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Der Geburtsfehler der Liberalisierung

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  1. Der Geburtsfehler der Liberalisierung

    Autor: Casandro 10.05.14 - 07:54

    Man hätte die letzte Meile nicht an die Telekom verschenken sollen sondern sie in staatlicher Hand belassen müssen. Dann hätte man da jemanden hingesetzt, der Exponentialfunktionen berechnen kann und die Funkschau lesen, und der hätte dann den Ausbau voran getrieben. Bezahlt wird das durch eine Gebühr pro Anschluss unabhängig vom Ort.

    Im Schnitt kostet das sogar deutlich weniger, da nicht so viel mehrfach ausgebaut wird.

  2. Re: Der Geburtsfehler der Liberalisierung

    Autor: Schrödinger's Katze 10.05.14 - 08:30

    Und der Staat (Polizei/BND/NSA) kontrolliert und überwacht die Anschlüsse? Geniale Idee und die 20 Steuern/Abgaben (Internetsteuer oder eine EEG ähnliche Gebühr würde man wohl in weniger als 4 Sekunden beschließen) machen die Sache so richtig billig für den Endverbraucher.

    Mein Tipp: Lieber noch eine Runde schlafen ;)

  3. Re: Der Geburtsfehler der Liberalisierung

    Autor: jaykay2342 10.05.14 - 08:48

    Dass mit in staatlicher Hand belassen halte ich für keine so super Idee. Meiner Meinung nach gehört die letzte Meile aber in die Hand eines regionalen Grundversorgers und nicht in die Hand eines Weltweit operierenden Aktienkonzerns der schon per Definition primär nur für die Gewinne der Aktionäre arbeitet.

    Casandro schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Man hätte die letzte Meile nicht an die Telekom verschenken sollen sondern
    > sie in staatlicher Hand belassen müssen. Dann hätte man da jemanden
    > hingesetzt, der Exponentialfunktionen berechnen kann und die Funkschau
    > lesen, und der hätte dann den Ausbau voran getrieben. Bezahlt wird das
    > durch eine Gebühr pro Anschluss unabhängig vom Ort.
    >
    > Im Schnitt kostet das sogar deutlich weniger, da nicht so viel mehrfach
    > ausgebaut wird.

  4. Re: Der Geburtsfehler der Liberalisierung

    Autor: Moe479 10.05.14 - 09:52

    aber netzgebühren und überwachung haben wir doch auch mit den angeblich so privaten und freien unternehmen

  5. Re: Der Geburtsfehler der Liberalisierung

    Autor: Ovaron 10.05.14 - 22:42

    Casandro schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Man hätte die letzte Meile nicht an die Telekom verschenken sollen sondern
    > sie in staatlicher Hand belassen müssen. Dann hätte man da jemanden
    > hingesetzt, der Exponentialfunktionen berechnen kann und die Funkschau
    > lesen, und der hätte dann den Ausbau voran getrieben. Bezahlt wird das
    > durch eine Gebühr pro Anschluss unabhängig vom Ort.

    > Im Schnitt kostet das sogar deutlich weniger, da nicht so viel mehrfach
    > ausgebaut wird.

    Und wie gut das funktioniert sieht man weltweit an allen im staatlichen Monopol betriebenen Telekomnetzen.

    Die mittelfristige Ausbauplanung für 2025 sieht bereits eine Erhöhung der maximalen Bitrate auf nun 6 Mbit vor und kostet dann nur noch 90 Euro monatlich!

  6. Re: Der Geburtsfehler der Liberalisierung

    Autor: exxo 10.05.14 - 23:37

    In den Zeiten als die Post noch das Monopol auf Telekommunikation inne hatte durften nur zertifizierte Modems verwendet werden. Diese Geräte kosteten in der Regel das doppelte als die gleichen Geräte ohne das Zertifikat.

    Für den Preis eines DSL Tarif mit Flat und Telefon incl Hardware gabs damals nur den nackten Anschluss und ein paar Stunden Einwahl. Internet kostete noch mal extra.

    Das war ein tolles staatliches Monopol. Gut das sie diesen Markt privatisiert haben.

  7. Re: Der Geburtsfehler der Liberalisierung

    Autor: Anonymer Nutzer 11.05.14 - 11:10

    exxo schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > In den Zeiten als die Post noch das Monopol auf Telekommunikation inne
    > hatte durften nur zertifizierte Modems verwendet werden. Diese Geräte
    > kosteten in der Regel das doppelte als die gleichen Geräte ohne das
    > Zertifikat.
    >
    > Für den Preis eines DSL Tarif mit Flat und Telefon incl Hardware gabs
    > damals nur den nackten Anschluss und ein paar Stunden Einwahl. Internet
    > kostete noch mal extra.
    >
    > Das war ein tolles staatliches Monopol. Gut das sie diesen Markt
    > privatisiert haben.

    Und meine erste Flat mit analog Modem hat ~80-100DM gekostet und das war schon *nach der Privatisierung*, es ist ziemlich sinnfrei damalige Verhältnisse mit heutigen zu vergleichen, die Technik hat sich weiterentwickelt und das Internet ist zum Massenmarkt geworden.

    Desweiteren ist nicht von einem Monopol der Telekommunikation die Rede, sondern allein davon das das *Netz* in staatlicher Hand bleiben sollte und sich jeder TK Anbieter dort einmieten kann.

    Infrastruktur zu privatisieren ist das schlimmste was man überhaupt machen kann, denn sobald die Interessen von Aktionären gegenüber den Interessen der Bürger/Nutzer stehen kannst Du drei mal raten wer da den kürzeren zieht.

  8. Re: Der Geburtsfehler der Liberalisierung

    Autor: exxo 11.05.14 - 12:31

    Mir ist halt nicht ganz klar was daran so toll sein soll Glasfaserkabel mit Steuergeldern auszubauen. Wenn es einen Bedarf, sprich Nachfrage geben würde und die Kunden bereit wären, die Mehrleistung zu bezahlen, dann würden die Anbieter auch nachziehen.

    Da Anschlüsse sich über den Preis verkaufen wird nicht investiert.

  9. Re: Der Geburtsfehler der Liberalisierung

    Autor: Anonymer Nutzer 11.05.14 - 12:47

    exxo schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Mir ist halt nicht ganz klar was daran so toll sein soll Glasfaserkabel mit
    > Steuergeldern auszubauen. Wenn es einen Bedarf, sprich Nachfrage geben
    > würde und die Kunden bereit wären, die Mehrleistung zu bezahlen, dann
    > würden die Anbieter auch nachziehen.
    >
    > Da Anschlüsse sich über den Preis verkaufen wird nicht investiert.

    Es gilt nicht nur den aktuellen Bedarf zu decken, sondern auch für den zukünftigen *ausreichend* vorzusorgen und auch dort auszubauen wo es sich vielleicht finanziell nicht lohnt aber trotzdem ein Bedarf vorhanden ist (meist ländlicher Bereich) ohne die dort lebenden massiv zu benachteiligen.

    Das TK Netze sollten meiner Meinung genau wie Strom, Wasser, Gas etc. über Stadtwerke/Kommunalwerke bzw. im öffentlichen Auftrag als "Grundversorgung" laufen.

  10. Re: Der Geburtsfehler der Liberalisierung

    Autor: exxo 11.05.14 - 12:53

    Mein Vergleich passt übrigens sehr gut weil er aufzeigt was passiert wenn der Staat das Geschäft übernimmt.

    Mal davon abgesehen das es auch nicht einzusehen ist warum Milliarden dafür ausgegeben werden sollen damit man auch im letzten Dorf 1Gbit per Glasfaserkabel bekommt. Vorher sollten Brücken repariert und Schulen modernisiert werden.

    Warum soll die Allgemeinheit deinen Konsum bei YouTube subventionieren

  11. Re: Der Geburtsfehler der Liberalisierung

    Autor: Anonymer Nutzer 11.05.14 - 13:32

    exxo schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Mein Vergleich passt übrigens sehr gut weil er aufzeigt was passiert wenn
    > der Staat das Geschäft übernimmt.

    Ja und mein Beispiel Interessen Aktionär vs Bürger/Nutzer war mindestens genau so gut.

    Es gibt Interessen die über finanziellen Gewinnen stehen bspw. fällt der ÖPNV auch unter die Grundversorgung die Städte/Kommunen zu leisten haben und das wird alles andere als wirtschaftlich sein ist aber zwingend erforderlich, um ein Mindestmaß an Mobilität zu gewährleisten (z.B. Schüler -> Schule).

    > Mal davon abgesehen das es auch nicht einzusehen ist warum Milliarden dafür
    > ausgegeben werden sollen damit man auch im letzten Dorf 1Gbit per
    > Glasfaserkabel bekommt. Vorher sollten Brücken repariert und Schulen
    > modernisiert werden.

    > Warum soll die Allgemeinheit deinen Konsum bei YouTube subventionieren

    Falls es Dir entgangen ist Internet gehört mittlerweile auch zur einer gesellschaftsrelevanten Infrastruktur genau so wie Brücken oder Schulen. Ich könnte mich auch hinstellen und behaupten das es sinnlos ist Milliarden auszugeben damit auch das letzte Dorf eine Straßenanbindung, Stromanbindung, Busverbindung etc. bekommt.

    Ich rede auch nicht davon das jedes Dorf einen Autobahnanbindung (Relation zu 1Gbit) bekommen solle, sondern eine "gescheite Grundversorgung", was imho z.Z. minimum 6Mbit wären und auch das könnte bei größeren Familien schon sehr eng werden.

  12. Re: Der Geburtsfehler der Liberalisierung

    Autor: Ovaron 11.05.14 - 15:01

    lolig schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Und meine erste Flat mit analog Modem hat ~80-100DM gekostet und das war
    > schon *nach der Privatisierung*, es ist ziemlich sinnfrei damalige
    > Verhältnisse mit heutigen zu vergleichen, die Technik hat sich
    > weiterentwickelt und das Internet ist zum Massenmarkt geworden.

    Aha. Und Du kannst sicher auch ein paar (also mindestens zwei) Länder nennen in denen das Netzmonopol in staatlicher Hand liegt und die Infrastruktur leistungsfähiger ist als hierzulande? Na dann, nur zu...

    Falls Du auch bei intensiver Suche keine zwei Länder findest auf die diese Konditionen zutreffen dann solltest Du Dich allerdings fragen ob es nicht doch eben genau daran, am staatlichen Monopol, liegt wenn die Infrastruktur marode und überteuert verwaltet wird.

    > Desweiteren ist nicht von einem Monopol der Telekommunikation die Rede,
    > sondern allein davon das das *Netz* in staatlicher Hand bleiben sollte und
    > sich jeder TK Anbieter dort einmieten kann.

    Na ein bisschen Übertreigung zur Darstellung des Standpunktes wird doch wohl noch erlaubt sein :-)
    Du würdest dann aber nichts gewinnen weil beim Tempo der staatlichen Planungs und Ausführung *langsamer* ausgebaut würde als heute. Denn am Staatlichen Monopol hängt ein Rattenschwanz. Zunächst mal ein Beamtenapparat (hoheitliche Aufgabe, daher zwingend). Dann extremer Geldmangel (Ausbau ist extrem teuer). Ausschreibungsverpflichtungen (auf europäischer Ebene, für jede Schaufel einzeln). Bürgerproteste (siehe Stromtrassen) und etwa soviele Einspruchsverfahren wie ein DSL-Modem Atome hat.
    Im weiteren gibts natürlich auch Lobbyismus auf oberen und unteren Ebenen, was dazu führt das der Kuhstall vom Huber unglaublich hoch priorisiert wird weil der dem Landrat seinem Schwager mal einen Gefallen getan hat und das die Straße wo der der Sepp wohnt leider noch bis 2028 auf den Ausbau wartet weil der sich von der Nichte des Landrats hat scheiden lassen was ja mal gar nicht geht.

    > Infrastruktur zu privatisieren ist das schlimmste was man überhaupt machen
    > kann, denn sobald die Interessen von Aktionären gegenüber den Interessen
    > der Bürger/Nutzer stehen kannst Du drei mal raten wer da den kürzeren
    > zieht.

    Den kürzeren zieht der Bürger vor allem wenn er für sich alleine kämpft. Die Bürger sind heuer so unglaublich DUMM dass sie beim Umzug noch nicht einmal auf die Idee kommen ihre neuen Nachbarn zu fragen welche Erfahrungen die mit ihrem DSL haben. "Es könnte ja sein dass die das nicht wissen", aha, und deshalb fragt man gar nicht erst. Noch lustiger wirds "auf dem Land" wo jeder zwar schimpft weil sein Landkreis (Gebietsreform, früher als wir unseren Ortsvorsteher hatten hätten wir DSL innerhalb von 15 Minuten gehabt, mindestens mit 100 Mbit und für höchstens 3 Euro im Monat) angeblich oder tatsächlich nichts für unternimmt, dann aber sofort abtaucht wenn man ihm sagt das er das dochmal zusammen mit seinen 300 Mitbürgern bei der nächsten Bürgerversammlung vorbringen soll. "Wie, mit dem Nachbarn soll ich mich zusammen tun? Eher friert die Hölle zu"

    Mein Mitgefühl hält sich daher in Grenzen und ich halte die durch die Privatisierung entstandenden Vorteile (telefonieren und DFÜ ist so unglaublich extraordinär billig geworden wie ich es niemals für möglich gehalten hätte) für weit überwiegend. Was mir fehlt ist eine starke Politik die endlich mal FTC oder besser für die Ersterschließung von Neubaugebieten vorschreibt.

  13. Re: Der Geburtsfehler der Liberalisierung

    Autor: Captain 12.05.14 - 12:17

    exxo schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Mir ist halt nicht ganz klar was daran so toll sein soll Glasfaserkabel mit
    > Steuergeldern auszubauen. Wenn es einen Bedarf, sprich Nachfrage geben
    > würde und die Kunden bereit wären, die Mehrleistung zu bezahlen, dann
    > würden die Anbieter auch nachziehen.
    >
    > Da Anschlüsse sich über den Preis verkaufen wird nicht investiert.

    Ich selber würde gerne das doppelte bezahlen, wenn ich statt 6 die 50 MBit bekommen würde, aber Ausbau ... Pustekuchen...
    Und in unserer Kleinstadt gibts noch Ecken mit 1 MBit, mein Kollege geht zu Updaten seines Windows zu einer Bekannten an ihre Leitung

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