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Interessant wieviele Kommentatoren nichts wissen und trotzdem Schreiben

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  1. Interessant wieviele Kommentatoren nichts wissen und trotzdem Schreiben

    Autor: JarJarThomas 25.05.14 - 19:36

    "Contentmafia", "millionenverdienste", "Verlage braucht es nicht", "scheiß buchpreisbindung"

    Man merkt hier klar das mangelnde Wissen.
    Erst mal ist eines klar
    Dass amazon eine große Marktmacht im ebook Sektor hat, liegt klar auch an der deutschen buchindustrie. Überall auf der Welt waren ebooks auf dem Vormarsch und hier hieß es nur "wir denken dass unsere Kunden weiter auf das gedruckte Buch setzen werden".
    Genau ... Weil ja auch die deutschen noch hauptsächlich Musik CDs kaufen und nicht iTunes, spotify und Co nutzen.
    Dann nach Adobe drm und so kann man sich seinen Markt natürlich kaputt machen.

    Aber es ist nicht alles schwarz und weiß.
    Verlage spielen für Autoren eine verdammt wichtige Rolle.
    Nicht jeder autor der ein gutes Buch schreibt kann es vermarkten, auf alle ebook oder echtbuch Plattformen anbieten. Er kann nicht einfach Lesungen organisieren, usw.
    Jedes Buch dass ein Verlag aufnimmt ist erstmal mit Kosten versehen. Vom Lektorat, cover Gestaltung, Druck/ebook Konvertierung, ISBN, katalogverwaltung, über die Vorstellung bei Einkäufern bis hin zu Werbungsmateralien für Buchhändler.
    Klar nicht jeder Hansdampf kriegt ein Millionenwerbebudget. Das muss man sich verdienen.
    Aber selbst eine Kleinserie eines Buches kostet erstmal ca 10.000¤ initialkosten.

    Ich möchte jetzt die Autoren sehen die das einfach mal so selber stemmen.

    Die Buchpreisbindung hingegen ist ein sehr wirkungsvolles Instrument gewesen (und wäre es mit Anpassungen an den ebook Markt auch) um die Vielfalt am Markt zu bewahren.
    Denn bei der Buchpreisbindung geht es erstmal darum dass buchläden vor Großkonzernen geschützt werden. Tante Emma verdient an einem Buch genauso viel wie Hugendubel.
    Sie hat also eine Chance am Markt weil sie in der Praxis zwar nicht alle Bücher auf Lager haben kann, aber genauso schnell wie ein großer buchläden das Buch bestellen, liefern und denselben Gewinn machen kann.
    Gälte dasselbe für ebooks, d.h. Jeder Buchhändler hat automatisch Zugriff auf alle ebooks, zum selben Preis, wäre es auch für kleine Händler wie beam ebooks, welche zb drm frei verkaufen am Markt zu bestehen.
    Dass ebooks keine Druckkosten, keine lagerhaltungskosten und vergleichbar nachlässige Transportkosten haben, heißt für alle dass sie gleich günstiger sein sollten und für sie andere regeln gelten.
    Aber erstmal gilt auch für ebooks dass es nicht die Verpackung ist für die man zahlt sondern das Buch. Wenn also ebooks anders behandelt werden dann wie eine Taschenbuch Version zu einer hardcover Version.
    Was heißt das dort ? Erst gibt es das teure hardcover. Ein paar Monate später die Taschenbuch Version, und vielleicht gleichzeitig auch das ebook ?
    Aber man will das ebook ja gleich haben, also doch zeitgleich ? Aber Dann gilt die Buchpreisbindung automatisch so dass das ebook soviel kosten muss wie das hardcover.
    Hier ist also eine sinnvolle Anpassung notwendig (ps wenn ebooks drm frei sind dürfen sie gerne mehr kosten als mit drm).

    Dass aber nun amazon hergeht und einen Mechanismus der im Gesetz geschrieben ist, "Rabatt zur Vereinfachung großer lagerbestellungen" dessen einziger zweck es war, Buchhändler dafür zu belohnen dass sie eine größere Auflage vorfinanzieren, zu verwenden um bei ebooks die eigene Marge und Marktmacht auf Kosten der anderen Teilnehmer am Markt durchzusetzen ist nicht in Ordnung.
    Es widerspricht dem Sinne und dem Geiste des Gesetzes dass primär die Vielfalt des Buchmarktes schützen soll und es im übrigen gerade in Deutschland auch hervorragend tut.

    Nirgendwo anders auf der Welt gibt es eine vergleichbare Vielfalt in der Literatur,
    Nirgendwo anders auf der Welt ist die Hürde für Spartenliteratur so gering wie hier.
    Und nirgendwo anders auf der Welt gibt es einen vergleichbar guten Schutz auch für die kleinen Mitspieler am Markt.

    Die Art und Weiße wie Amazon hier vorgeht, widerspricht allem was in Deutschland als soziale Marktwirtschaft einmal geplant war und überhaupt erst zur der Wirtschaftsstärke diente.

    Aber leider gibt es immer mehr Neoliberalisten, aber leider auch unwissende Schreihälse, Trolle und Stammtischbesetzer die auf das Versprechen des Turbokapitalismus hereinfallen und den sozialen Ausgleich, der für 80 jähren explizit als notwendig erkannt und auch erfolgreich durchgesetzt wurde, schlicht ignorieren.

    ----------------------------------------------------------------
    http://www.tandt-games.de/qr.png
    Das ist eine URL auf etwas was dich wahrscheinlich nicht interessiert.
    Also nutze KEINEN QRScanner um die URL zu verfolgen.
    Denn im Endeffekt wäre es für dich uninteressant.

  2. Re: Interessant wieviele Kommentatoren nichts wissen und trotzdem Schreiben

    Autor: McCoother 25.05.14 - 19:52

    Ich finde du hast vollkommen recht. Die sollen mal nicht so rumheulen.

  3. Mit Sorge sehe ich der Entwicklung entgegen.

    Autor: ArUmNIaX 25.05.14 - 19:55

    Dem stimme ich vollkommen zu.

    Das Problem der mangelnden Anpassung der Bindung ist ein Problem. Genauso dass Amazon die Muskeln spielen lässt und viele mit dem Thema nicht vertraut sind.

    Ich als Hobby-Autor betrachte diese Entwicklung mit Sorge.

    _________________________________________________________________
    Es gibt immer Menschen, die meinen sie seien schlauer als ich. Das Schlimmste ist, manchmal sind sie es auch noch!

  4. Re: Interessant wieviele Kommentatoren nichts wissen und trotzdem Schreiben

    Autor: Lapje 25.05.14 - 20:45

    JarJarThomas schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------

    > Denn bei der Buchpreisbindung geht es erstmal darum dass buchläden vor
    > Großkonzernen geschützt werden. Tante Emma verdient an einem Buch genauso
    > viel wie Hugendubel.

    Auch wenn ich Dir im restlilchen mehr als zustimme, stimmt die obige Aussage nicht! Beide verdienen eben nicht gleich an dem Buch, da große Ketten oder Amazon ganz andere Konditionen, sprich Rabatte erhalten - was aber auch völlig normal ist: Auch anderorts erhält der Verkäufer andere Preise wenn er gleich 500 Einheiten einer Ware abnimmt als nur 5. Nur für den Kunden ist es gleich - dieser zahlt überall für das Buch den gleichen Preis, ihm kann es egal sein wo er kauft.

    Und wer über Verlage meckert, kann das Problem im Musikbereich schon lange beobachten: Wer sich selbst vermarktet hat wesentlich mehr arbeit, zumal dieser noch lange nicht die Kontakte der Industrie besitzt.

    Was rauskommt, wenn ein paar Unternehmen in dem Bereich eine gewisse Marktmacht besitzen, kann man wunderbar in den USA beobachten.

    Natürlich machen die Verlage nicht alles richtig und sie könnten sicherlich die Preise für Bücher senken - die Frage wäre dann, was mit Büchern passiert, welche nicht solch eine große Verbreitung erfahren...die würden auf Dauer verschwinden...

  5. Re: Interessant wieviele Kommentatoren nichts wissen und trotzdem Schreiben

    Autor: RedRanger 26.05.14 - 08:22

    JarJarThomas schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Aber erstmal gilt auch für ebooks dass es nicht die Verpackung ist für die
    > man zahlt sondern das Buch. Wenn also ebooks anders behandelt werden dann
    > wie eine Taschenbuch Version zu einer hardcover Version.
    > Was heißt das dort ? Erst gibt es das teure hardcover. Ein paar Monate
    > später die Taschenbuch Version, und vielleicht gleichzeitig auch das ebook
    > ?
    > Aber man will das ebook ja gleich haben, also doch zeitgleich ? Aber Dann
    > gilt die Buchpreisbindung automatisch so dass das ebook soviel kosten muss
    > wie das hardcover.

    Das stimmt leider nicht.

    Die Buchpreisbindung wird für jede Ausführung des Buches festgelegt. Es wird also z.B. ein Preis für Hardcover, ein Preis für Paperback und ein Preis für das eBook festgesetzt.

    Es ist also falsch, dass ein Preis, z.B. der des Hardcovers, für alle verschiedenen Ausführungen eines Buches gilt.

  6. Re: Interessant wieviele Kommentatoren nichts wissen und trotzdem Schreiben

    Autor: Bassa 26.05.14 - 14:16

    Das verstehe ich auch so.

    "§ 5 Preisfestsetzung
    (1) Wer Bücher verlegt oder importiert, ist verpflichtet, einen Preis einschließlich Umsatzsteuer (Endpreis) für die Ausgabe eines Buches für den Verkauf an Letztabnehmer festzusetzen und in geeigneter Weise zu veröffentlichen. Entsprechendes gilt für Änderungen des Endpreises."

    Das E-Book wäre eine Ausgabe, das Hardcover eine andere.
    Ansonsten könnten Taschenbücher auch nicht billiger sein, wenn sie nur ein paar Monate nach dem Hardcover herauskommen.

    "§ 8 Dauer der Preisbindung
    (1) Verleger und Importeure sind berechtigt, durch Veröffentlichung in geeigneter Weise die Preisbindung für Buchausgaben aufzuheben, deren erstes Erscheinen länger als 18 Monate zurückliegt."

    18 Monate nach Veröffentlichung darf die Preisbindung aufgehoben werden.

    Der Börsenverein des Deutschen Buchhandels hat sich aber auch erst 2008 überlegt, dass E-Books ja doch Bücher sind und deshalb die Buchpreisbindung zuschlägt.
    Das zeigt auch ganz gut, wie unfähig die lange Zeit waren, sich den geänderten Bedingungen anzupassen.

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