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Moderner Journalismus ist scheiße

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  1. Moderner Journalismus ist scheiße

    Autor: vollbio 31.12.18 - 09:56

    Dieser "Bericht" zeigt geradezu exemplarisch die Verkommenheit des modernen Journalismus. Es scheint für moderne Journalisten unverzichtbar, die persönliche Geschichte von irgend welchen Zeitgenossen in ihre "Berichte" einzubauen, in diesem Falle die persönliche Geschichte einer Berlinerin, die sich beruflich neu orientieren möchte.

    Nimmt man mal den ganzen persönlichen Kram, der offensichtlich darauf zielt, beim Leser eine Emotionen hervorzurufen, heraus, dann hat der verbleibende Rest kaum noch Substanz. Da hat sich jemand mit einem Raspi 3, einer Powerbank und einem Touchscreen eine Art Tablet gebaut, das, wie andere schon zutrefend bemerkt haben, hier fälschlicherweise als "Selbstbau-Handy" bezeichnet wird. Das mag ein schönes Bastel-Projekt für Einsteiger sein, ist aber an sich keine derartige Story wert.

    In dieser Form ist der "Bericht" für sich genommen wertlos. Er taugt nicht als Bastelanleitung, ja nicht mal zur Inspiration eines eigenen Bastelprojekts für Einsteiger, weil dafür zu wenig Details, wie man so etwas macht, genannt werden. Zudem ist das "Selbstbau-Handy" der Berlinerin ja noch nicht einmal fertig, es fehlt noch ein Gehäuse. Aber das macht für den modernen Journalisten anscheinend den "Charme" der Geschichte aus, denn statt eines selbstgebauten Gehäuses nimmt die hoffentlich-bald-Umschülerin eine Frischhaltedose.

    Man könnte glauben, dass am guten Friedhelm Greis die Relotius-Affäre des Spiegel (und anderer Medien) vorüber gegangen ist. Relotius hat in seiner aktiven Zeit Journalistenpreise dafür eingeheimst, dass er tolle emotional anrührende Geschichten produzierte. Fakten? Irrelevant. Wahrheit? Zweitrangig. Hauptsache, es berührt die Leute.

    In diesem Fall war das, wenn ich mir die übrigen Kommentare ansehe, ein ziemlicher Griff ins Klo, weil die im Vergleich zu dieser Berlinerin technisch deutlich kompetenteren Leser die inhaltliche Leere dieses Geschreibsels sofort erkannt und entsprechend wütend reagiert haben.

    Mich macht diese Art von "Journalismus", die darauf aus ist, Emotionen hervorzurufen statt Fakten zu vermitteln und zu diskutieren, regelrecht wütend. Also, liebe Journalisten, wenn ihr anrührende Geschichten schreiben wollt, dann schreibt gefälligst Groschenronmane, aber HALTET EUCH GEFÄLLIGST AUS DEN NACHRICHTENMEDIEN FERN!

    Und erwartet bitte keine Entschuldigung für das Gebrüll.

  2. Re: Moderner Journalismus ist scheiße

    Autor: throgh 31.12.18 - 13:42

    Wow, wirklich interessant: Du ignorierst die teils wirklich widerlichen Kommentare und wirfst das Alles in den Topf mit sachgemäßer Kritik? Also eine (Annahme) vornehmlich männliche Leserschaft gröhlt hier herum ohne selbst aber den Nachweis eines professionellen Gebahren zu bringen? Und das ist dann "Kritik"? Ich nenne das im besten Falle widerlichstes Pöbeln, was hier Einige formulieren und hatte das bereits gestern zunächst vorsichtig formuliert hinterfragt.

    Ja, die Vortragende zeigt Unsicherheit in ihrem Vortrag. Das wäre aber auch das Einzige was ich ihr im Rückblick schreiben oder sagen würde: Sie hat das überhaupt nicht nötig und ihr Vortrag, ihr Projekt soll bitte weiter wachsen. Das ist sachgemäßer Umgang. Schreibt doch eine E-Mail an den BeLUG? Formuliert eure Kritik. Mal schauen was dann passiert? Oder an den CCC selbst? Aber aus der zweiten Reihe hier im Golem-Forum lässt sich schön Kritik üben, das noch gewürzt mit vermeintlichen Beispielen für guten Journalismus. Einfach nur noch unglaublich der Kommentarbereich!

    GNU/Linux: Eine Wahlfreiheit zu haben ist besser als sich der reinen Bequemlichkeit hinzugeben, auch wenn das nicht immer einfach ist!

    Kein Freund von Schubladen, nimmt aber gern Hafermilch und Kekse, sofern er in eine Solche gestopft werden soll. Danke vorab dann!



    1 mal bearbeitet, zuletzt am 31.12.18 13:43 durch throgh.

  3. Re: Moderner Journalismus ist scheiße

    Autor: Apfelbaum 01.01.19 - 13:32

    Ich stimme dir im Groben zu. Das Projekt hat eine Daseinsberechtigung und es ist toll, dass diese Person dafür Aufmerksamkeit bekommt und geehrt wird. Und ja, die sexistischen Schweine hier kritisieren nicht, sondern pöbeln oder hetzen gar.

    Den Artikel hingegen finde ich aber auch grausamst verfasst und dem Journalismus unwürdig.

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