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Ein neuer Weg zwischen Kapitalismus und Kommunismus?

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  1. Ein neuer Weg zwischen Kapitalismus und Kommunismus?

    Autor: motzerator 19.05.14 - 11:43

    Eine kleine Utopie :)

    Der Kommunismus ist ja bereits gescheitert, der Kapitalismus steckt auch seit 2008 in einer schweren Kriese, die jederzeit wieder ausbrechen kann. Die Frage ist nun: Wenn beide Systeme scheitern, wie könnte man dann unsere Zukunft gestalten?

    Der Kommunismus ist an der mangelnden Motivation gescheitert, wenn man nichts verdienen kann, warum sollte man sich dann anstrengen und Risiken eingehen? Eine Planwirtschaft kann zudem die Bedürfnisse der Bevölkerung nur schwer voraus sagen. Ohne einen funktionierenden Markt gibt es obendrein keinen Grund, Produkte und Dienstleistungen zu verbessern. Wer die ehemalige DDR noch erlebt hat, weis wovon ich spreche, vor allem wenn er aus den direkten Vergleich erleben konnte.

    Der Kapitalismus hingegen krankt an der unerschöpflichen Gier, die den Profit über alles andere stellt. Umwelt? Menschen? Das bleibt alles zweitrangig, im Focus steht lediglich die Gewinnmaximierung. Längst wird das meiste Geld nicht mehr mit Produktiver Arbeit verdient, sondern von Schmarotzern wie den Hedge Fonds. Wahrscheinlich wird es auch die Zockerei auf dem Kapitalmarkt sein, die dem aktuellen System den Untergang bringen wird.

    Was mich bei diesen Überlegungen wundert: Seit Anfang des letzten Jahrhunderts hat keiner mehr eine wirklich neue Ideologie hervor gebracht. Dabei wäre es durchaus möglich, die Vorteile von beiden Systemen zu verbinden. Ich nenne das einfach mal das Gaia Konzept. Gaia ist ein Synonym für die Erde, kommt aus der Esoterik, ist hier aber nur wegen dem schönen Namen gewählt worden. Es gibt in der Biologie bereits eine Hypothese gleichen Namens, diese dient aber nur als Grundlage für meine Idee.

    Der wichtigste Aspekt ist das Konzept, das die Erde selber keinem Menschen gehört sondern vielmehr eine gemeinsame endliche Ressource ist, die jedem Menschen zu gleichem Anteil für die Zeit seines Lebens zur Verfügung steht. Im Gaia Konzept (den namen könnte man natürlich auch anders wählen) hat daher jeder Mensch ein Anrecht auf ein persönliches Erbe, bestehend aus Land und Bodenschätzen. Dieses Anrecht wird aber nicht ausgezahlt, sondern steht ihm in Form einer bedingungslosen Grundrente und Sozialleistungen zur Verfügung. Getragen werden diese Grundleistungen von den Staaten. Ein großer Unterschied zu heute besteht im Erbe: Es wird auf persönlicher Ebene abgeschafft, alle Güter eines Menschen gehen nach seinem Tod zurück an den Start. Alle Kinder haben daher ähnliche Startbedingungen. Allerdings gibt es für Familienmitglieder einen gewissen Bestandsschutz, wenn der Papa stirbt muss Mama also nicht sofort aus dem tollen Haus ausziehen.

    Woher kommt in so einem System also die Motivation zur Leistung? Ganz einfach, die Gesellschaft bleibt eine Leistungsgesellschaft. Im Prinzip kann man den Kapitalismus direkt in dieses Konzept transferieren. Es gibt allerdings eine obere Besitz-Grenze, sagen wir bei 10 Mio Euro (sowie einen maximalen Verbrauchswert pro Jahr). Wer also gute Ideen hat, erfolgreich wirtschaftet, kann sich weiterhin viel mehr leisten als andere, die das nicht tun. Wenn der Wert eines Unternehmens jedoch über diese Grenze geht, ist der Überschuss automatisch Staatseigentum ohne Stimmrecht. Das heißt, der Eigentümer eines Unternehmens hat auch nach Überschreiten der Grenze ein gutes Interesse, sein Unternehmen weiter zu expandieren. Erstens sichert es ihm seinen Status Quo auch auf lange Sicht und zweitens behält er die Kontrolle.

    Die Rolle der Kapitalgeber würden übrigens staatliche Stellen übernehmen, das gigantische Staatsvermögen muss ja verwaltet werden und das würden in meiner Utopie viele kleinere und größere staatliche Agenturen übernehmen, die ziemlich unabhängig sind und unterschiedliche Konzepte verfolgen und untereinander in Konkurrenz stehen. So ist gewährleistet, das genug institutionelle Investoren bereit stehen und gute Ideen eher eine Chance haben. Darüber hinaus gibt es ja auch noch Konzepte wie das Crowdfunding.

    Auch die Politik stelle ich mir ganz anders vor, wie heute. An Politiker würden hohe Anforderungen gestellt. Nicht in Bezug auf irgendwelche Diplome, sondern in Bezug auf ihre Lebensweise. Wer zu den Entscheidern gehören will, müsste sich einem asketischen Lebensstil unterwerfen, ähnlich einem Kloster. Kein übertriebener Luxus, kein hohes Gehalt, sondern nur das Recht zur Mitgestaltung und Mitwirkung an der Zukunft und entsprechender Ruhm. Die Bedingungen sollten so unattraktiv sein, das Selbstdarsteller und Wichtigtuer keine Lust auf die vielen Einschränkungen haben.

    Und nun zum eigentlichen Thema des Artikels: In so einer Gesellschaft wäre es dann auch egal, ob die Roboter viele Arbeiten übernehmen, weil alle davon profitieren. Wie gesagt, das ist nur eine kleine Utopie, die sicher noch viele Schwachpunkte aufweist, aber ich finde es ist ein Konzept, welches einen möglichen Weg zwischen dem Kommunismus und dem Kapitalismus schaffen könnte, indem es die Marktwirtschaft und das Leistungsprinzip des Kapitalismus mit dem Gemeinschaftseigentum des Kommunismus vereint.

    P.S.: Bevor ihr es in der Luft zerreist, bedenkt bitte: Es ist einfach nur eine kleine Utopie.



    1 mal bearbeitet, zuletzt am 19.05.14 11:44 durch motzerator.

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