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Bedingungsloses Grundeinkommen

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  1. Re: Bedingungsloses Grundeinkommen

    Autor: DrWatson 11.09.14 - 03:46

    M. schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > > Die 764 sind nichts anderes als die 540 aus der vorherigen Rechnung +
    > 320¤
    > > abzüglich 30% Steuer.
    > Das stimmt zwar, beim reinen BGE wäre allerdings ggf. noch ein
    > Steuerfreibetrag zu berücksichtigen, d.h. in deinem Beispiel würde man mit
    > 540 EUR BGE und 320 EUR Verdienst (unterhalb des Freibetrags) auf 860 EUR
    > Netto kommen.
    > Bei der negativen Einkommenssteuer 'zahlt' man Steuern ab dem
    > ersten verdienten Euro.

    Nehmen wir wieder 1800 Grundfreibetrag und 30% EK-Steuer als Beispiel.

    Wenn du genau 1800 Brutto verdienst, dann kommst du auf (1800 * 30% + 1800 * 70%) = = 1800

    D.h. du zahlst keine Steuern bekommst aber auch nichts, wenn du diesen Punkt erreicht hast.

    Der Unterschied, für jeden verdienten Euro ist effektiv immer 70¢, das stimmt schon, aber warum sollte jemand, der 10 Stunden arbeitet einen niedrigeren nominalen Steuersatz haben als jemand der 40 Stunden arbeitet? Den Grundbetrag hat er ja so oder so sicher, alles andere ist on top.

  2. Re: Bedingungsloses Grundeinkommen

    Autor: DrWatson 11.09.14 - 04:04

    theonlyone schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Das Grundeinkommen würde ja erstmal nichts besser machen was das reine
    > Gehalt angeht.

    Das kommt ganz stark auf den Einzelfall an.

    Es würde aber auf jeden Fall sehr viel Bürokratie unnötig machen und die Menschen und damit auch den Arbeitsmarkt flexibler machen.

    > Den wenn "alle" auf jeden fall betrag X bekommen, dann ist das praktisch
    > gleich 0, den es zählt ja nur das was man "mehr" bekommt als den
    > Grundwert.

    Es geht darum, das Existenzminimum zu sichern.

    Für jemanden, der damit lebt ist das nicht "0" sondern alles.


    > Den klar ist auch, so ein Grundeinkommen hätte Auswirkungen auf die Währung
    > allgemein, die Preise allgemein und wenn die Kaufkraft dadurch kurz steigt
    > (weil die Leute "plötzlich" mehr Geld haben)

    Das ist nicht richtig.

    Die einzige ultimative Ursache für Inflation ist eine Ausweitung der Geldmenge im Verhältnis zum Handelsvolumen.

    Das Geld für das Grundeinkommen muss schließlich auch irgendwo herkommen und das ist Sinvollerweise die komplette Abschaffung von ALGII, Grundsicherung und vielen anderen Leistungen, die verschiedenen Gruppen das Existenzminimum sichern sollen.

    Eine Preissteigerung hättest du nur, wenn du dir das Geld direkt bei der EZB holen würdest.


    > Reduziert die Bürokratie und der Großteil der Probleme löst sich schon von
    > selbst ; für den Rest der bleibt, kann man dann das Geld wirklich sinnvoll
    > verwenden ;

    Genau das würdest du erreichen, in dem du ein Grundeinkommen einführst und dafür alles andere abschaffst.

    Wofür brauchen wir ein Arbeitsamt, wenn das Finanzamt alle Daten schon hat?
    Bafög, Grundsicherung, ALGII, Kindergeld usw ist nicht nötig, wenn jeder Mensch ein abgesichertes Existenzminimum hat.

    Those who cannot remember the past are condemned to repeat it.
    –George Santayana

  3. Re: Bedingungsloses Grundeinkommen

    Autor: DrWatson 11.09.14 - 04:45

    Sharra schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Klar kanns sich ändern. Aber solange groß und breit das Erfolgsmodell gemäß
    > Arbeit=Geld propagiert wird, und der Großteil der Bevölkerung das auch so
    > sieht, wird das wohl nichts.

    Wieso, daran ändert sich doch nichts.

    Geld wird auch weiterhin durch arbeiten verdient.
    Aber es gibt eben Menschen, die das aus unterschiedlichen Gründen nicht können.
    Deshalb haben wir ja über 30 verschiedene Sozialleistungen.

    Das würde alles hinfällig werden, wenn man es durch eine einzige Leistung ersetzt.


    > > Die Rechnung würde ich gerne mal sehen.
    >
    > Google ist dein Freund. Es gibt einige Berechnungen, und alle kommen zum
    > Schluss, dass es isoliert machbar wäre, solange wir aber offene Grenzen
    > haben wird das System binnen kurzer Zeit kollabieren.

    Tut mir leid ich habe nichts gefunden. Warum postest du nicht einfach einen Link?


    > Ja, das stimmt. Die Bürokratie könnte man nahezu auf 0 zurückfahren, da ja
    > im Grunde nichts verwaltet werden muss. Antrag und Zahlung könnten die
    > Finanzämter übernehmen. (Auch wenn unserer Regierung dafür wieder eine neue
    > Behörde gründen würde...)

    Bei einer negativen Einkommensteuer wäre das alles eine einzige Transaktion.

    Man reicht seine Steuererklärung ein und daraus errechnet sich dann die Steuerschuld bzw. Forderung.

    > Und dann muss man zwangsweise
    > neben einem BGE noch Wohngeld dazurechnen. Denn realistisch wäre ein BGE um
    > die 500-600¤. Davon aber leben UND eine Wohnung mit Nebenkosten etc.
    > bezahlen wird dann leicht utopisch, auch insofern, dass die Mieten derzeit
    > ins uferlose steigen.

    ALGII sind zur Zeit 391¤ + Miete. Wenn man das ersetzen will, landet man irgendwo zwischen 600 und 700 Euro.


    > Wie gesagt, mach dir mal die Mühe, und such mal nach Berechnungen und
    > Konzepten, aber nicht von den Leuten die das gerne hätten, sondern von
    > Leuten, die mit der Materie arbeiten.

    Vielleicht interessiert dich das hier:
    [www.zeit.de]



    > Es hat schon seinen Grund, warum alle
    > Parteien, ausser der Linken derzeit gegen ein BGE sind.

    FDP (seit 1994) und Grüne (seit 2007) sind schon seit längerem dafür.



    3 mal bearbeitet, zuletzt am 11.09.14 04:58 durch DrWatson.

  4. Re: Bedingungsloses Grundeinkommen

    Autor: John2k 11.09.14 - 06:26

    Sharra schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > BGE ist leider sinnlos hierzulande. Mal davon abgesehen, dass du dafür
    > niemals eine Mehrheit bekommen wirst.
    >
    > Aber:
    > Wenn Leute hier BGE kassieren und im Ausland einkaufen, kippt das System
    > Und hierzulande würde zwangsläufig einiges teurer, so dass vom BGE auch
    > nichts übrig bleiben würde. Das wurde schon zigmal durchgerechnet, und es
    > ist schlicht und ergreifend nicht langfristig finanzierbar.
    >
    > Und das sind nur 2 große Punkte von so einigen anderen.

    Mit digitalem Geld und entsprechenden Regionssperren würde das problemlos funktionieren.

    Man könnte dann trotzdem den Euro haben, aber der deutsche hätte dann halt einen höheren Multiplikator und andere Länder eventuell einen niedrigeren. Das will man ja aber gar nicht mehr, weil sonst Deutschland untergeht.



    1 mal bearbeitet, zuletzt am 11.09.14 06:30 durch John2k.

  5. Re: Bedingungsloses Grundeinkommen

    Autor: John2k 11.09.14 - 06:28

    DrWatson schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Ob du 624 Mrd für 30 verschiedene Sozialprogramme ausgibst, wie es jetzt
    > der Fall ist, oder nur für einen Posten macht keinen Unterschied, wobei die
    > Bürokratie dabei schon deutlich geringer werden dürfte.

    Intransparenz ist das Ziel dieser Bürokratie. Bis heute schuldet mir die Gez einen Nachweis, wofür sie mein Geld ausgibt und die Regierung sowieso.

  6. Re: Bedingungsloses Grundeinkommen

    Autor: John2k 11.09.14 - 07:03

    PampelHampel schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Kommt aufs Modell drauf an, Negative Einkommenssteuer wäre da je nach
    > modell realistischer da mit einkommen verrechnet der Staatshaushalt nicht
    > so groß sein müsste.

    Was sind die Nachteile im Vergleich zum BGE? Kann man ja eigentlich gar nicht wirklich vergleichen, da bei der negativen Einkommenssteuer ja das soziale nicht mit reformiert wird oder sehe ich das falsch?
    Vielleicht müsste man beides kombinieren?

  7. Re: Bedingungsloses Grundeinkommen

    Autor: Anonymer Nutzer 11.09.14 - 07:04

    Das bge kann erst dann funktionieren wenn in der Gesellschaft ein grundsätzliches umdenken stattfindet und sich auch das Wirtschaftssystem ändert.

    Bisher rafft es der Großteil der Bevölkerung ja nicht mal das ein Wirtschaftssystem welches auf unbegrenztem wachstum beruht in einem begrenzten system (planet) nicht funktionieren kann.


    Und die ganzen Leute die meinen ein bge würde dazu führen das keiner mehr arbeitet bei denen ist eh hopfen und malz verloren.
    Die sollten sich mal fragen wieso es denn jetzt leute gibt die arbeiten. Weil h4 ein schikanesystem ist? Nein. Weil viele einfach arbeiten wollen und das nicht nur um mehr als h4 in der tasche zu haben.

  8. Re: Bedingungsloses Grundeinkommen

    Autor: oborgers 11.09.14 - 07:48

    Also eigentlich bin ich fuer ein BGE AAAABER bitte aus den richtigen Gruenden....
    Hier mahnt ein Gewerkschafter "Mindeststandards bei der Bezahlung, der Arbeitszeit oder dem Gesundheitsschutz" an, daraus jetzt die Schlussfolgerung zu ziehen BGE und das kuemmert uns nicht mehr ist doch etwas......"mutig"
    Denn selbst mit BGE sollte es "Mindeststandards bei der Bezahlung, der Arbeitszeit oder dem Gesundheitsschutz" geben oder nicht?

    Ausserdem sehe ich nicht ein, dass der Staat - also wir - die Arbeitnehmer bezahlen sollen damit die Konzerne ihre Gewinne maximieren koennen, das BGE darf nicht als "Sklavenbrot" gedacht sein;)......wobei.....im Endeffekt...............

  9. Re: Bedingungsloses Grundeinkommen

    Autor: maerchen 11.09.14 - 08:26

    M. schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Sicher würden dann einige gar nichts mehr tun. Aber viele, gerade besser
    > ausgebildete, schätzen ja ihren Job auch unabhängig vom Lohn. Wenns mir nur
    ...
    > leben. Am Ende verdienen Strassenkehrer, Reinigungskräfte und
    > Amazon-Lageristen mehr als Akademiker ... warum auch nicht?

    Das ist das Problem: Wenn Beruf nur noch als Hobby angesehen wird, die einen gar nicht, die anderen halbtags arbeiten und der Rest ins Ausland geht, weil sie keine Lust darauf haben, das Ganze zu finanzieren und dann auch noch weniger als eine ungelernte Reinigungsfachkraft zu verdienen. Nette Utopie, aber wohl erst durchsetzbar, wenn die Automatisierung auch wirklich alle Bereiche erfasst hat. Es gibt in einigen Branchen ja jetzt schon Fachkräftemangel bzw. er ist abzusehen und wenn jeder nur noch arbeitet wenn er Lust hat, dann dürfte das ziemlich problematisch werden.

    Bitte hier eine Zwei-Staaten-Lösung, wobei ich ihm Staat wohnen will, wo es den Unsinn nicht gibt.

  10. KLAR! Kann bezahlt werden - wer rechnen kann ist im Vorteil, ne?

    Autor: software.mitarbeiter 11.09.14 - 08:29

    LOL

    Kann bezahlt werden?

    Du kannst wohl absolut nicht rechnen?

    Lies mal den hier (Quelle: Nachdenkseiten)

    http://www.vomitorium.de/825/grundeinkommen-koennen-die-da-oben-das-ueberhaupt-bezahlen

    (Ach so: Jetzt auf einmal sind Nachdenkseiten ja nicht mehr als Quelle erlaubt, wo diese deine schwachsinnige Argumentation widerlegen, was?)

    Noch ein paar Worte zum Thema Bundeshaushalt:
    Du solltest mal nachgucken, was vom GESAMTEN Bundeshaushalt alles bezahlt wird, und wie groß dieser ist.
    (Tip: Der besteht nicht nur aus Sozialausgaben)

  11. Re: Bedingungsloses Grundeinkommen

    Autor: gadthrawn 11.09.14 - 09:16

    DrWatson schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Little_Green_Bot schrieb:
    > ---------------------------------------------------------------------------
    > -----
    > > Dann wird sich D allerdings vor Asylanten nicht mehr
    > > retten können, und wir müssten zusperren. :)
    >
    > Wieso? H4 bringt ja auch nicht mehr Asylanten nach DE, als in irgendein
    > anderes Land.

    Nicht? In welcher Realität lebst du?

  12. Re: Bedingungsloses Grundeinkommen

    Autor: M. 11.09.14 - 09:28

    > Das ist das Problem: Wenn Beruf nur noch als Hobby angesehen wird, die
    > einen gar nicht, die anderen halbtags arbeiten und der Rest ins Ausland
    > geht, weil sie keine Lust darauf haben, das Ganze zu finanzieren und dann
    > auch noch weniger als eine ungelernte Reinigungsfachkraft zu verdienen.
    Die Löhne für verschiedene Arbeiten werden sich ja nach wie vor aus Angebot und Nachfrage ergeben, das BGE ist keine Planwirtschaft. Ich vermute nur, dass ohne wirtschaftlichen Arbeitszwang die 'Beliebtheit' einer Arbeit ein wichtigerer Faktor sein wird. Ungelernte, aber unbeliebte, harte oder gefährliche Arbeiten wird dann wohl man besser bezahlen müssen, weil sie niemand mehr aus wirtschaftlichen Gründen machen muss. Bei Arbeiten, die von den Arbeitnehmern gerne und nicht in erster Linie des Geldes wegen erledigt werden, besteht dieses Problem nicht, daher werden dort die Löhne gleichbleiben oder leicht sinken.

    > Nette Utopie, aber wohl erst durchsetzbar, wenn die Automatisierung auch
    > wirklich alle Bereiche erfasst hat. Es gibt in einigen Branchen ja jetzt
    > schon Fachkräftemangel bzw. er ist abzusehen und wenn jeder nur noch
    > arbeitet wenn er Lust hat, dann dürfte das ziemlich problematisch werden.
    Warum? Einerseits ist natürlich ein Arbeitsvertrag nach wie vor binden, wer für eine 40-Stunden-Woche unterschreibt, muss auch Vollzeit arbeiten und kann nicht spontan entscheiden, heute geh ich nicht zur Arbeit.
    Andererseits möchten viele, gerade gut Ausgebildete, doch auch arbeiten und schätzen die Arbeit die sie haben. Warum sonst hätten sie sie für ein Studium in dem Bereich entschieden? Ausserdem besteht bei einem niedrigen BGE nach wie vor ein wirtschaftliches Interesse, etwas dazu zu verdienen.

  13. Re: Bedingungsloses Grundeinkommen

    Autor: PampelHampel 11.09.14 - 11:06

    Was die Arbeit angeht, auch die meisten Millionäre Arbeiten noch weiter (Obwohl sie ja bereits ein Zins finanziertes BGE haben). Das Umdenken wird stattfinden, sobald die Arbeitslosigkeit weiter explodiert und wir dann auch hier die "Banlieus" mit 50% Arbeitslosigkeit usw haben.

    Vermutlich muss es erstmal schlechter werden bevor es besser wird.

    Den Maschinen die Arbeit, uns die Freiheit ! Grundeinkommen für alle !

  14. Re: Bedingungsloses Grundeinkommen

    Autor: PampelHampel 11.09.14 - 11:08

    "Ausserdem sehe ich nicht ein, dass der Staat - also wir - die Arbeitnehmer bezahlen sollen damit die Konzerne ihre Gewinne maximieren koennen, das BGE darf nicht als "Sklavenbrot" gedacht sein;)......wobei.....im Endeffekt..............."

    Deshalb sollte man Amazon, Google co auch endlich besteuern und die Steuerparadiese dicht machen, anderst dürfte es auch gar nicht zu finanzieren sein.

    Den Maschinen die Arbeit, uns die Freiheit ! Grundeinkommen für alle !

  15. Re: Bedingungsloses Grundeinkommen

    Autor: bofhl 11.09.14 - 11:10

    DrWatson schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    >
    > Ob du 624 Mrd für 30 verschiedene Sozialprogramme ausgibst, wie es jetzt
    > der Fall ist, oder nur für einen Posten macht keinen Unterschied, wobei die
    > Bürokratie dabei schon deutlich geringer werden dürfte.

    Wieso glauben alle, dass BGE alle Sozialprogramme erledigt? Im Gegenteil - es wäre nur ein zusätzliches Programm, dass weitere Kosten produziert.

    Oder denkt hier tatsächlich jemand, dass z.B. alleinerziehende Frauen auf einmal genug Geld haben werden? Oder das Familien mit vielen Kinder auf einmal genug Geld erhalten um problemlos alles bezahlen zu können?

    Letztlich wird sich für viele überhaupt nichts ändern, für einige könnte es bedeuten, nun komplett aufs arbeiten-gehen zu verzichten - und viele müssten mit höheren Steuern die restlichen BGE-Bezieher erhalten.

    Letztlich dürfte das Ganze kaum helfen - denn irgend wann dürfte sich auch in Europa der Gedanke durchsetzen, dass es einfach nicht mehr für alle Arbeit gibt!
    Und das diese Anzahl an Personen, die aus der "Arbeitswelt" ausgeschlossen sind, wird durch den Bevölkerungswachstum immer schneller steigen (abhängig von der Gegend&Ausbildung) - ob das nun einige wahrhaben wollen oder nicht!

  16. Re: Bedingungsloses Grundeinkommen

    Autor: fehlermelder 11.09.14 - 11:22

    Vorweg, bin wahrlich kein BWLer / VWLer, daher meine naiven Fragen:

    1) BGE? Da würde ich Bienenzüchter werden oder ne Kneipe aufmachen, arbeiten, bis es für den Rest des Monats reicht und den Laden wieder zumachen. Blöd nur, wenn die Ärzte und Polizisten das auch machen.

    2) Du hast weiter oben Einnahmen aus Kapitaleinkünften mit BGE verglichen. Aber hinter all deinen Investitionen stehen doch dutzende, wenn nicht hunderte von Angestellten, die jeden Tag arbeiten, um dir letztlich diese Rendite zu erarbeiten.

    3) Und der Einkommensunterschied wird dadurch ja nicht abgebaut. Gib 100 Leuten in einem geschlossenen System jeden Monat 50 Spiel-$ als Zahlungsmittel. Am Ende jedes Monats haben, sagen wir mal die Vermieter mehr $ als die Bäcker. Du musst aber wieder jedem 50$ geben. Also was tun, weiter Geld drucken, oder bei den besserverdienenden abschöpfen?

    4) Jetzt kommt aber noch der Außenhandel hinzu. Deine Peons können die Differenz für dich also auch im Ausland erwirtschaften, indem sie mit dortigen Unternehmen in Konkurrenz treten. Hier sind mehrer Faktoren die mich kratzen:
    4a) Welche Notierung hat deine Währung im internationalen vergleich, wenn du dich gesetzlich verpflichtet hast, jeden deiner 100 Bürger am Monatsanfang ja doch wieder 50$ zu geben, egal was kommt?
    4b) Und nimmst du nicht durch Gewinne den 100 Bürgern der Nachbarinsel etwas weg, um dein System, das in diesem Falle an Schneeball denken ließe, zu erhalten? (edit: falls diese ein ähnliches system haben. Ansonsten kann natürlich deren Währung abwerten denke ich mal.)
    4c) Wie kann man konkurrenzfähigkeit gewährleisten, wenn oberstes Ziel ist, dass deine Bürger ihre Träume ausleben können? Und was wenn du dann ein negatives Außenhandelsdefizit hast, also plötzlich keine 500$ (edit:5000 natürlich) am 1. des Monats hast?



    2 mal bearbeitet, zuletzt am 11.09.14 11:42 durch fehlermelder.

  17. Re: Bedingungsloses Grundeinkommen

    Autor: PampelHampel 11.09.14 - 11:58

    "1) BGE? Da würde ich Bienenzüchter werden oder ne Kneipe aufmachen, arbeiten, bis es für den Rest des Monats reicht und den Laden wieder zumachen. Blöd nur, wenn die Ärzte und Polizisten das auch machen."

    Im 19ten Jahrhundert war genau das durchaus üblich, die Kapitalisten hatten anfangs sehr große Probleme dafür zu sorgen das die Arbeiter nicht einfach nachdem sie genug verdient hatten nach hause gehen und den Rest des Tages frei feiern. Da mussten erst Repressionssmechanismen gefunden werden mit denen unsere heutige Arbeitsmoral durchgesetzt wurde.

    Lies mal diesen Text von 1883: [www.wildcat-www.de]

    "2) Du hast weiter oben Einnahmen aus Kapitaleinkünften mit BGE verglichen. Aber hinter all deinen Investitionen stehen doch dutzende, wenn nicht hunderte von Angestellten, die jeden Tag arbeiten, um dir letztlich diese Rendite zu erarbeiten. "

    Hab mir Anteile selbst verdient da ich dort gearbeitet habe, eben so. Startup hat kein Geld also kannste dann erstmal gratis arbeiten mit dem Versprechen später beteiligt zu werden. Ich hatte da glück, hat einigermaßen funktioniert. Ist übrigens zum großen Teil Maschinenarbeit, hab die Server so gescripted das sie eigendlich vollautonomes Data Mining betreiben. Klar steht da in einer Arbeitsteiligen Welt immer die Arbeitskraft anderer mit dahinter. Genauso beanspruche ich ja auch die Arbeitsleistung des Bäckers wenn ich Brötchen einkaufe.

    Ich sehe das BGE daher eher als eine Technologie Dividende die Produktivitätsfortschritte eben nicht mehr wie klassisch durch Lohnerhöhungen ausschüttet (das wird in der Postvollbeschäftigungsgesellschaft nicht mehr möglich sein) sondern als direkte Zahlung. Wer dennoch mehr Arbeitet soll dann natürlich auch mehr bekommen.

    "
    3) Und der Einkommensunterschied wird dadurch ja nicht abgebaut. Gib 100 Leuten in einem geschlossenen System jeden Monat 50 Spiel-$ als Zahlungsmittel. Am Ende jedes Monats haben, sagen wir mal die Vermieter mehr $ als die Bäcker. Du musst aber wieder jedem 50$ geben. Also was tun, weiter Geld drucken, oder bei den besserverdienenden abschöpfen? "

    Das ist die entscheidende Frage, EZB und FED betreiben ja Quantitative Easing. In den USA hat die Fed Zeitweise 85 Milliarden $ gedruckt (pro US Bürger ziemliech genau 400$) durch drucken könnte man das BGE finanzieren. Hätte aber den Effekt das das Geld durch den Konsum dann am Ende bei Großkonzernen, Investoren usw sich in Form von Kapitaleinkünften ansammelt und dort dann gehortet wird weil die auch nicht mehr wirklich wissen wohin mit dem Geld. Sieht man ja derzeit an den niedrigen Zinsen.

    Geld ist heute rein virtuell, Arbeitsleistung anderer wird ja nur dann abgeschöpft wenn dieses Geld ausgegeben wird. Also wenn sich Milliardär nen Palast bauen lässt mit 100 Bediensteten dann nimmt er mehr gesellschaftliche Arbeit in Anspruch die woanderst zum Wohle der Gesellschaft eingesetzt werden könnte. Denke daher das hohe Luxussteuern sinvoll wären um sicherzugehen das Arbeit nicht für den Luxus der reichen Zweckentfremdet wird. Plus natürlich Steuerparadiese dicht machen.

    Dennoch wird Gelddrucken einfacher durchsetzbar sein, weil der Staat da niemandem was weg nimmt gibts auch weniger Widerstand. Vor allem wenn die Reichen das Gefühl haben sie würden durch den Konsum der BGE empfänger verdienen können. In den USA sinds ja gerade MC Donalds und Walmart die neuerdings Lobbyarbeit für mehr Sozialstaat machen, weil die wissen das die Leute dann mehr Kohle bei ihnen verkonsumieren werden und der Profit steigt.
    In sofern, ich sehe das die aktuelle Politik sich immer mehr in Richtung Geld drucken bewegt, auch ohne BGE schon. Mal schauen ob das tatsächlich gut geht....

    "4a) Welche Notierung hat deine Währung im internationalen vergleich, wenn du dich gesetzlich verpflichtet hast, jeden deiner 100 Bürger am Monatsanfang ja doch wieder 50$ zu geben, egal was kommt? "

    Der Wert der Währung würde wohl durch Geldmengenausweitung sinken, die Konkurrenzfähigkeit würde steigen. Macht die EZB ja auch nicht anderst, will jetzt "bis zu" 3 Billionen in die Finanzmärkte pumpen um den Wert des Euro zu senken um Konkurrenzfähig zu werden. Wenn alle das machen gibts aber so ne art Währungskrieg um die billigste Staatsknete.

    3 Billionen sind übrigens so 6000 Euro pro EU Bürger, als wenn man 500 Euro Grundeinkommen als minimum annimmt schon rund 1 Jahr BGE. Und die Gelddruckorgie die findet ja nicht erst seit gestern statt. Ob das auf dauer gut geht ist ne andere Frage. Aber statt das Geld in die Finanzmärkte zu verlochen könnte man es auch den Bürgern aufs Konto überweisen. Würde die Wirtschaft sicherlich mehr ankurbeln als wenn man damit nur neue Schulden erzeugt.


    "4b) Und nimmst du nicht durch Gewinne den 100 Bürgern der Nachbarinsel etwas weg, um dein System, das in diesem Falle an Schneeball denken ließe, zu erhalten? "

    In einem freien Währungswettbewerb sollte sich der Geldwert doch eigendlich so einpendeln das genau das nicht passiert. Problematisch wäre das nur wenn beide Inseln wie in der EU ne Einheitswährung haben und so nicht mehr auf bzw abwerten können um genau solche Effekte zu verhindern.

    "4c) Wie kann man konkurrenzfähigkeit gewährleisten, wenn oberstes Ziel ist, dass deine Bürger ihre Träume ausleben können? Und was wenn du dann ein negatives Außenhandelsdefizit hast, also plötzlich keine 500$ am 1. des Monats hast?"

    Sollte ja zur Abwertung der eigenen Währung führen, also Einkaufen wird teurer so das das Außenhandelsdefizit wieder sinkt.

    Den Maschinen die Arbeit, uns die Freiheit ! Grundeinkommen für alle !

  18. Re: Bedingungsloses Grundeinkommen

    Autor: DrWatson 11.09.14 - 12:30

    gadthrawn schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > > Wieso? H4 bringt ja auch nicht mehr Asylanten nach DE, als in irgendein
    > > anderes Land.
    >
    > Nicht?

    Nein, oder hast du Zahlen, die anderes belegen?

    > In welcher Realität lebst du?

    Warum beleidigst du mich jetzt?

  19. Re: Bedingungsloses Grundeinkommen

    Autor: Tronic 11.09.14 - 12:37

    Oh man, ich habe selten so viel naiven Blödsinn auf einmal gelesen. Hier scheinen wohl viele (Philosophie-)Studenten unterwegs zu sein, die noch nie in der realen Arbeitswelt unterwegs waren, geschweige denn eine Familie unterhalten mussten.

    Was glaubt ihr denn wie viele Menschen nur noch zuhause rumsitzen würden, wenn das BGE käme und jeder nur noch das tun müsste was er möchte?
    Dann hätten wir vermutlich bald 5 Millionen mehr, die nicht wirklich erwerbstätig sind.

    Soll das BGE dann nur für die Erwerbsfähigen (also vereinfacht nach der Schulzeit) gelten?
    Dann wären 540¤ für eine Alleinerziehende mit einem Kind oder eine 4-köpfige Familie mit 2 Kindern und zwei BGE-Beziehern noch schlechter gestellt als mit BGE. Würde jedes Familienmitglied (also auch die Kinder) das BGE bekommen, dann wäre das Wohlstandssystem wohl nach einem Jahr Pleite. Denn bei dann vielleicht noch 35 Mio. Erwerbstätigen mit einem Durchschnittseinkommen von 2500¤ müssten diese im Schnitt 210¤ Steuern zahlen, die dann wiederum auf mind. 15 Mio BGE-Empfänger verteilt würde.
    Macht nach Adam Riese ein Defizit von 750 Mio ¤ pro Monat (35×210 − 15×540 = -750) nur für die Bezahlung der nicht arbeitenden Bevölkerung. Wovon sollen dann die anderen wichtigen Dinge, wie z. B. Bildung, Infrastruktur und Gesundheitswesen, bezahlt werden?

    Anderes Beispiel:
    Ein Ingenieur, der in seinem Studium viele Entbehrungen auf sich genommen ... achja, der würde da ja vermutlich auch schon BGE bekommen.
    Gut, ein Ingenieur, der eine Familie mit 2 Kindern hat und vielleicht ein Haus gebaut hat, würde dann von seinen beispielhaft 4040¤ Einkommen auf 540¤ zurückfallen, wenn er arbeitslos wird oder bekäme 2160¤ für alle - anstatt aktuell ca. 2700 ALG?

    Würde eine Hausfrau auch durchgehend BGE bekommen oder nur, wenn ihr Mann arbeitslos wird? Wie sähe das bei Kindern aus? Ab wann bekämen die BGE?

    Von all dem und den Folgen für Währung, Inflation und Außenhandel abgesehen würde durch ein BGE auch das Durchschnittseinkommen sinken und somit auch das Defizit steigen.
    Denn genauso wie der Arbeitnehmer einfach gehen könnte, könnte auch der Arbeitgeber von vorneherein sagen: "Wenn du keine Lust hast für so wenig Geld zu arbeiten, dann bleib eben beim BGE"!

    Nein, ihr Träumer, das ist der falsche Weg. Leistung soll sich auszahlen und gerecht entlohnt werden. Arbeit muss sich lohnen und rumsitzen eben nicht. Es kann nicht angehen, dass jeder nur noch seinen Hobbies nachgeht, denn dann geht vieles den Bach runter oder der Schuss geht nach hinten los.

  20. Re: Bedingungsloses Grundeinkommen

    Autor: DrWatson 11.09.14 - 12:38

    maerchen schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Das ist das Problem: Wenn Beruf nur noch als Hobby angesehen wird,

    Wird es doch gar nicht.

    Es geht darum die ganze Redundanz und Bürokratie abzuschaffen, die sich im Sozialsystem angesammelt hat.

    Statt ALGII, Bafög, Grundsicherung und 30 weitere Leistungen gibt es dann nur noch ein Grundeinkommen. (Link)

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