Traurig...
Autor: CortoMaltese62 03.03.06 - 15:40
... ist das sozial- und gesellschaftspolitische Niveau bei solchen Diskussionen, gerade in IT-Kreisen.
Gewerkschaften haben eine wichtige Aufgabe in der Gesellschaft. Aufgabe der Gewerkschaften ist NICHT die Interessenvertretung der Arbeitgeber. Die haben ihre eigene. Wenn sie dieses nicht im Sinne der Arbeitnehmer tun, liegt dies an der Bequemlichkeit und/oder am Egoismus (ich bin ja zufrieden mit meinen Verhältnissen) der Arbeitnehmer. Diese müssen nämlich durch Einflussnahme (Wahlen, eigenes Engagement) aktiv dafür sorgen, dass ihre Interessen vertreten werden.
Und was am meisten fehlt, ist der Blick über den eigenen, eng begrenzten Tellerrand. Wir sind alle nicht alleine auf der Welt und mein Kollege kann vollkommen andere Interessen haben, als ich. Deswegen habe ich keinen alleinigen Wahrheitsanspruch. Viel zu viele vermitteln aber in diesen Diskussionen den Eindruck, dass sie als einzige den Durchblick haben und alle, die anderer Ansicht sind, sind eben Spinner.
Ich bin längst nicht mit allem zufrieden, was von den Gewerkschaften ausgeht. Aber sie sind notwendig. Und je schärfer den Arbeitnehmern der Wind ins Gesicht bläst (was heutzutage wieder der Fall ist), umso wichtiger sind sie. Denn ich bin genausowenig mit allem zufrieden, was von der Arbeitgeberseite ausgeht.
Ein Betriebsrat ist zunächst mal nichts anderes, als eine Interessenvertretung, die die Interessen der Arbeitnehmerschaft bündeln soll. Ansonsten ist diese nämlich nichts anderes, als eine dumme Kuhherde, mit der man machen kann, was man will. Deswegen ist es schon klar, wenn dies einigen Managern ein Dorn im Auge ist.
Aber auch unter diesen gibt es ja noch welche, die zur differenzierten Wahrnehmung fähig sind - vielleicht nicht unbedingt bei SAP.
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CortoMaltese62 | 03.03.06 - 15:40 |
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MeineMeinung | 03.03.06 - 17:44 |
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Michigan | 05.03.06 - 03:26 |
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CortoMaltese62 | 06.03.06 - 09:46 |



