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Deshalb sollte das Gesetz angepasst werden

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  1. Deshalb sollte das Gesetz angepasst werden

    Autor: lilili 17.01.06 - 10:36

    > geht über die der Privatkopie zu Grunde liegende Idee weit hinaus
    > und ist bereits nach geltendem Recht eindeutig unzulässig

    Deshalb sollte das Gesetz (Gerechtigeit und Gesetz sind zweierlei Dinge und sollten nicht verwechselt werden) an die Technik von heute angepasst werden und nicht versucht werden mit Schwachfug wie DRM ("das beste Beispiel dafür ist Sony) versuchen einen Status zu erhalten der so nicht mehr funktioniert.

  2. Re: Deshalb sollte das Gesetz angepasst werden

    Autor: kawazu 17.01.06 - 11:11


    > Deshalb sollte das Gesetz (Gerechtigeit und Gesetz
    > sind zweierlei Dinge und sollten nicht verwechselt
    > werden) an die Technik von heute angepasst werden
    > und nicht versucht werden mit Schwachfug wie DRM
    > ("das beste Beispiel dafür ist Sony) versuchen
    > einen Status zu erhalten der so nicht mehr
    > funktioniert.

    Wie könnte das denn aber sinnvoll aussehen? Das Thema "Kulturflatrate" wird die Industrie bis zum Schluß bekämpfen, mit Vehemenz und einigen nicht unbedingt ehrlichen Argumenten. Das Argument, welches Herr Otto hier anführt, trifft es aber auf den Punkt: Wie kann ich als kreativer Urheber von Werken entscheiden, was mit meinem Werk passiert? Ich kann Software Open-Source / GPL machen, und die Leute freuen sich. Das ist hübsch. Ich kann auch Musik via CreativeCommons lizensieren oder auch nur "kostenlos" auf meiner Website anbieten, das ist auch hübsch. Das akzeptieren die Menschen. Akzeptieren die Menschen auch die Entscheidung, wenn ich das (aus welchen Gründen auch immer) nicht möchte? Akzeptiert und berücksichtigt jemand die Entscheidung, wenn ein Musiker seine Musik lieber auf CD denn im Internet vertrieben wissen will (in der Tat gibt es auch jetzt noch Musiker, die sich wirklich Mühe geben, ihre CDs vom Artwork über Texte und Produktion bis hin zur Musik als "Gesamtkunstwerk" erscheinen zu lassen, was bei einer bloßen Übertragung der Bits der Musik natürlich zwingend verlorengeht)? _Respektiert_ das irgendjemand?

    Nein. Und dort liegt für mich der Unterschied zwischen jenem, der sich privat ein wenig Musik kopiert und weitergibt, der einem Bekannten eine kopierte CD in die Hand drückt, und jenem, der seine nagelneue 250 GB - Platte an der Filesharing-Börse seines Vertrauens vollrammelt mit absolut _allem_, was nur schnell genug über die Leitung läuft. Dort fehlt (a) der Respekt vor der Kreativität und der (ähem..) Kunst, (b) die Anerkennung der Leistung von jenen, die diese Werke erzeugt haben, und (c) jegliches Gefühl dafür, daß die Dinge im Leben Geld kosten - in letzter Instanz deswegen, weil auch ein Vollzeit-Musiker irgendwas essen muß.

    Ich hoffe auf die Kulturflatrate, weil Filesharing ein schneller und einfacher Weg zu Musik sein könnte, die der reguläre Handel kaum führt. Ich bin für Fair-Use und Fair-Sharing (Betonung, in beiden Fällen, auf "fair"), aber ich halte absolut nichts von dem Konzept, Filesharing in Gros als die konsequente Fortsetzung von "Geiz ist geil!".

  3. Re: Deshalb sollte das Gesetz angepasst werden

    Autor: lilili 17.01.06 - 11:41

    > Wie könnte das denn aber sinnvoll aussehen? Das
    > Thema "Kulturflatrate" wird die Industrie bis zum
    > Schluß bekämpfen, mit Vehemenz und einigen nicht
    > unbedingt ehrlichen Argumenten.

    Das ist aber die einzige Möglichkeit die auf Dauer funktionieren würde. Mir ist jedenfalls keine technische Möglichkeit bekannt die Kopien auf Dauer verhindern kann. Ausserdem hat Sony gezeigt wie zweischneidig das Schwert DRM und Co sein kann. Die Möglichkeit mit der Nettigkeit der Menschen zu rechnen dass sie freiwillig für etwas bezahlen darauf kann man kein Geschäft aufbauen.

    Früher oder später gibt es deshalb entweder eine "Kulturflatrate" (womit ich rechne) oder die Künstler müssen sich eben wie in den Zeiten als es noch keine Contentindustrie gab selbst durchschlagen.

  4. Respekt geht in beide Richtungen

    Autor: Joe2 17.01.06 - 13:04

    >_Respektiert_
    > das irgendjemand?
    >
    > Nein.

    Wen wundert es, wenn die Kunden auch schon lange nicht mehr respektiert werden? Bring der MI mal soviel Respekt entgegen wie sie dir, dann wärst du schon lange im Knast, wenn du mich verstehst.

  5. Re: Respekt geht in beide Richtungen

    Autor: kawazu 17.01.06 - 13:11

    Joe2 schrieb:

    > Wen wundert es, wenn die Kunden auch schon lange
    > nicht mehr respektiert werden? Bring der MI mal
    > soviel Respekt entgegen wie sie dir, dann wärst du
    > schon lange im Knast, wenn du mich verstehst.

    Die Musik-Industrie ist mir völlig schnuppe, die ist nur Mittel zum Zweck und sollte im Rahmen dieser Diskussion völlig ausgeblendet werden. Es hat keinen Wert, wenn die Politiker im Interesse der Musikindustrie und nicht der Künstler handeln. Andererseits sollten sich aber auch hier einige die Frage stellen, ob sie ehrlich in ihrer Argumentation sind - würdet Ihr auch P2P betreiben, wenn Ihr CDs im Grunde genommen direkt von den Musikern ohne Umweg über die Plattenfirmen kaufen würdet, wenn erkennbar wäre, daß den Musikern zwar nicht jede kopierte CD wehtut, aber das Kopieren in der großen Masse natürlich wirtschaftlich schadet? Momentan, neben all dem, was an durchaus berechtigten Argumenten vorgebracht wird, ist die Musikindustrie nämlich für uns in vielen Fällen lebenswichtig, um Kopieren ohne Grenzen moralisch zu "rechtfertigen" unter anderem in der Argumentation, die Du verfolgst...

  6. Re: Respekt geht in beide Richtungen

    Autor: Joe2 17.01.06 - 13:25

    kawazu schrieb:
    -------------------------------------------------------
    > Es
    > hat keinen Wert, wenn die Politiker im Interesse
    > der Musikindustrie und nicht der Künstler handeln.

    Soweit verstehen wir uns =).

    Mir ist es auch völlig klar, daß P2P Schaden anrichten kann. Daß es aber auch andersrum läuft und man sich sachen Zieht, die man gut findet und dann kauft, hört man seltener. (Kurzer Einwurf: ich bin kein Musiksauger. Habe schon lange aufgehört zu hören oder zu kaufen)
    Wie kommt es, daß in meinem Freundeskreis jeder z.B. Warcraft 3 im Original besitzt und bei Narnia im Kino war (alles Personen mit Flatrate)? Weil's gute Ware ist. Ähnliches gilt auch für Musik.

    Wenn ich einfach vom Urheber kostenpflichtig einen mode-Song für einen fairen Preis ohne Einschränkungen kaufen könnte, würde ich dies auch tun, wenn er mir gefällt. Wenn ich aber sowohl im Laden als auch online nur gegeißelt werde, dann eben nicht. Gar nicht, in meinem Fall.

    Für mich ist es offensichtlich, daß die Labels durch das Internet schlichtweg überflüssig geworden sind. Daß sie somit mit allen mitteln kämpfen, um ihre daseinsberechtigung zu behalten, ist verständlich. Jedoch stehen Künstler auch oft mitten in der MI Lobby, und vertreten dementsprechende Ansichten. Zudem haben Menschen vor Veränderungen immer Angst.

    Imo geht es darum, daß man ENDLICH Geld an den Musiker gibt.

  7. Re: Respekt geht in beide Richtungen

    Autor: kawazu 17.01.06 - 13:44

    Joe2 schrieb:

    > Wie kommt es, daß in meinem Freundeskreis jeder
    > z.B. Warcraft 3 im Original besitzt und bei Narnia
    > im Kino war (alles Personen mit Flatrate)? Weil's
    > gute Ware ist. Ähnliches gilt auch für Musik.

    Sicher. Das ist aus meiner Sicht auch der Punkt, der das Hauptargument der Musik-Industrie ("Umsatzeinbrüche durch P2P") entwertet - das Gros der Leute hätte die Dinge, die sie sich via P2P gegeben haben, ohnehin nicht gekauft, insofern ist eine Rechnung der Art "jede heruntergeladene CD ist eine verkaufte weniger" eine Milchmädchenrechnung, die an der Realität vorbeigeht.


    > Für mich ist es offensichtlich, daß die Labels
    > durch das Internet schlichtweg überflüssig
    > geworden sind. Daß sie somit mit allen mitteln
    > kämpfen, um ihre daseinsberechtigung zu behalten,
    > ist verständlich. Jedoch stehen Künstler auch oft
    > mitten in der MI Lobby, und vertreten
    > dementsprechende Ansichten. Zudem haben Menschen
    > vor Veränderungen immer Angst.

    Das Letztere stimmt. Es gibt aber auch heute schon kleine Labels, die keine "große Industrie" sind, sondern einfach nur Musik an den Mann bringen wollen, die Künstler bezahlen und CDs pressen und hinterher irgendwie froh sind, wenn sich Einnahmen durch CDs und Tour-Tickets sowie Ausgaben für Studio-Aufenthalte der Musiker (dort gehen wir gar nicht mal von Vollzeit-Musikanten aus) und laufende Kosten, die generell nun irgendwie anfallen, halbwegs aufeinanderpassen. Die fallen im gegenwärtigen System schon oft durch das Raster (etwa, weil man ihre CDs nicht in herkömmlichen Plattenläden findet), und das wird in Zukunft wohl nicht besser werden. Zudem steht für mich noch ene grundlegende Frage: Wenn jemand elektronische Musik fertigt, günstigstenfalls im Heim-Studio (was mit hoher Qualität durchaus möglich ist), und nebenbei einen Dayjob hat, um sich den Lebensunterhalt zu verdienen, ist das ja alles okay. Aber schon derzeit, ganz gleich, ob bei kleinen oder großen Labels, muß man spätestens als Band mit mehreren und/oder nicht-elektronischen Instrumentalisten entweder ins Studio (was üblicherweise Studio-Miete kostet) oder sich selbst die nötige Hardware holen (was finanziell ein Faß ohne Boden ist). Momentan läuft das, zumindest was Anmieten und Finanzieren eines Studios für Musiker betrifft, oftmals auf "Vorkasse" durch die Labels (die Musiker bezahlen das letztlich meist trotzdem selbst, wenn auch später). Dort wäre eine Abkehr vom "gegenwärtigen" System und eine ausschließliche Reduktion der Kultur-Welt auf eine Kulturflatrate tödlich, würde viele Musik gar nicht mehr entstehen, weil die Musiker nicht in der Lage wären, Studio-Kosten vorzufinanzieren, ohne daß absehbar ist, daß zumindest die Kosten durch entlohnte Musik-Downloads gedeckt werden können. Das würde ich traurig finden.

    Vielleicht sollten wir in unserer Diskussion über die Musik-Industrie auch etwas, nun, objektiver werden. Die Musik-Industrie ist nicht per se schlecht. Ich lese gerade "inside out" - die Quasi-Biographie von Pink Floyd, geschrieben von Drummer Nick Mason; es ist schon interessant: Die Band hat damals, irgendwann in den späten 1960ern, überhaupt erst eine Chance gehabt, sich ordentliches Equipment zu kaufen, dieses und die Band zu Auftritten zu transportieren, vor Menschen zu spielen, ins Studio zu gehen und Platten aufzunehmen, nachdem sie von jemandem, der an ihre Musik und ihre Idee glaubte, bei der EMI unter Vertrag gekommen waren. Eine solche Musik-Industrie wäre sinnvoll und wünschenswert, dummerweise wird dort jetzt mit anderen Konzepten und Ansätzen gearbeitet, lieber ein schneller Star gebaut, als interessante Künstler zu unterstützen...


    > Imo geht es darum, daß man ENDLICH Geld an den
    > Musiker gibt.
    >

    Dort stimmen wir wohl überein.

  8. Re: Respekt geht in beide Richtungen

    Autor: Crazy Iwan 17.01.06 - 13:51


    >
    > Wen wundert es, wenn die Kunden auch schon lange
    > nicht mehr respektiert werden? Bring der MI mal
    > soviel Respekt entgegen wie sie dir, dann wärst du
    > schon lange im Knast, wenn du mich verstehst.


    Hm, also müsste ich jetzt die Produkte von SONY-BMG sabotieren, da sie mir ja mit ihrem Rootkit ne Menge Respekt entgegengebracht haben ...

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