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Verständnisfrage bzgl. des Quellcodes

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  1. Verständnisfrage bzgl. des Quellcodes

    Autor: Schattenwerk 05.06.15 - 13:23

    Wenn ich das richtig verstehe, dann heißt es doch nur, dass bei einer Ausschreibung Closed Source nicht ausgeschlossen werden darf oder?

    Wo ist dann das Problem? Man schließt Closed Source dann halt nicht aus, filtert aber all solche Angebot aus. Immerhin hat man als Auftragsgeber ja noch immer die Entscheidungsfreiheit, welches Angebot man annimmt - oder sehe ich das falsch?

  2. Re: Verständnisfrage bzgl. des Quellcodes

    Autor: shyps 05.06.15 - 13:33

    von ausschreibung ist in dem englischen text eigentlich nicht die rede, und es fragt sich, wie man ein (öffentliches?) angebot mit niedrigerem preis filtern kann, ohne dass nackgehakt wird

    dieser gesetzestext erzeugt doch jetzt schon umgehungs-reflexe. ist das nicht ein deutliches zeichen, dass er sch... ist?

  3. Re: Verständnisfrage bzgl. des Quellcodes

    Autor: Trockenobst 05.06.15 - 13:47

    Schattenwerk schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Wo ist dann das Problem? Man schließt Closed Source dann halt nicht aus,
    > filtert aber all solche Angebot aus. Immerhin hat man als Auftragsgeber ja
    > noch immer die Entscheidungsfreiheit, welches Angebot man annimmt - oder
    > sehe ich das falsch?

    Wenn man bedenkt, dass man mit "Kommerzlösungen" Null Probleme hat Firmen-Mails und -Kalender sicher auf Handys und Tablets zu transportieren - aber mit OSS-Lösungen laut München ein Riesen Problem hat, kann man sich ja schlecht für das "Minderwertige Produkt" entscheiden.

    Das geht *nur* wenn man den wirtschaftspolitischen Weg geht, dass OpenSource sein muss. Dann kann die Software - anscheinend - auch Kacke sein.

  4. Re: Verständnisfrage bzgl. des Quellcodes

    Autor: spiderbit 05.06.15 - 14:17

    nein wenn du open/closed source als entscheidungskriterium aus schliesst muss man den billigsten nehmen.

    Auch wenn das dann bei Folgeauftraegen wegen Vedorlockin 10x so teuer wird.

  5. Re: Verständnisfrage bzgl. des Quellcodes

    Autor: spiderbit 05.06.15 - 14:21

    ja Freiheit hat eben manchmal ein Preis, man braucht sich nicht ueber Snowden auf regen, wenn man gerade bei sehr kritischen Daten proprietaere Software verwendet.

    Das proprietaere Software auf dem Sektor nicht direkt verboten wird ist eigentlich ein Skandal, Stichwort Nationale Sicherheit, und abwehr von Wirtschaftsspionage, aber das man nicht mal als einzelne Behoerde richtig handeln darf, weil sich eine Firma die ne Behoerde von sich abhaengig machen kann eben langfristig mit sicheren einnahmen rechnen kann und der Opensource Mensch im staendigen Wettbewerb steht.
    Stichwort Vendor Lockin.

  6. Re: Verständnisfrage bzgl. des Quellcodes

    Autor: Ext3h 05.06.15 - 15:33

    Trockenobst schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Schattenwerk schrieb:
    > ---------------------------------------------------------------------------
    > -----
    > Wenn man bedenkt, dass man mit "Kommerzlösungen" Null Probleme hat
    > Firmen-Mails und -Kalender sicher auf Handys und Tablets zu transportieren
    > - aber mit OSS-Lösungen laut München ein Riesen Problem hat, kann man sich
    > ja schlecht für das "Minderwertige Produkt" entscheiden.

    Das Problem was dadurch entsteht, ist bloß dass man damit dann dauerhaft an die kommerziellen Anbieter gebunden ist, und die in der Regel die Lizenzen pro Nutzer berechnen.

    Die langfristig günstigere Lösung einer hochwertigen OSS-Lösung die dann entsprechend sowohl von der Community getragen, als auch in zusätzlichen Einrichtungen zum Einsatz kommen kann, ist damit kategorisch ausgeschlossen.

    Ein Anbietet der da eine halbgare Lösung lizenziert kann dabei problemlos auch technologische Sackgassen in Kauf nehmen, ihm ist es völlig egal. Das bedeutet dann einfach, dass in 3-5 Jahren zwangsläufig eine erneute Investition des Kunden notwendig wird um die nächste Version zu lizenzieren, dank gezieltem Vendor-Lockin sogar relativ garantiert.

    Natürlich gibt es auch Closed-Source-Lösungen die auf einem ähnlichen Niveau operieren wie die Musterbeispiele aus der OSS-Szene, incl. Im- und Export zu allen etablierten Konkurrenzlösungen, allerdings sind die bei solchen Ausschreibungen genauso benachteiligt wie die Finanzierung neuer OSS-Projekte. Schlichtweg weil es nicht möglich ist, bei der Preisgestaltung mit unter Missachtung jeglicher Mindeststandards produzierter Software zu konkurrieren, auch wenn die Kosten langfristig deutlich niedriger liegen da Wechsel der Software deutlich länger aufgeschoben werden können.

    Und das ist dann auch die eigentliche Kernaussage dieses Paragraphen: Es richtet sich nicht nur gegen Open Source im allgemeinen, sondern bereits unmittelbar gegen jeden Versuch die Softwarequalität bei einer Ausschreibung objektiv von Experten bewerten zu lassen. Wenn ein Hersteller sagt "möchte ich nicht zeigen", und er hat das günstigste Angebot, dann hat er die Ausschreibung gewonnen. Selbst wenn sich die Lösung im Nachhinein als komplett unbrauchbar heraus stellen sollte.



    2 mal bearbeitet, zuletzt am 05.06.15 15:40 durch Ext3h.

  7. Re: Verständnisfrage bzgl. des Quellcodes

    Autor: Trockenobst 05.06.15 - 16:31

    Ext3h schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > sagt "möchte ich nicht zeigen", und er hat das günstigste Angebot, dann hat
    > er die Ausschreibung gewonnen. Selbst wenn sich die Lösung im Nachhinein
    > als komplett unbrauchbar heraus stellen sollte.

    Das liegt aber auch an denen die Ausschreibungen schreiben. Es hat seinen Grund warum es inzwischen immer mehr Pilotprojekte gibt, wo man 10 Server, 10 Desktops und zehn Tablets hinstellt und sagt: "Ihr habt 18 Monate Zeit".

    Wenn es mit dem Setup frei von täglichen Wahnsinn nicht funktioniert, braucht man es für 10.000 Desktops auch schon nicht kaufen.

    Außerdem scheint bei vielen Lösungen das Problem zu sein, dass der Staat grundsätzlich nur zweite Reihe/B+C Qualität Leute anzieht. Dass die natürlich mit gewissen modernen Setups hoffnungslos überfordert sind, das ist systemisch.

    Somit würde man lieber das Standard-Produkt nehmen, weil es einfach funktioniert. Beziehungsweise mit dem Mitarbeiterstamm "zum funktionieren" gebracht werden kann.

  8. Re: Verständnisfrage bzgl. des Quellcodes

    Autor: spiderbit 05.06.15 - 17:25

    Genau lasst uns alle zum Marktbeherschenden aktuell halbwegs funktionierenden halbwegs billigen aktuell rennen, wenn es dann ein totales Monopol mit proprietaeren Formaten und Schulungen aller Mitarbeiter auf den Mist die Opportinaetskosten zum Wechsel immer groesser werden, wird uns der Liebe Monopolist dann sicher gut behandeln.

    Immer nur Kurzfristig denken und nur egoistisch nicht Gesellschaftlich nur auf einen bezogen.

    Aber wurst macht das, uebrigends witzig mal nach SAP und Insolvenz suchen, da gibts massenhaft funde.

    nur soll dann doch bitte die Behoerde selbst entscheiden ob sie diese NSA Spionagesoftware wollen oder nicht.

    Das kommt aus den genannten gruenden einem Verbot von zumindest reinen Opensource Loesungen gleich. Und man kann noch so ein romatisches Verhaeltnis zu solchen Konzernen haben, das ein Vendorlockin vs keiner nicht komplett irrelevant ist muss man doch zu gestehen.

  9. Re: Verständnisfrage bzgl. des Quellcodes

    Autor: fragmichnicht 05.06.15 - 17:57

    > Wenn man bedenkt, dass man mit "Kommerzlösungen" Null Probleme hat
    > Firmen-Mails und -Kalender sicher auf Handys und Tablets zu transportieren
    > - aber mit OSS-Lösungen laut München ein Riesen Problem hat, kann man sich
    > ja schlecht für das "Minderwertige Produkt" entscheiden.

    Es ging auch darum die Anbindung _sicher_ zu machen! Nicht darum irgendwie die Mails auf die Telefone zu bekommen. Vielleicht solltest du sich da mal vorher informierten bevor du solchen Unsinn verbreitest.

  10. Re: Verständnisfrage bzgl. des Quellcodes

    Autor: Ext3h 05.06.15 - 22:14

    spiderbit schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Auch wenn das dann bei Folgeauftraegen wegen Vedorlockin 10x so teuer wird.

    Das Problem ist wirklich nicht der Vendorlocking, sondern in der Regel die Qualität der Softwarearchitektur.

    Was das effektiv bedeutet, ist dass die Software vom billigsten Anbieter in der Regel nur schnell hingerotzt ist, unter Missachtung jeglicher Mindeststandards. Nicht was den BSI-relevanten Teil angeht, sondern was die grundlegende Systemarchitektur betrifft.

    Für einen Produkt-Lebenszyklus von nur 2-3 Jahren ist das für den Hersteller kein Problem, man kann die Software einfach weiter verpfuschen bis dann irgend wann einfach Schluss ist - weil selbst die Kern-Entwickler die Software nicht mehr warten können. Für die Einrichtung die die Software einsetzt IST das ein Problem, denn es bedeutet dass nach eben diesen 2-3 Jahren eine Neuentwicklung bzw. eine erneute Umrüstung erforderlich wird.

    Der Vendorlocking wäre dabei nur eine Frage von interoperablen Datenformaten, und das ist in der Regel noch der leichteste Teil.

    Eine Mangelhafte Qualität der Software die sich erst im Laufe der Wartung offenbart ist da wesentlich schwerwiegender, und diese Qualität wiederum lässt sich nur mit vollständigem Einblick in den GESAMTEN internen Entwicklungs- und Dokumentationsprozess objektiv bewerten.

  11. Re: Verständnisfrage bzgl. des Quellcodes

    Autor: spiderbit 05.06.15 - 22:52

    wenn es nicht mal gelingt libreoffice mit ooxml 99.99% kompatibel zu kriegen wie kommst du dann darauf das interoperable Datenformate kein problem sei.

    Flash konnte immernoch nicht ganz ersetzt werden, von spezialanwendungen fangen wir gar nicht erst an... natuerlich kann LO erstaunlicherweise trotz unfairen ausgangsbediengungen wegen den fast-monopolpreisen bei MS trotzdem noch ganz gut mit halten, aber waere das nicht so unfair waeren in 3 jahren 99% aller Firmennetze umgestellt. So schafft man trotzdem ein paar wenige Prozent, es wird also nicht 100% verhindert aber extremst verlangsamt darum gehts wenn in 100 jahren 100% linux benutzen juckt doch ms nicht, aber wenns in 10 jahren der fall ist schon.

    Mal davon ab gesehen das es den Fortschritt massiv auf haelt wenn faehige Menschen zig tausende Studned dafuer verschwenden die Microsoft Kruetze reverseenginieeren und nebenher ihre eigene Version z.b. einer offico software zu programmiren, das ist nicht nur das rad 2x erfinden der aufwand ist eher um faktor 5 hoeher.

    Daher ist das revergeenineeren eher dazu da mal ne gewisse zeit kompatibilitaet trotz aller versuche diese zu verhindern her zu stellen, aber das soll keine dauerloesung sein es geht darum ein monopol zu brechen das diese Waffen unwirksam werden nicht darum einen unednlichen Krieg mit ungleichen Waffen zu fuehren.

    Noramler Wettbewerb ist schon aufwendig genug, aber wenn man dann dauerhaft schlechtere Bedingungen hat, kann mans auch mal lassen. Und wenn das passiert dann wird ein wechsel unbezahlbar. Keinne Firma koennte Linux bauen als Firmenprojekt, nicht mal Microsoft.

    Bei Linux mag das weiter gehen weil es so viele bereiche gibt wo es heute schon gewonnen hat, ueberall ausser desktop pc, aber office steckt viel weniger Geld/Leute dahinter, das Projekt kann auch sterben, oder sagen wir sich so weit verlangsamen das es keine Alternative mehr ist fuer Firmen... das sind nicht alles Selbstlaeufer. Aktuell ist man ganz gut beim unterstuetzen der MS Formate, das muss nicht so bleiben.

    Vielleicht verschluesseln sie die MS Formate so das man sie nur noch mit nem Microsoft key oeffnen kann vielleicht ubere die cloud so das nur ms zugriff auf den key hat. Oder irgendwas in der Art.

    Die migrationswege stehen nicht wie ein Naturgesetz immer gleich weit offen, Microsoft wird alles dran setzen um diese zu zu machen. Schon wenn sie beim naechsten officeformat das noch kuenstlich komplexer machen gar keine (nicht nur ne unvollstaendige) Spec veroeffentlichen etc...



    2 mal bearbeitet, zuletzt am 05.06.15 23:05 durch spiderbit.

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