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Wenn alles teurer wird...

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  1. Wenn alles teurer wird...

    Autor: demon driver 05.12.20 - 13:54

    ..., wird auch die Aufrechterhaltung des öffentlich-rechtlichen Rundfunks teurer. Wenn man einen kontinuierlich weiterfunktionierenden öffentlich-rechtlichen Rundfunk haben will, muss man auch dessen Finanzierung entsprechend anpassen. Wer das nicht will, der will den öffentlichen Rundfunk beschädigen, der übrigens auch die letzte Bastion einer gesellschaftlich finanzierten, potenziell reichweitenstarken Regierungs-, Politik- und Systemkritik ist. Und dass sowas gerade auf der rechten Seite des politischen Spektrums nicht gewünscht ist, ist völlig klar.

    Die Art der Erhebung der Beitäge mag suboptimal sein und gehärt weiter diskutiert. Sie ist jedenfalls nicht gerecht – weder im Sinne eines Preis-Nutzungsverhältnisses, für dessen Missachtung es allerdings auch Gründe gibt, noch im sozialen Sinn. Die Abgabe sollte doch zumindest einkommensabhängig sein.

    Die Frage, ob der öffentlich-rechtliche Rundfunk seine Mittel in einer gesellschaftlich wünschenswerten Art und Weise einsetzt, ob seine Programme gesellschaftlich wünschenswert gestaltet sind, ist ebenfalls eine andere, und auch die gehört weiter disktutiert. Aber bitte in einem anderen Zusammenhang.

  2. Re: Wenn alles teurer wird...

    Autor: Profi_in_allem 05.12.20 - 14:19

    Nein, genau jetzt ist der richtige Zeitpunkt! Jetzt wo alle sparen müssen, Lockdown, Angst um den Arbeitsplatz, Kurzarbeit, Firmenpleiten, Zukunftsängste. Und genau jetzt wollen die ÖR mehr Geld? Das sollen die Damen und Herren einmal erklären warum das jetzt unbedingt sein muss bzw warum überhaupt eine Erhöhung. Wäre die Sachsen CDU nicht mit ihrer Blockade dann wäre die Erhöhung (mal wieder) still und heimlich durchgewunken worden. Die Diskussion, die wir jetzt haben, ist bitter nötig. Mindestens. In einer Demokratie müssen auch solche Themen kritisch diskutiert werden, gerade die ÖR gehören gründlich auf den Prüfstand ob solch ein aufgeblähter Apparat heutzutage noch zeitgemäß ist und es darf auch nur einen Weg geben: Die ÖR müssen sich verkleiner, verschlanken und sparen. Und nicht noch mehr sinnlos Geld verbrennen für Pensionen, Gehälter und einem zweifelhaften Programm.

    Da ich IT-Profi bin und überaus intelligent, zählt meine Meinung mehr als alle anderen. Dies begründe ich ganz einfach, meine Meinung ist immer gut durchdacht, ich habe also einen Denkvorsprung vor allen anderen. Ich bitte dies bei etwaigen Antworten auf meine Posts zu bedenken, ich habe und hatte bisher immer Recht. Wer also anderer Meinung ist wie ich, sollte vorher bedenken, dass er höchstwahrscheinlich im Unrecht ist.

  3. Re: Wenn alles teurer wird...

    Autor: Benjamin_L 05.12.20 - 15:20

    Der ÖR will nicht mehr Geld, eine unabhängige Kommission hat den neuen Beitrag berechnet. Schon ein feiner Unterschied. Und das ist alles verfassungsrechtlich recht genau definiert.

    Ob man jetzt Sport und zig Unterhaltungsshows finanzieren muss ist eine andere Debatte die dringend geführt werden müsste

  4. Re: Wenn alles teurer wird...

    Autor: Pixxel 05.12.20 - 15:31

    Benjamin_L schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Der ÖR will nicht mehr Geld, eine unabhängige Kommission hat den neuen
    > Beitrag berechnet. Schon ein feiner Unterschied. Und das ist alles
    > verfassungsrechtlich recht genau definiert.
    >
    > Ob man jetzt Sport und zig Unterhaltungsshows finanzieren muss ist eine
    > andere Debatte die dringend geführt werden müsste


    Sicherdoch, der ÖR will das garnicht. Die werden ja dazu gezwungen mehr zu nehmen!

    Recht genau ist da garnichts definiert. Wie so oft ist das Gesetz mehr als schwammig formuliert.

  5. Re: Wenn alles teurer wird...

    Autor: Autor7 05.12.20 - 15:41

    Doch genau jetzt ist der Zeitpunkt um über einen Strukturwandel des öffentlich-rechtlichen Rundfunks zu diskutieren. Allein die Vielzahl an Sendeanstalten und redundanten Strukturen birgt enormes Einsparpotential.

    Dies wird mir momentan fast täglich vor Augen geführt. Ich bin in ein internationales Forschungsprojekt involviert, dessen Berichterstattung aufgrund des opportunen Themas momentan recht umfangreich ist. Jede noch so kleine Sendeanstalt fragt momentan bei der Projektleitung an, ob nicht auch ein Forscher aus ihrem Sendegebiet beteiligt war. Dabei ist es egal ob die Personen in dem jeweiligen Sendegebiet nur zur Grundschule gegangen und anschließend aufgrund mangelhafter Chancen woanders studiert hat oder arbeiten. Hauptsache man kann dem geneigten Zuschauer vor Augen führen, dass das eigene Bundesland irtgendwie involviert ist. Das ändert natürlich weder etwas an dem Thema noch an dem Projekt und wohlgemerkt, es handelt sich um ein internationales Projekt.

    Allein die Mehrkosten die unsinnigerweise Entstehen um einen falschen Lokalpatriotismus zu bedienen sind mir zuwider und rechtfertigen meiner Meinung nach diese Diskussion jetzt zu führen.

    Über die weiteren von dir angebrachten Behauptungen über die Funktion des ÖR möchte ich mich an dieser Stelle jetzt nicht weiter äußern ohne eine wissenschaftliche Untersuchung zu sehen, die deine Behauptungen irgendwie geartet untermauert.

    PS: Vielleicht sollte ich noch erwähnen, dass ich mich zu Subkulturen zähle, die spätestens seit Robert Steinhäuser im ÖR ohne wissenschaftliche Basis systematisch diskreditiert würden.



    1 mal bearbeitet, zuletzt am 05.12.20 15:46 durch Autor7.

  6. Re: Wenn alles teurer wird...

    Autor: oldmcdonald 05.12.20 - 17:17

    Warum jetzt mehr Geld? Weil seit 11 Jahren der Beitrag nicht gestiegen ist.

  7. Re: Wenn alles teurer wird...

    Autor: martin28 05.12.20 - 17:29

    oldmcdonald schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Warum jetzt mehr Geld? Weil seit 11 Jahren der Beitrag nicht gestiegen ist.

    Das ist so nur halbrichtig. Der Beitrag ist pro Haushalt nicht gestiegen, das Beitragsaufkommen insgesamt aber schon. Der ÖR ist also teurer geworden!

    2020:
    8,068 Milliarden

    2009:
    7,6 Milliarden



    1 mal bearbeitet, zuletzt am 05.12.20 17:29 durch martin28.

  8. Re: Wenn alles teurer wird...

    Autor: violator 05.12.20 - 17:32

    Und warum? Weil man damals das Zahlsystem geändert hat und die jetzt insgesamt mehr Geld bekommen, auch wenn der einzelne Haushalt das gleiche zahlen muss.

  9. Re: Wenn alles teurer wird...

    Autor: violator 05.12.20 - 17:40

    Autor7 schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Doch genau jetzt ist der Zeitpunkt um über einen Strukturwandel des
    > öffentlich-rechtlichen Rundfunks zu diskutieren. Allein die Vielzahl an
    > Sendeanstalten und redundanten Strukturen birgt enormes Einsparpotential.

    Es wäre schonmal ein Anfang, wenn Nachrichten einmal produziert und gesendet werden und nicht jeder Sender seine eigenen Nachrichten mit genau denselben Themen macht und in nem eigenen Studio mit eigenen Mitarbeitern vorliest.

  10. Re: Wenn alles teurer wird...

    Autor: martin28 05.12.20 - 17:42

    violator schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Und warum? Weil man damals das Zahlsystem geändert hat und die jetzt
    > insgesamt mehr Geld bekommen, auch wenn der einzelne Haushalt das gleiche
    > zahlen muss.

    Richtig, trotzdem verbraucht der ÖR heute mehr Geld als 2009.

    Nach Änderung des Zahlsystems und mehr zahlenden Haushalten hätte man ja auch die Gebür so pro Haushalt senken können, dass am Ende das gleiche rauskommt. Hat man aber nicht, man hat sich stattdessen entschieden noch mehr Sender hochzuziehen und so noch mehr Geld zu verbrauchen.

    Das gleiche wird jetzt mit den erneut steigenden Mittel wieder passieren. Wer die fast 100 Sender noch als „Grundbedarf“ versteht, dem ist nicht mehr zu helfen.

  11. Re: Wenn alles teurer wird...

    Autor: demon driver 05.12.20 - 17:44

    Autor7 schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Doch genau jetzt ist der Zeitpunkt um über einen Strukturwandel des
    > öffentlich-rechtlichen Rundfunks zu diskutieren.

    Ich schrieb vom Kontext, nicht vom Zeitpunkt. Jeder Zeitpunkt ist dafür der richtige. Eine turnusmäßige, für die Finanzierung längst überfällige Gebührenerhöhung ist aber nicht der geeignete Kontext.

    > Allein die Vielzahl an
    > Sendeanstalten und redundanten Strukturen birgt enormes Einsparpotential.

    Das könnte man in einem anderen Kontext diskutieren. Da würde es dann auch Argumente für die Vielzahl der Sendeanstalten geben und für eine gewisse Redundanz, und grundsätzlich gegen "Einsparpotenzial" als Regelgröße für das, was öffentlich-rechtlicher Rundfunk sein soll.

    > Dies wird mir momentan fast täglich vor Augen geführt. Ich bin in ein
    > internationales Forschungsprojekt involviert, dessen Berichterstattung
    > aufgrund des opportunen Themas momentan recht umfangreich ist. Jede noch so
    > kleine Sendeanstalt fragt momentan bei der Projektleitung an, ob nicht auch
    > ein Forscher aus ihrem Sendegebiet beteiligt war. Dabei ist es egal ob die
    > Personen in dem jeweiligen Sendegebiet nur zur Grundschule gegangen und
    > anschließend aufgrund mangelhafter Chancen woanders studiert hat oder
    > arbeiten. Hauptsache man kann dem geneigten Zuschauer vor Augen führen,
    > dass das eigene Bundesland irtgendwie involviert ist. Das ändert natürlich
    > weder etwas an dem Thema noch an dem Projekt und wohlgemerkt, es handelt
    > sich um ein internationales Projekt.

    Überall, wo es Wettbewerb gibt, wirst du solche Bestrebungen erleben.

    > Allein die Mehrkosten die unsinnigerweise Entstehen um einen falschen
    > Lokalpatriotismus zu bedienen sind mir zuwider

    Ich bin auch kein Freund von sowas.

    > und rechtfertigen meiner Meinung nach diese Diskussion jetzt zu führen.
    >
    > Über die weiteren von dir angebrachten Behauptungen über die Funktion des
    > ÖR möchte ich mich an dieser Stelle jetzt nicht weiter äußern ohne eine
    > wissenschaftliche Untersuchung zu sehen, die deine Behauptungen irgendwie
    > geartet untermauert.

    Eine Behauptung, die sich leicht durch Beispiele belegen lässt, braucht keine "wissenschaftiche Untersuchung" zur Bestätigung.

    > PS: Vielleicht sollte ich noch erwähnen, dass ich mich zu Subkulturen
    > zähle, die spätestens seit Robert Steinhäuser im ÖR ohne wissenschaftliche
    > Basis systematisch diskreditiert würden.

    Welche "Subkulturen" sollen das sein? Gibt es wissenschaftliche Untersuchungen, die ihre "systematische Diskreditierung" belegen?

  12. Re: Wenn alles teurer wird...

    Autor: Oktavian 05.12.20 - 19:07

    > Ob man jetzt Sport und zig Unterhaltungsshows finanzieren muss ist eine
    > andere Debatte die dringend geführt werden müsste

    Das ist aber eine politische Entscheidung. Im Rundfunkstaatsvertrag ist der Sendeauftrag definiert. Wenn der Politik der ÖR zu teuer ist, dann kann er diesen Auftrag anpassen.

  13. Re: Wenn alles teurer wird...

    Autor: Core 05.12.20 - 20:02

    violator schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    >
    > Es wäre schonmal ein Anfang, wenn Nachrichten einmal produziert und
    > gesendet werden und nicht jeder Sender seine eigenen Nachrichten mit genau
    > denselben Themen macht und in nem eigenen Studio mit eigenen Mitarbeitern
    > vorliest.

    Es gibt, vermutlich reichweitenärmere, Sendungen, bei denen sowas durchaus gemacht wird: das MoMa bspw. wechselt wöchentlich zwischen ARD und ZDF Produktion.
    Bei den „Prime Time“ Nachrichten müsste man mindestens prüfen, ob hier wirklich dieselben Inhalte gesendet werden, bevor man diese Forderung formuliert - nicht nur beispielhaft an einem Tag, sondern über einen längeren Zeitraum und mehrere Stichproben hinweg.

  14. Re: Wenn alles teurer wird...

    Autor: Core 05.12.20 - 20:08

    Profi_in_allem schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > In einer Demokratie müssen auch solche Themen kritisch
    > diskutiert werden, gerade die ÖR gehören gründlich auf den Prüfstand ob
    > solch ein aufgeblähter Apparat heutzutage noch zeitgemäß ist und es darf
    > auch nur einen Weg geben: Die ÖR müssen sich verkleiner, verschlanken und
    > sparen. Und nicht noch mehr sinnlos Geld verbrennen für Pensionen, Gehälter
    > und einem zweifelhaften Programm.

    Ohne jetzt für oder gegen eine Verkleinerung argumentieren zu wollen: ich bin mir nicht sicher, ob der Aufruf zu einer „kritischen Diskussion“ viel Gehör findet, wenn im selben Satz proklamiert wird, dass es nur einen Weg geben könne.
    Zu einer offenen, kritischen Diskussion gehört auch eine gewisse Offenheit nicht nur gegenüber anderer Meinungen, sondern auch gegenüber des Ergebnisses. Andernfalls hat das mehr was von „Ja! - Nein! - Doch! -Oh!“ - man wird sich nicht einig, aber hat sich gezankt. Zielführend? Eher weniger.

  15. Re: Wenn alles teurer wird...

    Autor: Autor7 06.12.20 - 12:32

    demon driver schrieb:
    > Ich schrieb vom Kontext, nicht vom Zeitpunkt. Jeder Zeitpunkt ist dafür der
    > richtige. Eine turnusmäßige, für die Finanzierung längst überfällige
    > Gebührenerhöhung ist aber nicht der geeignete Kontext.
    Ok, lass mich das Ganze präzisieren. Natürlich ist der jetzige Zeitpunkt bestens geeignet, da momentan über die Erhöhung des Beitrags diskutiert wird. Erstens muss man natürlich in die Diskussion einfließen lassen, ob eine Erhöhung überhaupt nötig ist oder die erhöhten Kosten für die Aufrechterhaltung ihres Auftrags nicht auch durch andere Maßnahmen wie einer Umstrukturierung des ÖR kompensiert werden können.
    Zweitens lässt sich aufgrund der begrenzten Aufmerksamkeitsspanne der Öffentlichkeit und Medien der Zeitpunkt eben nicht vom Kontext separieren. Nur aufgrund der jetzigen politischen Diskussion ist ein Diskurs in dieser Breite möglich. Der beste Beleg dafür ist, dass wir gerade im Kommentarbereich unter diesem Artikel unsere Meinungen austauschen.

    > Das könnte man in einem anderen Kontext diskutieren. Da würde es dann auch
    > Argumente für die Vielzahl der Sendeanstalten geben und für eine gewisse
    > Redundanz, und grundsätzlich gegen "Einsparpotenzial" als Regelgröße für
    > das, was öffentlich-rechtlicher Rundfunk sein soll.
    Diese Argumente müssten natürlich auch jetzt gebracht werden. Wenn jemand eine Erhöhung des Beitrags fordert, muss natürlich auch dargelegt inwiefern die einzelnen Ausgaben überhaupt notwendig sind. Wohlgemerkt sind aufgrund des Übergangs zur Haushaltspauschale auch in der Zwischenzeit die zur Verfügung stehenden Mittel gestiegen.

    > Überall, wo es Wettbewerb gibt, wirst du solche Bestrebungen erleben.

    Du möchtest Wettbewerb zwischen den verschiedenen Landesmedienanstalten? Ich wäre fast dafür und würde das Einsparpotential zum Ziel des Wettbewerbs ausrufen.

    > Eine Behauptung, die sich leicht durch Beispiele belegen lässt, braucht
    > keine "wissenschaftiche Untersuchung" zur Bestätigung.

    Ich merke schon, du kommst nicht aus dem Bereich der evidenzbasierten Wissenschaft. Natürlich wirst du Beispiele als Beleg für deine Behauptungen finden. Das gleiche gilt dann höchstwahrscheinlich auch für den privaten Rundfunk und so ziemlich jedes Printmedium (inklusive Bild). Verstörender Weise wirst du auch Belege für die Staatsnähe des ÖR finden, womit die Behauptung der "Systemmedien" bestätigt wäre. Eine wissenschatliche Untersuchung hat zur Aufgabe nicht nur Belge zu finden, sondern diese auch in den Kontext zu setzen und das Ausmaß darzulegen.

    > Welche "Subkulturen" sollen das sein? Gibt es wissenschaftliche
    > Untersuchungen, die ihre "systematische Diskreditierung" belegen?

    Wenn du dir einen Spaß machen möchtest, gucke dir auf youtube das Video "Frontal21 - Killerspiele" an und betrachte es frei nach den Sieben des Sokrates.
    - Ist der Beitrag war? D.h. sind die behaupteten Darstellungen inhaltlich richtig?
    - Ist der Beitrag objektiv? D.h. wird eine Position eingenommen, die in Bezug auf das Wertespektrum ausgeglichen oder neutral ist. Lege dabei bitte ein besonderes Augenmerk auf die Fragen, wer sich äußern darf und wie das Gesagte kommentiert wird. Auch die Schnitte sind recht aussagekräftig.
    - Wer ist die Zielgruppe, inwiefern ist die Zielgruppe in der Lage das Dargestellte objektiv zu verarbeiten und welche Einfluss hat das Dargestellte auf die Meinungsbildung der Zielgruppe.
    Wenn du bei einem dieser Punkte nicht zu dem Schluss kommst, dass der Beitrag manipulativ ist, würde ich mich über deine Erklärung sehr freuen.

    Dieses Video ist natürlich nur ein Beispiel aus einer Vielzahl und wäre Golem nicht das falsche Forum für diese Art der Diskussion, würde ich mir auch die Mühe für eine vernünftige Quellenarbeit machen.

    Nicht nur Computerspiele, auch etliche andere gesellschaftliche Gruppen zu denen ich mich teilweise explizit nicht zähle (z.B. AFD und ihre Anhänger, Demonstranten gegen Coronamaßnahmen) wurden in der Berichterstattung des ÖR systematisch diskreditiert (und ich spreche hier nicht von Satiresendungen), was meiner Meinung nach eher zur Spaltung der Gesellschaft statt zu einer objektiven Berichterstattung beiträgt. Man sollte sich immer die Frage stellen, ob die Argumente aller Seite unverfälscht, vollständig und neutral dargestellt werden oder ob eine systematische Benachteiligung einer Seite vorliegt.

  16. Re: Wenn alles teurer wird...

    Autor: LRU 06.12.20 - 12:44

    demon driver schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > ..., wird auch die Aufrechterhaltung des öffentlich-rechtlichen Rundfunks
    > teurer. Wenn man einen kontinuierlich weiterfunktionierenden
    > öffentlich-rechtlichen Rundfunk haben will, muss man auch dessen
    > Finanzierung entsprechend anpassen. Wer das nicht will, der will den
    > öffentlichen Rundfunk beschädigen, der übrigens auch die letzte Bastion
    > einer gesellschaftlich finanzierten, potenziell reichweitenstarken
    > Regierungs-, Politik- und Systemkritik ist. Und dass sowas gerade auf der
    > rechten Seite des politischen Spektrums nicht gewünscht ist, ist völlig
    > klar.

    Schon mal daran gedacht, dass man den ÖRR einfach nicht nutzt oder das Geld für andere Dinge zusammenhalten will?
    Oder geht das nicht in deiner Welt und jeder der die Erhöhung oder generell die Gebühr nicht zahlen will, ist rechts und Nazi?

    > Die Art der Erhebung der Beitäge mag suboptimal sein und gehärt weiter
    > diskutiert. Sie ist jedenfalls nicht gerecht – weder im Sinne eines
    > Preis-Nutzungsverhältnisses, für dessen Missachtung es allerdings auch
    > Gründe gibt, noch im sozialen Sinn. Die Abgabe sollte doch zumindest
    > einkommensabhängig sein.
    >
    > Die Frage, ob der öffentlich-rechtliche Rundfunk seine Mittel in einer
    > gesellschaftlich wünschenswerten Art und Weise einsetzt, ob seine Programme
    > gesellschaftlich wünschenswert gestaltet sind, ist ebenfalls eine andere,
    > und auch die gehört weiter disktutiert. Aber bitte in einem anderen
    > Zusammenhang.

    Ganz schön anmaßend wie du über den Geldbeutel anderer Leute bestimmen willst. Wo ist dein Vorschlag bitteschön gerecht anhand des Einkommens noch mehr Geld einzuziehen, für ein Angebot das man nicht nutzt?
    Wenn du dir den ÖRR gerne ansiehst und die Unterhaltungssendungen und unausgewogene Berichterstattung als wichtige Bastion siehst, steht es dir doch frei mehr von DEINEM Einkommen bereitzustellen.
    Hoffentlich hast du dazu schon beim Beitragsservice angerufen und einen höheren monatlichen Beitrag vereinbart. Das hast du doch sicherlich gemacht, nicht wahr?

  17. Re: Wenn alles teurer wird...

    Autor: demon driver 06.12.20 - 13:13

    LRU schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > demon driver schrieb:
    > ---------------------------------------------------------------------------
    > -----
    > > ..., wird auch die Aufrechterhaltung des öffentlich-rechtlichen Rundfunks
    > > teurer. Wenn man einen kontinuierlich weiterfunktionierenden
    > > öffentlich-rechtlichen Rundfunk haben will, muss man auch dessen
    > > Finanzierung entsprechend anpassen. Wer das nicht will, der will den
    > > öffentlichen Rundfunk beschädigen, der übrigens auch die letzte Bastion
    > > einer gesellschaftlich finanzierten, potenziell reichweitenstarken
    > > Regierungs-, Politik- und Systemkritik ist. Und dass sowas gerade auf der
    > > rechten Seite des politischen Spektrums nicht gewünscht ist, ist völlig
    > > klar.
    >
    > Schon mal daran gedacht, dass man den ÖRR einfach nicht nutzt oder das Geld
    > für andere Dinge zusammenhalten will?

    So what? In einer Gemeinschaft müssen sich immer alle an Dingen beteiligen, auch wenn sie sie nicht nutzen, weil sie sonst für die, die sie nutzen, nicht mehr finanzierbar wären.

    > Oder geht das nicht in deiner Welt und jeder der die Erhöhung oder generell
    > die Gebühr nicht zahlen will, ist rechts und Nazi?

    Sich an Gemeinschaftsdiensten nicht beteiligen zu wollen, nur weil man sie selbst nicht nutzt, ist eine dezidiert rechte, asoziale Haltung, das ist nun mal so. "Nazi" wiederum hat dich deswegen niemand genannt.

    > > Die Art der Erhebung der Beitäge mag suboptimal sein und gehärt weiter
    > > diskutiert. Sie ist jedenfalls nicht gerecht – weder im Sinne eines
    > > Preis-Nutzungsverhältnisses, für dessen Missachtung es allerdings auch
    > > Gründe gibt, noch im sozialen Sinn. Die Abgabe sollte doch zumindest
    > > einkommensabhängig sein.
    > >
    > > Die Frage, ob der öffentlich-rechtliche Rundfunk seine Mittel in einer
    > > gesellschaftlich wünschenswerten Art und Weise einsetzt, ob seine Programme
    > > gesellschaftlich wünschenswert gestaltet sind, ist ebenfalls eine andere,
    > > und auch die gehört weiter disktutiert. Aber bitte in einem anderen
    > > Zusammenhang.
    >
    > Ganz schön anmaßend wie du über den Geldbeutel anderer Leute bestimmen
    > willst.

    Mach dich nicht lächerlich. Nur der Gesetzgeber kann hier "bestimmen".

    > Wo ist dein Vorschlag bitteschön gerecht anhand des Einkommens noch
    > mehr Geld einzuziehen, für ein Angebot das man nicht nutzt? [...]

    Siehe oben.

  18. Re: Wenn alles teurer wird...

    Autor: martin28 06.12.20 - 13:14

    Benjamin_L schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Der ÖR will nicht mehr Geld, eine unabhängige Kommission hat den neuen
    > Beitrag berechnet.

    Genau genommen hatte der ÖR in den letzten Jahren selbständig und ohne Zustimmung der Parlamente immer neue Sender gegründet. Im ursprünglichen Auftrag gab es einen, dann hatte der ÖR einen zweiten gegründet, dann einen dritten, jetzt ist die Zahl mit 21 TV Sendern explodiert.

    Die Kommision hat jetzt errechnet, dass 21 TV Sender mehr als der ursprünglich bei Einführung des ÖR geplante eine Sender kostet. Das ist sicher richtig, legitimiert aber nicht das expansive Vorgehen des ÖR nachträglich.

    Richtig ist auch, wenn der ÖR bei der ursprünglich für die Versorgung der Bevölkerung geplanten Sender geblieben wäre, würde der ÖR jetzt nicht >8 Milliarden ¤ pro Jahr kosten.

    Der ÖR hat sich verselbständigt undwird gegenüber den freien Medien immer dominanter. Es ist an der Zeit darüber nachzudenken welches Ziel man mit der Gründung der ÖR vor Augen hatte und das Programm aus fast 100 TV und Radiosendern auf den ursprünglichen Auftrag zurückzufahren.



    2 mal bearbeitet, zuletzt am 06.12.20 13:27 durch martin28.

  19. Re: Wenn alles teurer wird...

    Autor: demon driver 06.12.20 - 13:23

    Autor7 schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------

    Nur kurz:

    > > Überall, wo es Wettbewerb gibt, wirst du solche Bestrebungen erleben.
    >
    > Du möchtest Wettbewerb zwischen den verschiedenen Landesmedienanstalten? [...]

    Nein. Was soll die böswillge Falschinterpretation? Ich erkläre einen Aspekt, der mir sowenig gefällt wie dem Vorredner, mit dem unserer Gesellschaftsordung inhärenten Wettbewerb.


    > > Eine Behauptung, die sich leicht durch Beispiele belegen lässt, braucht
    > > keine "wissenschaftiche Untersuchung" zur Bestätigung.
    >
    > Ich merke schon, du kommst nicht aus dem Bereich der evidenzbasierten
    > Wissenschaft. Natürlich wirst du Beispiele als Beleg für deine Behauptungen
    > finden. Das gleiche gilt dann höchstwahrsch [...]

    Glashaus, Steine? Ob Beispiele Belege einer Aussage sein können oder nicht, das liegt nicht in deinem oder meinem Ermessen und ist auch nicht Gegenstand irgendeiner Wahrscheinlichkeitsbetrachtung, sondern ergibt sich logisch aus der Art der konkreten Aussage.

  20. Re: Wenn alles teurer wird...

    Autor: Autor7 06.12.20 - 14:31

    demon driver schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Autor7 schrieb:
    > ---------------------------------------------------------------------------
    > -----
    >
    > Nur kurz:
    >
    > > > Überall, wo es Wettbewerb gibt, wirst du solche Bestrebungen erleben.
    > >
    > > Du möchtest Wettbewerb zwischen den verschiedenen Landesmedienanstalten?
    > [...]
    >
    > Nein. Was soll die böswillge Falschinterpretation? Ich erkläre einen
    > Aspekt, der mir sowenig gefällt wie dem Vorredner, mit dem unserer
    > Gesellschaftsordung inhärenten Wettbewerb.

    Mir ist nicht ganz klar, inwiefern meine Interpretation eines Wettbewerbs zwischen den Landenmedienanstalten böswilliger sei, als die absichtliche Falschdarstellung von Kausalketten um den in der Gesellschaftsordnung inhärenten Wettbewerb weiter zu bestärken.

    > > > Eine Behauptung, die sich leicht durch Beispiele belegen lässt,
    > braucht
    > > > keine "wissenschaftiche Untersuchung" zur Bestätigung.
    > >
    > > Ich merke schon, du kommst nicht aus dem Bereich der evidenzbasierten
    > > Wissenschaft. Natürlich wirst du Beispiele als Beleg für deine
    > Behauptungen
    > > finden. Das gleiche gilt dann höchstwahrsch [...]
    >
    > Glashaus, Steine? Ob Beispiele Belege einer Aussage sein können oder nicht,
    > das liegt nicht in deinem oder meinem Ermessen und ist auch nicht
    > Gegenstand irgendeiner Wahrscheinlichkeitsbetrachtung, sondern ergibt sich
    > logisch aus der Art der konkreten Aussage.

    Mir ist nicht ganz klar, wie du in diesem Zusammenhang auf Wahrscheinlichkeitsbetrachtungen kommst. Dies ist zwar in den Naturwissenschaften einen probates Mittel um die Übereinstimmung von Daten zu der aufgestellten Hypothese zu belegen, war hier aber nicht gemeint.

    Deine "konkrete Aussage"
    > Wer das nicht will, der will den öffentlichen Rundfunk beschädigen, der übrigens auch die letzte > Bastion einer [...] Regierungs-, Politik- und Systemkritik ist.
    ist meiner Meinung nach eher eine pauschale, wenn du den ÖR als letzte Bastion Regierungs-, Politik und Systemkritik bezeichnest. Und diese Aussage lässt sich in keinster Weise durch einzelne Argumente logisch belegen. Im Gegensatz dazu kann ich nach den formalen Kriterien der Aussagenlogik durch ein einziges Gegenbeispiel zeigen, dass diese Bastion doch nicht so stabil ist, wie du gemeinhin denkst (z.B. Brender, Strepp).
    Interessant wäre aber wie gesagt die Beispiele in einen Kontext zu setzen und das Ausmaß einzuschätzen und dies kann man lediglich mit einer Strukturanalyse des ÖR. In diesem müssten die Mechanismen analysiert werden, welche die von dir getätigte Aussage garantieren. Dies wurde Teilweise 2014 vom Bundesverfassungsgericht vorgenommen und mündete in einer Veränderung des Fernsehrats des ZDF. Trotzdem war dies weiterhin nur der Anfang, da die interessengeleitete Personalpolitik des ZDF lediglich ein kleiner Stein der politischen Einflussnahme ist.

    Andere Untersuchungen (z.B. Maria Karidi: Medienlogik im Wandel. Die deutsche Berichterstattung 1984 und 2014 im Vergleich), um meine Kritik nochmal aufzugreifen, kamen zum Beispiel zum Schluss, dass ein Rückgang in der Neutralität der Berichterstattung z.B. in der Tagesschau zu verzeichnen ist.

    PS: darüberhinaus bin ich natürlich sehr an einem Beleg deiner Aussage über den ÖR als letzte Bastion der Regierungs-, Politik- und Systemkritik interessiert.



    2 mal bearbeitet, zuletzt am 06.12.20 14:48 durch Autor7.

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