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Und darum sind Datenschutzgesetze wichtig

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  1. Und darum sind Datenschutzgesetze wichtig

    Autor: Sharra 09.02.16 - 12:12

    Und darum muss die Datenschutzbehörde endlich Befugnisse bekommen, und empfindliche Strafen verhängen dürfen. Und Vorstände solcher Firmen etc. sind dafür haftbar zu machen.

    Dass keiner was speichert, behaupten sie pauschal fast alle. Und dann kommt raus, dass fast alle doch irgendwas speichern.

    Es mag durchaus noch seriöse Unternehmen geben, die wirklich nichts speichern, was sie nicht unbedingt müssen. Aber genau die leiden darunter, dass unseriöse Unternehmen das Vertrauen komplett zertört haben.

  2. Re: Und darum sind Datenschutzgesetze wichtig

    Autor: estev 09.02.16 - 12:19

    Aber, aber! Ich hab doch nichts zu verbergen ;)

  3. Re: Und darum sind Datenschutzgesetze wichtig

    Autor: Sharra 09.02.16 - 12:22

    estev schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Aber, aber! Ich hab doch nichts zu verbergen ;)

    Ich schon. Jede Menge sogar. Nein, nichts illegales, aber es geht einfach keinen was an, wenn ich es nicht freiwillig mitteile.

  4. Re: Und darum sind Datenschutzgesetze wichtig

    Autor: Tomate 09.02.16 - 14:19

    Sharra schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > estev schrieb:
    > ---------------------------------------------------------------------------
    > -----
    > > Aber, aber! Ich hab doch nichts zu verbergen ;)
    >
    > Ich schon. Jede Menge sogar. Nein, nichts illegales, aber es geht einfach
    > keinen was an, wenn ich es nicht freiwillig mitteile.

    +1

  5. Re: Und darum sind Datenschutzgesetze wichtig

    Autor: nicoledos 09.02.16 - 15:43

    Die Frage wäre warum die Daten auf der Karte gespeichert werden. Ein nutzen entstünde erst, wenn die Daten aktiv ausgewertet würden.

    Wäre es anonymisiert, könnte man immerhin die Strecken optimieren.

  6. Re: Und darum sind Datenschutzgesetze wichtig

    Autor: as (Golem.de) 09.02.16 - 15:59

    Hallo,

    nicoledos schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Die Frage wäre warum die Daten auf der Karte gespeichert werden. Ein nutzen
    > entstünde erst, wenn die Daten aktiv ausgewertet würden.
    >
    > Wäre es anonymisiert, könnte man immerhin die Strecken optimieren.

    Das kommt drauf an. Wenn man den Weg nachvollziehen will: durchaus. Aber das ist nicht das Ziel des Systems und die Infrastruktur ist auch nicht geplant. Sonst sind die klassischen Zählsysteme (die sowieso beschafft wurden) in dem Fall zuverlässiger und günstiger. Die erfassen auch Fahrgäste, die berechtigt ohne {typischen} Fahrschein fahren (Umweltkarten, Gruppentickets, Citytickets, Museum- und Messetickets). Und das lässt sich leicht hochrechnen.

    gruß

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  7. Re: Und darum sind Datenschutzgesetze wichtig

    Autor: Moe479 09.02.16 - 16:13

    Die Frage darin würde allein in meinem Interesse an einer solchen 'Optimierung' liegen, Rufbusse wie im Umland empfinde ich eher als suboptimal, und dass meine Daten dazu beitragen sollen genauso beschissen.



    1 mal bearbeitet, zuletzt am 09.02.16 16:15 durch Moe479.

  8. Re: Und darum sind Datenschutzgesetze wichtig

    Autor: as (Golem.de) 09.02.16 - 16:18

    Hallo,

    Moe479 schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Die Frage darin würde allein in meinem Interesse an einer solchen
    > 'Optimierung' liegen, Rufbusse wie im Umland empfinde ich eher als
    > suboptimal, und dass meine Daten dazu beitragen sollen genauso beschissen.

    es gibt das Plus-Bus-Konzept, dass einen anderen Ansatz hat. Nicht die Nachfrage bestimmt das Angebot sondern das Angebot die Nachfrage.

    Der konsequente Stundentakt ist recht erfolgreich, soweit ich das überblicke. Egal welches Zählsystem man nehmen würde: Es würde dieses Ergebnis nicht unterstützen. Im Gegenteil. Eine abgeschwächte Verbindung verschlechtert sich. Das zählt man, man merkt man braucht nicht mehr so viel. Schwächt es weiter ab, man zählt wieder. In dieser Abwärtsspirale - gerade im Umland - werden dann häufig Verbindungen eingestellt, die früher eigentlich ganz gut genutzt wurden.

    gruß

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  9. Re: Und darum sind Datenschutzgesetze wichtig

    Autor: nicoledos 09.02.16 - 17:37

    Das zählen ist aber keineswegs nützlich, weil es die gewählten Routen nicht berücksichtigt. So fahre ich hier von A nach B nie direkt, da die Strecke da der Bus nur 2x am Tag verkehrt und das zu einer ungünstigen Zeit. Also fahre ich fast immer über D oder E und manchmal sogar F + D um nach B zu kommen. Bei einer Zählung lande ich dann auf den Linien A-C, C-B, A-D, D-B, D-F, F-B. Die werden mit etwas Glück belassen oder gar verstärkt. Dass ich aber eigentlich nur die kurze Strecke A-B fahren will bekommt keiner mit. Andere werden nicht mal gezählt, da diese gleich mit dem Auto fahren, weil es keine direkte Verbindung gibt.

    Hätte man die anonymisierten Routendaten könnte man tatsächlich das Streckennetz und den Fahrplan optimieren. Das müsste man natürlich auch auf Spezialtickets (Langzeit-, Pendler-, Schülerkarten) erweitern. Da hat man mal theoretisch die Möglichkeit Daten zu erfassen und für sinnvolle Zwecke zu nutzen, nur genutzt wird es mal wieder nicht. Lieber optimiert man nach Kosten bis es unbrauchbar wird und gar keiner mehr mit fährt.

  10. Re: Und darum sind Datenschutzgesetze wichtig

    Autor: Moe479 09.02.16 - 20:09

    das ist ja der punkt, daten kann man auch auslegen/benutzen wie man will, zur not unterschlägt man sie gekonnt, je nach dem welche politik/agenda man gerade verfolgt.

  11. Re: Und darum sind Datenschutzgesetze wichtig

    Autor: as (Golem.de) 09.02.16 - 22:29

    Hallo,

    nicoledos schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Das zählen ist aber keineswegs nützlich, weil es die gewählten Routen nicht
    > berücksichtigt.

    das kommt auf den Einsatzzweck an. Keinesfalls nützlich würde ich nicht sagen. Für die Bestimmung der Zuglänge ist die Route nicht relevant. Warum? Die Routen können nicht mal eben geändert werden. Wenn das Schienennetz so flexibel ist, ist der Vorlauf im Bereich von Monaten bis Jahren (Straßenbahn, Systeme mit Vereinigungen auf Stammbahnen beispielsweise).

    Auch da lässt sich kaum vernünftig die Route erzeugen. Umsteiger werden häufig nicht erfasst. Das macht nicht mal die Londoner Tube. Wobei der Umstieg zwischen Over- und Underground mitunter erfasst wird. Das sind aber Tarifsonderregelungen und es immer ein Spaß, wenn man den Checkpoint übersieht und dran vorbeiläuft...

    Bei reinem Linienverkehr wird es noch schwerer. In Berlin wurden bspw. der Taktstabilität zu liebe so gut wie nie Routen der U-Bahn geändert. Ausnahmen sind Baustellen und Ein- oder aussetzende Züge.

    Die Zählzüge sind hier aber extrem wertvoll. Sie erfassen Tarifunabhängig die Fahrgästeanzahl. Man weiß also ziemlich genau, ob man mal mit 6 oder 4 Wagen im Großprofil fahren kann. Das kann kein Tracking-System leisten, es sei denn man vereinfacht die Tarife. Man weiß zudem auch welche Waggons prinzipiell eher benutzt werden und kann damit zukünftige Bahnhöfe besser vorbereiten. Brauche ich eher einen Ausgang in der Mitte oder in Richtung Süden? Zählzüge liefern die Daten.

    Das ist also sehr wohl nützlich.

    > So fahre ich hier von A nach B nie direkt, da die Strecke
    > da der Bus nur 2x am Tag verkehrt und das zu einer ungünstigen Zeit. Also
    > fahre ich fast immer über D oder E und manchmal sogar F + D um nach B zu
    > kommen.

    Die präzise Routenerfassung aller Fahrgastströme ist natürlich attraktiv. Wenn die Infrastruktur das bietet. In Berlin ist der Ausbau aber gar nicht erst geplant. Man muss sich nicht auschecken aus einem Bus, da die Tarife in dem Bereich sehr einfach gehalten sind. Nur Abokunden wären möglich. Die VDV-Karten sind mit 60 bis 70 Cent im Einkauf viel zu teuer für Einzelfahrscheine. Selbst Sparvarianten dürften noch erheblich im Preis auffallen.

    Und gerade die Laufkundschaft ist ja der interessante Faktor. Die Abokunden kündigen nicht unbedingt, wenn man die Leistung verschlechtert.

    > Bei einer Zählung lande ich dann auf den Linien A-C, C-B, A-D, D-B,
    > D-F, F-B. Die werden mit etwas Glück belassen oder gar verstärkt. Dass ich
    > aber eigentlich nur die kurze Strecke A-B fahren will bekommt keiner mit.
    > Andere werden nicht mal gezählt, da diese gleich mit dem Auto fahren, weil
    > es keine direkte Verbindung gibt.

    In Berlin wird sowas eher mit wenig Priorität behandelt. Man hat über Jahre hinweg Verbindungen reduziert und eingestellt. Parallelverkehr beispielsweise aus Kostengründen reduziert, so dass Verbindungen weniger attraktiv wurden. Das ändert sich gerade erst langsam.

    Übrigens würde das Tracking der Fahrgäste alleine nicht aussreichen. Es gibt da noch ganz andere Faktoren, wie die klassischen Umfragen zeigen. Da sind Informationen wie Alter, Geschlecht, Typ des Weges (Freizeit/Arbeit) und so weiter von erheblicher Bedeutung.

    > Hätte man die anonymisierten Routendaten könnte man tatsächlich das
    > Streckennetz und den Fahrplan optimieren. Das müsste man natürlich auch auf
    > Spezialtickets (Langzeit-, Pendler-, Schülerkarten) erweitern. Da hat man
    > mal theoretisch die Möglichkeit Daten zu erfassen und für sinnvolle Zwecke
    > zu nutzen, nur genutzt wird es mal wieder nicht. Lieber optimiert man nach
    > Kosten bis es unbrauchbar wird und gar keiner mehr mit fährt.

    Wie gesagt, Routendaten alleine sind nur ein interessanter Datensatz. Es gibt so vieles, was man erheben kann. Nur nicht alles was man erheben kann, sollte auch erhoben werden. Tatsächlich wäre es für ein Verkehrsunternehmen sehr wohl ein sinnvoller Zweck die exakte Person zu bestimmen, dessen Geschlecht, Kinderstatus, Alter und Gehalt und anhand dieser Daten optimierte Tarife anzubieten (Sozial- und Reichen-Tarife) oder die Ausspielung der Werbemittel zu optimieren. Das soziale Gefüge einer Stadt ist auch in der Routenplanung abbildbar. Je besser die Daten, desto besser das Optimierungspotenzial. Die Frage ist: wo hört die Optimierung auf? Darf man das Gehalt auf die Fahrcard speichern? Das sind hochinteressante Daten.

    Aus dieser Sicht sind anonymisierte Daten keine Daten, mit denen man echte Optimierung durchführen kann. Persönlich gefällt mir das aber gar nicht.

    gruß

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  12. Re: Und darum sind Datenschutzgesetze wichtig

    Autor: Wechselgänger 09.02.16 - 22:39

    as (Golem.de) schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Und gerade die Laufkundschaft ist ja der interessante Faktor. Die Abokunden
    > kündigen nicht unbedingt, wenn man die Leistung verschlechtert.

    Abokunden können faktisch nicht kündigen, denn was wäre die Alternative?
    Es gibt ja keine Konkurrenz zu BVG und S-Bahn AG. Wer täglich zur Arbeit muß und kein Auto hat ist auf die Öffentlichen angewiesen.

  13. Re: Und darum sind Datenschutzgesetze wichtig

    Autor: as (Golem.de) 09.02.16 - 22:45

    Hallo,

    Wechselgänger schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Abokunden können faktisch nicht kündigen, denn was wäre die Alternative?
    > Es gibt ja keine Konkurrenz zu BVG und S-Bahn AG. Wer täglich zur Arbeit
    > muß und kein Auto hat ist auf die Öffentlichen angewiesen.

    Ja, das stimmt häufig. Wobei das separate Monatsticket immer noch eine Alternative ist und auf Papier kommt. Wer beispielsweise relativ geplant Urlaub macht jedes Jahr kommt näher an den Abopreis. Oder die Leute, die eine Tendenz zum Fahrrad haben im Sommer. Auch da lohnt sich ein Abo nicht unbedingt.

    Ich hab' übrigens gekündigt und weil ich auf Datenlöschung bestand (mehr als Neugierde, um zu schauen, wie die BVG ihre Prozesse angepasst hat) die Scherenlösung bekommen und anschließend ein Abo-Papierticket bekommen. Und ich war nicht der einzige, der das wollte sagte man mir.

    gruß

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  14. Re: Und darum sind Datenschutzgesetze wichtig

    Autor: Wechselgänger 10.02.16 - 13:52

    as (Golem.de) schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Hallo,
    >
    > Wechselgänger schrieb:
    > ---------------------------------------------------------------------------
    > -----
    > > Abokunden können faktisch nicht kündigen, denn was wäre die Alternative?
    > > Es gibt ja keine Konkurrenz zu BVG und S-Bahn AG. Wer täglich zur Arbeit
    > > muß und kein Auto hat ist auf die Öffentlichen angewiesen.
    >
    > Ja, das stimmt häufig. Wobei das separate Monatsticket immer noch eine
    > Alternative ist und auf Papier kommt.

    Aber das ist dann eben auch teurer.
    Und die BVG für schlechte Leistung oder Datenschutzverletzungen zu "bestrafen", indem man ihre Dienstleistungen weiter nutzt (weil man keine Wahl hat), aber mehr bezahlt, ist kontraproduktiv. Damit wird die BVG ja noch durch Mehreinnahmen belohnt.

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