröffentlicht werden würde es wohl einmalig einen mittelmäßigen Aufschrei geben und dann würden die mainstreammedien alles wegputzen.

    So wie es gerade gemacht wird ist es sehr gut. So langsam dämmert wohl auch dem letzten was hier abgeht.
    Die zahl derer die sich nicht damit abfinden wollen in einer totalüberwachung zu leben wächst von tag zu tag, von skandal zu skandal. Sehr gut so.

  12. Re: Falsche Release-Strategie?

    Autor: PeterK 14.04.14 - 23:29

    >Wieso "die leute"? Bitte nur für dich sprechen.
    ...
    >So langsam dämmert wohl auch dem letzten was hier abgeht.
    Im Grunde könnte ich hier schon abbrechen...


    >Die zahl derer die sich nicht damit abfinden wollen in einer totalüberwachung zu
    >leben wächst von tag zu tag, von skandal zu skandal. Sehr gut so.
    Nein, eben das Gegenteil passiert gerade. Die Leute sind mit jedem weiteren Artikel eher genervt. Und zudem passiert eben genau das, was du verleugnest, denn die Leute regen sich kurz drüber auf, denken einmal "ich kann ja eh nix ändern und das ist jetzt halt so", und leben ihr Leben weiter. Da tut sich nix. Kein Protest, kein Aufstand nix. Und der aktuellen Regierung kann man ja sowieso nicht böse sein, die haben ja grad den ersten ausgeglichenen Haushalt seit drölfzehn Jahren vorgeliefert und erst diese niedrigen Arbeitslosenraten, ne, also einer solch tollen Regierung soll man doch nicht übelnehmen, wenn sie wegen so n bisschen NSA nicht grad den Hampelmann macht.

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