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Smarthome wird sich nie durchsetzen...

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  1. Smarthome wird sich nie durchsetzen...

    Autor: peter.kleibert 20.11.14 - 23:46

    Hallo zusammen,

    ich habe in meiner Berufslaufbahn schon einige Dinge betreffend Smarthome erlebt. Primär weil ich in einem Baukonzern gearbeitet habe, welcher "Smarthomes" für Unternehmen zur Marktreife getrieben hat; wobei der Kernaspekt, der Anschluss von Türen, Fenster, Lampen, Jalousien, Heizungen, Temperatursensoren, Fernseher, etc. an gängige ERP-Systeme war. Dabei wurde der Fokus auf möglichst günstige, aber unternehmenstaugliche Hardware gesetzt. Der Nutzen war unwiederlegbar.
    Fazit: Projekt wurde gestoppt wegen mangelnder Nachfrage. Und weshalb hat sich schnell leider auch schnell gezeigt:
    Der Aufwand überwiegt den Nutzen über ein Vielfaches. Ob Alt- oder Neu-Bau macht auch keinen Unterschied. Was bei Altbauten zum Beispiel der Kostenfaktor von dem Ersetzen der Fenster ausmacht, sind bei neubauten die zusätzlichen Ansprüche durch das Mehr an Möglichkeiten, als auch hohe Anforderungen an Stromversorgung und Bussysteme, bei vernetzen Gebäude mit mehreren 100 Sensoren.
    Fazit, das sind allesamt Probleme, welche nicht technischer Natur, sondern wirtschaftlicher Natur sind.

    Und da sind wir beim Punkt, wieso das Smarthome völliger Blödsinn ist, und genauso zum Bullshit-Bingo gehören, wie Cloud, Scrum, E-Learning, Elektromobilität und Work-Life-Balance:
    Es wird immer die gross Zukunft Prophezeit, obwohl doch offensichtlich ist, dass es sich niemals grossflächig durchsetzen wird. Das sind Themen, womit weltfremde Proffessoren ihre Studenten quälen, oder Manager untereinander angeben, aber mit der Realität hat es nichts zu tun
    Ich habe noch nie jemand erlebt, der beim Hausbau finanziellen Puffer übrig hatte. Noch viel mehr: Otto-Normal-Häusle-Bauer muss im Normalfall sogar unzählige Abstriche von seinem Traumhaus machen, weil das Finanzielle niemals für alle Wünsche reicht. Da ist eine Elektronik mit fragwürdigem Nutzen das Letzte, für das man in dieser Situation noch Geld ausgeben will.

    Schlussendlich bleiben ein paar Nerds über, die gerne Geld investieren, und dem Traum der Smarthomes hinterherrubbeln.



    1 mal bearbeitet, zuletzt am 20.11.14 23:49 durch peter.kleibert.

  2. Re: Smarthome wird sich nie durchsetzen...

    Autor: depressivum 21.11.14 - 00:09

    Ich kann Ihnen nicht folgen - der Autor des Artikels ist doch ein Gegenbeispiel. Jeder setzt seine Prioritäten anders. Zum Glück ist "Smarthome" nichts, was sich auf breiter Ebene durchsetzen müsste, um für den Einzelnen Sinn zu ergeben - nur, wenn es dann um "Smart-Grids" geht vielleicht...

  3. Re: Smarthome wird sich nie durchsetzen...

    Autor: peter.kleibert 21.11.14 - 00:31

    >Zum Glück ist "Smarthome" nichts, was sich auf breiter Ebene durchsetzen müsste"

    Ich bin gleicher Meinung. Nur weil es sich nicht durchsetzen wird, heisst das noch lange nicht, dass einzelne Personen keine Freude daran haben sollen.

    Im Studium und Wirtschaft schwirrt der Begriff "Smarthome" jedoch schon lange als Buzzword umher. Und überall wird suggeriert, dass das Smarthome für jedermann schon bald erreichbar ist, was natürlich völliger Unfug ist.
    Bei den "einfachen Leuten" ist ja klar, dass sie daran glauben, denn die Werbung suggeriert das ja als machbare Zukunftsvision. Tatsächlich sind wir weiter weg, denn je.



    1 mal bearbeitet, zuletzt am 21.11.14 00:35 durch peter.kleibert.

  4. Re: Smarthome wird sich nie durchsetzen...

    Autor: Anonymer Nutzer 21.11.14 - 02:32

    Wer dreihunderttausend Euro für ein Eigenheim ausgeben kann,kann auch
    zehntausend Euro für die entsprechende Smarthaus Technik ausgeben.
    Ob eine komplette Heizungsanlage achtzehntausend Euro kostet,oder zweiundzwanzigtausend.
    Das macht den Kohl auch nicht mehr fett und wenn die Sache eines nicht sein sollte,dann aufwendig.

    Wenn man das von Beginn an mit in den Bau einplant,dann halten sich zum einen die Kosten in Grenzen und zum anderen entsteht dabei so gut wie überhaupt kein zusätzlicher Aufwand.
    Andernfalls hat man es vielleicht auch einfach mit Leuten zu tun die ihr Handwerk nicht verstehen und da gibt es in Deutschland tausende von.

  5. Re: Smarthome wird sich nie durchsetzen...

    Autor: sako 21.11.14 - 07:55

    peter.kleibert schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Kernaspekt, der Anschluss von Türen, Fenster, Lampen, Jalousien, Heizungen,
    > Temperatursensoren, Fernseher, etc. an gängige ERP-Systeme war.

    Hier komm ich nicht ganz mit, was soll denn der Vorteil sein diese ganzen Komponenten an ERP-Systeme zu koppeln?
    Soll mir mein SAP-System zukünftig sagen, dass noch das Fenster im Büro der Sekretärin offen steht?
    Für mich würde lediglich Sinn ergeben den Stromverbrauch kontrolliert zu überwachen wenn die Firma entsprechend stromintensive Fertigung betreibt und ob hier das ERP-System der richtige Wert ist, bleibt jedem selbst überlassen.
    Vielleicht verstehe ich das aber auch nur verkehrt, ich lasse mich gerne belehren =)

    peter.kleibert schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Und da sind wir beim Punkt, wieso das Smarthome völliger Blödsinn ist, und
    > genauso zum Bullshit-Bingo gehören, wie Cloud, Scrum, E-Learning,
    > Elektromobilität und Work-Life-Balance:

    Ich würde weder die Cloud, E-Learning, Elektromobilität noch den Work-Life-Balance als Bullshit bezeichnen aber das ist jedem selbst überlassen.

  6. Re: Smarthome wird sich nie durchsetzen...

    Autor: Anonymer Nutzer 22.11.14 - 00:43

    depressivum schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Ich kann Ihnen nicht folgen - der Autor des Artikels ist doch ein
    > Gegenbeispiel.

    Nein, er ist nur das Beispiel eines Nerds, der das als Lifestyle-Hobby für sich entdeckt hat.
    Die Zeit und das Geld, was er glaubt einzusparen, steckt er in dieses Hobby ja doch wieder rein. Solange es ihm Spaß macht, ist das ja auch ok. Früher wurden die Autos getuned oder am Rechner herumgeschraubt, heute sind offenbar die Häuser dran. Daraus aber irgendeinen Schluß für die Alltagstauglichkeit zu ziehen, diesen Fehler sollte man eher nicht machen.



    2 mal bearbeitet, zuletzt am 22.11.14 00:51 durch fluppsi.

  7. Re: Smarthome wird sich nie durchsetzen...

    Autor: borg 22.11.14 - 10:20

    Rolladen elektronisch ist ok, man kann auch mal nen gebrochenen Arm haben und wird älter. Dann noch ne Logik die es zeit, temperatur und lichtgesteuert macht, warum nicht.
    Licht mit Fernbedienung und Bewegungsmelder, absolut zweckmässig.
    Heizung die sich nach An-/Abwesenheit und Bettzeit richtet, ebenfalls keine Diskussion.
    Und bei Regen im Auto sitzen bleiben bis sich Garten-, Garagentor geöffnet hat, dito.
    Aber warum muss ich (der besonders fixe Nachbarjunge, der Einbrecher oder das BKA) auch remote Zugriff auf das System haben? Egal ob nur zum Auslesen von Nutzungsprofilen oder um aktiv duch Hochdrehen der Heizung einen Scherz zu betreiben oder dem Einbrecher den Zutritt durch die offene Garage zu ermöglichen.
    Ganz ohne Smarthome muss ich immer das Licht, Heizung oder Rolladen manuell bedienen, wenn ich nach Hause komme.
    Wenn ich bei meinem Automatisierten Haus unerwartet zum falschen (was für eine Vorstellung) Zeitpunkt nach Hause komme, dann mache ich die Läden, Licht und Heizung einfach mit dem manuellen Schalter an. In allen übrigen Zeiten habe ich die moderne Welt.
    Was nützen heute sichere Verschlüsselungen die morgen veraltet sind oder zu denen dIe NSA eh ein Backdoor hat? Was nützen Protokolle die morgen nicht mehr unterstützt werden? Heim-App funktioniert nur bis Android X und iOS-Y. Eine Standalonelösung ohne Internet/Cloudanbindung funktioniert bis zum Ausfall der Hardware (eine Backup-SE kann ich mir sogar in den Schrank legen und habe in der Nacht auf Sonntag, ohne Servicehotline sofort eine Lösung, erst recht in 6 Jahren, wenn der Hersteller von den Chinesen aufgekauft und der Produktzweig aufgelöst wurde<7).

  8. Re: Smarthome wird sich nie durchsetzen...

    Autor: Auric 22.11.14 - 11:08

    eure komischen Rolladen mit Gurtantrieb kann man ganz einfach elektrifizieren ohne deswegen gleich ein SMART Home auf zu bauen.

    Das Thema Smart Home vs. Heiztechnik wurde in einem anderen Thread behandelt, was bleibt sind für all die schönen Sachen das Problem unserer Massivbauweise und das fehlen von all den Leerrohren um den ganzen Kram auch zu verdrahten.

    Warum werden denn Millionen Wlan-APs verkauft? Weil noch nicht einmal die einfache Verkabelung von Flur (mit dem Telefonanschluss) und Wohn- und Schlafzimmer mangels Leerrohre möglich ist.

    In Ländern in denen Firmen wie Nest auf einmal 3.2 Milliarden Wert sind sieht das anders aus, da gibt es dünne Pappwände, abgehängte Decken über die man ruck zuck ein Kabel verlegt hat, da hat die Barackenbauweise und die Luft-Heizung und Klimaanlage natürlich was von einer Präsenzsteuerung für die Klimaanlage oder Heizung.

    Nur der krampfhafte Versuch diesen tatsächlichen Nutzen dort, für den User hier in Mitteleuropa darzustellen zeugt nur von Ahnungslosigkeit oder mutwillige Vera*sche.

  9. Re: Smarthome wird sich nie durchsetzen...

    Autor: hifimacianer 24.11.14 - 08:57

    Auric schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > eure komischen Rolladen mit Gurtantrieb kann man ganz einfach
    > elektrifizieren ohne deswegen gleich ein SMART Home auf zu bauen.

    Klar kann man das, inkl. der hässlichen Schalterbatterien in den Räumen.
    Und es gibt natürlich auch komfortablere Lösungen wie Somfy und co, die dann auch zeitgesteuert oder basierend auf Sonnenstand und Temperaturen die Rollläden fahren.

    Aber wenn man sich mal so ein etwas intelligenteres Inselsystem durchrechnet, lohnt es sich eben auch fast schon eine SmartHome Lösung einzusetzen. Mit der kann man dann aber eben noch viel mehr als nur die Rollos zu fahren.

    > Das Thema Smart Home vs. Heiztechnik wurde in einem anderen Thread
    > behandelt, was bleibt sind für all die schönen Sachen das Problem unserer
    > Massivbauweise und das fehlen von all den Leerrohren um den ganzen Kram
    > auch zu verdrahten.

    Bei einem Neubau kein Problem, und im Altbau kann man das ganze zur Not auch ohne Leerrohre installieren (wenn sowieso saniert wird), nachrüsten ohne Schlitzen ist natürlich schwierig.

    > Nur der krampfhafte Versuch diesen tatsächlichen Nutzen dort, für den User
    > hier in Mitteleuropa darzustellen zeugt nur von Ahnungslosigkeit oder
    > mutwillige Vera*sche.

    Dir ist aber schon bekannt, dass das beste SmartHome System (EIB/KNX) ein europäischer Standard ist? Und dies gibt es auch nicht erst seit gestern, sondern schon viele Jahre.

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