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Risiken und Nebenwirkungen

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  1. Risiken und Nebenwirkungen

    Autor: Johnny Cache 02.02.06 - 10:04

    Ich bin nun wirklich nicht der Held was BWL und Jura angeht, aber diese (hochgradig schwachsinnige) Urteil müßte weitreichende Folgen haben.
    Eine entsprechend angeschaffte Software stellt mangels der Möglichkeit sie weiter zu veräußern keinen Wert mehr dar und müßte dann eigentlich als Dienstleistung abgerechnet werden. Eine Abschreibung über mehrere Jahre sollte damit eigentlich unmöglich werden.

    Besonders lustig wäre wohl ein Konkurs bei dem zwar eventuell größere Werte in Form von Lizenzen vorliegen, welche aber durch dieses Urteil vollständig entwertet wurden. ;)

  2. Re: Risiken und Nebenwirkungen

    Autor: Der_Ing. 02.02.06 - 10:34

    Johnny Cache schrieb:
    -------------------------------------------------------
    > Ich bin nun wirklich nicht der Held was BWL und
    > Jura angeht, aber diese (hochgradig
    > schwachsinnige) Urteil müßte weitreichende Folgen
    > haben.
    > Eine entsprechend angeschaffte Software stellt
    > mangels der Möglichkeit sie weiter zu veräußern
    > keinen Wert mehr dar und müßte dann eigentlich als
    > Dienstleistung abgerechnet werden. Eine
    > Abschreibung über mehrere Jahre sollte damit
    > eigentlich unmöglich werden.
    Wenn Lizenzen und Datenträger zusammen verkauft werden, ist nichts dagegen einzuwenden. Hier ging es ja wohl darum, dass UsedSoft nur die Lizenzen verkauft hat, ohne die Datenträger mitzuliefern, die sollten sich die Kunden dann selbst als Kopien nicht zum Kopieren lizenzierter Exemplare herstellen.


    > Besonders lustig wäre wohl ein Konkurs bei dem
    > zwar eventuell größere Werte in Form von Lizenzen
    > vorliegen, welche aber durch dieses Urteil
    > vollständig entwertet wurden. ;)
    Wer bitte kauft denn Lizenzen allein ohne jede Software dazu??? Wer allerdings gleich nach der Installation die Datenträger wegwirft, hat's ja nicht anders gewollt.
    Und bei aller Software, die ich bisher als Download-Version gekauft habe, erlaubte die Lizenz die Herstellung zumindest eines Installationsdatenträgers, häufig auch noch eines Backups.

  3. Re: Risiken und Nebenwirkungen

    Autor: Gna 02.02.06 - 12:06

    Der_Ing. schrieb:
    -------------------------------------------------------

    > Wer bitte kauft denn Lizenzen allein ohne jede
    > Software dazu??? Wer allerdings gleich nach der
    > Installation die Datenträger wegwirft, hat's ja
    > nicht anders gewollt.
    > Und bei aller Software, die ich bisher als
    > Download-Version gekauft habe, erlaubte die Lizenz
    > die Herstellung zumindest eines
    > Installationsdatenträgers, häufig auch noch eines
    > Backups.
    >
    >

    Wenn Du 1000 Rechner mit ein und der selben SW (z.b. Windows Betriebssystem) ausrüsten willst, wirst Du froh sein eine CD mit 1000 Arbeitsplatz-Lizenzen zu haben statt mit 1000 CDs - welche irgendwo ja auch gelagert werden müssen.

  4. Re: Risiken und Nebenwirkungen

    Autor: Der_Ing. 02.02.06 - 12:12

    Gna schrieb:

    > Wenn Du 1000 Rechner mit ein und der selben SW
    > (z.b. Windows Betriebssystem) ausrüsten willst,
    > wirst Du froh sein eine CD mit 1000
    > Arbeitsplatz-Lizenzen zu haben statt mit 1000 CDs
    > - welche irgendwo ja auch gelagert werden
    > müssen.
    Und dann gibt es ja einen Datenträger zu der 1000er-Lizenz! Es nur nicht zulässig, 999 Kopien zu ziehen oder ziehen zu lassen, um dann 1000 Einzelinstallationen draus zu machen, oder 10 100er oder 100 10er.
    Meine Antwort zielte ja gerade darauf ab, dass wohl niemand nur und ausschließlich eine Lizenz kauft. Die reine Lizenz ist völlig wertlos, aber die kauft ja auch niemand, und damit ist durch diese Urteil eben gerade nicht wertlos geworden, völlig unabhängig von Insolvenzverfahren o.ä.

  5. Re: Risiken und Nebenwirkungen

    Autor: Gna 02.02.06 - 12:21

    Der_Ing. schrieb:
    -------------------------------------------------------

    > Meine Antwort zielte ja gerade darauf ab, dass
    > wohl niemand nur und ausschließlich eine Lizenz
    > kauft. Die reine Lizenz ist völlig wertlos, aber
    > die kauft ja auch niemand, und damit ist durch
    > diese Urteil eben gerade nicht wertlos geworden,
    > völlig unabhängig von Insolvenzverfahren o.ä.
    >

    Nein, ist sie nicht. Nur wenn es explizit Verboten wird - wie im artikel beschrieben. Ich kenne zu Hauf Lizenzen, welche ohne Datenträger daherkommen. Sie Dir nur die ganzen Shareware Sachen an - da gibt es meist eine Lizenz per EMail ohne Datenträger, zumal man solche Programme häufig schon installiert hat. Da lade ich mir die Software aus dem Netz oder besorge mir die von irgendwo anders her. Klar ne Lizenz ohne Software macht keinen Sinn, aber es muss nicht immer ein Datenträger dabei sein.

  6. Re: Risiken und Nebenwirkungen

    Autor: asdf123 02.02.06 - 12:52

    z.B. liegt meinem IBM Thinkpad keine CD dabei, der Recovery-Inhalt liegt auf einer "versteckten" Partition der Festplatte, damit kann ich diese Lizenz dann wohl auch nicht verkaufen, bzw. nur mit der Hdd des Notebooks?



    Gna schrieb:
    -------------------------------------------------------
    > Der_Ing. schrieb:
    > --------------------------------------------------
    > -----
    >
    > > Meine Antwort zielte ja gerade darauf ab,
    > dass
    > wohl niemand nur und ausschließlich eine
    > Lizenz
    > kauft. Die reine Lizenz ist völlig
    > wertlos, aber
    > die kauft ja auch niemand, und
    > damit ist durch
    > diese Urteil eben gerade
    > nicht wertlos geworden,
    > völlig unabhängig von
    > Insolvenzverfahren o.ä.
    >
    > Nein, ist sie nicht. Nur wenn es explizit Verboten
    > wird - wie im artikel beschrieben. Ich kenne zu
    > Hauf Lizenzen, welche ohne Datenträger
    > daherkommen. Sie Dir nur die ganzen Shareware
    > Sachen an - da gibt es meist eine Lizenz per EMail
    > ohne Datenträger, zumal man solche Programme
    > häufig schon installiert hat. Da lade ich mir die
    > Software aus dem Netz oder besorge mir die von
    > irgendwo anders her. Klar ne Lizenz ohne Software
    > macht keinen Sinn, aber es muss nicht immer ein
    > Datenträger dabei sein.
    >
    >


  7. Re: Risiken und Nebenwirkungen

    Autor: Der_Ing. 02.02.06 - 13:24

    Gna schrieb:
    -------------------------------------------------------
    > Der_Ing. schrieb:
    > --------------------------------------------------
    > -----
    >
    > > Meine Antwort zielte ja gerade darauf ab,
    > dass
    > wohl niemand nur und ausschließlich eine
    > Lizenz
    > kauft. Die reine Lizenz ist völlig
    > wertlos, aber
    > die kauft ja auch niemand, und
    > damit ist durch
    > diese Urteil eben gerade
    > nicht wertlos geworden,
    > völlig unabhängig von
    > Insolvenzverfahren o.ä.
    >
    > Nein, ist sie nicht. Nur wenn es explizit Verboten
    > wird - wie im artikel beschrieben. Ich kenne zu
    > Hauf Lizenzen, welche ohne Datenträger
    > daherkommen. Sie Dir nur die ganzen Shareware
    > Sachen an - da gibt es meist eine Lizenz per EMail
    > ohne Datenträger, zumal man solche Programme
    > häufig schon installiert hat. Da lade ich mir die
    > Software aus dem Netz oder besorge mir die von
    > irgendwo anders her. Klar ne Lizenz ohne Software
    > macht keinen Sinn, aber es muss nicht immer ein
    > Datenträger dabei sein.

    Ich wiederhole: Bisher erlaubte die Lizenz bei jeder von mir erworbenen Download-Version zumindest die Erstellung eines Installationsdatenträgers. Damit gibt es dann einen Datenträger. Wenn Du aus welchen Gründen auch immer auf die Erstellung des Datenträgers verzichtest, bedeutet das weder, dass Du ihn nicht hättest herstellen dürfen, noch dass Du Deine Kopie der Software nun beliebig verbreiten darfst, vielleicht gar noch "angereichert" mit einem "Freischaltschlüssel" o.ä.
    Und sobald Du Dir eine Installations-CD, -DVD oder -Diskette gebastelt hast, darfst Du die auch völlig legal zusammen mit der Lizenz weitergeben, wenn Du keine eigene Installation oder Kopie behältst.
    Allerdings kann ein Urheberrechtsinhaber diese Weitergabe untersagen, wenn:
    Du ein individuelles Auftragswerk kaufst, oder
    Du gewerblich vom Softwarehersteller kaufst und der erste Abnehmer in der Kette bist. (Bei IBM dürfte das IBM selbst sein, bei enem Medion-Windoofs dann Medion, und nicht Microsoft.)
    Bei Software, die Du von einem Händler kaufst, ist der Anspruch auf Regelung durch den Urheberrechtsinhaber erschöpft, der nächste Käufer muß nur noch die gesetzlichen Bestimmungen einhalten, soweit nicht die Regelungen des Rechteinhabers _zusätzliche_ Rechte einräumen.
    Bei Recovery-Partitionen dürfte es wohl darauf hinauslaufen, dass Du eine Kopie der Partition erstellen darfst, um z.B. eine neue Platte einzubauen, oder wenn Du ein komplett anderes System (oder eine neuere Version des alten Systems ohne Verwendung von Dateien des vorinstallierten Systems) installierst. Die Weitergabe ausschließlich dieser Kopie ohne Zurückhalten weiterer Kopien und ohne Änderung, d.h. _nicht_ in Form einer daraus gebastelten vollständigen Installations-CD oder -DVD, dürfte dann auch problemlos bleiben.
    Ein Hersteller, der dabei Ärger machen wollte, müßte dann im Fall eines Plattendefekts ja zumindest im Rahmen der gesetlichen Gewährleistung über seinen Händler für den Kunden kostenlos und unverzüglich (BGB) einen Recovery-Datenträger liefern, da ja der Rechner mit System gekauft wurde, und das dürfte dem wohl in der Regel zu teuer sein. Damit würde der Hersteller erst Händler und dann Kunden verlieren.

  8. Re: Risiken und Nebenwirkungen

    Autor: roger 02.02.06 - 18:56

    ja, das wird auf jeden fall noch interessant. wir setzten software von autodesk ein, in deren lizenzbedingungen keine weiterveräußerung vorgesehen, aber auch nicht explizit ausgeschlossen ist.
    autodesk macht wohl erhebliche schwierigkeiten bei veräußerungen der software, wie ich gehört habe.
    sollte das urteil vom olg bestätigt werden, ist damit zu rechnen, daß künftig eine veräußerung regelmäßig per agb ausgeschlossen wird.
    so erreichen die softwarehäuser dann ziemlich leichtfüßig 10 oder 20% mehr umsatz.

    empfehlenswert wäre dann, eine gesonderte kapitalgesellschaft für den software-lizenzerwerb zu gründen, damit im falle der insolvenz der mutterfirma die software-lizenzverwaltungs-gmbh en block verkauft werden kann (denn da bleibt die juristische person dann ja die gleiche). *lol* was für eine vorstellung. aber dahin bringen uns die rechtsverdreher noch ;-)

  9. Re: Risiken und Nebenwirkungen

    Autor: Heinrich Hecker 04.02.06 - 00:56

    Der_Ing. schrieb:
    -------------------------------------------------------

    > Wer bitte kauft denn Lizenzen allein ohne jede
    > Software dazu??? Wer allerdings gleich nach der
    > Installation die Datenträger wegwirft, hat's ja
    > nicht anders gewollt.

    nun ja, Microsoft verkauft windows home edition oft ohne eine Vollversion auf einem Datentraeger. Da klebt dann nur so ein Lizenz-Sticker auf der Rueckseite des Computers. Wenn man Glueck hat, liegt noch eine minderwertige Recovery-CD dabei, von der jedoch eine Neuinstallation auf einer leeren Festplatte nicht moeglich ist.

    Man konnte jedoch rein technisch gesehen aus den aufgespielten Daten sich per Software eine Vollversion bauen lassen und dann auf CD brennen. Das scheint ja aber nun nicht mehr legal zu sein.

    Gruß
    Heinrich

  10. Re: Risiken und Nebenwirkungen

    Autor: silanea 06.02.06 - 09:32

    Der_Ing. schrieb:
    > Meine Antwort zielte ja gerade darauf ab, dass
    > wohl niemand nur und ausschließlich eine Lizenz
    > kauft.

    Ach ja? www.steampowered.com

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