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  5. › Tisa: Ein Abkommen gegen Open Source

Das kann man auch ganz anders verstehen.

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  1. Das kann man auch ganz anders verstehen.

    Autor: DrWatson 06.06.15 - 00:11

    Allein die Überschrift suggeriert, dass hier an einem Anti-Open-Source-Gesetz gebastelt wird.

    Meiner Auffassung nach steht in dem Text aber etwas ganz anderes, nämlich, dass der Marktzugang für Closed-Source-Software nicht dichtgemacht werden darf.
    Von Ausschreibungen ist zudem gar keine Rede.

    Ich sehe nichts, was daran schlecht ist. Im Gegenteil könnte man darin sogar den Schutz davor sehen, dass willkürlich Software verboten wird.

    Beim Thema Datenschutz ist das schon kritischer, weil nicht definiert ist, was in mit "im Zusammenhang mit der Ausführung der Geschäfte" gemeint ist. Wenn damit Rechnungsdaten (Addresse, Name) gemeint ist, dann steht das nicht in konflikt zum bisherigen Datenschutz. Es ist aber schon schwammig formuliert.

  2. Re: Das kann man auch ganz anders verstehen.

    Autor: Dermog 06.06.15 - 02:12

    Ist das nicht alles gewollt so schwammig ausgelegt, damit nachher der mit der größeren Streitkasse die Definition dessen bestimmen kann. Ganz ähnlich wie bei Patentanträgen.

  3. Re: Das kann man auch ganz anders verstehen.

    Autor: shyps 06.06.15 - 04:08

    aber der markzugang für atomkraft, glühbirnen, alte abwasseranlagen und duschköpfe wurde auch dicht gemacht. auch staubsauger und toaster werden so wie wir es wollen. dann sollte closed source auch nicht geschützt werden. so wie ich das verstehe ist open source nachhaltig und verbessert das leben, weil man nicht einzig auf den hersteller angewiesen ist. und closed source ist der müll, der lediglich billiger ist.

  4. Re: Das kann man auch ganz anders verstehen.

    Autor: AndreasBf 06.06.15 - 10:01

    shyps schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > aber der markzugang für atomkraft, glühbirnen, alte abwasseranlagen und
    > duschköpfe wurde auch dicht gemacht. auch staubsauger und toaster werden so
    > wie wir es wollen. dann sollte closed source auch nicht geschützt werden.
    > so wie ich das verstehe ist open source nachhaltig und verbessert das
    > leben, weil man nicht einzig auf den hersteller angewiesen ist. und closed
    > source ist der müll, der lediglich billiger ist.

    Closed Source = Proprietärer Müll, den du nicht verändern kannst - es sei denn, du umgehst einige Hürden, was aber nicht im sinne des Nutzungsrechts steht.
    Beispiel: Du hast ein Smartphone mit Android drauf und willst mit einem Entwickler-Team ein Versions-Upgrade durchführen, wie es auf XDA Developers täglich der Fall ist.
    Android selbst (zumindest der AOSP-Zweig) ist weitgehend OpenSource, die Blobs für Grafik, Wifi, Bluetooth und GSM hast du aber nur im Binär-Code als Library. Nun stehst du vor Kompatibilitäts-Problemen ... den Rest kannst du dir jetzt zusammenreimen.

    OpenSource = Quelloffene Software die dir den notwendigen einblick in verwendete APIs gibt UND die Möglichkeit der Anpassung auf dein System gibt. Leider wirst du mit OSS nicht wirklich reich.

    Was ist nun besser? Es gibt für beides genug Pro und Contras...

  5. Re: Das kann man auch ganz anders verstehen.

    Autor: DrWatson 06.06.15 - 13:53

    shyps schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > aber der markzugang für atomkraft, glühbirnen, alte abwasseranlagen und
    > duschköpfe wurde auch dicht gemacht. auch staubsauger und toaster werden so
    > wie wir es wollen.

    Warum bedeutet "Markt dichtgemacht" = "So wie wir es wollen"?
    Im Gegenteil, ich will meinen Toaster und meinen Duschkopf selber aussuchen. Nur dann ist er so wie ich es will. Wenn ich lieber Photoshop als Gimp benutze, dann ist das halt so, dann muss die Politik das akzeptieren. Bevormundung finde ich nicht gerade toll.

  6. Re: Das kann man auch ganz anders verstehen.

    Autor: DrWatson 06.06.15 - 13:56

    AndreasBf schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Closed Source = Proprietärer Müll, den du nicht verändern kannst - es sei
    > denn, du umgehst einige Hürden, was aber nicht im sinne des Nutzungsrechts
    > steht.

    1. Das deutsche Urheberrecht erlaubt Reengineering, wenn der Hersteller den Support einstellt.
    2. Ob Software die ich gerne benutze Müll ist oder nicht, entscheide ich selbst und nicht ein Politiker.

    > OpenSource = Quelloffene Software die dir den notwendigen einblick in
    > verwendete APIs gibt UND die Möglichkeit der Anpassung auf dein System
    > gibt. Leider wirst du mit OSS nicht wirklich reich.

    Du siehst das sehr aus der Sicht eines Bastlers, das ist ok. Die meisten Menschen sind aber keine Bastler und es gibt keinen Grund deren Recht einzuschränken Dinge zu kaufen, an denen man nicht basteln kann.

  7. Re: Das kann man auch ganz anders verstehen.

    Autor: spiderbit 07.06.15 - 00:03

    naja schoen das du so ne theoretische Option nennst, aber wie stellst du das in der praxis vor, willst du dann als Einzelperson oder kleine Firma jemand engagieren der z.B. Photoshop nach progrpammiert?

    Fakt ist opensource kann jeder supporten, proprietaere software erstmal nicht, reverse-engineering ist ne uebergangsloesung teilweise ne notloesung aber keine echte option.

    Natuerlich darf man sich schaden aber das es dem Kunden 0 nuetzt aber massiv schadet wenn er die komplette Kontrolle bzw die eigene Freiheit bed einem Hersteller/Entwickler ab gibt, sollte klar sein.

  8. Re: Das kann man auch ganz anders verstehen.

    Autor: shyps 07.06.15 - 09:09

    Was du sagst, stimmt ja eigentlich. Dann finde ich diesen Ttip-Paragraph letztlich nur deshalb falsch, weil scheinbar der einizige Fall der Bevormundung jener der Stadt München war. Der Paragraph suggeriert eine Kultur des closed-source-Verbots. Man muss imho überlegen, wann ein "Gleichstellungsgesetz" wirklich Sinn macht, also wenn jemand oder etwas auch wirklich immer wieder ausgeschlossen wird. Anders gesagt - finde ich es völlig verfrüht, und damit reine Lobby, und das natürlich auch, weil es nur über Wikileaks einsehbar ist.

    Zudem finde ich, dass jemand eigentlich für seinen (Stadt-) Bereich Technologien ausgrenzen darf. Die Anwender mit Apple- oder Linux-kenntnissen werden in einer "Windows-Bude" ja auch eher ausgegrenzt. Für mich ist der Paragraph irgendwie wie Microsoft und der Internet Explorer so um das Jahr 2000. Man liebt es, ich liebe mein Windows 7 auch, aber ich weiss trotzdem nicht, warum diese Marktstellung so besteht bzw. bestand, und Geld ist Macht, und der Paragraph ist ausgefuchst.

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