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verdrehte Rechtsauffassung?

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verdrehte Rechtsauffassung?

Autor: Der_Moralapostel 02.04.15 - 16:43

Ein wirklich kurioser Fall der nach einer nächsten Instanz schreit!

Ich verstehe es zusammengefasst so:

Kinderportal verwendet ein Bild eines WM-Pokals in zwei Händen (gelten da evtl. auch Persönlichkeitsrechte?). Der Freisteller wird mit Muster hinterlegt und damit soll ein neues Werk geschaffen sein, dass keinerlei Kennzeichnung mehr erfordert?

Sollte sich das in der Rechtssprechung Durchsetzen, kann nahezu jedes Bild durch Austausch des Hintergrundes frei genutzt werden und die Urheber gucken in die Röhre. Ich glaube nicht, dass das Kinderportal damit durchkommt, da der Hauptbestandteil noch eindeutig erkennbar ist.

Der Betreiber der Seite scheint aber auch nicht daran zu glauben, dass er damit durchkommt und verstrickt sich in verschiedenste Ausflüchte. 1. Das kennzeichnen von Vorschaubildern sei nicht möglich (hätte er ja dann im Artikel machen können), 2. er haben nie eine Vorwarnung per E-Mail erhalten (kann ich nicht beurteilen, ändert aber rechtlich nichts denke ich. Eine Politesse schreibt auch direkt ein Knöllchen ohne Vorwarnung. Ein Verlag sollte doch wissen, was erlaubt ist und was nicht), 3. Streit um die Lizenzkosten (was hier angemessen ist kann ich nicht beurteilen, aber es gibt einschlägige Abmahn-Anwälte, die ein vielfaches nehmen! Eine Einigung wäre sicherlich günstiger gewesen, als die Welle der Verfahren, die dann losgetreten wurde)

Das Kinderportal will ja, dass zuerst vor der eigenen Tür gekehrt wird. Daher frage ich mich, ob jenes Portal auch zuerst eine E-Mail verschickt hat oder direkt eine anwaltliche Abmahnung (mit Kostennote) und Unterlassungsaufforderung?!

Ich finde es seltsam, dass der Betreiber des Kinderportals sagt, es würden sich weitere abgemachte bei ihm melden. Vorausgesetzt, es gäbe andere Personen, warum sollten die sich beim Kinderportal und nicht bei der Fotoagentur zwecks Klärung melden?

Am befremdlichsten finde ich es jedoch, dass sowohl Kinderportal-Betreiber wie auch dessen Anwalt sagen, es sei lediglich eine Retoure-Kutsche bzw. ein Experiment. ich bin zwar nur ein Laie, aber darin würde ich die missbräuchliche Nutzung unseres Rechts-Systems sehen.

Meiner Meinung nach sind hier schon genug Zeit und Geld verpulvert worden und ich finde, dass ich alle Beteiligten außerhalb des Gerichtes an eienen (evtl. virtuellen) Tisch setzen sollten, um die Angelegenheit zu klären.

Ob dem Fotografen tatsächlich 240 EUR zustehen mag ich nicht beurteilen, aber prinzipiell sehe ich den schon eher im Recht. Ich erinnere ich an die Bömermann-Geschichte ...

Wenn es keine Einigung gibt, hoffe ich jedenfalls, dass das Gericht die LSR-Entscheidung kippt. Der Fotograf hat das Bild ja nicht genutzt und auch noch ein Passwort davor gesetzt - man kann ihm echt nicht unterstellen, dass er es veröffentlicht hat bzw. es wollte (falls das juristisch so gewertet würde). Wie hoch muss eine Passwort-Schranke eigentlich sein?

Bzgl. der Bild-Nutzung würde ich sagen ist es ebenfalls eine Verfehlung durch das Kinderportal - hier könnte man aber die Kosten deutlich reduzieren denke ich.

Ich werde das weiter verfolgen ...


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verdrehte Rechtsauffassung?

Der_Moralapostel | 02.04.15 - 16:43
 

Re: verdrehte Rechtsauffassung?

quadronom | 02.04.15 - 17:29
 

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Moe479 | 03.04.15 - 01:57

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