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Warum reitet Golem immer auf FTTH/B rum?

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  1. Warum reitet Golem immer auf FTTH/B rum?

    Autor: DAASSI 26.10.20 - 14:32

    Ich verstehe das einfach nicht, die damalige Aussage der Telekom ist eigentlich total schlüssig:

    Erstmal noch so lange wie möglich die Kupferkabel vom Verteiler zu Kunden im Boden lassen und erstmal die Verteiler per Glasfaser anbinden. Man kann so schon passable Datenraten liefern, ohne jeden Ort mehrmals aufzugraben.

    Wenn das fertig ist, kann man ohne großen Zeitrdruck Glasfaserkabel legen. Das ist eine logische und pragmatische Vorgehensweise.
    Man kann nicht eben mal im ganzen Land jede Straße aufreißen um Glasfaserkabel zu verlegen, auch wenn die meisten Kunden noch nichts damit anfangen können.

    Ja es wäre geil, wenn jeder 40Gbit/s per Glasfaser buchen könnte, aber es ist einfach nicht so schnell machbar und es ist immer sinnvoller bestehende Ressourcen optimal zu nutzen und dazu gehört auch, dass man nicht gleich jedes Kabel wieder rausreißt, weil es jetzt was besseres gibt.



    1 mal bearbeitet, zuletzt am 26.10.20 14:35 durch DAASSI.

  2. Re: Warum reitet Golem immer auf FTTH/B rum?

    Autor: Robert0 26.10.20 - 14:58

    Ack.

    Zwar wurde so in veraltende Technologie (DSLAMs Linecards) investiert, aber man hat mit der günstigsten Struktur die Glasfaser in die Landschaft geprügelt. Letzer km kann jetzt 'gemütlich' nach Bandbreitenbedarf gemacht werden. Wobei oft nur noch wenige 100m nötig sind.

    Wahr ist aber auch, dass Gewerbegebiete groß sind und ein dSLAM am einen Ende keine 100Mbit auf der anderen Seite ergeben- Da ist Glas besser.

  3. Re: Warum reitet Golem immer auf FTTH/B rum?

    Autor: Wanupafu 26.10.20 - 14:59

    Weil das so nicht korrekt ist was du sagst, zumindest habe ich es in unserer Gemeinde ganz anders erlebt.
    Zustand ist bis heute, dass alle DSL < 2000 haben, die meisten sogar < 1000.
    Aussage der Telekom war, dass dies vollkommen ausreichend ist und auch in Zukunft kein Ausbaubedarf besteht.
    Jetzt nach Jahren der Diskussion mit der Telekom baut die Stadt auf eigene Faust FTTH aus und ganz plötzlich spricht die Telekom davon FTTB auszubauen.

    Nein die Telekom wollte nie auch nur einen Finger krumm machen, die wollten auf ewig kassieren und uns mit DSL dreihundertknips daran scheitern lassen zu telefonieren.

  4. Re: Warum reitet Golem immer auf FTTH/B rum?

    Autor: BudeII 26.10.20 - 15:01

    Du glaubst doch nicht das irgendjemand aus reiner Menschenliebe uns alle mit Glasfaseranschlüssen versorgen wird. Die wollen alle Geld damit verdienen und genau das ist das Problem bei mit VDSL versorgten Gebieten. Vielen ist VDSL schnell genug und wenn es sich nicht rentiert wird halt keine Glasfaser ausgebaut.

    Ganz arm dran sind hier bei uns die wenigen Außenbezirke die von der Telekom - warum auch immer - mit VDSL versorgt wurden. Obwohl im gesamten Kreis Kleve jedes noch so abgelegene Haus spätestens 2021 einen Glasfaseranschluss an die Grundstücksgrenzer gelegt bekommt bleiben die die nächsten 10 oder 20 jahre bei VDSL hängen. Sie haben ja mehr als 30 MBit im download und sind daher nicht Förderfähig.

  5. Re: Warum reitet Golem immer auf FTTH/B rum?

    Autor: gaym0r 26.10.20 - 15:15

    BudeII schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Vielen ist VDSL schnell genug und wenn es sich nicht rentiert wird halt
    > keine Glasfaser ausgebaut.

    Eben. Vielen, den meisten, fast allen, ist VDSL schnell genug. Vielleicht muss der Golem.de Poweruser mal langsam eingestehen, dass sein Use-Case nur für einen absolut winzigen Anteil der Bevölkerung gilt und es absolut utopisch ist jetzt zeitnah flächendeckend LWL zu fordern. Einfach mal im Bekanntenkreis (Technikfreaks ausgeschlossen) rumfragen was da so Sache ist.
    Seh ich bei mir in Aachen. Da hat man mit NetAachen einen sehr guten Provider. Wenn die Leute bei NetAachen sind haben die meisten maximal den 50 Mbit/s Tarif. Und genug andere nehmen sich irgendeinen 16 Mbit/s Tarif von einem der dutzenden "Reseller", weil der 5¤ günstiger als NetAachen ist im Monat und denen ausreicht.
    Absolut verblüffend? Eigentlich nicht. Die brauchen Internet halt nur für Netflix und Instagram.



    1 mal bearbeitet, zuletzt am 26.10.20 15:15 durch gaym0r.

  6. Re: Warum reitet Golem immer auf FTTH/B rum?

    Autor: Hantilles 26.10.20 - 15:27

    "Man kann so schon passable Datenraten liefern, ohne jeden Ort mehrmals aufzugraben."

    Aber das ist doch genau das, was durch die Ausbaustrategie der Telekom jetzt passiert, bzw. passieren wird. Orte werden mehrmals aufgegraben: Zunächst wird Glasfaser zu den Outdoor-Standorten geführt, dort wird unter großem baulichen Aufwand aktive Technik auf der Straße in einem MFG verbaut. Später wird eben von dort ausgehend wieder aufgebuddelt, um Hausanschlüsse zu verbauen.

    Die gesamte Ausbaustrategie der Telekom zusammen mit dieser Aussage von 2016 ergibt eben nur dann Sinn, wenn man so tut, als sei in den Jahren und Jahrzehnten zuvor ein Glasfaserausbau überhaupt nicht existent gewesen. Aber das ist letztlich Humbug. Mir sind FTTH-Projekte bekannt, die 2006 gestartet sind. Eine Wilhelm.tel in Norderstedt ist bereits seit 2000 aktiv und auch wenn mir nicht klar ist, seit wann diese eine vorwiegende FTTB/FTTH-Strategie fahren, war dies im Jahr 2012, als ich nach Hamburg kam, bereits deren übliches Produkt.

    Ja, die Telekom hat recht damit, dass ein flächender FTTH/FTTB-Ausbau bedeutet, dass man diesen nicht innerhalb weniger Jahre durchführen kann. Aber das ist deren eigenes Versäumnis. Der richtige Zeitpunkt, über einen flächendeckenden FTTH/FTTB-Ausbau nachzudenken, wäre nach Erschließung von ADSL2 und VDSL ohne Vectoring und ohne Outdoor-Standorte gewesen. So geschehen z.B. in der Schweiz und vielen skandinavischen Ländern.

    Dort haben die ehemaligen Staatsmonopolisten aber von vornherein diesen Ausbau auch als gemeinsame Aufgabe betrachtet und die Kooperation mit anderen Anbietern gesucht.


    Ein FTTH/FTTB-Ausbau, der ohne den Zwischenschritt von Outdoor-MFG-Gehäusen erfolgt, führt am Ende zu einem ziemlich anders strukturierten Netz. Man spart sich den großen Aufwand, aktive Technik weit raus ins Feld, nahe zum Kunden zu bringen, sondern kann nahezu beliebige Entfernungen direkt von PoP/Vermittlungsstelle bis ins Gebäude überbrücken. Ähnlich wie die Entfernungen der ursprünglichen Kupferinfrastruktur. Leitungslänge 4km? Mit der passenden Optik überhaupt kein Problem.

    Viele Tausend Euro, die für den Bau von Outdoor-Gehäusen gespart werden könnten, deren Anbindung ans Stromnetz, ggf. auch deren Kühlung und vor allem die darin verbaute aktive Technik, deren Port-Auslastung selten perfekt zur Anzahl der zu erreichenden Kunden passt. Und je ländlicher die Region, desto teurer der Port-Preis. Diese Altlasten der durch einen Vectoring-Ausbau vordefinierten Netzstruktur werden nun eben ins Glasfaser-Zeitalter mitgeschleppt werden und den langfristigen Betrieb der FTTH/FTTB-Netze teurer machen, als sie andernfalls geworden wären.

    Ich gestehe der Telekom ja auch zu, dass selbst bei weitsichtigerer Ausbauplanung man nicht in allen Fällen an Vectoring vorbei gekommen wäre. Aber dann hätte man sich auf Gebiete mit hoher Bevölkerungsdichte beschränken müssen. Den Vectoring-Ausbau noch aufs Platte Land zu tragen, war nichts anderes als eine Strategie, einen eigenwirtschaftlichen Glasfaserausbau durch den Wettbewerb zu verhindern.

    Das muss kritisiert werden können und ich bin Golem dankbar dafür, dass sie mit ihrer Berichterstattung immer auch den Finger in die Wunde legen und deutlich machen, dass die Vectoring-Strategie der Telekom eben keineswegs die einzig mögliche, alternativlose Strategie gewesen wäre.

  7. Re: Warum reitet Golem immer auf FTTH/B rum?

    Autor: sigii 26.10.20 - 15:43

    Oehm naja die Telekom hat in den Kupferausbau sehr lange sehr viel Geld investiert anstatt damals schon Glasfaser zu bevorzugen.

    Das mag dir ja auch vielleicht voellig egal sein, aber wir gehen davon aus, dass Glasfaser die Zukunftstechnologie ist und nicht Kupfer.

    Ich hatte von meinen 4 verschiedenen VDSL Anschluessen 2 Stoehrungen. Da reicht nun mal auch die Stromleitung nebenan die dein VDSL Signal stoehrt und mit weiterausbauen ist danna uch nicht wenn das Kupfer schon liegt.

    Ganz zu schweigen davon, dass das je schlechter funktioniert je weiter du weg bist und je mehr Leute das nutzen.

    Und waerend hier Golem auf Telekom schimpft du sie verteidigst, ist Deutschland im Europaeischen / Weltweiten Wettbewerb ins Hinterrennen gekommen.

    Guck dir doch mal an wie das in Deutschland aussieht: https://www.bmvi.de/DE/Themen/Digitales/Breitbandausbau/Breitbandatlas-Karte/start.html wenn dir das nicht direkt auffaellt: VDSL ist hier hart Empfernungsabhaengig.

    Und das ganze Thema ist eine Aufarbeitung der Geschichte: https://netzpolitik.org/2018/danke-helmut-kohl-kabelfernsehen-statt-glasfaserausbau/

  8. Re: Warum reitet Golem immer auf FTTH/B rum?

    Autor: HammerTime 26.10.20 - 15:48

    DAASSI schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Erstmal noch so lange wie möglich die Kupferkabel vom Verteiler zu Kunden
    > im Boden lassen und erstmal die Verteiler per Glasfaser anbinden. Man kann
    > so schon passable Datenraten liefern, ohne jeden Ort mehrmals aufzugraben.
    Aber so ist es doch gerade mehrfaches aufgraben? Erst aufgraben für die Verteiler, dann aufgraben für den Rest. Da wird es massive Überschneidungen in den Wegen geben, die dann mehrfach aufgemacht werden müssen.

    > Wenn das fertig ist, kann man ohne großen Zeitrdruck Glasfaserkabel legen.
    Der Zeitdruck ist doch heute größer als früher, heute spricht die Telekom davon 2030 fertig sein zu wollen.

    > Das ist eine logische und pragmatische Vorgehensweise.
    > Man kann nicht eben mal im ganzen Land jede Straße aufreißen um
    > Glasfaserkabel zu verlegen, auch wenn die meisten Kunden noch nichts damit
    > anfangen können.
    Warum nicht? Machen muss man es sowieso mal. Warum das teuerste am Ganzen (Tiefbau) 2x durchführen, statt nur 1x?

    > Ja es wäre geil, wenn jeder 40Gbit/s per Glasfaser buchen könnte
    Es wäre viel geiler, wenn jeder wenigstens mal 100 MBit buchen könnte. Aber nicht mal das ist heute für viele Teile Deutschlands unmöglich.

  9. Re: Warum reitet Golem immer auf FTTH/B rum?

    Autor: sigii 26.10.20 - 15:49

    Darum gehts aber nur halb.

    Wenn du 2 Kabel heute legen kannst, die da Jahrzehnte im Boden legen, was legst du?

    a) Kupfer. Stoehranfaellig (selbst schon mehrmals erlebt), Entfernungsabhaengige Bandbreite, Muss immer wieder neu erfunden werden damit die Bandbreiten steigen kann
    b) Glas. Einfach, bekannt, Stoehrunanfaellig, gleichbleibende Bandbreite ueber die ganze unterstuetzte Laenge, seit ewigkeiten schon sehr hohe Bandbreiten moeglich

    Ach und grundsaetzlich aendert sich, meiner Meinung nach, auch das Nutzungsverhalten wenn die Nutzungsmoeglichkeiten steigen.

    Z.b. kannst du nun mal gar nicht deine Bilder online richtig backupen wenn die Bandbreite nicht passt. Oder du willst halt mal 4 Sachen in einer Familie unabhaengig streamen. Oder eine Person muss arbeiten (Videokonferenz) und jemand anderen mochte sich ein Spieleupdate ziehen.

    Wir waeren nicht europaeisches Schlusslicht wenn die Entscheidungen richtig getroffen worden waeren. Jetzt sitzen wir hier, aufs Dorf ziehen kann man nicht weils Internet scheise ist und man Dinge nun mal auch irgendwann gewohnt ist.

  10. Re: Warum reitet Golem immer auf FTTH/B rum?

    Autor: HammerTime 26.10.20 - 15:51

    gaym0r schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Eben. Vielen, den meisten, fast allen, ist VDSL schnell genug.
    Was genau heißt denn "VDSL" an Bandbreite?

    Das ist doch die entscheidende Frage.

  11. Re: Warum reitet Golem immer auf FTTH/B rum?

    Autor: Oktavian 26.10.20 - 17:13

    > Es wäre viel geiler, wenn jeder wenigstens mal 100 MBit buchen könnte. Aber
    > nicht mal das ist heute für viele Teile Deutschlands unmöglich.

    Ja, das wäre aber, wenn man vorher bereits FTB ausgebaut hätte, für noch weniger möglich. Dann hätten jetzt einige 1GBit, und der Rest würde immer noch mit 16MBit schleichen.

    Das war schon gut so. Der Anteil derer, die 50MBit und mehr buchen können, ist verdammt groß, also genau das, was das Gros der Bevölkerung braucht, und bis wo sie auch bereit sind, mehr Geld zu bezahlen.

  12. Re: Warum reitet Golem immer auf FTTH/B rum?

    Autor: HammerTime 26.10.20 - 17:56

    Oktavian schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Ja, das wäre aber, wenn man vorher bereits FTB ausgebaut hätte, für noch
    > weniger möglich. Dann hätten jetzt einige 1GBit, und der Rest würde immer
    > noch mit 16MBit schleichen.
    Jetzt bekommen also einige nur maximal 250 MBit und der Rest hat immer noch nicht mal 16 MBit.

    Was ist da jetzt der Vorteil?

    > Das war schon gut so. Der Anteil derer, die 50MBit und mehr buchen können,
    > ist verdammt groß, also genau das, was das Gros der Bevölkerung braucht,
    > und bis wo sie auch bereit sind, mehr Geld zu bezahlen.
    Ja, 50 MBit können die sicherlich buchen. Aber was haben sie davon, wenn nur ein Bruchteil ankommt? Und vor allem: Wann erhalten sie mehr?

    Der Vectoringausbau hat den dringend notwendigen Glasfaserausbau noch weiter nach hinten geschoben.

  13. Re: Warum reitet Golem immer auf FTTH/B rum?

    Autor: brainDotExe 26.10.20 - 18:11

    Hantilles schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Ein FTTH/FTTB-Ausbau, der ohne den Zwischenschritt von Outdoor-MFG-Gehäusen
    > erfolgt, führt am Ende zu einem ziemlich anders strukturierten Netz. Man
    > spart sich den großen Aufwand, aktive Technik weit raus ins Feld, nahe zum
    > Kunden zu bringen, sondern kann nahezu beliebige Entfernungen direkt von
    > PoP/Vermittlungsstelle bis ins Gebäude überbrücken. Ähnlich wie die
    > Entfernungen der ursprünglichen Kupferinfrastruktur. Leitungslänge 4km? Mit
    > der passenden Optik überhaupt kein Problem.
    Macht die Telekom doch genau so.
    Mit dem FTTC Netz hat das FTTH Netz nur eins gemeinsam: Die Leerrohre der Hauptkabel.

    > Diese Altlasten der durch einen
    > Vectoring-Ausbau vordefinierten Netzstruktur werden nun eben ins
    > Glasfaser-Zeitalter mitgeschleppt werden und den langfristigen Betrieb der
    > FTTH/FTTB-Netze teurer machen, als sie andernfalls geworden wären.
    Welche Altlasten wären dass denn deiner Ansicht nach?
    Für FTTH verwendet die Telekom keine aktive Technik des FTTC Ausbaus.
    Selbst die MFGs werden in der Regel nicht genutzt.

  14. Re: Warum reitet Golem immer auf FTTH/B rum?

    Autor: Oktavian 26.10.20 - 19:46

    > Jetzt bekommen also einige nur maximal 250 MBit und der Rest hat immer noch
    > nicht mal 16 MBit.
    >
    > Was ist da jetzt der Vorteil?

    Dass dieser Rest ziemlich klein geworden ist. Klar, für jeden, der dazu gehört ist es ärgerlich.

    Wenn man aber von Anfang an Glasfaser gebaut hätte, wären jetzt vielleicht 20% verglasverfasert (und dabei natürlich vor allem die, die leicht auszubauen sind). 80% wäre immer noch bei 16MBit oder weniger. So sind zur Zeit ca. 93% der Internetanschlüsse zu Geschwindigkeiten von 50MBit oder mehr fähig.

    https://de.statista.com/statistik/daten/studie/3808/umfrage/anteil-der-haushalte-mit-einem-breitbandanschluss-als-internetzugang/

    https://de.statista.com/statistik/daten/studie/418427/umfrage/verfuegbarkeit-von-breitbandinternet-50mbits-nach-bundeslaendern/

    Und ja, wenn Du zu dem Rest gehörst, ist das für Dich bedauerlich. Aber tröste Dich, wenn T von Anfang an Glas ausgebaut hätte, ginge es Dir jetzt auch nicht besser.

    > Ja, 50 MBit können die sicherlich buchen. Aber was haben sie davon, wenn
    > nur ein Bruchteil ankommt? Und vor allem: Wann erhalten sie mehr?

    Zumindest über VDSL kommt das ziemlich zuverlässig an. Bei Internet über Kabel habe ich auch übles gehört, aber auch gutes, das scheint eher ein Glücksspiel zu sein.

    > Der Vectoringausbau hat den dringend notwendigen Glasfaserausbau noch
    > weiter nach hinten geschoben.

    Das sollte dann doch die Chance sein für alternative Anbieter. Dieser tragische Fehler der Telekom hat doch hier den Markt riesig geöffnet. Wenn alle so nach dem Glas lechzen, bereit sind die notwendigen Mittel aufzubringen, dann sollte es für die anderen doch ein leichtes sein, die Republik mit Glasfaser zu überziehen.

  15. Re: Warum reitet Golem immer auf FTTH/B rum?

    Autor: HammerTime 26.10.20 - 21:02

    Oktavian schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Dass dieser Rest ziemlich klein geworden ist. Klar, für jeden, der dazu
    > gehört ist es ärgerlich.
    Definiere "ziemlich klein".

    > Wenn man aber von Anfang an Glasfaser gebaut hätte, wären jetzt vielleicht
    > 20% verglasverfasert (und dabei natürlich vor allem die, die leicht
    > auszubauen sind). 80% wäre immer noch bei 16MBit oder weniger. So sind zur
    > Zeit ca. 93% der Internetanschlüsse zu Geschwindigkeiten von 50MBit oder
    > mehr fähig.
    Komisch, dein eigener Link belegt irgendwie das Gegenteil.

    > de.statista.com
    War die Definition von "Breitband" nicht mal 1 MBit und größer? Leider komplett untauglich somit als Beleg für deine These.

    > de.statista.com
    Aha. Von wegen "ca. 93%" wie von dir herbei gelogen. Jetzt sind es nur noch 76 bis 96%. Wobei da ein Großteil der Leitungen noch von den Kabelnetzbetreibern betrieben wird und gar nicht von der Telekom.

    > Und ja, wenn Du zu dem Rest gehörst, ist das für Dich bedauerlich. Aber
    > tröste Dich, wenn T von Anfang an Glas ausgebaut hätte, ginge es Dir jetzt
    > auch nicht besser.
    Nö. Man hätte ja auch parallel an beiden Enden der Skala ausbauen können, wie es sinnvoll wäre. Einerseits oben, in den Städten, dort wo es den höchsten Profit gibt und gleichzeitig ganz unten, da, wo die Bandbreite am niedrigsten ist.

    Dann hätten wir heute problemlos eine 100% Abdeckung mit >= 50 MBit.

    > Zumindest über VDSL kommt das ziemlich zuverlässig an. Bei Internet über
    > Kabel habe ich auch übles gehört, aber auch gutes, das scheint eher ein
    > Glücksspiel zu sein.
    Komisch, die Telekom hat mir gerade freudig mitgeteilt, dass sie ja demnächst bei mir (fast Stadtmitte einer Landeshauptstadt!) endlich mal mehr als die bisher maximal lieferbaren 25 MBit liefern wollen.

    Sie bieten mir jetzt aber schon nur 175 MBit an. Da das nur SuperVectoring sein kann und das eigentlich im Maximum 250 MBit kann, scheint dieser "Ausbau" nur eine Farce zu sein. Da kann ich über dein "ziemlich zuverlässig" nur lachen.

    Aber bitte: Wie hoch ist die Anzahl der mit DSL erschlossenen Haushalte der Telekom, die die von dir genannten 50 MBit tatsächlich in der Praxis erhalten? Also keine "bis zu" Werte, sondern tatsächlich Anschlüsse, die die versprochene Bandbreite auch einhalten.

    Ich bin auf diese Zahlen sehr gespannt, denn nicht ohne Grund versucht die Telekom mit allen Mitteln solche Zahlen geheim zu halten.

    > Das sollte dann doch die Chance sein für alternative Anbieter. Dieser
    > tragische Fehler der Telekom hat doch hier den Markt riesig geöffnet.
    Japp. Deutsche Glasfaser, NetCologne - es gibt viele Glasfaseranbieter.

    Nur ist klar, dass ein kleines Unternehmen mit ein paar Millionen Umsatz nicht innerhalb von 5 Jahren 40 Millionen Haushalte erschließen kann.

    > Wenn alle so nach dem Glas lechzen, bereit sind die notwendigen Mittel
    > aufzubringen, dann sollte es für die anderen doch ein leichtes sein, die
    > Republik mit Glasfaser zu überziehen.
    Den Anderen fehlt etwas. Zum Beispiel die 80 Milliarden Umsatz.

    Schon putzig, wie ein Unternehmen, Ex-Monopolist mit 80 Milliarden Umsatz im Jahr, mit Klauen und Zähnen verteidigt wird, aber dann bitte ein Newcomer mit 100 Mitarbeitern innerhalb von 2 Jahren das leisten soll, was dieser Ex-Monopolist seit 30 Jahren nicht hinbekommen hat :-D

  16. Re: Warum reitet Golem immer auf FTTH/B rum?

    Autor: Faksimile 26.10.20 - 21:05

    brainDotExe schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Hantilles schrieb:
    > ---------------------------------------------------------------------------
    > -----
    > > Ein FTTH/FTTB-Ausbau, der ohne den Zwischenschritt von
    > Outdoor-MFG-Gehäusen
    > > erfolgt, führt am Ende zu einem ziemlich anders strukturierten Netz. Man
    > > spart sich den großen Aufwand, aktive Technik weit raus ins Feld, nahe
    > zum
    > > Kunden zu bringen, sondern kann nahezu beliebige Entfernungen direkt von
    > > PoP/Vermittlungsstelle bis ins Gebäude überbrücken. Ähnlich wie die
    > > Entfernungen der ursprünglichen Kupferinfrastruktur. Leitungslänge 4km?
    > Mit
    > > der passenden Optik überhaupt kein Problem.
    > Macht die Telekom doch genau so.
    > Mit dem FTTC Netz hat das FTTH Netz nur eins gemeinsam: Die Leerrohre der
    > Hauptkabel.
    >
    Um so schlimmer. Wo doch immer wieder gebetsmühlenartig propagiert wird: FTTC ist die Vorstufe von FTTH.

    > > Diese Altlasten der durch einen
    > > Vectoring-Ausbau vordefinierten Netzstruktur werden nun eben ins
    > > Glasfaser-Zeitalter mitgeschleppt werden und den langfristigen Betrieb
    > der
    > > FTTH/FTTB-Netze teurer machen, als sie andernfalls geworden wären.
    > Welche Altlasten wären dass denn deiner Ansicht nach?
    > Für FTTH verwendet die Telekom keine aktive Technik des FTTC Ausbaus.
    > Selbst die MFGs werden in der Regel nicht genutzt.

    Und noch mehr unnötige Geldausgabe.

    Die Telekom hätte frühzeitig ein Konzept zum flächendekenden UMSTIEG von Cu auf GF initiieren und durchführen sollen.

  17. Re: Warum reitet Golem immer auf FTTH/B rum?

    Autor: Hantilles 26.10.20 - 21:13

    Oktavian schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > > Es wäre viel geiler, wenn jeder wenigstens mal 100 MBit buchen könnte.
    > Aber
    > > nicht mal das ist heute für viele Teile Deutschlands unmöglich.
    >
    > Ja, das wäre aber, wenn man vorher bereits FTB ausgebaut hätte, für noch
    > weniger möglich. Dann hätten jetzt einige 1GBit, und der Rest würde immer
    > noch mit 16MBit schleichen.

    Nein, denn dass das auch anders gegangen wäre, zeigen etliche andere europäische Länder. Aber natürlich hätte man auch rechtzeitig damit anfangen müssen. Aber vermutlich hätte man dann geringere Chancen gehabt, sich den Vectoring-Ausbau mit fördern zu lassen.

  18. Re: Warum reitet Golem immer auf FTTH/B rum?

    Autor: Hantilles 26.10.20 - 21:16

    brainDotExe schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Hantilles schrieb:
    > ---------------------------------------------------------------------------
    > -----
    > > Ein FTTH/FTTB-Ausbau, der ohne den Zwischenschritt von
    > Outdoor-MFG-Gehäusen
    > > erfolgt, führt am Ende zu einem ziemlich anders strukturierten Netz. Man
    > > spart sich den großen Aufwand, aktive Technik weit raus ins Feld, nahe
    > zum
    > > Kunden zu bringen, sondern kann nahezu beliebige Entfernungen direkt von
    > > PoP/Vermittlungsstelle bis ins Gebäude überbrücken. Ähnlich wie die
    > > Entfernungen der ursprünglichen Kupferinfrastruktur. Leitungslänge 4km?
    > Mit
    > > der passenden Optik überhaupt kein Problem.
    > Macht die Telekom doch genau so.
    > Mit dem FTTC Netz hat das FTTH Netz nur eins gemeinsam: Die Leerrohre der
    > Hauptkabel.

    Sehr interessant. Hatte ich in der Vergangenheit mehrfach anders dargestellt gelesen.

    > > Diese Altlasten der durch einen
    > > Vectoring-Ausbau vordefinierten Netzstruktur werden nun eben ins
    > > Glasfaser-Zeitalter mitgeschleppt werden und den langfristigen Betrieb
    > der
    > > FTTH/FTTB-Netze teurer machen, als sie andernfalls geworden wären.
    > Welche Altlasten wären dass denn deiner Ansicht nach?
    > Für FTTH verwendet die Telekom keine aktive Technik des FTTC Ausbaus.
    > Selbst die MFGs werden in der Regel nicht genutzt.

    Aber gut: Das bedeutet ja eben erst recht, dass die teuren Investitionen in MFG mit aktiver Technik sich letztlich nicht rentieren – oder man eben damit rechnet, den Glasfaserausbau zumindest punktuell noch 15-25 Jahre in die Zukunft zu schieben.

  19. Re: Warum reitet Golem immer auf FTTH/B rum?

    Autor: brainDotExe 26.10.20 - 21:41

    HammerTime schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Nö. Man hätte ja auch parallel an beiden Enden der Skala ausbauen können,
    > wie es sinnvoll wäre. Einerseits oben, in den Städten, dort wo es den
    > höchsten Profit gibt und gleichzeitig ganz unten, da, wo die Bandbreite am
    > niedrigsten ist.
    Spoiler: Das wäre nicht passiert.
    Die Telekom hätte nur dort ausgebaut wo es sich absolut lohnt.

    > Komisch, die Telekom hat mir gerade freudig mitgeteilt, dass sie ja
    > demnächst bei mir (fast Stadtmitte einer Landeshauptstadt!) endlich mal
    > mehr als die bisher maximal lieferbaren 25 MBit liefern wollen.
    Also wahrscheinlich Nahbereich und damit Sonderfall.

    > Aber bitte: Wie hoch ist die Anzahl der mit DSL erschlossenen Haushalte der
    > Telekom, die die von dir genannten 50 MBit tatsächlich in der Praxis
    > erhalten? Also keine "bis zu" Werte, sondern tatsächlich Anschlüsse, die
    > die versprochene Bandbreite auch einhalten.
    Wenn man es pessimistisch betrachtest min. 32,5 Mio.
    [www.computerbase.de], da bei Buchbarkeit von VDSL100 mindestens 54 Mbit/s geliefert werden.
    In Wirklichkeit sind es natürlich deutlich mehr als 32,5 Mio.

    > Ich bin auf diese Zahlen sehr gespannt, denn nicht ohne Grund versucht die
    > Telekom mit allen Mitteln solche Zahlen geheim zu halten.
    Die Telekom kommuniziert diese Zahlen öffentlich, siehe Link oben.

    > Nur ist klar, dass ein kleines Unternehmen mit ein paar Millionen Umsatz
    > nicht innerhalb von 5 Jahren 40 Millionen Haushalte erschließen kann.
    Das schafft kein Unternehmen, selbst die Telekom nicht. Dafür gibt es nicht genügend Tiefbaukapazität.

    Faksimile schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Um so schlimmer. Wo doch immer wieder gebetsmühlenartig propagiert wird:
    > FTTC ist die Vorstufe von FTTH.
    Die Leerrohre in die Orte sind der Kostentreiber bei FTTC. Diese spart man sich nachher zu 100% bei FTTH. Somit ist FTTC die Vorstufe von FTTH.

    > Und noch mehr unnötige Geldausgabe.
    Die MFGs mit Technik sind im Kostenvergleich Peanuts zu dem Tiefbau für das Leerohr in den Ort. Hier stehen Zehntausende Euros gegen Millionen Euros.

    Hantilles schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Aber gut: Das bedeutet ja eben erst recht, dass die teuren Investitionen in
    > MFG mit aktiver Technik sich letztlich nicht rentieren –
    Siehe oben, die Kosten für die MFGs mit Technik bezahlt man quasi aus der Portokasse im Vergleich zu den Kosten für den Tiefbau, welchen man auch auch zu 100% für die zukünftige FTTH Erweiterung nutzen kann.



    2 mal bearbeitet, zuletzt am 26.10.20 21:47 durch brainDotExe.

  20. Re: Warum reitet Golem immer auf FTTH/B rum?

    Autor: Inori-Senpai 26.10.20 - 21:52

    Hantilles schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Oktavian schrieb:
    > ---------------------------------------------------------------------------
    > -----
    > > > Es wäre viel geiler, wenn jeder wenigstens mal 100 MBit buchen könnte.
    > > Aber
    > > > nicht mal das ist heute für viele Teile Deutschlands unmöglich.
    > >
    > > Ja, das wäre aber, wenn man vorher bereits FTB ausgebaut hätte, für noch
    > > weniger möglich. Dann hätten jetzt einige 1GBit, und der Rest würde
    > immer
    > > noch mit 16MBit schleichen.
    >
    > Nein, denn dass das auch anders gegangen wäre, zeigen etliche andere
    > europäische Länder. Aber natürlich hätte man auch rechtzeitig damit
    > anfangen müssen. Aber vermutlich hätte man dann geringere Chancen gehabt,
    > sich den Vectoring-Ausbau mit fördern zu lassen.

    Wie wäre es denn anders gegangen? In Spanien hat die Telefonica vom Staat die schützende Hand bekommen und musste Gf nicht vermieten. Stattdessen hat jeder Anbieter seinde Fasern auf Masten gehangen. Wie das auasieht kannst du googlen. Schweiz verfährt ähnlich. In Schweden haben die Kommunen ausgebaut, aber hier hat Deutschland mit der Schuldenbremse versagt.
    Frankreich ist ähnlich ausgebaut wie wir und selbst dort werden die Fasern nur auf Masten gehängt.

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